Forum: Wirtschaft
Zoff mit Kassen: Ärzte klagen gegen Honorarbeschluss
dapd

Die Kassenärzte machen Druck im Honorarstreit. Sie wollen sich mit einem Plus von 270 Millionen Euro nicht zufriedengeben - und drohen den Kassen nun mit einer Klage. Verbandschef Köhler beklagt einen "Angriff auf die Würde eines ganzen Berufsstands".

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stimmvieh_2011 01.09.2012, 14:53
1.

An einfachsten wäre es doch, die Arzt Honorare bzw. das Gehalt an die Bezüge hochrangiger Beamter (z.B. Richter) zu koppeln und endlich mit der Farce aufzuhören als seien die Ärzte selbständige Unternehmer.

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Blendy 01.09.2012, 15:01
2. Lächerlich, allein das Opener-Bild :D ....

Als ob es nicht jedem Arzt frei stehen würde, in einem anderen Land zu praktizieren. So schlecht kann die Entlohnung ja nicht sein. Und alle anderen Annehmlichkeiten Deutschlands möchte man ja auch nicht missen. Naja, solange es noch für 10 Wochen Urlaub im Jahr, die Privatschule für die Zöglinge und die S-Klasse vor der Tür reicht, denke ich, besteht kein Handlungsbedarf ...

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auweia 01.09.2012, 15:02
3. Natürlich

Zitat von sysop
Die Kassenärzte machen Druck im Honorarstreit. Sie wollen sich mit einem Plus von 270 Millionen Euro nicht zufriedengeben - und drohen den Kassen nun mit einer Klage. Verbandschef Köhler beklagt einen "Angriff auf die Würde eines ganzen Berufsstands".
sind bei einem Streik immer Kunden, Passgiere, Liefernten, die Öffentlichkeit etc. betroffen.
Dann sind es heute eben mal die Patienten. Wo ist der Unterschied?
Urlaubsflug, pünktliche Züge oder geregelte Müllabfuhr ist nicht lebenswichtig. Medizinische Hilfe manchmal schon. Das sollte uns das Geld wert sein.
Ansonsten gibt es wirklich ein gutes Druckmittel: Alle Kassenärzte geben gleichzeitig Ihre Kassenzulassungen zurück.
Dann müssen Arztbesuche zunächst privat bezahlt werden, Patienten bekommen eine Rechnung. Die regeln sie dann mit Ihrer Krankenkasse

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bognatz 01.09.2012, 15:04
4. Wegen "Krankenkassen haben zuviel Geld"?

Zitat von sysop
Verbandschef Köhler beklagt einen "Angriff auf die Würde eines ganzen Berufsstands".[/url]
Es hat sich also bis in die Ärzteschaft herum gesprochen, das die Krankenkassen mehr Einnahmen als Ausgaben haben.
In Folge müssen die bedacht werden, bei denen es finanziell besonders klemmt. Das sind nach Herrn Köhler nicht die Geringverdiener und Rentner (Praxisgebühr, Medikamentenzuzahlung, ...).

Andererseits habe ich in den Fußgängerzonen noch keinen Arzt gesehen, der sich mit Musizieren sein Zubrot verdient.

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amicus 01.09.2012, 15:28
5.

Zitat von sysop
Die Kassenärzte machen Druck im Honorarstreit. Sie wollen sich mit einem Plus von 270 Millionen Euro nicht zufriedengeben - und drohen den Kassen nun mit einer Klage. Verbandschef Köhler beklagt einen "Angriff auf die Würde eines ganzen Berufsstands".
Sowas Verlogenes!! Ausgerechnet der Köhler!
2009 hat der noch die höchste Honorarsteigerung seit Bestehen der ärztlichen Selbsverwaltung bejubelt (+10%) und jetzt tut er so, als ob die gesamte Ärzteschaft am Hungertuch nagen muss. 2010 und 2011 kamen dann nochmal jeweils 3% Honorarplus hinzu.

Das ist übrigens derselbe Köhler, der sich erst kürzlich ein Gehaltsplus von über 30% (von 260000 auf 350000 Euro pro Jahr) hat bewilligen lassen. Dafür muss er wahrscheinlich jetzt liefern ...

