Forum: Wirtschaft
Zukunft der EU: Die Brexit-Falle
REUTERS

Nicht nur in Großbritannien, überall in Europa wächst die Europa-Skepsis. Sollte das Vereinigte Königreich tatsächlich aus der EU aussteigen, könnten andere folgen. Die Stimmung jedenfalls ist danach, in vielen Ländern.

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syracusa 07.02.2016, 17:32
100.

Zitat von brutus972
Es wird Zeit, die Spielwiese der Nationalstaaten etwas zu beschränken. Wir brauchen unbedingt eine EU-Regierung!
Ja, aber die können wir heute noch viel unwahrscheinlicher durchsetzen als früher. Dass der Zeitgeist aktuell wieder mal sehr stark in Richtung autoritärer, nationaler Staaten ausschlägt, ist ja unübersehbar. Eine tiefere Bindung der EU als heute bleibt zumindest für die nächsten Jahre eine Illusion.

Aber der Zeitgeist pendelt auch wieder auf die andere Seite. Vielleicht braucht es bei uns tatsächlich erst mal ein paar Jahre nationalistischer Schreckensherrschaft, damit die Bürger wieder kapieren, was sie an offenen, liberalen, sozialen Demokratien eigentlich haben. In den USA, deren soziale Bewegungen den unseren immer ein wenig vorauszulaufen scheinen, gibt der unerwartete Zuspruch besonders der jüngeren Generation zum "Sozialisten" Sanders Anlass zu Hoffnung. Da scheint das Pendel sich schon in die andere Richtung zu bewegen.

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elikey01 07.02.2016, 17:33
101. Brexit: Umverteilung mit weniger Netto-Zahlern?

... denn Brüssel arbeitet z.Z. wieder verstärkt an einer europäischen Arbeitslosenversicherung.
"Italien will die europ. Arbeitslosenversicherung zu einem zentralen Projekt seiner EU-Ratspräsidentschaft von Juli bis Dezember dieses Jahres machen", so Herbert Reul, deutscher EU-Abgeordneter. Auch Frankreich gilt als Verfechter dieser Versicherung, weshalb Paris auch in der Vergangenheit mehrfach entsprechende Pläne voranzubringen bemüht war.

Reul (CDU-Wirtschaftsexprte) alarmiert: "Das ist der Versuch, Aufgaben nach Europa zu ziehen, die dort nicht hingehören. Eine europ. Arbeitslosenversicherung führt zu einer gewaltigen Umverteilung innerhalb Europas, die DEU ganz wesentlich mitfinanzieren muss".
Die von EU-Kommissar Andor geforderte "Transferunion" sei falsch. "Es kommt darauf an, strukturelle Reformen in den einzelnen EU-Volkswirtschaften durchzuführen, um die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken, Wirtschaftswachstum zu ermöglichen und die Arbeitslosigkeit zu reduzieren".
Der Ungar Andor behauptete auch, dass DEU von einer solchen Versicherung ebenfalls profitiert hätte, als es Anf. der 90er Jahre eine hohe Arbeitslosigkeit hatte. "Die EU hätte DEU geholfen" sagte er - etwa so wie in der z.Z. alles dominierenden "Flüchtlingskrise"?

Auch die Bankenunion, in deren Rahmen sehr realistisch ein Zugriff auf die deutsche Einlagensicherung zur Finanzierung insb. maroder Südschiene-Banken befürchtet wird, ist so ein Projekt der Brüsseler Ausplünderungs- und Umverteilungsabsichten.
In dieser EU ist inzw. so vieles angefautl, dass man kaum noch so viel "Gesundes" dran findet, um den Erhalt sinnvoll zu machen - zumind. nicht in der derzeitigen Fassung und im Interesse einer Mehrheit der deutschen Bevölkerung.

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ocelot99 07.02.2016, 17:33
102. Scherbenhaufen

Europa liegt in Trümmern, weil man in der Flüchtlingspolitik das gemeinsame Ziel falsch formuliert hat. Und das kann sicher nicht grenzenlose Aufnahme aller Migrationswilligen und Verteilung auf Europa sein.

