Forum: Wirtschaft
Zukunft der FDP: Klotzen statt schleckern
dapd

Für ihre Haltung in der Schlecker-Pleite mussten die Liberalen Prügel einstecken. Dabei liegen sie richtig. Aber profilieren sollte sich die FDP damit trotzdem nicht: Die Partei braucht die große Story, die den Menschen den Wirtschaftsliberalismus nach der Krise erzählt.

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blitzunddonner 04.04.2012, 18:39
10. bla, bla ...

Zitat von McMacaber
ist es nicht eher sozial gerecht? jeder schleckermitarbeiter hat ab tag 1 anspruch auf algI - zwar bitter, aber definitiv nicht das ende. die arge wird sich um weitervermittlung / qualifizierungsmaßnahmen bemühen, also auch in dieser hinsicht wird die aufgabe der auffangesellschaft bereits gestemmt. gut, die arge hat ihre fehler, aber die auffanggesellschaft, die hätte diese probleme nicht gehabt? sprich jeder mitarbeiter vom schlecker wird den selben weg gehen, wie etwa lieschen müller, sekretärin 47, deren arbeitgeber, eine kleine autowerkstatt, in die insolvenz ging. da es recht viele lieschen müllers gibt, sehe ich bzgl schlecker nur, daß die fdp sich hier geweigert hat, saucier der extrawurst zu sein.
ist ihnen noch nicht eingefallen, dass das für die schleckerfrauen sinnvoll sein könnte UND all den andern "lischen müllers" das vielleicht auch verdient hätten? und nicht etwa diesen spießrutenlauf durch die agentur der agenda 2010?

das gute und richtige sollte richtschnur für alle sein. und nicht etwa das elend und die demütigung auf alle gleichermaßen verteilt werden. ungerechtigkeit für alle ist noch lange keine gerechtigteit.

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Roßtäuscher 04.04.2012, 18:44
11. Wolfgang Münchau hat die richtigen Ansichten

Zitat von sysop
Für ihre Haltung in der Schlecker-Pleite mussten die Liberalen Prügel einstecken. Dabei liegen sie richtig. Aber profilieren sollte sich die FDP damit trotzdem nicht: Die Partei braucht die große Story, die den Menschen den Wirtschaftsliberalismus nach der Krise erzählt.
Er wäre ein willkommener Berater eines Bundeskanzlers, jedoch nicht für Merkel, dafür aber für Steinbrück. Für Merkel würde er sich nicht verschleißen lassen, wie es z.B. Steffen Seibert widerfährt, der zusehends einen unglücklichen Eindruck macht mit der Vor- und Rückwärts Ruderei seiner undurchsichtigen Einsagerin.
Ideengeber gibt es bei uns genügend, warum halten sich die Zampanos aus der Politik nicht daran, sondern bevorzugen ihre eigenen, mit gesundem Menschenverstand nicht vorstellbare wirre Handlungen.

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mdhp 04.04.2012, 19:04
12. Erklären schon

"An der FDP-Spitze kenne ich niemanden, der diese Story erzählen kann."

Erklären schon, nur will die Wahrheit niemand hören. Die Menschen wollen belogen werden und in ihrer heilen Welt leben, anders lassen sich viel irrationale Entscheidungen der Politik (insgesamt) nicht erklären. Anders lässt sich auch die Auto-, Wirtschafts- und Eurokrise nicht erklären.

Wir haben eine gigantische Anzahl an Wirtschaftsexperten, Banken, Wissenschaftlern und die Zahlen lagen offen auf dem Tisch, wir sind aber sehenden Auges ins Krisenmesser gelaufen.

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Spiegelkritikus 04.04.2012, 19:42
13. Die FDP hat fertig

Zitat von sysop
Für ihre Haltung in der Schlecker-Pleite mussten die Liberalen Prügel einstecken. Dabei liegen sie richtig. Aber profilieren sollte sich die FDP damit trotzdem nicht: Die Partei braucht die große Story, die den Menschen den Wirtschaftsliberalismus nach der Krise erzählt.
Ach Herr Münchau, warum machen Si sich Gedanken über eine Partei, die ausgedient hat und von niemandem mehr gebraucht wird?
Wirtschaftsliberalismus hat die Welt an den Rand des Abgrunds gebracht und ist künftig hoffentlich absolut out.

Der moderne globale Spätkapitalismus braucht massive staatliche Intervention, das hat schon Lenin erkannt. Die Zukunft gehört dem Stamokap - bis auch er am Ende ist.

