Forum: Wirtschaft
Zukunft der Eurozone: Schäubles deutsches Europa ist brandgefährlich
AFP

Der Streit um Griechenland zeigt: Die Zukunft Europas steht auf dem Spiel. Nun wird darum gekämpft, wie die Europäische Union künftig aussehen soll. Auch Wolfgang Schäuble hat eine Vision davon - doch die kann kaum funktionieren.

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haarer.15 27.07.2015, 18:30
110.

Zitat von MartinH
sondern es geht darum, dass die Vereinbarungen zum Euro eingehalten werden. Es war von vornherein klar und vereinbart, dass der Euro keine Weichwährung werden sollte. Das war das Versprechen an Deutschland, das mit der Aufgabe der D-Mark das größte Opfer gebracht hat. Und was haben wir bekommen: einen italienischen EZB Präsidenten der aus dem Euro eine Gummiwährung wie die Lira machen will und eine Transferunion. Das ist der eigentliche Skandal.
Vereinbarungen zum Euro einhalten - das redet sich leicht. Wie können solche Regeln eingehalten werden, wenn von Haus aus die gesunde wirtschaftliche Basis im Euroraum fehlt ? Größer können die Ungleichgewichte im Moment nicht sein. Über die gefährliche Schieflage hat man jahrelang einfach hinweggesehen weil nur das Profitdenken im Vordergrund stand. Auch bei uns. Die Handelsbilanzüberschüsse hierzulande sprechen eine deutliche Sprache. Jetzt rächt sich die viel zu frühe Einführung des Euro, weil die meisten Länder in Südeuropa gar nicht reif waren für die einheitliche Währung. Die nächsten Fall-Kandidaten werden dem Euro den Todesstoß versetzen.

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breakthedawn 27.07.2015, 18:31
111. Europa muß stark sein und das geht nicht mit einer schwachen führenden Nation.

Europa ist die größte Volkswirtschaft auf diesem Planeten und das muss auch so bleiben um ein Gegengewicht zu Nordamerika zu haben.
Ansonsten würde Europa bald zwischen den ARCI Ländern zerrieben werden.

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robert.fenssel 27.07.2015, 18:31
112. ganz klar...

...nehmen Sie zur Kenntnis: Weder EU noch Euro werden auf Dauer funktionieren bzw. existieren.
Die Gründe haben Sie schon ansatzweise geliefert.
Wirtschafts-, finanz-, sozial-, gesellschafts-, sicherheitspolitisch, aber auch kulturell, außenpolitische Interessen, (Beispiel Frankreich), sind annähernd 30 Länder der EU bzw. fast 20 Euroländer niemals auf Dauer unter ein Korsett zu kriegen. Vergessen Sie es, da können Sie sich totschreiben und -begründen.
Alles gescheitert. Funktioniert nur noch, solange politisch und/oder ökonomisch durchsetzbar, mit abnehmender Tendenz. Allerspätestens mit Le Pen
als Präsidentin ist Schluß. Ich hoffe, sie hält Wort.

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hans.beimler 27.07.2015, 18:31
113.

Zitat von Donald Knapp
...schlimm ist an einem Handelsüberschuss? Ein Handelsdefizit ist ja auch andauernd schlecht (USA). Was wäre denn wenn wir nur noch verkaufen und unser Zeug selber produzieren? Was passiert dann mit uns?
Ein Außenhandelsüberschuss ist nicht schlimm, da er im Normalfall zu einer Kurssteigerung der Währung des Landes führt. Dadurch werden für das Ausland die Waren des Landes teurer, für das Inland aber ausländische Waren billiger. Durch diesen ganz natürlichen Regelmechanismus sinkt der Überschuss und der Wohlstand der Bevölkerung steigt. Es steigen aber auch Lohnkosten, was wiederum zu Verlagerung von Arbeit ins billigere Ausland und damit zu höherer Arbeitslosigkeit führt.
Bindet ein Land seine Währung aber an Länder mit niedrigerer Bilanz, dann greift der Regelmechanismus nicht mehr. Wohlstand und Arbeitskosten bleiben auf vergleichsweise niedrigem Niveau, siehe China. Aber auch siehe Deutschland, wenn man es z.B. mit der Schweiz vergleicht. Wir haben aber den Vorteil einer historisch niedrigen Arbeitslosenquote und müssen keine neuen Schulden aufnehmen. Wir haben unsere Arbeitslosen und unsere Schulden damit quasi ins europäische Ausland exportiert, was die Missstimmung wohl ein wenig erklärt ;-)

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j.vantast 27.07.2015, 18:31
114. Es gibt eben keine Europäer

