Forum: Wirtschaft
Zukunft der EU: Die Brexit-Falle
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Nicht nur in Großbritannien, überall in Europa wächst die Europa-Skepsis. Sollte das Vereinigte Königreich tatsächlich aus der EU aussteigen, könnten andere folgen. Die Stimmung jedenfalls ist danach, in vielen Ländern.

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jjcamera 07.02.2016, 16:16
40. Schweiz

Die EU muss sich die Frage stellen lassen, welche Vorteile sie dem einzelnen ihrer Bürger gebracht hat. Ich rede von spürbaren und sichtbaren Vorteilen und nicht von abstrakten Schwamm-Begriffen wie Freiheit, Gerechtigkeit, Wohlstand oder Frieden. Immerhin ist die Schweiz wohl das friedlichste und freieste Land Europas, in dem die Bürger in einem beneidenswerten Wohlstand leben - ohne in der EU zu sein - und sogar eine eigene Währung haben. Wie machen die das? Vielleicht, weil sie nicht in der EU sind.
Bei der nächsten Wahl des Europaparlaments wird der Trend zu nationalkonservativen Parteien, also ein deutlicher Rechtsruck, zu spüren sein, nicht nur aufgrund der Flüchtlingskrise, die deutlich gezeigt hat, dass diese Einrichtung gerade im Ernstfall nicht funktioniert. Die EU hat sich selbst abgeschafft. Das wollen die Leute, die dort einen gut bezahlten Posten haben, nur noch nicht wahr haben. Das EU-Parlament besteht hauptsächlich aus Leuten, die in ihren Ländern politisch gescheitert sind oder ausgemustert wurden.

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dieter.weller 07.02.2016, 16:20
41. Weniger ist manchmal mehr: EU nimm dich zurück!

Richtig, die EU wird sich wohl neu erfinden müssen.
Es hat sich gezeigt, dass sie gut funktioniert wenn Geld statt Flüchtlingen zu verteilen sind.
Ängstlich hat man die EU immer mächtiger, das Korsett immer enger gemacht. Keinesfalls durfte ein Land aus dem Euro aussteigen, koste es was es wolle.
Man wird sich demnächst daran gewöhnen müssen, das einige Länder gerne freiwillg Abschied nehmen, weil ihre Bürger nicht mitgenommen wurden in die Brüsseler Kommissionswelt.
Vielleicht rettet es die EU, wenn sie sich erstmalig selber mehr zurücknimmt, frei nach dem Motto, dass manchmal weniger einfach mehr ist.

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Darwins Affe 07.02.2016, 16:21
42. Kerneuropa?

Zitat von denny101
Mit Verlaub Herr Müller, so einen Artikel kann auch nur ein Deutscher schreiben. Sie sprechen davon, die EU müssen sich definieren, Sie zählen als erstes Werte auf, wie Versprechen eingelöst werden sollen oder wer die EU wie führen soll. Das ist eine rein deutsche Betrachtungweise, bestenfalls eine kerneuropäische. In den Peripherieländern geht es um ganz andere, viel banalere oder auch primitivere Dinge: in erster Linie interessiert das Geld der EU oder eigene Schulden anderen anzuhängen, dann die Möglichkeit, Verantwortung abzuschieben für Versagen der politischen "Eliten" und der gesamten Gesellschaften (in den Südländern) oder der Wille, sich erst mal abzugrenzen und den eigenen Nationalismus auszuleben (in den östlichen Mitgliedsländern). Diesen Ländern und eben auch diesen Bevölkerungen von "Werten" zu erzählen ist wie der Kuh vom Sonntag erzählen zu wollen, das begeifen sie nicht und das interessiert sie auch nicht. Die steigende Ablehnung von Europa als Wertegemeinschft hat daher zutiefst unterschiedliche Gründe: die einen kapierens nicht (Süd- und Ostländer) und die anderen wollen das mangelnde Kapieren der anderen nicht mehr mittragen, mitverantworten, mitbezahlen (Kernländer). Wenn Kerneuropa neben wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Integration auch eine wertebasierte Gemeinschaft schaffen will, dann muss es seine eigenen Wege gehen: ein Europa der 2 oder mehr Geschwindigkeiten. Wer zusammenarbeiten will, soll dies tun, wer seine eigenen Experimente machen will, soll dies auch tun. Ein Land, das nicht will, in eine europäische Gemeinschaft zu zwingen bringt nur Unfrieden und Schaden für alle.
Wen zählen Sie zu Kerneuropa? D+Ö? D+Ö+NL+Lux? Soll das politisch zerfallende Belgien dazu? Sollen F und I dazu, die sich in einem unglaublichen wirtschaftlichen Niedergang befinden? Am ehesten kämen wohl die nördlichen Staaten Europas in Betracht: D, Ö, Benelux, Skandinavien und GB.

