Forum: Wirtschaft
Zukunft der Eurozone: Schäubles deutsches Europa ist brandgefährlich
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Der Streit um Griechenland zeigt: Die Zukunft Europas steht auf dem Spiel. Nun wird darum gekämpft, wie die Europäische Union künftig aussehen soll. Auch Wolfgang Schäuble hat eine Vision davon - doch die kann kaum funktionieren.

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forsell 28.07.2015, 18:26
400. Sorry

Zitat von Aberlour A ' Bunadh
Es tut mir leid... Daher müssten von einer vernünftigen Wirtschaftspolitik die Überschüsse in Deutschland investiert werden, in dem man die Investitionsmöglichkeiten in Deutschland verbessert. So wird die Infrastruktur in Deutschland auf Verschleiß gefahren, es besteht ein enormer Investitionsbedarf, vielfach reicht hier das ausgegebene Geld noch nicht einmal zur Werterhaltung aus. Investitionen in Deutschland bedeutet über verstärkte Binnennachfrage mehr Wachstum und Beschäftigung in Deutschland und bei der gleichzeitigen starken außenwirtschaftlichen Verflechtung Deutschlands über Zulieferungen einen Anstieg der Importe. Durch den Abbau der inländischen Investitionsschwäche werden somit die Exportüberschüsse reduziert, ohne die Exportstärke auch nur anzurühren.
Es tur mir leid, aber für die Umsetzung dieser Massnahmen müßten Sie erstens: das innnendeutsche Austeritätsprogramm Agenda 2010 der Nullen-Jahre vollständig rückgangig machen und zweitens -da Deutschland bereits zum Zeitpunkt der Einführung des Agenda 2010- Austeritätsprogramms als "kranker Mann Europas" einen Leistungsbilanzüberschuss von "nur" 150 Mrd Euro p.a einfuhr, also schon 2004 statt Lohn- und Rentnekürzungspolitik eine massive Produktivitätspartizipationspolitik hätte fahren müssen- zusätzlich die Steuern auf Kapital erhöhen.

Wie Sie wissen, gibt es für beides keine geselleschaftspolitischen Mehrheiten im Land. Das Austeritätsprogramm 2010 gilt quer durch alle gesellchaftlichen Schichten vom H4-Aufstocker, über Niedriglohner, über Leiharbeiter, über Herrn Indzenjer in der Export-Industrie, bis zum Hochschulprof. -bei Journalisten und Politikern sowieso- als absoluter Erfolg der deutschen Wirtschaftspolitik. Steuererhöhungen für die Kapitalseite gelten bei allen vorgenannten Schichten ebenfalls als "Sozialismus" und Neuauflage der DDR...

Mit Verlaub, aber wozu dieses ganze "Hätte, hätte, Fahradkette" -Rumsinnieren über Makroökonomie OHNE konkreten gesellschaftspolitischen Realitätsbezug...? Das ist übrigens eines der grundlegenden Probleme von jemandem wie Flassbeck. Zwar sind seine ökonomischen Betrachtungen saldentechnich vollkommen korrekt, aber -anders als z.B. Marx- betreibt er Ökonomie als Logik OHNE gesellschaftliche Bezugnahme. Dies führt bei ihm zu folgenden Fehlschlüssen im "Sytem des Klassenkampfes": es gebe keine Rationalität der "Märkte", was in der Tat vollkommen richtig ist, aber es gäbe die totale Rationalität der anderen Seite des Marktes -der Lohnabhängigen- wonach Letztere "logischerweise" und "rational" begründete Forderungen nach höheren Löhnen erheben würden. Fakt ist jedoch, dass diese Forderungen nach höherer Partizipation an Produktivität -und damit am erarbeiteten Wohlstand- gar nicht existent ist, im Gegenteil, sie wird mit Hinweis auf "Sozialismus" quer durch alle Schichten abgelent.

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Liberalitärer 28.07.2015, 18:27
401. Europarecht

Zitat von RioTokio
Importsteuern sind ja vereinheitlicht in der EU. So kann man sich nicht vor der besseren Konkurrenz aus dem Ausland schützen.
Abwarten, kann man (leider) ändern. Das ist eine rein politische Entscheidung (auch leider). Nebenbei wird das schon jetzt umgegangen. In Skandinavien sind Importsteuern als Luxussteuer deklariert, Problem gelöst.

Ah, Sie meinen es gibt europäisches Recht?

Mal so und mal so, würde ich sagen. Wo es nicht passt, da wird es passend gemacht - immer öfter. Und diese Mittelalterwährung führt dazu, dass der Rechtsbruch zur Regel werden wird (auch leider).

