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Zu wenig Fachkräfte: Bauherren müssen mehr als drei Monate auf Handwerker warten
Boris Roessler/ / DPA

Die Baubranche boomt, zugleich fehlen Fachkräfte. Das bekommen Kunden bei den Wartezeiten auf Handwerker zu spüren. Rund 100 Tage vergehen zwischen Auftrag und Ausführung - und auch die Preise steigen.

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archi47 15.05.2019, 12:20
10. schon 50 Jahre lang

wird darüber gesprochen Wirtschaftstätigkeiten, insbesondere das zusätzlich noch witterungsabhängige Bauwesen zu verstetigen.
Dazu bedürfte es, wie früher, 5- oder 10-Jahrespläne mit entsprechender Mittelbindung über den Wahltag hinaus. Voraussetzung dafür ist allerdings ein vorheriger entsprechender Planungsvorlauf. Dann könnte Beschäftigung auf dem notwendigen Niveau gehalten werden und passgenau ausgebildet. Das alles ist nicht mehr: abgebaut, privatisiert = billiger für den Augenblick!

Es ist Keinem zu verdenken, wenn er sich aus solchen unzumutbaren Zuständen veranbschiedet und im Öffentlichen Dienst, in Verbänden und Leitungsgremien, sich gegenseitig verwaltend und betreuend, ein sicheres und besser bezahlten Auskommen sucht und findet.

Zu allem Unglück sind Ausschreibungsregeln verbindlich, die auch Kompetenzen zu den großen Einheiten abwandern läßt, weil nur dort Wettbewerbe durch Referenzerfüllung und über den billigsten Preis gewonnen werden dürfen.
Schlußendlich werden die "Mafia AG" aus Palermo und "Google/CIA-International" allein zu Hause sein, mit aller Kompetenz inside und den besseren Referenzen und den Markt bestimmen. Die suchen dann lokale Sub-,Subunternehmer, die gerade Arbeit suchen, deren Kompetenz aber nicht mehr wie früher sein kann. Der Gewinn kommt vorab zu Mutter, Risiken und Verluste bleiben vor Ort in der Projekt GmbH.

Der Wähler und Steuerzahler hat es ja so bestellt, denn
offenbar wollen wir es so, denn ich höre immer noch das Hohe Lied des Preiswettbewerbes zu Lasten aller "weichen" nicht eingepreisten Faktoren, wie örtliche Kompetenz, Ressourcenverbrauch, Arten- und Naturschäden und den Versuch der nachlaufenden Schadensbeseitigung durch den Steuerzahler.
Das geht so lange, bis die Ressourcen Natur, Umwelt, Arbeitskraft mit ihren Grenzkosten "unendlich" in die Preise eingehen müssen, weil diese Ressourcen nicht mehr da, oder schlichtweg kaputt sind...

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Urzweck 15.05.2019, 12:31
11. Ich glaube das nicht

Die Löhne im Bauhandwerk sind immer noch niedriger als in der Automobilindustrie. Also gibt es keinen Fachkräftemangel. Es wird einfach deshalb bei der Politik gejammert, um mehr Geld zu bekommen.

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jonydaparty93 15.05.2019, 12:32
12. logische Entwicklung

Dieses Gejammer über Handwerkermangel ist einfach köstlich. Die Deutschen sind weltbekannt für ihre Geiz - ist - Geil Mentalität ( außer beim Auto). Qualität darf nichts kosten und dazu Ansprüche die seines Gleichen sucht. Wer tut sich freiwillig diese Kunden an ?!
Das Handwerk ist absolut unattraktiv und wird es in Zukunft auch bleiben. Lächerliche Gehälter, extremer Verschleiß des Körpers ( wie war das mit dem Renteneintrittsalter ?), hängengeblieben Unternehmen, Billigkonkurrenz aus dem Ausland... im Großen und ganzen eine Katastrophales Betätigungsfeld um sein Geld zu verdienen.
Die Spezialisten welche meinen Handwerk hat "goldenen Boden"/ ist doch ein super Job... warum sattelt denn nicht um und werdet selber Handwerker anstatt große Reden zu schwingen ? Kann jedem nur ans Herz legen sich mit einem alt eingesessnen Handwerker mal über dieses "goldene Betätigungsfeld" zu Unterhalten ( und damit meine ich nicht Firmeninhaber).
Ist deshalb eine absolut logische und richtige Entwicklung dass es riesigen Nachwuchsbedarf gibt.

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max-mustermann 15.05.2019, 12:38
13.

Zitat von kayakclc
Politik und Gesellschaft haben eine Botschaft für junge Leute: Abitur machen und möglichst alle studieren.
Dazu kommt dann noch die in den letzten Jahrzehnten im Handwerk übliche Praxis Azubis als billige Arbeitskräfte zu missbrauchen statt ihnen etwas beizubringen, gerne mit dem Spruch "Lehrjahre sind keine Herrenjahre" garniert. Wenn die Ausbildung abgeschlossen ist/war bekommt/bekam mann einen Lohn von dem keiner leben kann oder mann saß direkt auf der Straße weil der neue Azubi ja noch billiger ist.
Genau das hat sich eben ins Bewusstsein vieler Menschen eingebrannt und deshalb rät jeder seinen Kindern zu recht davon ab einen Job im Handwerk zu machen selbst wenn es sich heute vielleicht in der ein oder anderen Branche etwas gebessert hat, was ich aber doch stark bezweifle.