Und bei Griechenland hat man sich über alles hinweggesetzt was vorher beschlossen wurde. Man erfand die angebliche "Eurokrise" um den Bailout von Griechenland zu legalisieren.

Und wenn sich UK mit ihrer Insellage abschotten will, dann kann man das in diesen Zeiten wirklich gut verstehen, auch wenn man sich fragt, wieso ausgerechnet ein Land, das eher wenig Einwanderung hat, soviele Schwierigkeiten damit hat.

Auf 64 Millionen Briten kommen 8 Millionen Immigranten. Grossbritannien müsste erst zusätzlich 14 Millionen Einwanderer aufnehmen um einen Migrationsanteil wie die Schweiz (28%) zu erreichen.

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iffelsine 07.02.2016, 17:33
103. Wir schaffen das - auch ohne EU !

Ohne Merkel und die EU und den EURO stünde Deutschland auch besser da. Ich bin in Zeiten der EWG groß geworden und das hat bestens funktioniert. Die Grenzen wurden geschützt und an so jemanden wie Merkel war nicht zu denken. Wir mußten nicht die DDR und eine Flüchtlingswelle mitschleppen und auch nicht den halben Ostblock finanzieren. Die Politiker waren nicht so überfordert wie heute. Ohne EU und Merkel könnten wir heute einen Neuanfang machen. Neue Verträge aushandeln und mehr eigene Entscheidungen treffen - das wäre gut so. Ohne Merkel wäre schon mal ein Anfang !

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koelnrio 07.02.2016, 17:34
104. Eine Chance

Eher finde ich es inzwischen als Hemmschuh, alle Länder unter ein Dach packen zu wollen. Es war ein Fehler, Ländern Ausnahmen zu ermöglichen, nur um des lieben Friedens Willen. Das konnte nicht gut gehen. Ich halte es daher auch damit, wie einige Kommentatoren hier, die erklären, dass es besser wäre, eine Kern-EU zu schaffen. Diese funktioniert föderativ. Die gewählten Länderchefs werden zu Gouverneuren oder Landespräsidenten. Es gibt eine gewählte gemeinsame Regierung. Alle Systeme werden aufeinander abgestimmt, so dass reale Bewegungs- und Niederlassungsfreiheit existiert. Die Länder, die sich dem dann anschließen wollen, können das tun, allerdings ohne Abstriche und Sonderwünsche. Eine derartige EU wäre m. E. stärker, als das, was jetzt existiert.

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die-metapha 07.02.2016, 17:35
105.

Zitat von Halcroves
Außer ein paar T-Shirt für 2 Euro und die Vernichtung ganzer Wirtschaftszweige in Italien und auch hier. Oder der tolle Niedriglohnsektor, bei dem der Lohn für eine gesellschaftliche Anteilnahme nicht mehr reicht. Arm und Reich auseinanderdriften und die "angeblichen Verlierer" oder auch nur abhängig Beschäftigte sich betrogen fühlen.
Das war aber doch auch zu nicht EU Zeiten und unter der DM schon so!
Und können Sich sich erinnern, in welchem Maße damals Großkonzerne ihre Standorte in billiglohnländer wie Portugal oder Spanien verlagert haben? Und was das für Auswirkungen auf den deutschen Arbeitsmarkt hatte.
Nicht, das ich die EU in der jetzigen Form als Allheilmittel sehe - aber etwas differenzierter als Sie sollte man das alles schon betrachten - bei aller Emotionalität.
Wer meint, er könne nur die positiven Seiten von damals gegen die schlechten Seiten von heute aufwiegenvon der vergisst, das es auch damals nicht nur positives gab.
Aber die EU wird auch ohne die Briten funktionieren - vielleicht sogar noch etwas besser.

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v.g.e. 07.02.2016, 17:37
106.