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spontifex 01.09.2012, 15:39
6. Dr.A.Pparatschik

Zitat von sysop
Die Kassenärzte machen Druck im Honorarstreit. Sie wollen sich mit einem Plus von 270 Millionen Euro nicht zufriedengeben - und drohen den Kassen nun mit einer Klage. Verbandschef Köhler beklagt einen "Angriff auf die Würde eines ganzen Berufsstands".
Sehr interessant, besonders auch, zu sehen, dass es offenbar keine einheitliche Auffassung (mehr) gibt darüber, was "Würde" und ein "Angriff" auf die "Würde" ist. Selbstverständlich hat ein Berufsstand keine Würde, jedenfalls nicht im Sinne der Menschenwürde, die zu schützen Verpflichtung aller staatlichen Gewalt ist.

Auch Artikel 12 der UNDHR sieht kein Menschenrecht auf Schutz vor Angriffen auf die Ehre und Reputation von Berufsständen, sondern nur vor willkürlicher Einmischung in Privatsphäre, Familie, Heim, Korrespondenz oder vor Angriffen auf Ehre und Reputation von Menschen resp. StaatsbürgerInnen vor.

Verbandschef Köhler bringt eine reichlich zynische Auffassung über Menschenwürde zum Ausdruck. Dem Apparatschik scheint vollkommen entgangen zu sein, dass es Menschen gibt, die die allmächtige deutsche Exekutive systematisch und womöglich ausdrücklich ruiniert, vielleicht sogar mit Hilfe seines Berufsstandes. Von Menschenwürde ist da keine Rede.

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joint 01.09.2012, 15:42
7. grundloses Gejammer

Es steht JEDEM Arzt frei, seine Kassenzulassung abzugeben und privat zu arbeiten. Das machen die Ärzte aber nicht, weil die Annehmlichkeiten und garantierten Einnahmen durch das gesetzliche Kassensystem zu verlockend sind. Es gibt also keinen Grund zu meckern. Und eine Streik wäre als Kassenarzt sowiso illegal.

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michaelr22 01.09.2012, 15:44
8. Gesundheitszentren wie in Finnland einführen

In Finnland werden alle ambulanten Behandlungen kostenfrei durch "Gesundheitszentren" durchgeführt. Private Ärzte gibt es auch, die müssen dann aber per Rechnung (z.B. Versicherung) bezahlt werden. Kann das Gesundheitszentrum den Patienten nicht behandeln, wird er in das Krankenhaus überwiesen. Gesundheitszentren und Krankenhäuser sind vernetzt, so das die Krankenakte mit wandert. Die Sache mit den Terminen hat sich dann auch erledigt. Man kann dort einfach hingehen, ohne Termin. Da meine halbe Familie finnisch ist, kann ich das System nur empfehlen.

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joijoi 01.09.2012, 15:51
9. Ärztedämmerung

Solange ihre Statthalter noch der Regierung angehören und die Krise nur vor der Tür steht, gilt es eben, mitzunehmen, was irgendwie geht. Und zum Jammern waren sie sich noch nie zu schade, offensichtlich blind dafür, mit ihrer Maßlosigkeit die Beschleunigung des Niedergangs eines am Menschen orientierten Gesundheitssystems statt dessen Erhalt, wie sie beredt behaupten, zu besorgen.

Ich spreche nicht über alle Ärzte, aber, gefühlt, für eine zunehmende Mehrheit und für ihre unsäglichen Verbandsvertreter wohl ausnahmslos.

Dieser Berufststand befindet sich, wie alle, im Umbruch, und die Menschen sind zunehmend weniger bereit, ihnen weder mit vorauseilender Ehrfurcht zu begegnen noch ihre tradierten Previlegien unbezweifelt fortgelten zu lassen. Das empfinde ich als einen guten und überfälligen Prozess des Mündigwerdens.

Leider fehlt es den Mitgliedern dieses ehemals Freien Berufs ( allzumehrheitlich) an Weitsicht, intellektueller Größe und integrer Gesinnung, um ihre eigene sich verändernde Rolle in der Gesellschaft einigermaßen selbstkritisch reflektieren zu können. Dann werden eben die wahren Motive einer Berufswahlentscheidung, so verschämt sie auch verborgen bleiben sollten, sichtbar, langsam endlich allen überdeutlich sichtbar.

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