Unsere liberalen Kasper können uns natürlich noch irgendwelche Märchen erzählen, aber sie sind völlig antiquiert und interessieren vielleicht noch 3-4% unserer Bevölkerung!

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homersimpson75 04.04.2012, 20:16
14.

Zitat von sysop
...Hier reicht es nicht, sich auf die alten nationalökonomischen Bekenntnisse zu stützen - freie Wechselkurse, und regelgebundene Haushaltspolitik. Diese Politik wurde fast überall verfolgt und hat die Krise im besten Fall nicht verhindert. ...
Wie bitte ? Unabhängige Geldpolitik ? Also in meiner Welt hat die FED auf politischen Druck hin fleißig eine Niedrigzinspolitik betrieben, die zum großen Teil ursächlich für die Krise war.

Und von Haushaltspolitik wollen wir doch erst gar nicht reden ...

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Newspeak 04.04.2012, 20:23
15. ...

Zitat von Spiegelkritikus
Ach Herr Münchau, warum machen Si sich Gedanken über eine Partei, die ausgedient hat und von niemandem mehr gebraucht wird? Wirtschaftsliberalismus hat die Welt an den Rand des Abgrunds gebracht und ist künftig hoffentlich absolut out.
Ich finde auch, die FDP hatte lange genug ihre Chance.

Diese Partei braucht niemand mehr und das ist gut so.

Strebertypen, die der hart arbeitenden Bevölkerung erklären, warum jeder neue Auschwung an ihnen vorbei geht, warum es marktwirtschaftlich ist, die Banken zu retten, aber nicht marktwirtschaftlich wäre, ein paar Verkäuferinnen bei Schlecker zu retten, all diesen Unsinn, braucht niemand mehr.

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rotebrause 04.04.2012, 21:08
16.

" Zitat von homersimpson75
Wie bitte ? Unabhängige Geldpolitik ? Also in meiner Welt hat die FED auf politischen Druck hin fleißig eine Niedrigzinspolitik betrieben, die zum großen Teil ursächlich für die Krise war. Und von Haushaltspolitik wollen wir doch erst gar nicht reden ...
"

Also in meiner Welt sollte es "Zinspolitik" gar nicht mehr geben. 3% Zinsen für das angelegte Geld und 3% für verliehenes Geld. Dafür wird genau nur eine Staatsbank benötigt. Die dort Angestellten dürfen gerne verbeamtet sein. Geld darf nicht durch Geld verdient werden, sondern rein mit dem Herstellen von Waren und hier von mir aus auch bis zum Umfallen. Am Ende des Tages aber muss Geld, wie alle anderen Waren auch "rosten". Hierdurch wird "Reichtum" und "Erfolg" auch nicht ausgeschlossen und "Anstrengen" lohnt sich mehr denn je für Jeden!!

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rotebrause 04.04.2012, 21:22
17.

" Zitat von emden09
..herr Münchau - aber auch nur vielleicht – in Sachen Schlecker bin ich nämlich ganz bei Ihnen und der Meinung der FDP. Wenn die FDP also wirklich für „Wirtschaftsliberalismus“ stünde hätten Sie Recht. Das steht die FDP aber nur, wenn es darum geht mit wirtschaftsliberalen Positionen ArbeitnehmerInnen die kalte Schulter zu zeigen. Wenn es hingegen darum geht, sich die hundertste Subvention für die Wirtschaft (siehe Lex Mövenpick, Gewerbesteuerfreiheit für sogen. "freie Berufe" usw.) auszudenken und dafür Ausnahmen in geltende Gesetze einzuflechten, gibt sich die FDP derart wenig wirtschaftsliberal (flat surface), wie man es von einer reinen Clientelpartei erwartet. Die FDP steht also eher für den Clientelpartei-typischen Anarcholiberalismus (keine Macht für niemand und alles für mich) statt für Wirtschaftsliberalismus. Und daher eben, haben Sie wieder einmal NICHT Recht. Wenn es um Urheberrechte und die damit verbundenen, sich dramatisch verändernden Geschäftsmodelle im Internetzeitalter, macht die FDP auch NICHTS, das auch nur annähernd wirtschaftsliberal wäre. Stattdessen stützt sie das Festhalten einer überalterten, phantasielosen Medienindustrie an verstaubten, nutzlosen Geschäftsmodellen mit immer neuen Stellschrauben im Urheberrecht, die die Verbraucher zu Gunsten der Produzenten enteignen. Hier wäre „in der Tat“ Platz gewesen für eine Partei, die sich Wirtschaftsliberalismus auf die Fahnen geschrieben hat. Diesen Platz haben nun die Piraten eingenommen – statt der FDP. Das FDP-typische Rumgeeiere, das "immer das Fähnlein in den Wind drehen", den schon sprichwörtlichen Genscherismus, der ja früher vor dem "gorßen Vorsitzenden" der FDP im Deutschen noch kein eigenes Wort hatte und deshalb mit dem Fremdwort "Opportunismus" umschrieben werden musste, das ist, was die Menschen im Land endgültig leid sind. Im Saarland waren es zuletzt 98,8% der WählerInnen leid. In ganz Deutschland sind es lt. Umfragen über 96% der potentiellen WählerInnen leid. Die Partei des "Genscherismus" also braucht keine neue Geschichte oder gar ein Programm sondern ein schnelles und gründliches Ende. Bei der nächsten Bundestagswahl wird es vielleicht nur noch für die Kategorie „sonstige“ reichen. Das wäre, was ich der FDP wünsche.
"

