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Zuckerberg reagiert auf Kritik: "Wie jeder andere auch, werden wir Steuern zahlen"
DPA

Facebook-Chef Mark Zuckerberg hat sich zu seiner angekündigten Milliardenspende geäußert - natürlich in einem Post auf seiner Facebook-Seite. Die wichtigste Aussage: Die neue Stiftung werde Steuern zahlen.

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MapleLeaf 04.12.2015, 08:47
1. Kranke neue Welt

Das ist schon irre... Die 45 Milliarden hat er ja nicht wirklich, sondern das ist nur der virtuelle Wert seiner Aktienpakete, die er besitzt und für die er nie was bezahlt hat. Ein künstlich durch die auf dem freien Markt erhältlichen Aktien seiner Firma erzeugter Wert. Problem ist nur... wenn er morgen alle seine Aktien auf einmal verkaufen müsste, würde der Kurs ins bodenlose fallen und die Anteile wären so gut wie nichts mehr wert. Deshalb muss er schön langsam und in kleinen Scheibchen das virtuelle Vermögen abtragen damit der Facebook-Aktienkurs nicht negativ beeinfluss wird.
Wer ansonsten rein altruistische Gründe hinter der Spendenfreundlichkeit vermutet (auch wenn sich die meisten Spender immer gerne so inszenieren), der sollte genauer hinsehen. In den USA gibt es eine Nachlasssteuer in Höhe von 40%, Die gilt auch für Aktienvermögen. Im schlimmsten Fall würde der oben beschriebene Fall eintraten. Es werden die 40% von 45 Miliarden fällig... den rest kann sich jeder selbst überlegen. Da überführt man lieber das Vermögen nach und nach in Stiftungen, die zufällig den Erben ein Gehalt zahlen. Das Stiftungskapital wird nicht besteuert, sondern nur etwaige Gewinne. Na sowas... Und schon hat man mal eben 20 Milliarden Steuern gespart. So funktioniert das.
Aber Herr Geldberg... nein, Zuckerberg wird trotzdem nicht am Hungertuch nagen müssen. mit dem 1% (450,000,000US$) lässt es sich die letzten paar Jahre auf diesem Planeten trotzdem ganz gut aushalten. Hinzu kommen ja noch die ganzen indirekten Zuwendungen und Vorteile über die Firma...

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Eppelein von Gailingen 04.12.2015, 08:50
2. Die Stiftungen der Superreichen auf ARD-Alpha in Tagesgespräch auf den Punkt gebracht

Prof. Dr. Jens-Uwe Hartmann hat vor 2 Tagen diese Stiftungen sehr gut erklärt. Nichts anderes als Populismus, weil die Gönner ihre Stiftung und Wirkung bestimmen. Dazu noch Unmengen Steuern sparen. Dann brauchen wir keinen Herrn Zuckerberg, der uns sagt, dass er natürlich Steuern bezahlt, nämlich unberechtigt ist es eine Steuerumgehung. Augenauswischerei.

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prisma-4d 04.12.2015, 08:59
3. ...Beachtenswert für einen reichen US Bürger.

Grundsätzliche ist es ein löblicher Schritt von Herrn Zuckerberg den größten Teil seines Privatvermögens spenden zu wollen. Dafür hat er meine größten Respekt.

Aber nun zur eigentlich bemerkenswerten Aussage "Wie jeder andere auch, werden wir Steuern zahlen". Bemerkenswert deshalb, weil der Zusammenhang vermuten läßt, das dies für Reiche in USA gar nicht so selbstverständlich ist. Auch hierzulande habe ich Argumente (damals bei Hoenes) gehört, daß doch bitteschön ab einer gewissen Summe an Steuern Schluß sein muß. Nach dem Motto: "Wenn ich schon mehrere Millionen Steuern pro Jahr zahle, warum muß ich dann mein Spielgeld auch noch Versteuern".

Und wenn ich Landstriche wie Delaware und Läden wie Starbucks und Amazon (oder Apple, oder Lufthansa, oder Siemens oder oder....) ansehe, dann liegt die Vermutung nahe das der Stammtisch recht hat. Vor unserem Steuergesetz sind nicht alle gleich... die Großen sind gleicher.

Vieleicht benötigt es Leute wie Gates und Zuckerberg bis jeder erkennt, das solch gigantische Finanzmacht nicht in den Händen Einzelner liegen darf.

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Humboldt 04.12.2015, 08:59
4. Toll!

Wenn Facebook schon fast keine Steuern zahlt (6%), dann zahlt also jetzt wenigsten die Stiftung ein bißchen mehr....toll, Danke Mark Zuckerberg!

Ich zahle jeden Monat auf meine Hände Arbeit über 40 %!