Das angesprochene Ungleichgewicht gab es ja bereits, nämlich vor der EU. Eines der Ziele der EU war ja diese Situation zu verändern. Nur beging man meiner Ansicht nach den Fehler den unterschiedlich gelagerten Situationen in den Ländern die gleichen Strukturen aufzuzwängen. Das funktioniert aber nicht, denn es gibt DEN "Europäer" nicht und es wird ihn nach meiner Einschätzung auch nie geben. Und: Ich bin auch froh darüber. Was wäre ein Europa in dem ein Land dem anderen exakt gleicht? Das würde nur funktionieren wenn man alle Länder auflöst und in ein einziges geeignetes Land namens Europa überführt. Das will aber niemand. Nirgendwo. Jedes Land hat Stärken und Schwächen. Diese gilt es anzugleichen. Sie zu egalisieren wird niemals funktionieren. Schäubles Vorstellungen mögen für Deutschland funktionieren, für andere Länder ganz sicher nicht. Man muss auch erkennen woher die deutschen Überschüsse stammen. Ein Blick auf die Aktion der französischen Landwirte hilft da weiter, denn so ganz unrecht haben die ja nicht. Andererseits ist es auch nicht gerade förderlich nun unter den Augen der französischen Polizei die deutschen LKW zu blockieren. So etwas sollte in einem geeinten Europa ein absolutes No-Go sein.
Wir sind noch Lichtjahre von einem wirklich VEREINTEN (nicht zwangsweise GEEINTEN) Europa entfernt.

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iq-art 27.07.2015, 18:32
115. hohlraumdenkspiele

so entstehen sinnlose endlosgedanken,die nur eines bezwecken, mit nicht's sagen/schreiben, - siehe unsere
politiker- weiter am ball bleiben u. kohle verdienen.
das sommerloch ist bewältigt, - wen interessiert schon
das geschreibe von gestern. journalistengeschreibe oder politikergeschwätz, wir hben leider nicht's anderes.
hp

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Jasro 27.07.2015, 18:32
116. Wie bitte?

Zitat von devilsown
(...) Keiner, wirklich niemand, außer dem arbeitendem Konsumenten, will eine EU-Mark, also einen Euro, der so stark wie die D-Mark wird. (...)
Natürlich will jeder vernünftige Mensch eine möglichst starke Währung. Denn nur eine starke Währung schafft eine starke Binnennachfrage und nur bei einer niedrigen Inflation lohnt sich andererseits Sparsamkeit, die ebenfalls eine Säule einer stabilen Wirtschaft ist.

Durch Abwerten der Währung den Export anzukurbeln ist eine südeuropäische Unsitte, die einem Strohfeuer gleichkommt und sich bitter rächt.

Selbst wenn eine harte Währung ein gewisses Hemmnis für den Export darstellt, muss das eben durch Verbesserung der Qualität der Produkte und Innovation ausgeglichen werden.

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99luftballons 27.07.2015, 18:35
117.

Zitat von Newspeak
Ein 72-jähriger sollte seine Umgebung mit Zukunftsvisionen in Frieden lassen. Was für eine Anmaßung ist es, eine Zukunft gestalten zu wollen, die man selbst nicht mehr erlebt, nur weil man die Finger nicht von der Macht lassen kann? Wie lange will Schäuble denn noch machen? Bis 80? Reicht es dann irgendwann? Oder will er vielleicht noch Merkel beerben?
Adenauer laesst gruessen!
Schaeuble will immer noch Bundeskanzler werden!
Der hat, wie so viele im rentenalter, und gerade Politiker, doch gar keine anderen Interessen. Wer fragt ihn denn noch um seine Meinung, wenn er nicht mind. Ex-BK ist? Loslassen wuerde in der Versenkung verschwinden bedeuten!

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Watchtower 27.07.2015, 18:35
118. Als Anhänger einer rot-rot-grünen...

Wirtschaftspolitik sind Ihnen, Herr Münchau, strenge, haushaltspolitische Regeln natürlich suspekt. Darüber inhaltlich zu streiten, macht wenig Sinn, da Sie damit eine Systemüberwindung anstreben...

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ixfueru 27.07.2015, 18:36
119. Meinen Sie mit

Zitat von muellerthomas
Um das Jahr 200 herum waren die bilateralen Leistungsbilanzen der Eurozonenmitglieder weitestgehend ausgeglichen. Deutschland wies damals sogar ein leichtes Minus auf. Glauben Sie ernsthaft, dass die deutsche Wirtschaft dann plötzlich sehr viel effizienter im Vergleich zu unseren Handelspartnern geworden ist?
"Jahr 200" vor oder nach Christi? ;-) Trotz ernstem Thema ist ein Forum gelegentlich auch amüsant. Wenn Sie das Jahr 2000 meinen, haben Sie allerdings Recht.

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