Danke !! Sie haben mir die Augen geöffnet. Die FDP sollte vom VS beobachtet werden. Sie ist die (F)eudalistische (D)eutsche (P)artei.

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fosil 04.04.2012, 21:50
18. H. Münchau haben sie sich über Schlecker informiert?

Zuerst einmal eine Zahl: 24.0000

Diese Zahl steht für die offenen Stellen bei der BA im Bereich Verkauf (sind derzeit sogar 26.000).

Die FDP findet, dass es für die jetzt entlassenen VerkäuferInnen keine große Schwierigkeiten geben wird eine Stelle zu bekommen.
Aber was die FDP nicht sagt, dass es bereits 324.000 Suchede gibt.


Was die FDP auch nicht sagt, ist was der Insolvenzverwalter, Politiker und die KfW aushandeln wollten.
Die KfW sollte als Gläubiger (für 70 Mio) bei Schlecker einsteigen. Würden die Mitarbeiter in die Auffanggesellschaft freiwillig gehen, dann hätten sie keinen Anspruch mehr auf Lohnzahlungen oder Abfindungen. Dadurch kann der Insolvenzverwalter leichter einen Großinvestor zu finden.
Vorteil für die Mitarbeiter, sie werden quasi aus der Insolvenzmasse (80% - 87% ihres bisherigen Lohnes) von Schlecker bezahlt (fallen somit nicht dem Staat zur last).

Warum ist das so: Sollte Schlecker komplett abgewickelt werden (also ohne Investor) dann stehen 220 Mio € (geschätzt von Price Cooper Housewater) zur Verfügung (gebundenes Kapital). Alleine die provitablen Filialen von Schlecker im Ausland sind diese 70 Mio wert.

Großgläubiger werden zuerst bedient. Kleingläubiger gehen leer aus.
Die KfW, Banken, Händler bekommen also ihr Geld wieder.

Jetzt ist es so, dass die Frauen von Schlecker von der BA bezahlt werden und als Kleingläubiger gegenüber Schlecker auftreten (Abfindungen, Löhne etc.). Sie bekommen also nichts.
Anders herum würden die Frauen von Schlecker durch die Insolvenzmasse von Schlecker finanziert.

Da sage ich nur noch, DANKE FDP für diesen wirtschaftlichen Unsinn.

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whocaresbutyou 04.04.2012, 21:58
19. was ist daran bitte so schwer...

Zitat von cato-der-ältere
"..Mit sozialer Kälte hat das nichts zu tun. Schließlich rettet die Politik auch nicht die Arbeitsplätze bei kleineren Unternehmen." Seltsame Logik: weil Arbeitsplätze bei kleineren Unternehmen nicht gerettet werden hat das nichts mit sozialer Kälte zu tun? Wie? Das ergibt auch keinen Sinn, und - natürlich hat das mit sozialer Kälte zu tun. Wie ermüdend ...
Mal für die Zyniker zum Mitschreiben...

"Der Schlecker-Arbeiter" ist nicht schützenswerter als jeder andere Arbeiter auch.

Von daher liegt die FDP (so schwer mir das über die Lippen kommt) völlig richtig.

Hier geht es nicht darum, den einen verrecken zu lassen, weil man den anderen ja auch nicht schützt, sonder darum, dass jeder Arbeitslose, völlig egal aus welcher Firma er entlassen wurde, GLEICH zu behandeln ist.

Also lieber 70 Millionen zusätzlich in den globalen Fördertopf und sinnvoll ausgegeben, als hirnlos zweckgebunden raushauen.

Aber mit sowas kann man ja keine Quoten schinden... populistische Effekthascherei zieht immer besser als unaufgeregte Intelligenz.

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