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spontanistin 07.02.2016, 16:22
43. Von Win-Win zu Win-Lose

Wenn partiell die Grenzen des Wachstums erreicht werden wird halt aus der Win-Win-Wirtschafts-(!)Gemeinschaft eineWin-Lose-Veranstaltung. Die Schere der Einkommens- und Vermögensentwicklung demonstriert das doch allzu deutlich! Am Ende zählt, "was hinten/unten rauskommt!" Oder: wie verhindere ich, dass ich mehr verliere als der andere? Soviel zur christlich-abendländischen Wertegemeinschaft!

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behemoth1 07.02.2016, 16:22
44. Nationalismus hat keine Zukunft

Ein Zusammenschluß von Ländern in Europa ist nicht erst ein Gedanke von heute, sondern schon uralt und nur so können wir gemeinsam die Zukunft gestalten.
Aber dieser Zusammenschluß zieht auch viele Fehler und Vorteile für wenige mit sich, dass sollte man im Interesse der Gemeinschaft abstellen.
Die EU hat sich leider zu einem bürokratischen Monster entwickelt, dass die Menschen in den vielen Ländern aus den Augen verloren hat, wobei doch die EU aus Personen von allen Ländern bessteht und man gerade deshalb dieses nicht verstehen kann.
Das sich wieder einige Länder in einem Nationalstolz zurückziehen wollen ist hauptsächlich dem Unvermögen der europäischen Politik geschuldet, was man überwinden sollte, nur dazu müssen dann auch Politiiker bereit sein.
Jeder Weg in die Zukunft ist auch immer von einzelen Führungspersönlichkeiten abhängig und mir scheint, als sei das heutige Europa damit sehr wenig ausdgestattet, denn sonst hätte man am Haus Europa sicherlich mehr auf Stabilität wert gelegt und nicht nur auf die Vorteile einiger sehr wenigen.
Ich bin ein überzeugter Europäer und ich glaube auch an die eurpäische Idee, auch wenn es hier und da mal Rückschläge gibt, aber der Weg lässt sich nicht dauerhaft aufhalten, man kann versuchen ihn zu bremsen, aber Europa wird sich weiterentwickeln, nur müssten das auch viele andere beherzigen.

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denny101 07.02.2016, 16:25
45.

Zitat von conny1969
Was um alles in der Welt soll den an der EU vernünftig sein? Brüssel mit seinen Lobbyísten? Das Große Konzerne sich vor Steuern schützen können? Die Jugendarbeitslosigkeit? Die wirtschaftlichen Probleme in vielen Staaten? Der Euro für den wir haften? Die Korruption? Der Schuldenmacher Draghi? Regieren gegen den Willen der Völker? Bevormundung aus Brüssel? Die Probleme in drer Ukraine? Die Probleme mit Russland? Die Probleme im nahen Osten, einschl. Flüchtlingen? Ohne die EU wie sie heute ist, gäbe es eine Menge Probleme weniger. Die Lösung für die Politik wird aber sein, alles noch viel schlimmer zu machen. Rechte beschneiden, Schulden verallgemeinern, Bargeld abschaffen zur totalen Kontrolle der Bürger und zum Besteuern bis zum letzten Cent. TTIP wollen wir nicht vergessen. Die Pfeifen in der Politik, ob Berlin oder Brüssel, haben doch völlig den Bezug zur Realität verloren. Die wollen überall mitspielen, bekommen aber auch gar nichts auf die Reihe. Es wird Zeit das der Armateurverein verschwindet und die Völker von ihren Regierungen gefragt werden..
Auf so viel Unverstand ist schwer zu antworten. Ich will's trotzdem versuchen:
Die Konzerne werden von geheimen nationalen Steuergesetzen begünstigt, nicht von der EU, die wirtschaftlichen Probleme der Staaten sind vollständig hausgemacht, nicht von der EU, die Korruption ist lokalen Mentalitäten und Traditionen geschuldet, nicht der EU, Schuldenmacher Draghi ist von der EZB und dort dem Druck von einzelnen Ländern (insbesondere ITA und FRA) ausgesetzt, nicht von der EU, Regieren gegen den Willen der Völker machen wenn dann die lokalen Regierungen, nicht die EU, Bevormundung aus Brüssel, sehe ich keine, Probleme in der Ukraine sind von Russland und der Ukraine verursacht, nicht von der EU, Probleme mit Russland idem, Probleme im Nahen Osten sind dort verursacht und nicht von der EU, Probleme mit Flüchtlingen idem, Bargeldzahlungen wurden schon seit Jahren in vielen Ländern im Alleingang limitiert (nicht abgeschafft!), nicht von der EU, besteuern bis zum letzten Cent wird von allen Staaten unabhängig verlangt (nennt sich Rechtsstaat), nicht von der EU...

So wie Sie argumentieren könnte man auch sagen, ohne Himbeersirup "gäbe es eine Menge Probleme weniger".

Sie sollten nochmal in sich gehen und fest darüber nachdenken, was Sie hier geschrieben haben.
Gerade solch hanebüchene Argumentationen von vollkommen unwissenden Menschen sind ein Problem in und für die EU.

