Forum: Wirtschaft
Zukunft der FDP: Klotzen statt schleckern
dapd

Für ihre Haltung in der Schlecker-Pleite mussten die Liberalen Prügel einstecken. Dabei liegen sie richtig. Aber profilieren sollte sich die FDP damit trotzdem nicht: Die Partei braucht die große Story, die den Menschen den Wirtschaftsliberalismus nach der Krise erzählt.

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Arno Nühm 04.04.2012, 22:18
20. Die große Story

Zitat von sysop
Die Partei braucht die große Story, die den Menschen den Wirtschaftsliberalismus nach der Krise erzählt.
Wirtschaftsliberalismus nach der Krise bedeutet: Banken werden gerettet, Kassiererinnen geopfert. Tolle Story - demnächst gibts die Fortsetzung: für jeden Wirtschaftsliberalen findet sich ein Seil und ein Baum.

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hador2 04.04.2012, 22:27
21.

Zitat von sysop
Mit sozialer Kälte hat das nichts zu tun. Schließlich rettet die Politik auch nicht die Arbeitsplätze bei kleineren Unternehmen.
Ich lese die FTD eigentlich gerne um so mehr erstaung mich, dass Herrn Münchau immer noch nicht klar ist, dass es bei der Transfergesellschaft nicht im Entferntesten darum ging irgendwelche Arbeitsplätze bei Schlecker zu retten.

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WolfHai 04.04.2012, 22:32
22. FDP: wo ist die Kompetenz?

Zitat von sysop
Die Partei braucht die große Story, die den Menschen den Wirtschaftsliberalismus nach der Krise erzählt.
Ich würde die FDP sofort wählen, wenn ich das Gefühl hätte, sie würde die soziale Marktwirtschaft vertreten und nicht nur Klientelpolitik machen. Ich stimme Herrn Münchau also völlig zu.

Leider habe ich das Gefühl, dass es in der FDP zur Zeit niemand ist - oder jedenfalls nicht an entscheidender Stelle - der etwas von Marktwirtschaft versteht. Herr Rösler scheint nur das zu sagen, von dem er meint, dass es gut klingt, was aber in meinen Ohren hohl klingt. Herr Lindner gefällt mir von der Person her viel besser. Aber dass er viel von Marktwirtschaft versteht, habe ich bisher noch nicht mitgekriegt. Vielleicht kann der sich ja einen Martwirtschaftler dazu holen?

Fazit: Bisher ist die FDP für mich kaum wählbar.

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fosil 04.04.2012, 22:33
23.

Zitat von whocaresbutyou
Mal für die Zyniker zum Mitschreiben... "Der Schlecker-Arbeiter" ist nicht schützenswerter als jeder andere Arbeiter auch. Von daher liegt die FDP (so schwer mir das über die Lippen kommt) völlig richtig. Hier geht es nicht darum, den einen verrecken zu lassen, weil man den anderen ja auch nicht schützt, sonder darum, dass jeder Arbeitslose, völlig egal aus welcher Firma er entlassen wurde, GLEICH zu behandeln ist. Also lieber 70 Millionen zusätzlich in den globalen Fördertopf und sinnvoll ausgegeben, als hirnlos zweckgebunden raushauen. Aber mit sowas kann man ja keine Quoten schinden... populistische Effekthascherei zieht immer besser als unaufgeregte Intelligenz.

Lesen sie doch einmal meinen Beitrag. Die 70 Mio waren wären eine Bürgschaft gewesen. Schlecker ist noch 220Mio wert (gebundenes Kapital).
Die KfW wäre somit als "Großgläubiger" gegenüber SChlecker aufgetreten.

Großgläubiger bekommen zuerst ihr Geld wieder (Banken etc.).

Somit hätte es dem Steuerzahler nichts bzw sehr wenig gekostet. Jetzt müssen wir bezahlen.

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Fred the Frog 04.04.2012, 22:36
24. Volle Zustimmung