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manicmecanic 15.05.2019, 12:42
14. Ach was

Nun geht das Gejammer los aber keine Seite will mit den Folgen ihres Tuns konfrontiert werden.Handwerker hatten schon in der alten BRD nicht mehr wirkliches Ansehen,aber mittlerweile wird man ja als so einer sowohl von der Gesellschaft wie auch von den meisten Chefs wie der letzte Dummkopf behandelt.Ich kenne durch meinen Sohn einige Azubis,die meisten von denen haben das schon gemerkt und haben in Mehrzahl schon nicht mehr vor im erlernten Beruf zu arbeiten nach der Gesellenprüfung.Dazu sage ich den Jungs als alter Handwerker gut so,das sollten noch viel mehr tun.

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dasfred 15.05.2019, 12:59
15. In den sechziger Jahren war es ähnlich

Als das Haus meiner Eltern gebaut wurde, waren Hamdwerker auch schwer zu bekommen. Allerdings war es damals noch üblich, dass Maurer, Elektriker und Fliesenleger nach Feierabend und am Wochenende auf eigene Rechnung gearbeitet haben und die Meister waren froh, dass sie gegen Gebühr nur noch die Gewerke abzeichnen mussten. Win win Situation für alle Seiten.

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kain1 15.05.2019, 13:03
16. Höhere Preise wegen gesteigener Einkaufspreise ?

Bestimmt haben höhere Löhne und höhere Einkaufspreise einen Anteil am Preisaufschlag - aber wahrlich keinen signifikanten. Der größte Preistreiber ist sicherlich, dass des ein Anbietermarkt mit einem sehr verknapptem Angebot ist.
Auf gut Deutsch gesagt, da machen sich ein paar Handwerksbetriebe die Tasche voll.

P.S. Wenn dann in 2 Jahren die Konjunktur einbricht werden genau diese Firmen jammern, dass die Kunden (die man heute abzockt) nicht mehr wollen

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syracusa 15.05.2019, 13:05
17. miese Löhne ...

In meiner Nachbarschaft wohnt ein 63jähriger Heizungs- und Sanitär-Geselle. Der war jahrzehntelang "auf Montage", nämlich die ganze Woche über auf fernen Baustellen, und kam nur am Wochenende zurück. Der wollte nun endlich richtig sesshaft werden, und hat sich bei Firmen in unserer Umgebung umgesehen. Die suchen allesamt händeringend nach Facharbeitern, und klagen allesamt über zu wenig Personal. Aber mehr als 14 Euro pro Stunde will von denen auch keiner bezahlen, und das entlarvt die Jammerei über fehlendes Personal doch als dreiste Lüge. Wäre Fachpersonal wirklich knapp, dann würde man auch höhere Löhne bezahlen.

Mein Nachbar stellt gerade seinen Rentenantrag. Anstatt für miese 14 Euro pro Stunde zu arbeiten, geht er lieber mit einem kleinen Abschlag vorzeitig in Rente. Gut so ...

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draco2007 15.05.2019, 13:09
18.

Zitat von MisterD
sorgt heute schon für schlechte Zeiten vor, denn diese Zeiten werden kommen. Der Boom kann nicht mehr so weitergehen. Ich und meine Frau liegen vom Verdienst her knapp über der Grenze fürs Baukindergeld und wir könnten uns selbst im Speckgürtel vieler Großstädte kein Grundstück mit Eigenheim mehr leisten, ohne uns bis über beide Ohren auf mindestens 35 Jahre zu verschulden. Über 80% der Bauherren, die vor 10 Jahren gebaut haben (oft komplett ohne Eigenkapital), würden heute von der Bank nach den ersten 3 Minuten wieder freundlich aus dem Gebäude verwiesen. Kann so nicht weitergehen, egal was die Experten sagen. Wieviel soll man verdienen, um einen Kredit von 400.000 EUR in 30 Jahren abzuzahlen?
Wenn sie 15.000 im Jahr Rückzahlung rechnen (12% Festzins) zahlen sie monatlich 1.250 Euro.
Je nach Hausgröße ist das doch eine normale Miete.

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Sendungsverfolger 15.05.2019, 13:14
19. Falsch

"Die Preise steigen" ist falsch. Richtig wäre: "Die Preise stiegen (in den letzten 5 Jahren um ca. 20% bis 30%) und steigen noch".

Kann man den Handwerksbetrieben jetzt nicht unbedingt vorwerfen, denn die hatten schon durch so manche Konjunkturdelle zu gehen. Aber es ist wirklich so, dass sie zur Zeit der größte Preistreiber bei Neubauten sind und auch beim Tagesgeschäft kräftig mit den Preisen anziehen.

Ich kann mit den notwendigen Gewerken zum Glück noch so drei bis fünf Jahre warten. Dann wird es mit Sicherheit wieder preisgünstiger. Wer das nicht kann, hat halt jetzt den "Bauboom"-Aufschlag.

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