Zitat von elektromotor
Norwegen hat Öl ohne Ende, das man nicht mit in den EU-Topf werfen will. Die Schweiz könnte innerhalb der EU-Regeln nicht vom versammelten Schwarzgeld dieser Welt profitieren. Island verdient an ihrem Fischreichtum mehr als es an Vorteilen aus der EU ziehen könnte. Wenn man keinen dieser speziellen Vorteile sein Eigen nennen kann, dann ist man als Einzelstaat im Vergleich zu USA, China, Russland eine vernachlässigbare Größe.
Island verdient an ihrem Fischreichtum eben weil es nicht in der EU ist, und daher die vollumfängliche Hoheit über die 200-km-Exclusionszone behalten hat.

Diese vollumfängliche Hoheit ist, dank der EU, für Grossbritannien nicht mehr gegeben, die Fischerei-Industrie is fast vollkommen zerstört, dank Fabrik-Schiffen unter Spanischen oder Französischen Flaggen: EU Gesetz, halt, kann man nix machen, gelle? Ausser natürlich: Austreten!

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scooby11568 07.02.2016, 17:39
107. Für so ein Thema gibt es natürlich ein Forum...

Leute, Ihr könnt so viel meckern, wie Ihr wollt. Das in der EU nicht alles perfekt läuft, stimmt auch. Aber Frieden und Wohlstand in Europa verdanken wir ausschließlich der EU.
Was passieren würde, wenn wir wieder in Nationalstaaten verfielen, sieht man an der aktuellen Flüchtlingswelle. Was glaubt Ihr denn, was passieren würde, wenn auch noch die Menschen aus dem ehemaligen Ostblock zu uns kämen?
Im Gegenteil, wir müssen unsere Auslandshilfe erweitern, wir müssen für vernünftige Lebensverhältnisse in der ganzen Welt sorgen, wenn es nicht noch schlimmer kommen soll.

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funnymoney 07.02.2016, 17:41
108. Wenn das ...

... tatsächlich die Gefühlslage ist, sollte die EU dieser Entwicklung mit offenem Visier entgegen treten:
Der Volksentscheid sollte in allen EU Ländern zur gleichen Zeit durchgeführt werden (bitte mit den Briten abstimmen). Aufgrund der Ergebnisse wird man dann eine Faktenlage haben (und nicht nur Gefühle), aus der sich ermitteln lässt, ob es bei der EU in der momentanen Form bleibt oder ob es zu wenigen oder massenhaften Austritten aus der Staatengemeinschaft kommt. Im ersten Fall hätten wir eine kleinere, aber dafür stabilere Union, im zweiten Fall müsste die EU dann mit allen Konsequenzen aufgelöst werden. Im dem Fall wäre Raum für neue Erfahrungen und evtl. klappt der nächste Anlauf - sollte es einen geben - gegen Ende des 21. Jhd.

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kj.az 07.02.2016, 17:42
109. Mit Erstaunen...

lese ich aus so manchem Beitrag raus, dass einige Forumsteilnehmer andere Meinungen schlichtweg als 'dumm', als 'unwissend' oder 'unqualifiziert' abtun.
Komischerweise meist von Vertretern der "Pro EU"-Liga.

Verehrte professorale Schreiberlinge: in dieser Art wenden sich die gebrauchten Adjektive gegen einen selbst ! Nur ein beschraenktes Hirn laesst eine andere Stellungnahme nicht zu.
Und hier eine weitere 'dumme' Meinung eines 'zurueckgebliebenen' Relikts aus dem Geburtsjahr 1951: Ich kann mich nicht erinnern, dass es uns zu Vor-EU-Zeiten schlechter ging als es der Masse der Deutschen heute geht. Mit 'uns' meine ich nicht die wenigen Profiteure des Kapitalismus, sondern die Menschen, die Miete zahlen, fuer 2000 Euro brutto pro Monat arbeiten, nach 45 Jahren 1200 Euro Rente beziehen (zu versteuernd!), fuer medizinische Leistungen zahlen muessen, und..und..und.
Die Nutzniesser des ganzen Konstrukts EU (wie auch der Globalisierung) sind ganz nuechtern nur die Global Players, die Hochfinanz.
Die Grenzkontrollen frueher haben uns auch nicht umgebracht, der Umtausch in Lire or Francs war ein Fingerschnippen. Und um den Kruemmungsgrad der Bananen hat sich auch kein Schwein gesch.....en.

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