Zitat von fosil
Die KfW sollte als Gläubiger (für 70 Mio) bei Schlecker einsteigen. Würden die Mitarbeiter in die Auffanggesellschaft freiwillig gehen, dann hätten sie keinen Anspruch mehr auf Lohnzahlungen oder Abfindungen. Dadurch kann der Insolvenzverwalter leichter einen Großinvestor zu finden. Vorteil für die Mitarbeiter, sie werden quasi aus der Insolvenzmasse (80% - 87% ihres bisherigen Lohnes) von Schlecker bezahlt (fallen somit nicht dem Staat zur last). Warum ist das so: Sollte Schlecker komplett abgewickelt werden (also ohne Investor) dann stehen 220 Mio € (geschätzt von Price Cooper Housewater) zur Verfügung (gebundenes Kapital). Alleine die provitablen Filialen von Schlecker im Ausland sind diese 70 Mio wert. Großgläubiger werden zuerst bedient. Kleingläubiger gehen leer aus. Die KfW, Banken, Händler bekommen also ihr Geld wieder. Jetzt ist es so, dass die Frauen von Schlecker von der BA bezahlt werden und als Kleingläubiger gegenüber Schlecker auftreten (Abfindungen, Löhne etc.). Sie bekommen also nichts. Anders herum würden die Frauen von Schlecker durch die Insolvenzmasse von Schlecker finanziert. Da sage ich nur noch, DANKE FDP für diesen wirtschaftlichen Unsinn.
Die erste richtige Analyse in diesem Thread. Ich möchte noch ergänzen, dass eine Auffanggesellschaft Kündigungsschutzprozesse weitgehend verhindert hätte, Schlecker für den Konkursverwalter damit etwas lichter verwertbar gewesen wäre. Verstehe die FDP, wer will, ich nicht.

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-mowgli- 04.04.2012, 23:09
25.

Zitat von fosil
Die KfW sollte als Gläubiger (für 70 Mio) bei Schlecker einsteigen. Würden die Mitarbeiter in die Auffanggesellschaft freiwillig gehen, dann hätten sie keinen Anspruch mehr auf Lohnzahlungen oder Abfindungen. Dadurch kann der Insolvenzverwalter leichter einen Großinvestor zu finden.
Warum soll ich als Mitarbeiter darauf verzichten mittels einer Kündigungsschutzklage eine Abfindung zu erhalten, nur damit ein Insolvenzverwalter mehr Geld verdienen kann?
Zitat von fosil
Vorteil für die Mitarbeiter, sie werden quasi aus der Insolvenzmasse (80% - 87% ihres bisherigen Lohnes) von Schlecker bezahlt (fallen somit nicht dem Staat zur last).
Die Mitarbeiter erhalten Transferkurzarbeitergeld vom Arbeitsamt (60% oder 67%). Nur den Rest muss die Gesellschaft zahlen.

Zitat von fosil
Warum ist das so: Sollte Schlecker komplett abgewickelt werden (also ohne Investor) dann stehen 220 Mio € (geschätzt von Price Cooper Housewater) zur Verfügung (gebundenes Kapital). Alleine die provitablen Filialen von Schlecker im Ausland sind diese 70 Mio wert. Großgläubiger werden zuerst bedient. Kleingläubiger gehen leer aus. Die KfW, Banken, Händler bekommen also ihr Geld wieder.
Der Schätzwert ist aber nicht der Wert, der eventuell zu erlösen wäre.
Das Gutachten sagt nämlich auch, dass diese Auslandswerte nur mit großen Abschlägen verkauft werden könnten. Möglicherweise wären sich die 70 Millionen ausgegangen. Aber was ist mit den anderen Gläubigern? Die wollen ja auch bedient werden.

Zitat von fosil
Jetzt ist es so, dass die Frauen von Schlecker von der BA bezahlt werden und als Kleingläubiger gegenüber Schlecker auftreten (Abfindungen, Löhne etc.). Sie bekommen also nichts. Anders herum würden die Frauen von Schlecker durch die Insolvenzmasse von Schlecker finanziert. Da sage ich nur noch, DANKE FDP für diesen wirtschaftlichen Unsinn.
Anderen wirtschaftlichen Unsinn vorwerfen, aber selbst falsche Informationen posten.

Die BA hätte auch bei einer Transfergesellschaft gezahlt (Transfer-KUG).
Außerdem gibt es auch noch sowas wie Insolvenzgeld.
Und da der Insolvenzverwalter ja jetzt keine 15 Millionen in die Transfergesellschaften stecken muss und auch keine 70 Millionen an die KfW zurückzahlen muss, ist ja genug Geld zur Verfügung, den Mitarbeitern ein faires Angebot zu machen.

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whocaresbutyou 04.04.2012, 23:19
26. eine Ecke weiter denken...

Zitat von fosil
Lesen sie doch einmal meinen Beitrag. Die 70 Mio waren wären eine Bürgschaft gewesen. Schlecker ist noch 220Mio wert (gebundenes Kapital). Die KfW wäre somit als "Großgläubiger" gegenüber SChlecker aufgetreten. Großgläubiger bekommen zuerst ihr Geld wieder (Banken etc.). Somit hätte es dem Steuerzahler nichts bzw sehr wenig gekostet. Jetzt müssen wir bezahlen.
Wenn Schlecker so viel wert ist, wozu benötigt es dann Bürgschaften? Weil sie nun mal nicht SO viel wert ist, wie sie anderen schuldet...