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tempus fugit 28.07.2015, 18:31
402. Eben,...

...je mehr man sich mit der Problematik beschäftigt, umso mehr kristallisiert sich heraus, dass das Gefälle
bereits zu Anbeginn des € steil war und sich das Gefälle noch verschärft hat.

Vor dem Euro gab's den ECU als Verrechnungseinheit, welche dann regelmässig den realen wirtschaftlichen
Gegegbenheiten angepasst wurde.
Das sorgte für Ruhe und Ausgeglichenheit auf den Wirtschaftsmärkten.

Dass - zuerst Zypern, ein paar 100.000 Bürgerstaat - und dann GR eine 350 Mio. Wirtschaftszone ins Schleudern bringt - das ist nichts anderes als der Nachweis, dass der EURO im gegenwärtigen wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Umfeld nicht gehalten werden kann.

Varoufakis hat das erkannt - und klar und mehrfach dargestellt!
Gegen den ganzen EU-Finanzpolitikadel.
Gehört richtig Mut und Kraft dazu - statt einfach
und wie bisher deren verfehltes Handeln zu akzeptieren.

Vielleicht auch, weil es nun ganz offensichtlich war, dass
GR bankrott ist und niemals seine Schulden zurückzahlen kann/wird.
Es sei denn, es werden mal wieder wie vor knapp 100 Jahren solche Scheine mit Billionen/Trillionen etc. gedruckt.

Warum er - V. - auf die Insolvenzlokomotive Griechenland paar Meter vorm Crash gestiegen ist - vielleicht seinem Land zuliebe? Oder sogar, um die EU nicht auch zu rashen?

Keine Ahnung - aus Machtgelüsten eher nicht!

Aber die Wahrheit und die Realität sind nun mal ausgesprochen - und es ist gut so, die Krankheit ist beim Namen genannt. Statt Symptome kann man nun die Pathologie(n) angehen.

Jetzt liegt's an den vor den Kopf gestossenen Grosskopfetern, zu analysieren, zu werten, zu entscheiden wie es weitergehen soll.

Denn wie's um die E-Zone steht, das wissen sie!

Und haben - verständlicherweise und nachvollziehbar - den Horror davor!

Aber es ist ihre Aufgabe!

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Der_Junge_Fritz 28.07.2015, 18:33
403. Konvergenz ist das Stichwort

Eine funktionierende Währungsunion benötigt zwingend eine gewisse Konvergenz, ansonsten verstärken sich die Zentrifugalkräfte und es kommt zu grösseren Ungleichgewichten, da hat Münchau absolut recht. Da die Währungsunion primär ein politisches Projekt war und weiterhin ist, wurde dem allerdings nur mit lächerlichen rechtlichen Vertragsbestimmungen begegnet, die für sich alleine keine Konvergenz ermöglichen, ja sogar hochgradig kontraproduktiv sein können. Eine Lösung ist weiterhin nicht in Sicht und so leidet die Eurozone weiterhin eklatant an fehlenden Investitionen und somit Wachstum.

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kado1 28.07.2015, 18:40
404. Der Trugschluss vom ewigen Wachstum

Zitat von steuerbelasteter
Eine Politik der permanenten hohen Exportüberschüsse widerspricht elementaren volkswirtschaftlichen Grundsätzen. Jeder Anfänger in VWL lernt die Elemente des magischen volkswirtschaftlichen Dreiecks: Vollbeschäftigung, Preisstabilität und außenwirtschaftliches Gleichgewicht, keineswegs permanente Überschüsse. Ständige Überschüsse bedeuten ganz einfach, dass auf Dauer weniger konsumiert wird als erwirtschaftet wird. ....
Man muss für seine Waren Käufer finden, die sie mit erarbeiteten Gegenwerten, Rohstoffen u.ä. bezahlen !

In der Euro-EU bekommen wir immer öfters nur Target-2,
quasi 0,5 Bill Schuldscheine.
Die Konzerne bekommen aber das Geld, die anderen Länder zahlen es nicht an die Bundesbank zurück, ich vermute das kommt einem zinslosen Kredit über Jahrzehnte sehr nah.

Das muss doch zum big bang führen.

Es ist auch ein Unding das Banken vom Steuerzahler gerettet werden mussten, deren Schrottpapieren dann in bad banks dem Steuerzahler aufgebürdet werden.
Für das Geld der Banken bezog man Waren, unsere "Eliten" verschenken dann viel mit Schuldenschnitten,
so bekam GR beim 1. Schnitt 100 Mrd, dann noch einmal ca. 50 Mrd geschenkt.
Wo ist da der angebliche so grosse Nutzen, den haben nur die Konzerne und Lobbypolitiker, die anderen sind die ganz grossen Verlierer.

