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Zu wenig Bewerber: Beamtenbund warnt vor Ausbluten von Polizei und Behörden
Noah Wedel / imago images

Der Staat als Arbeitgeber wird immer unattraktiver - mit dramatischen Folgen: Personal fehlt vor allem bei Verwaltungen in Ostdeutschland, bei der Polizei und den Steuerbehörden.

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rainerspielberg 22.10.2019, 12:02
1. Unsinn

Gibt wohl kaum einen Arbeitgeber bei dem Familie und Beruf besser vereinbar wäre. Warum muss das Gehalt von teuren Großstädten wie München, Frankfurt, Hamburg mit wesentlich günstigeren Teilen wie Brandenburg oder Niedersachsen angeglichen werden- wegen 400€ Brutto bei einem Vielwachen an Mehrkosten - netto?
Was sich ändern muss ist die Aufweichung von verkrusteten Strukturen- und ja die hohe Zahl von befristeten Verträgen muss drastisch reduziert werden.

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MikelFriess 22.10.2019, 12:05
2. Na vielleicht

haben die Menschen auch keinen Bock in Gegenden zu arbeiten in denen der Anteil der "besorgten Bürger" so hoch ist?

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marthaimschnee 22.10.2019, 12:08
3. unattraktiv ist gar kein Ausdruck

Hab letztens eine Stellenausschreibung als IT-Spezialist beim BKA gesehen. Neben in Deutschland inzwischen gängigen Utopie-Anforderungen wie "20 Jahre alt, Studium und 10 Jahre Berufserfahrung, möglichst im Ausland" werden da die gleichen körperlichen Voraussetzungen gefordert, wie für den aktiven Polizeidienst. Und das bei 3 Jahren "Probezeit", bevor man verbeamtet wird, bei leicht über 3000 Euro brutto (noch nicht als Beamter, also volle Steuer und SvP). Ein Einsatzort wird selbstverständlich auch nicht genannt. Dazu die Beschreibung einer Bewerberauswahl, die man sich für Ministerposten wünschen würde, mehrere Psycho-Runden, Kompetenzprüfung, usw. Da würde mich wundern, wenn die überhaupt einen einzigen, geeigneten Bewerber finden.

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cabeza_cuadrada 22.10.2019, 12:43
4. und sich dann wundern

Zitat von marthaimschnee
Hab letztens eine Stellenausschreibung als IT-Spezialist beim BKA gesehen. Neben in Deutschland inzwischen gängigen Utopie-Anforderungen wie "20 Jahre alt, Studium und 10 Jahre Berufserfahrung, möglichst im Ausland" werden da die gleichen körperlichen Voraussetzungen gefordert, wie für den aktiven Polizeidienst. Und das bei 3 Jahren "Probezeit", bevor man verbeamtet wird, bei leicht über 3000 Euro brutto (noch nicht als Beamter, also volle Steuer und SvP). Ein Einsatzort wird selbstverständlich auch nicht genannt. Dazu die Beschreibung einer Bewerberauswahl, die man sich für Ministerposten wünschen würde, mehrere Psycho-Runden, Kompetenzprüfung, usw. Da würde mich wundern, wenn die überhaupt einen einzigen, geeigneten Bewerber finden.
wenn sich keine kompetenten Leute bewerben. Ich hätte auch nichts gegen eine Stelle als IT-Spezialist beim BKA. Leider lesen sich die Anforderungen und geforderten Kenntnisse eher wie die eines High Potentials der umgehend ins Silicon Valley eingeflogen würde. Dann leider auch noch (vorerst) befristet und ich müsste gut auf die Hälfte meines derzeitigen Gehalts verzichten. Danke, aber nein, danke. Vielleicht ein anderes mal.

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mol1969 22.10.2019, 12:52
5. Über einen Kamm

Hier werden Beamte und Angestellte des öD in einen Topf geworfen.
Erstere haben, wenn sie die Voraussetzungen für die Verbeamtung erst einmal geschafft haben, ein sorgenfreies Leben mit einem guten Netto-Auskommen (auch im Osten) und einer fürstlichen Altersversorgung. Wäre ich Schulabgänger, würde ich genau diese Richtung einschlagen.
Angestellte im öffentlichen Dienst haben aufgrund der regulären Abzüge für die Rentenversicherung (wie jeder andere Arbeitnehmer auch) dagegen ein vergleichsweise niedriges Gehalt und bei der Altersversorgung stehen sie nicht besser dar als jeder andere Angestellte mit Betriebsrente. Das früher geltende Argument der deutlich niedrigeren Arbeitsbelastung zieht schon lange nicht mehr. Die "überflüssigen" Stellen wurden in den letzten Jahren allesamt aufgrund Sparmaßnahmen abgebaut, so daß der Streß eines Mitarbeiters im öffentlichen Dienst nicht anders aussieht als in der freien Wirtschaft, nur das dort besser verdient wird.

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subjectdown 22.10.2019, 12:52
6. Polizist in Berlin

Wer wird in Berlin wohl Polizist, z.B. als Beamter im - vergleichbaren - mittleren Dienst? Prügelknabe ohne das der Dienstherr hinter einem steht. USA mögen übertrieben haben, mit ihrem System. Es gefällt mir aber besser, als in Deutschland. Hier haben bestimmte Bevölkerungsschichten überhaupt keinen Respekt vor der Polizei und diese können, im Gegensatz zu USA, nichts machen, um sich Respekt zu verschaffen.

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schocolongne 22.10.2019, 13:04
7. Überbürokratisierung auf das wesentliche reduzieren, würde helfen.

Bund Länder und Gemeinden müssen dem der Bürokratie innewohnenden Hang zur Mutation zum ausufernden Moloch endlich entgegen treten, schon allein um die existenzgefährdende Selbstlähmung der Gesellschaft ab zu bauen.
So wenig Verwaltung wie möglich, immer nur so viel wie nötig.

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pizzerino 22.10.2019, 13:08
8.

"Die Attraktivität des öffentlichen Dienstes hängt nicht allein vom Geld ab"
Immer der selbe Quatsch. Dann kann man das Entgelt ja sogar noch kürzen! Kommt ja eh nicht (allein) darauf an.
Jedes Angebot trifft auf Nachfrage so lange der Preis stimmt. Wie kann man das nur immer wieder leugnen, sobald es um attraktive Entlohnung geht.

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d.dubounet 22.10.2019, 13:20
9. Öffentlicher Dienst lohnt sich nicht

Kenne ich aus eigener Erfahrung in der Beschaffung. Befristet, langweilig, mega umständlich, schlecht bezahlt. Da muss man in der Freizeit schon sehr ausgelastet sein, um nicht verrückt zu werden. Nach zwei Jahren war Schluss. Zurück in die Industrie. Wer allerdings eine gewisse Schnarchtütigkeit und die Lust am unendlichen Wiederholen von Standardvorgängen mitbringt ist dort gut aufgehoben. Aber wie gesagt, die Erfolgserlebnisse bekommt man dann nur in der Freizeit.

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