Wenn die KFW als Großgläubiger auftritt, wird sie vorrangig bedient. Dazu muss aber erst einmal jemand den "Wert von Schlecker" in Geld verwandeln. Und die KFW ist nicht der einzige Großgläubiger, muss also ggf. Abschläge erwarten, wenn es nicht für alle reicht.
Und was die KFW bekommt, steht den anderen nicht mehr zur Verfügung, unter anderem also den Klein(st)gläubigern, also den Schlecker-Mitarbeitern. Und wo denken sie gehen die hin, wenn`s zum Leben nicht mehr reicht?

Unterm Strich ist es am Ende doch recht einfach:

Was nicht von Schlecker kommt, kommt letztendlich über irgendeinen Weg vom Staat.

Wozu diesen hirntoten Saurier zwangsernähren? Bei der Konkurrenz sind die Schlecker-Arbeiter ganz sicher auch nicht schlechter aufgehoben.

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schlummi1 05.04.2012, 03:13
27. es hat sich was geändert

Toll, wie bisher keiner gemerkt hat, das die FDP nur ......sonstiges ist.
Ein bericht über eine katzenpartei wäre nicht schlecht, was hat deren vorsitzender denn gedacht damals...
Wenn die FDP, vor wenigen monaten den euro aufgegriffen hätte, (wir foristen wissen ja in welche richtung) dann hätte sie jetzt 20%( oder mehr?). Jetzt ist es zu spät, keiner wird ihnen mehr glauben. Also 3,3%......sonstiges, erledigt. Tja, liebe FDP, so funktioniert neuerdings demokratie.

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Narn 05.04.2012, 03:40
28.

Zitat von fuenfringe
langsam mal aufhören, sich mit Minderheitenproblemen wie der fdp zu beschäftigen und stattdessen evtl. sich wieder mal mit - sagen wir - den sozialen Problemen in Deutschland befassen? Da gibt's ja dank unserer geliebten Regierung in Berlin mehr als genug.
Unsere geliebte Regierung besteht zu 28% aus der FDP. Selbstverständlich nur, wenn man die Spinner aus der SPD, die Mutti die Stange halten, nicht dazuzählt.

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Isfet 05.04.2012, 08:07
29. stimmt nicht

Zitat von fosil
Großgläubiger bekommen zuerst ihr Geld wieder (Banken etc.).
Tut mir ja leid - aber da sind Sie falsch informiert.
Als erstes werden die Kosten des Insolvenzverwalters und die Gerichtskosten bezahlt - sind die nicht gedeckt wird das Insolvenzverfahren gar nicht eröffnet.
Dann kommen die Masseverbindlichkeiten - das ist aber auch keine Frage Bank oder nicht Bank sondern dazu gehören beispielsweise die Arbeitnehmer mit dem Lohn seit der Insolvenzanmeldung - und dann kommen erst die Insolvenzgläubiger, wenn dann überhaupt noch Geld da ist...wobei die Insolvenzgläubiger dann nach einem prozentualen Anteil befriedigt werden und nicht nach der Größe der Forderung. Da bekommt dann beispielsweise jeder 60 % seiner Forderung.

Außerdem kann ich nicht verstehen, wieso so ein Wind um die Angestellten der Fa. Schlecker gemacht wird - die wirklich leid tragenden sind die Firmen, die für Schlecker tätig waren. Kleine Spediteure, die teilweise auf Aufforderung der Fa. Schlecker noch vor einem halben Jahr ihre LKW-Flotte aufstocken mussten und jetzt die Fahrzeuge abzahlen müssen und daran noch kaputt gehen, wenn nicht bald ein anderer Auftraggeber erscheint und die Mitarbeiter dieser Firmen, die ohne großen öffentlichen Aufschrei entlassen werden...

Ich habe beruflich Einblick in die Insolvenz eines Auftragnehmers meines Arbeitgebers - und ich sehe wie viele kleine Firmen dadurch in den Abgrund gerissen werden. Firmen, die brav ihre Aufträge erledigt haben, dafür aber kein Geld bekommen - weder den ihnen zustehenden Arbeitslohn noch das Geld, dass sie für Material vorgeschossen haben. Denn zumindest in diesem Fall bin ich mir sicher, dass spätestens nach den Massegläubigern Schluß ist.

Und deshalb - sorry - halte ich es für mehr als übertrieben was für ein Hype nun um diese Kassiererinnen gemacht wird.

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