Die Subventionsunsummen der EU sind eine weitere getarnte Steuersenkung.

SPD und Grüne senkten die Steuern der Superreichen,
belasteten die Kleinen mit der Agenda 2010 und schufen damit den Sargnagel des Euros, denn alle anderen brauchen so eine Art, um wieder wettbewerbsfähig zu werden, besonders auch F, I,...die lassen sich das nicht gefallen
Total gescheitert ist der Euro, sogar der Hass nimmt auf den Zahlmeister zu.

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tempus fugit 28.07.2015, 18:40
405. Ich hab' nichts gegen Banken,...

Zitat von RioTokio
Die Schulden haben die Politiker gemacht. Die Wähler finden es halt toll, wenn der Staat viel Geld ausgibt.... Banken verleihen Geld - das Geld der Sparer, Rentenversicherer etc. - auch die Deutsche Bank. Gut, dass wir sie haben..., die einzige Bank die weltweit mithalten kann...
...erinnerlich denkt man drüber nach, in Geschäftsbanken und in Finanzbanken aufzuteilen.

Scheint jemand was dagegen zu haben!

Die Politiker?
Fragen Sie mal die 'Wähler' - besser die NichtMehrWähler -wie toll sie es finden, wenn die Parteiprogramme gleich nach Urnenschluss im Papierkorb enden und zumeist und eher das Gegenteil dessen tut, was man versprochen hat.

"Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern! (;>))" zeichnet immer mehr diese 'Politiker' aus...

Klar soll der Staat das eingenommene Geld ausgeben - wozu?

Steht im GG und wird sogar bei Regierungsübernahme
zumeist zynisch 'beschworen'!

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tempus fugit 28.07.2015, 18:43
406. Und ich CDepp...

Zitat von einzigerwolpertinger
Nichts, gar nichts wird mehr verstanden, kann auch gar nicht, weil niemand mehr zuhört. 'Ackermann' dann fällt die Klappe und die Großmäuler schimpfen andere Großmaul. Ackermann sprach von 25% Rendite auf das Eigenkapital der Bank. Prozent heißt immer auch 'wovon'. Sie hätten also den Unfug hier selbst merken können, aber 'Ackermann'.
...meinte, dass das Allgemeinwissen wäre - das mit dem Eigenkapital....

Wer macht denn heute 25% Gewinn - im Handels- oder Industriebereich? Auf's Eigenkapital?

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tempus fugit 28.07.2015, 18:47
407. Es braucht - leider - ...

Zitat von einzigerwolpertinger
...und wenn man das alles mit pi multipliziert und ins Quadrat erhebt, ja dann...
...das pi noch das Quadrat...

wenn pi-nutStaaten wie Zypern oder pinut hoch2 wie GR
einen Wirtschaftsraum wie die EU ins Schleudern bringen kann, müsste eigentlich reichen um die reale Situation zu erkennen!

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wulfengang 28.07.2015, 18:54
408. Die Zeit ist abgeaufen

Dieser verbitterte alte Mann sollte seinen Platz räumen und denen den Weg frei machen die von einem demokratischen gleichberechtigtem Europa träumen und dafür auch kämpfen.

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RioTokio 28.07.2015, 19:27
409.

Zitat von Liberalitärer
Abwarten, kann man (leider) ändern. Das ist eine rein politische Entscheidung (auch leider). Nebenbei wird das schon jetzt umgegangen. In Skandinavien sind Importsteuern als Luxussteuer deklariert, Problem gelöst. Ah, Sie meinen es gibt europäisches Recht? Mal so und mal so, würde ich sagen. Wo es nicht passt, da wird es passend gemacht - immer öfter. Und diese Mittelalterwährung führt dazu, dass der Rechtsbruch zur Regel werden wird (auch leider).
Die EU sorgt dafür, dass es wettbewerbswidrige nationale Regelungen nicht gibt.

Der Euro hat für uns auch Vorteile.
Die Regeln dürfen allerdings nicht aufgeweicht werden - Vergemeinschaftung von Schulden etc. wie es sich Südeuropa erträumt.

Für Griechenland ist es die falsche Währung.
Sie trauen sich nur nicht zurück in die Drachme - dann müßten Sie alleine klar kommen ohne unsere Dauersubventionierung.

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