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Zu wenig Fachkräfte: Bauherren müssen mehr als drei Monate auf Handwerker warten
Boris Roessler/ / DPA

Die Baubranche boomt, zugleich fehlen Fachkräfte. Das bekommen Kunden bei den Wartezeiten auf Handwerker zu spüren. Rund 100 Tage vergehen zwischen Auftrag und Ausführung - und auch die Preise steigen.

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urbuerger 15.05.2019, 13:42
20. Der Lehrlingsmangel für handwerkliche Betriebe liegt, nach diversen...

... Einschätzungen von Ausbildungsbetrieben und Berufsschullehrer an den schlechten Aussichten, in den späteren Gesellenjahren, an der schlechten Bezahlung.
Handwerker sind heute allzu oft nicht mehr in der Lage, in den ersten 10 Gesellenjahren genug Einkommen zu erzielen, um eine Familie zu gründen!
Selbst wenn sie schnellstmöglich den Meister hinten dran hängen können, heißt das nicht, auch eine Arbeit als Meister zu finden, denn die meisten Handwerksbetriebe arbeiten mit einem Meister der oft auch der Chef selbst ist!
Aus diesem Grunde sind immer mehr junge Menschen nicht mehr am Handwerk, welches früher Mal hoch angesehen war, interessiert und versuchen eher gleich ein Studium zu machen, sehen aber nicht, dass selbst Berufe zu dem man studiert haben muss, keine Garantie mehr bilden, sein Auskommen zu haben, wenn man fertig studiert hat, egal in welchem Berufsfeld!

Sieht man sich die Einkommen diverser Akademiker an, erkennt man, dass selbst dort die Löhne stark eingebrochen sind und man einen starken Konkurrenzkampf mit ausländischen Arbeitnehmern, die für weniger Geld arbeiten, ausfechten muss!!!

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tucson58 15.05.2019, 13:46
21.

Zitat von jonydaparty93
Dieses Gejammer über Handwerkermangel ist einfach köstlich. Die Deutschen sind weltbekannt für ihre Geiz - ist - Geil Mentalität ( außer beim Auto). Qualität darf nichts kosten und dazu Ansprüche die seines Gleichen sucht. Wer tut sich freiwillig diese Kunden an ?! Das Handwerk ist absolut unattraktiv und wird es in Zukunft auch bleiben. Lächerliche Gehälter, extremer Verschleiß des Körpers ( wie war das mit dem Renteneintrittsalter ?), hängengeblieben Unternehmen, Billigkonkurrenz aus dem Ausland... im Großen und ganzen eine Katastrophales Betätigungsfeld um sein Geld zu verdienen. Die Spezialisten welche meinen Handwerk hat "goldenen Boden"/ ist doch ein super Job... warum sattelt denn nicht um und werdet selber Handwerker anstatt große Reden zu schwingen ? Kann jedem nur ans Herz legen sich mit einem alt eingesessnen Handwerker mal über dieses "goldene Betätigungsfeld" zu Unterhalten ( und damit meine ich nicht Firmeninhaber). Ist deshalb eine absolut logische und richtige Entwicklung dass es riesigen Nachwuchsbedarf gibt.
Sie haben hier voll in das schwarze getroffen .

Das mit dem Renteneintrittsalter stimmt absolut. Ich frage mich schon lange wieso die Politik nicht mal hingeht und vor allem solche Berufsgruppen wie Mauer, Dachdecker , Zimmerleute usw...., die nachweislich einen hohen körperlichen Verschleiß haben, die Möglichkeit einräumen schon ab 60 ohne Abzüge in Rente gehen zu können wenn sie denn wollen ?


Das würde sogar noch ein solchen Beruf zu ergreifen attraktiver machen

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tucson58 15.05.2019, 13:52
22.

Zitat von syracusa
In meiner Nachbarschaft wohnt ein 63jähriger Heizungs- und Sanitär-Geselle. Der war jahrzehntelang "auf Montage", nämlich die ganze Woche über auf fernen Baustellen, und kam nur am Wochenende zurück. Der wollte nun endlich richtig sesshaft werden, und hat sich bei Firmen in unserer Umgebung umgesehen. Die suchen allesamt händeringend nach Facharbeitern, und klagen allesamt über zu wenig Personal. Aber mehr als 14 Euro pro Stunde will von denen auch keiner bezahlen, und das entlarvt die Jammerei über fehlendes Personal doch als dreiste Lüge. Wäre Fachpersonal wirklich knapp, dann würde man auch höhere Löhne bezahlen. Mein Nachbar stellt gerade seinen Rentenantrag. Anstatt für miese 14 Euro pro Stunde zu arbeiten, geht er lieber mit einem kleinen Abschlag vorzeitig in Rente. Gut so ...
Nur ist es auch so , das höherer Stdlöhne , natürlich die Arbeit teurer macht , die sie als Kunde natürlich zahlen müssen und hier hakt es in Deutschland ja auch , da man gerne alles so billige und günstig wie möglich will .....

Friseure das beste Beispiel . Hier kann man gerne mal so 15 bis 20 Euro Stundenlohn zahlen , nur werden sie sich dann die Haare kaum noch unter 50 Euro nur schneiden lassen können

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dgs 15.05.2019, 14:11
23. Geht nicht

Heute liegt der Meisterlohn schon deutlich höher als zb. der Lohn eines Lehrers. Hinzu kommt, dass auf die Materialien noch deutliche Aufschläge verlangt werden. Die Materialien werden über den Großhändler bezogen, der schon vorher 100% darauf geschlagen hat. Der Meister bekommt dann an Ende des Jahres noch einen dicken Bonus.
Trotz allem ist es anstrengend einen eigenen Betrieb zu führen.

