Forum: Wirtschaft
Zukunft der EU: Italien ist die Sollbruchstelle des Euro
PAOLO MAGNI/ EPA-EFE/ REX/ Shutterstock

Erinnern Sie sich noch an die Euro-Endzeit-Titelbilder der Griechenlandkrise? Die Währungsunion blieb intakt, Gewöhnung trat ein - und trügerische Gelassenheit. Bis jetzt.

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mkummer 27.05.2018, 08:57
1. Eine vernünftige Argumentation

wie „besser, wir bleiben zusammen“ wird wohl an der menschlichen Natur scheitern. Ich kann seit Jahren nicht verstehen, was die Zerschlagung des Euro - und damit der EU - für so viele Menschen als „Heilsbringer“ gesehen wird. Das einzige Resultat wird sein, dass Europa in die Bedeutungslosigkeit fällt. Und dann ist alles sicher besser. Das ist ebenso sicher, wie dass eine Clique von skrupellosen Milliardären in USA die Retter der am unteren Ende befindlichen sind. Man sieht es dort, aber die Betroffenen applaudieren dazu. Vernunft? Offenbar keine breite menschliche Eigenschaft.

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MoGas 27.05.2018, 09:00
2. besser wir bleiben zusammen? oder lieber ein Ende mit Schrecken ...

... als Schrecken ohne Ende? Das QE der EZB war der Deal: Die EZB gibt Geld, und die Südeuropäischen Länder machen die notwendigen Reformen, um Ihre Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern. Gearde Letzteres hat nicht wirklich funktioniert, die Krise ist immerhin schon 10 Jahre her. Im Endeffekt wird es den Euro so lange geben, wie Deutschland bereit ist zu zahlen.

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Düsseldepp 27.05.2018, 09:01
3. Whatever it takes

Mario Draghi hat sich doch klar positioniert. „Whatever it takes“ impliziert nicht, dass er sich an irgendwelche Regeln halten wird. Er wird tun, whatever it takes, um das Spiel eine Runde weiter zu drehen. Dann werden die Regeln angepasst unter tatkräftiger Unterstützung der deutschen Regierung, um dem Ganzen den Anstrich von Legalität zu geben. Italien will die Eskaltion, entweder andere, allen voran Deutschland, werden zahlen, oder man verlässt den Euro. Machen Sie ein Kreuz in Ihren Kalender, denn dies ist der Anfang vom Endspiel um den Euro.
Der Euro ist bereits vor über 10 Jahren gescheitert mit der Verschuldungsorgie in Südeuropa. Bleibt der Euro, scheitert auch die EU.

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ip2018 27.05.2018, 09:03
4.

Waren es denn die "Populisten", die den Schuldenberg aufbauten?

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geradsteller 27.05.2018, 09:03
5. Es ist möglich?

, dass auch die Spanier und Portugiesen genug haben vom bisherigen Kurs? Nein, es ist Fakt. Und auch in Deutschland wird nur der Deckel drauf gehalten, denn die Menschen haben keine Lust mehr auf eine Währungsunion, die zur Transfer-Union wird, weil eine einheitliche Währung erst einmal einheitliche Arbeitsmärkte, Rentensysteme und Schulden Grenzen verlangen würde. Das Pferd Fiskal von hinten aufgezäumt und sich derweil um Toaster und Glühbirnen gekümmert. Das ist für die Menschen diese EU.

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stadtmusikant123 27.05.2018, 09:04
6. die fehlende Harmonisierung ist das Übel

Griechenland und Italien kann man zwar nicht vergleichen, da Griechenland in erster Linie ein Schuldenproblem war, aber Griechenland hat gezeigt, wie schwer sich Volkswirtshaften dahingehend tun, wenn sie die Sozialsysteme reformieren müssen.

Und da sind wir beim Euro. Unabhängig was die EZB kurz oder langfristig tut, sie kann die Italien-Euro-Krise nie und nimmer lösen.
Und auch wenn alle anderen EU-Länder finanziell "mit anpacken" ist das keine Lösung.

Der Euro war ein politisches Projekt ohne Rücksicht elementarer Regeln. Im derzeitigen Euro-Raum sind die Volkswirtschaften zu heterogen. Für einen erfolgreichen Euro müssten in etwa gleiche Wettbewerbssituationen vorliegen.

Diese erreicht man aber nur durch eine Harmonisierung der Faktorkosten, und da fließen auch alle Kosten der Sozialsysteme mit ein.

Der Euro muss natürlich bleiben, bei den starken Volkswirtschaften im Euro-Raum funzt es ja einigermaßen. Die Schwankungen dort ließen sich durch den ESM temporär ausgleichen.

Nur für die "Schwachen" sollte man eine Möglichkeit des temporären Austritts aus dem Euro-Raum finden. Die sogn. Lösung der "Parallelwährung".

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helle_birne 27.05.2018, 09:09
7. Leider wird die AfD, die ein derartiges Szenario immer an die Wand ge-

malt hat, wohl von der Entwicklung profitieren. Dagegen hilft nur ein Zusammenstehen aller demokratischen Kräfte und der Zivilgesellschaft in Deutschland, außerdem muss Deutschland jetzt Ländern wie Italien, Spanien, Griechenland, Portugal, Zypern usw. endlich ohne Geiz und falsche Besserwisserei grosszügig unter die Arme greifen, z.B. durch umfangreiche Staatsschuldenerlasse ...

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Frank Klipp 27.05.2018, 09:11
8. Nicht das Ende

Als überzeugter Europäer sag ich es nicht gerne, aber: das Ende des Euro wäre weder das Ende von Europa, noch das Ende der europäischen Zusammenarbeit. Wir würden allerdings viel von dem verlieren, was wir in den letzten Jahren erreicht haben, gemeinsame Standards zum Beispiel. Und geradezu in den Südländern würden ausländische Machtblöcke an Einfluß gewinnen. In 20 Jahren würden wir uns fragen, warum es so schwer war, die Probleme selbst zu lösen. Auf der anderen Seite ist die EU in ihrer derzeitigen Form ein Abbild Italiens: hin- und hergerissen zwischen unvereinbaren Positionen. Und mit Minimalkonsens lässt sich kein Staat machen. Es wird zum Knall kommen, so lange junge Leute keine Arbeit mehr finden oder drei Minijobs nebenher arbeiten müssen. Ich habe nicht den Eindruck, dass die EU die Lösung dieser Probleme in den Fokus ihrer Bemühungen rückt. Und das könnte ihr finaler Fehler sein.

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altchemnitzer 27.05.2018, 09:11
9.

Natürlich wird das Wurst Käse Szenario nicht eintreten. Der Draghi und noch mehr Merkel und Macron werden alle zur Stabilität geschlossenen Verträge ganz einfach verbiegen . Solidaridät wird eingefordert werden , da Italien sicher den Löwenanteil der Migranten aufgenommen hat . Und Soldarität wird Geld kosten , aber dieses ist gut angelegt , in einem Land wo wir gut und gerne leben , in Italien !

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