Forum: Wirtschaft
Zollstreit: US-Handelsdefizit auf höchstem Stand seit zehn Jahren
AFP

Die USA importieren weit mehr als sie exportieren. Im Jahr 2018 lag der Fehlbetrag so hoch wie seit Langem nicht mehr - obwohl Präsident Trump mit Strafzöllen gegenzuhalten versuchte.

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redebrecht 07.03.2019, 09:00
50. Nicht dramatisieren

Zitat von Johannes60
Die gesamte Leistungsbilanz der USA sieht vermutlich ganz anders aus. Warum soll man etwas selber produzieren, das man anderswo preiswert kaufen kann, solange man das Geld, das man zum kaufen braucht, auch ohne eigene Produktion bekommt. Das Dilemma ist nur, dass große Bevölkerungskreise von dem Geldzufluss ohne eigene Produktion ausgeschlossen bleiben....
Es wird immer so sein, dass Produkte veralten und nicht mehr gekauft werden. Dann müssen sich die Menschen nach neuer Arbeit umschauen. In den USA ist das oft schwieriger als anderswo, wenn der Arbeitsplatz auf einen Rohstoff basiert, der zu Ende geht, oder der gesetzlich beschränkt werden soll. Ob die Goldvorkommen versiegen, die Goldgräber dann arbeitslos werden, oder Kohlegruben schließen, weil der Gesetzgeber CO2 vermeiden will, oder die Produkte woanders billiger hergestellt werden. Die Folgen sind die gleichen. Wenn in den USA trotzdem immer mehr Produkte aller Art importiert werden können, zeigt das auch, dass die Bevölkerung nicht ärmer, sondern reicher wird. Es hat muss dann andere Gründe haben, wenn die Stimmen der "Verlierer" plötzlich lauter sind, mehr gehört werden. Es liegt wohl eher an einer Veränderung der Kultur. Diejenigen, die heute die öffentliche Meinung bestimmen, fordern heute nicht nur Toleranz, sondern eine Übernahme ihrer Moral und Werte. Wer heute sagt, er ist gegen eine 3. Toilette, ist ein Feind und muss sich sofort entschuldigen. Man bittet nicht mehr um Toleranz, man schafft Gesetze, die die Leute bestrafen und reglementieren. Ja, man könnte sagen, das ist auch nur eine Reaktion auf die Repressionen der einstigen Mehrheitsgesellschaft. Aber vernünftig ist es nicht, denn die nächste Gegenbewegung kommt bestimmt.

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kado1 06.05.2019, 13:18
51. Ist es nicht toll, wenn man so

Zitat von winki
Die Amis sollten außer Kriegsgerät Produkte auf den Markt bringen die sich durch Qualität und Preis verkaufen lassen wie frisches Brot. Dann klappt's auch mit dem Defizit.
mit Zöllen, die die Verbraucher zahlen, in der Staatskasse landen, mit über 20 Bill US- Staatsschulden (diese Zahl fand ich nicht im Artikel), das neue Wettrüsten finanzieren kann?
Die Waffenlobby leistet eine tolle Absatzarbeit auf unsere Kosten.

Obwohl der Ami ca. 760 Mrd/ Jahr, plus die Mrd der Natopartner (D ca. 49 Mrd), der Russe nur ca. 77 Mrd ausgibt, will man 2 Prozent mehr von allen in der Nato.
Wer muss sich vom wem bedroht fühlen?
Den Frieden brachte bisher das etwa Gleichgewicht USA zum Russen, wer den Frieden will, sollte mit dafür sorgen das das etwa erhalten bleibt.
Beide können die ganze Welt schon mehrfach in Schutt und Asche, es gäbe keinen richtigen Sieger !
Und für die wenigen Überlebenden ist das Leben danach kaum noch lebenswert.
Übrigens hat der Russe und auch China längst den Staatskapitalismus.
Die sinnlosen Mrd für das neue Wettrüsten werden überall viel nötiger gebraucht.

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g.eliot 06.05.2019, 15:29
52.

Zitat von s.l.bln
Das Blöde dabei war von Anfang an, daß Trump nur auf den Handel blickt und nicht auf die Leistungsbilanz, wodurch er die gigantischen Gewinne der Techbranche komplett ausblendet. Die USA haben diesen dümmlichen Aktionismus gar nicht nötig, weil sie in der Leistungsbilanz ziemlich gut dastehen. Ich bin sicher, es sind diverse Fachleute daran gescheitert, ihm das nahezubringen.
Dann könnte er aber nicht jammern und sein Land auch nicht als Opfer darstellen. Das ist jedoch seine Strategie.
Er beschäftigt sich mit Themen, welche seine Basis verstehen kann: Produktion, Import und Export von Gütern aller Art. Würde er die komplexe Leistungsbilanz ansprechen, würde das wohl ihn selbst und besonders seine Basis überfordern und wäre auch politisch nicht zielführend.

Trump braucht eine gute Ausrede, damit die defizitäre Staatskasse klingelt. Andere tiefgründigere ökonomische Überlegungen bzw. Strategie stecken da nicht hinter. Weil Trump Family Clan Unternehmen in China produzieren llassen, will er sich selbst auch bestimmt nicht schaden wollen. Ich wette um alles, dass deren Produktpalette von den Zöllen nicht berührt wird.

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g.eliot 06.05.2019, 15:42
53.

Zitat von s.l.bln
Währe ihm tatsächlich dran gelegen, daß die USA wieder primär Produktionsstandort wird, ob das nun sinnvoll ist oder nicht, müßte er massiv Struktur fördernde Maßnahmen einleiten und richtig Geld in die Hand nehmen, statt es beim Militär, den Reichen und dem Grenzschutz zu verbrennen.
Das ist der Knackpunkt. Auch braucht das Land Investitionen in die Bildung. Es klaffen Welten zwischen dem Niveau der Elite-Universitäten einerseits und der Ausbildungsprogramme für Lehrberufe. Trump war doch begeistert von dem deutschen System und redete davon, dieses System auch in den USA umzusetzen. Es ist offenbar jedoch eines der vielen Projekte von Trump, die er medienwirksam verkündet, während man danach davon nie wieder etwas erfährt. Stattdessen werden finanzielle Zuwendungen im Bildungsbereich überall gekürzt.

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