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Sendungsverfolger 15.05.2019, 14:25
24. Komische Haare

Zitat von tucson58
Nur ist es auch so , das höherer Stdlöhne , natürlich die Arbeit teurer macht , die sie als Kunde natürlich zahlen müssen und hier hakt es in Deutschland ja auch , da man gerne alles so billige und günstig wie möglich will ..... Friseure das beste Beispiel . Hier kann man gerne mal so 15 bis 20 Euro Stundenlohn zahlen , nur werden sie sich dann die Haare kaum noch unter 50 Euro nur schneiden lassen können
Wie lange braucht denn Ihr Friseur, um Ihnen die Haare zu schneiden?
Wenn ich mit 30% Lohnnebenkosten plus 50% Betriebskosten rechne, komme ich bei 20 Euro Stundenlohn auf ca. 40 Euro pro Stunde. Und selbst bei einem gierigen Chef, der dann noch einen Fünfer draufschlägt, bin ich unter 45 Euro. Dann bin ich aber schon ganz oben in der Skala (Zum Vergleich: Eine Stunde im gehobenen Dienst beim Staat wird alles inklusive so mit ca. 50 Euro kalkuliert). Eine ganze Stunde braucht der bei mir nie ... ;-) und bei Frauen kostet das eh schon einen Hunderter.

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schlumz 15.05.2019, 14:40
25.

Ich bin schon des öfteren von Handwerkern hängen gelassen worden, weswegen ich mittlerweile die Nase ziemlich voll habe von der Zunft. Besonders bei kleineren Aufträgen werden entweder Abwehrangebot erstellt. Hat man dann endlich den Handwerker vor Ort und der Termin ist abgemacht, erscheint einfach niemand. Ich bin also gezwungen vieles selbst zu machen oder eben die Reparatur über einen Hausmeister Service machen zu lassen. Schade eigentlich.

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syracusa 15.05.2019, 16:38
26.

Zitat von tucson58
Nur ist es auch so , das höherer Stdlöhne , natürlich die Arbeit teurer macht , die sie als Kunde natürlich zahlen müssen und hier hakt es in Deutschland ja auch , da man gerne alles so billige und günstig wie möglich will .....
Tja, aber die jammernden Handwerksbetriebe müssen sich nun entscheiden, welche Strategie sie verfolgen wollen. Entweder ist die Arbeit so knapp und der Wettbewrebsdruck so hoch, dass sie keine höheren Löhne zahlen können, oder es gibt so viel Arbeit, dass sie für die Aufträge schon lange Warteliisten führen. Wenn letzteres der Fall ist, dann können sie auch höhere Löhne bezahlen.

Ihr Einwand trägt also nicht. Entweder zu wenige Aufträge und geringe Löhne, oder zu viele Aufträge und Wartelisten. Beides gleichzeitig geht nicht.

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cave68 15.05.2019, 17:53
27.

Zitat von syracusa
Tja, aber die jammernden Handwerksbetriebe müssen sich nun entscheiden, welche Strategie sie verfolgen wollen. Entweder ist die Arbeit so knapp und der Wettbewrebsdruck so hoch, dass sie keine höheren Löhne zahlen können, oder es gibt so viel Arbeit, dass sie für die Aufträge schon lange Warteliisten führen. Wenn letzteres der Fall ist, dann können sie auch höhere Löhne bezahlen. Ihr Einwand trägt also nicht. Entweder zu wenige Aufträge und geringe Löhne, oder zu viele Aufträge und Wartelisten. Beides gleichzeitig geht nicht.
wer sagt denn das die Handwerker jammern...
Wozu überhaupt einen Gesellen suchen...
Ich kenne mittlerweile viele Betriebe die bestehen nur aus einem oder höchstens 2 Mann,die haben die Auftragsbücher voll und müssen sich so mit niemandem rumschlagen.
Was Forist 27 schrieb nämlich diese HausmeisterService -Unternehmen sind sehr oft auch nichts anderes als ein gelernter Fliesenleger,Schreiner,Maurer,etc. die sich alles andere selbst angeeignet haben und ebenso sehr gefragt sind.
Und selbst wenn solche Handwerker aus irgendeinem Grund ihren Betrieb nicht mehr weiterführen würden würden die überall einen Job finden,selbst wenn es als Hausmeister in einer Bank oder sonstwo ist.
Ich frage ich immer,warum hier immer von denen etwas gefordert wird...da es hier doch so viele Arbeitslose gibt oder auch so viele,die sich angeblich unterbezahlt fühlen:Warum machen die es nicht genau so...
Jammern haben die jedenfalls nicht nötig....dann wartet der jammernde Bürger,der einen Handwerker unbedingt braucht eben und sieht endlich mal ein,dass es eben doch ohne diese Handwerker nicht geht.

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k70-ingo 15.05.2019, 19:23
28.

Zitat von SusiWombat
So ist das, wenn das Finanzergebnis wichtiger ist als die Wertschöpfung. Wer möchte heute noch einen wertschöpfenden Beruf ergreifen, wenn der Controller doch so viel besser bezahlt wird? Schon seit Jahrzehnten wird der Handwerksberuf mit "sich die Finger schmutzig machen" assoziiert, das will halt keiner. Die andere Frage, die sich mir aufdrängt: Wie groß ist die Verzögerung wirklich? Ich beauftrage ja nicht erst am Tag des Baubeginns, ich habe ja Planungsfristen zu beachten.
Ehrlicherweise sollte nicht unterschlagen werden, daß nicht wenige Handwerker sehr gute Möglichkeiten haben, "nebenbei" etwas dazuzuverdienen.

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