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shiwe 07.02.2016, 16:29
46.

Europa ist nur eine Union von eigennützige Nationalstaaten, die europäische Idee lebt nur so lange die eigenen Interessen davon nicht tangiert werden. Schengen, ein Symbol des freien Europas, haucht die letzten Atemzuge aus und gehört fast der Vergangenheit an. Sobald Europa von eine Krise heimgesucht wird, zeigt sich der wahre Zustand eines "Vereinten" Europas, nämlich wie hohl diese Bezeichnung in Wirklichkeit ist. Zu schnell zu gross geworden, mit einer Anzahl fragwürdige Mitglieder, verliert die Idee sehr schnell an Ansehen und Akzeptanz. Brüssel sollte entmachtet, die Entscheidungen, Gesetze etc wieder verstaatlicht werden, dann könnte "Europa" vielleicht funktionieren.

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elikey01 07.02.2016, 16:32
47. Wahrnehmung und Meinung zu Politikerkonstrukt

Zitat von sunisland
Die EU ist ein reines Politikerkonstrukt. Ein Monstrum, wohin die unfähigen Politiker abgeschoben werden um dann wie die Made im Speck zu leben. Wer hat denn z.B die Deutschen gefragt, ob sie eine EU wollen? Bei konsequenten Volksbefragungen hätte es nie eine EU gegeben - und wir waren schon vor der EU Exportweltmeister. Fast alle Länder stünden ohne die EU besser da - imsbesondere Griechenland, was aus nicht aus dem Währungskorsett herauskommt. Wir haben nurnoch Krisenländer - und zwar GENAU WEGEN der EU!
#8
Stets meine Rede: Ein Konstrukt von Beamten für Beamten - ein "Beamtenversorgungspark" mit feudalist. Herrschafts-Attitüden.
Vor der Europawahl 2013 wurde im Wahlkampf groß getönt, dass die EU Reformen vornehmen müsse und wolle. Nach der Wahl stritt man erst Monate um die Pöstchenvergaben; von Reformen ist nichts zu spüren.
Die Osterweiterung (mit NATO im Schlepptau) erfolgt in Schnelligkeit vor Sorgfalt. Erstaunlich, dass gerade die (offensichtl. auch nur aus diesem Grund) beigetretenen östl. Staaten als Nehmerländer die meisten Absetzungsbewegungen erkennen lassen. GR z.B. ist seit dem EU-Beitritt 1981 Nehmerland - und wo dteht es jetzt, nachdem diese EU GR sogar in Kenntnis getürkter Statistiken in die €uro-Zone aufnahm?
Die billigen €uro-Kredite waren (sind es Dank Draghi weiterhin) zu verlockend, auf dringend notwendige Reformen zu verzichten, sich statt dessen weiter zu verschulden und den "Schlendrian" (von Korruption bis Steuerhinterziehung) weiter laufen zu lassen. Und die erste Krise führte - wie selbstverständlich - zu Vertragsbrüchen; polit. Versprechensbrüche war man gewöhnt.
Neu scheint, dass inzw. die immer zahlreicheren Kritiker des maladen Systems nicht mehr ganz pauschal allein als rechtsnationalist. Europa- und €uro-Feinde verunglimpft werden. Weil es nicht mehr funktioniert, denn die Kritiker und Warnenden von einst wurden inzw. bestätigt. Die Realität hat alle eingeholt; verschwurbeln hilft nicht mehr.
Das Migrationsproblem "rundete" quasi die Krise vollends ab.
Der Wahlkampf-Endspurt hierzulande beeilt sich allerdings, eine verfassungskonforme und demokrat. zugelassene Partei als "gefährlich" zu verticken - als "letztes" Mittel der Wahl Einschüchterung in der Angst um Wählerstimmen- und damit Macht-, Einfluss- und Pfründeverluste. Derweil gehen in den Brüsseler und nat. Auseinandersetzungen echte Problemlösungen "baden" - man hat einfach keine wirklichen und verstärkt daher die Drohkulisse.

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karend 07.02.2016, 16:33
48. .

Brüssel ist - wie Berlin - ein Ort der Steuergeldvernichtung. Der Apparat ist zu groß und verbraucht Milliarden. Wie trotz der dauerhaften Griechenlandkrise versucht wird, weiterhin Länder in die EU aufzunehmen, ist mir ein Rätsel. Die Chancen stünden besser, wenn die EU erst einmal schrumpfen würde, statt wahllos und manisch anwachsen zu wollen.

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Liberalitärer 07.02.2016, 16:33
49. Am Tisch

Der Brexit wird nicht kommen. Zwar fliegt das UK sowieso nicht aus dem Binnenmarkt dank EWR, aber Cameron ist derzeit ziemlich beliebt und wenn die Tory Maschinerie läuft, dann gewinnt er auch. Das liegt nicht an der plötzlichen Beliebtheit der EU, sondern man wird wissen, dass es besser ist mit am Tisch zu sitzen und da zu nörgeln und zu quengeln als von außerhalb.

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