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rambazamba1968 04.12.2015, 09:04
5. Ziehen lassen

Ich bin kein Steuer- oder Finanzexperte. Er wird durch die Spende an seine eigene Stiftung sehr viel Steuern sparen.
In Deutschland und Amerika gibt es so viele reiche Menschen, die nicht verstanden haben, dass der Staat nicht nur böse ist, sondern unsere Kultur mit aufgebaut hat. Museen, Theater, Oper, Infrastruktur und das Zusammenleben wird vom Staat finanziert und das muss bezahlt werden.
Zuckerberg ist in so einer Gesellschaft reich geworden, da hat er seinen Teil dazu beizutragen, dass so eine Gesellschaft verdient hat. Und die Politik schaut sich das seit Jahren an. Ganz ehrlich. Wenn Reiche damit drohen auszuwandern, dann sollen sie es bitte machen. Aber wer hier lebt, hat gerecht Steuern zu bezahlen so wie jeder andere auch.

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olli118 04.12.2015, 09:06
6. Hut ab

Natürlich wäre eine faire Besteuerung der Reichen und Superreichen in den USA erstmal wünschenswerter als sich auf Spenden Einzelner zu verlassen, egal wie hoch sie nun sind. Aber das Steuersystem ist nun mal, wie es ist. Selbst wenn Zuckerberg durch Spende/Stiftung einen Steuervorteil haben sollte, ist das sicher nicht Grund und Ziel dieser Spende, und macht auch die Grosszügigkeit nicht geringer. Er ist sicher nicht auf die Steuerersparnis angewiesen..... Auch die Kritik, dass solche Großspenden bestimmte Forschungsbereiche und Entwicklungsfelder mehr förderten als andere - auch das ist das Recht jedes Einzelnen. Warum sollte jemand Projekte fördern, an die er nicht glaubt? Bildung und Gesundheit sind zwei Bereiche, in denen er sicher viel Gutes tun kann. Wünschenswert wären auch internationale Projekte, nicht nur eine Beschränkung auf die USA - sein Reichtum hat ja auch globale Wurzeln. Dass er damit Imagepflege und PR betreibt - so what? Neide ich ihm nicht. Die öffentliche gemachte Philantrophie ist ja nicht zuletzt ein Anreiz für andere Superreiche, dem Beispiel zu folgen. All diejenigen, die hier Kritik üben, sollten sich die Frage stellen, ob die Welt schlechter wäre ohne die Spenden der Superreichen. Ich würde mir wünschen, auch in Deutschland gäbe es ein paar Superreiche dieses Schlages.....

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erizodom 04.12.2015, 09:07
7. Dummes Geschwätz

Als ginge es um die Steuern der Stiftung. Es geht um die mit Billigung und mit der Hilfe unserer Politiker gegen die Interessen des Volkes vorenthaltenen Steuern von Facebook - die genau wie andere Unternehmen dieses Schmarotzerkalibers keine oder kaum Steuern zahlen in den Ländern, in denen diese Gewinne erwirtschaftet werden. Durch dubiose Umgehungstatbestände, die bei jedem kleinen Unternehmer die Steuerfahndung auf den Plan rufen würden, werden hier Gewinne der Steuer entzogen. Durch Facebook - aber auch durch Apple, Microsoft, Sturbucks und Co., aber auch durch kleinere z.B. Immobiliengesellschaften im Besitz von z.B. maltesischen Scheinfirmen. Dabei wäre dies einfach zu unterbinden. Stattdessen gibt man den Empfängern und ihren Lobbyisten gerne mal Hausausweise für den Bundestag. Und die selben Abgeordneten, die die Steuergesetze verabschieden bestimmen auch, was Korruption ist. Und da sehen die Bundestags-Schmierlappen sich auf jeden Fall aussen vor.

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Analog 04.12.2015, 09:09
8. Irre

Gespendet wird immer nur ein Teil dessen, was man an Steuervorteilen hat durch solche Stiftungen. Irre ist für mich, dass das in unseren Medien als Wohltat hingestellt wird.

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spon_1804815 04.12.2015, 09:10
9. völlig daneben

Anstatt sich über die Eigenschaften von Geldbergen Gedanken zu machen, sollte man vielleicht etwas weiterdenken: Zuckerberg gründet eine GmbH, um sein Vermögen dort zu parken. Damit kann er politisch aktiv werden. Genau das ist sein ziel. Das private Stiftungsrecht in den USA verbietet es, Gelder für Wahlkampf, Lobbyismus und politische Aktivitäten auszugeben. Deshalb der Umweg über ein betriebswirtschaftliches Unternehmen. Es geht um mehr, nämlich um die Zukunft unserer Daten.

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