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Zukunft der Staaten: National, irrational, katastrophal
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Finanzkrise, Flüchtlingskrise, Klimakrise - die Probleme dieser Zeit kann kein Land allein lösen. Trotzdem ertönt der Ruf nach einer Rückbesinnung auf den Nationalstaat. Welch unvernünftiger Irrweg.

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Treeman 20.03.2016, 15:42
1. Muffige Nationalstaatlichkeit

Wir haben 25 Jahre Globalisierung hinter uns, in denen der Wohlstand des Gros der Bevölkerung stagniert oder sogar gesunken ist. Demgegenüber standen von 1950 bis 1990 4 Jahrzehnte "muffiger Nationalstaatlichkeit" in denen es für dieses Gros der Bevölkerung stetig bergauf ging. Ist es da wirklich verwunderlich, dass diese "muffiges Nationalstaatlichkeit" vielleicht als gar nicht so übel in Erinnerung ist?

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nihiltimeo 20.03.2016, 15:43
2. Aus dem Elfenbeinturm

Wird's schon stimmen. Aber im realen Leben sind viele, zu viele Menschen verunsichert. Das kann man bedauern oder auch nicht.
Die normale Reaktion eines Menschen, der verunsichert ist, ist einen Schritt zurück zu machen um wieder Sicherheit zu gewinnen.
Wer diese ureigene menschliche Reaktion nicht versteht, wird nicht erfolgreich sein. Ein Politiker, der das nicht versteht wird sein Amt verlieren.
Blöd so eine Demokratie, nicht wahr ?

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Freifrau von Hase 20.03.2016, 15:49
3.

"Eine weltweite Bewegung wollte die engen Begrenzungen der Staatlichkeit einreißen"

Der Traum vom Ende des Nationalstaates ist vor allem ein Traum von Politikern und Medien. Emma Müller aus Baienfurt hat nie davon geträumt, in einer Multikulti-Gesellschaft zu leben, in der Deutsche nur eine Nationalität von vielen sind.

Natürlich müssen bestimmte Probleme global gelöst werden. Aber das Ende des Nationalstaates und das abtauchen in den Vereinigten Staaten von Europa hat nie eine Mehrheit der Leute gewollt. In Deutschland nicht, in Italien, England, Frankreich usw. auch nicht.

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dschmi87 20.03.2016, 15:49
4. Etwas leicht selbstgefällig was?

Haben Sie schon einmal daran gedacht das genau dieser Wahn des Neoliberalismus und der Abschaffung der Grenzen der Grund für diese Probleme Sind?! Bestes Beispiel Euro ohne Euro gäbe es keine Eurokrise... Und bitte kommen Sie mir nur nicht mit dem harten Kampf der DM... Deutschland hat 1995 als die DM zum Dillsr im Schnitt bei 1,50 stand immernoch am meisten exportiert... Andere Staaten wie die Schweiz, in der ich übrigens lebe, sind der Beweis dafür das man trotz einer starken Währung exportieren kann ;-)

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mxmx 20.03.2016, 15:50
5. Nüchtern betrachtet schafft die Globalisierung mehr Probleme als sie löst.

Die starken Nationen schotten sich gegenüber den Schwellenländern ab, um die eigene Wirtschaft zu schützen. Eine Begegnung auf Augenhöhe zum Vorteil aller sieht anders aus. Unterm Strich nützt das ganze hauptsächlich den starken Nationen und schadet den anderen.

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Casparo 20.03.2016, 15:51
6. Shanghai oder die naheliegende Lösung

Verkehrtester, die Probleme und die Krisen der heutigen Zeit b e r u h e n auf Internationalismus und Globalisierung. Nicht auf Nationalismus und Patriotismus.

Die Krisen einer überschaubaren Einheit (systemtheoretisch eines Elements) sollte diese Einheit tunlichst selbst lösen, ohne dass es zu Schwierigkeiten in den andren Elementen kommen muss. So elastisch müssen Systeme konstruiert sein. Möglichst selbst reparierend. Nur durch die Internationalisierung schlägt das heute in die anderen Länder durch. Und wird dadurch(!) unbeherrschbar.

Pure Grösse ist kein Heilmittel, sondern oft genug die Ursache für die ganz grossen Probleme, die nicht mehr beherrschbar sind.

Der Mensch mit seinen intellektuellen Beschränkungen kann nur in einer "Reduktion von Komplexität" leben, weil er nur das versteht und damit beherrscht. Alles andere ist lange unbeherrschbar - wie man sieht.

Es ist genau andersherum, als dieser Autor es darstellen will. Hamburger Probleme (z.B. Philharmonie) können nur in Hamburg gelöst werden. Und nicht in Shanghai.

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kratzdistel 20.03.2016, 15:53
7. vollste zustimmung

"Es ist der Triumph nationaler Gefühle über die Vernunft. Ein Irrweg, rational betrachtet" dem kann nur zugestimmt werden. übrigens sehr gute Begründungen.
viele Staaten sind ja überhaupt nicht autark und auf fremde angewiesen. darunter fällt auch Deutschland. Deutschland muss Rohstoffe einführen also braucht es den freien handel. freier handel trägt auch zu einem besseren Lebensstandard bei. besonders wichtig ist,dass sich die menschen näher kommen und frei begegnen können. das baut vorurteile ab.nationalismus, vorurteile über andere, mangel an Ressourcen waren immer mit Kriegsursachen.

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Baikal 20.03.2016, 15:53
8. Gäbe es den Euro nicht

gäbe es auch keine Eurokrise. Wer sagt denn, dass alle Währungen konvertibel sein müssen - außer den Spekulanten natürlich. Vielleicht liegt dort ein Ansatz zur Lösung der Probleme, wenn nicht mehr nur die Interessen der Besitzenden Leitbild der Politik sind?

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bitterquark 20.03.2016, 15:55
9. Wenn etwas

diesen Ritt zurück in die Nationalstaatlichkeit ausgelöst und forciert hat, dann war es Merkels Moral- und Tugend-Diktatur, die sie Brüssel und den anderen EU-Staaten aufzwingen wollte. Das restlich Europa bekam immer mehr den Eindruck, dass Merkel/Deutschland die restliche EU über Brüssel direkt regieren wollte. Merkel hat Deutschland in nur kurzer Zeit in der gesamten EU isoliert und zum Hassobjekt gemacht.
Der Historiker und Prof. an der Humboldt Uni, J. Baberowski, schrieb dazu:
"Deutschland hat seine nationale Souveränität aufgegeben und die Entscheidung darüber, wer kommen und wer bleiben darf, in die Hände illegaler Einwanderer gelegt.
Die anderen EU-Staaten wollen sich nicht von der deutschen Kanzlerin belehren lassen, was moralisch geboten ist und was nicht. Deutschland muss nun die Rechnung für die unverantwortliche Politik seiner Regierung bezahlen: Es wird allein gelassen, weil es allein entscheiden wollte, was alle tun sollen."
NZZ

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