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Zukunftsstreit bei der Lufthansa: Bewahrer gegen Reformer
DPA

Der Lufthansa-Aufsichtsrat berät über die Zukunft des Konzerns, zugleich eskaliert der Tarifstreit mit der Piloten-Vereinigung Cockpit. Bereits am Donnerstag wird erneut gestreikt. Die Piloten sehen sich aber nicht als Totalverweigerer.

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Zaphod 03.12.2014, 09:46
1. Vernunft der Piloten

Wieder einmal scheint die Vernunft umgekehrt proportional zur Macht verteilt zu sein. Natürlich haben die Piloten recht, wenn sie vor der Einführung einer Billig-Marke warnen. Anstatt zu versuchen, weiterhin ein Premium-Produkt zu verkaufen, will die Lufthansa bei dem tödlichen Rennen um die günstigsten Preise gewinnen. Das kann nicht gut gehen.

Ebenfalls darf nicht gutgehen, wenn den Piloten langjährige erworbene Ansprüche einfach gekürzt werden. Die Piloten dürfen und müssen weiter streiken, damit die Vorstände endlich einsehen, dass ein Unternehmen auch und vor allen Dingen aus Mitarbeitern besteht und nicht nur für die Aktionäre da zu sein hat!

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Wunderläufer 03.12.2014, 09:47
2. Privilegierte Minderheit

Die Piloten sind noch eine privilegierte Minderheit und genau so verhalten sie sich. Mit solch einem Verhalten werden sie entsprechende Veränderungen bei Lufthansa forcieren

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muunoy 03.12.2014, 09:50
3. Die LH ist bereits eine Billig-Airline

Vielleicht sollten die Piloten mal lernen, dass die LH längst eine Billig-Airline ist, die einfach noch Premium-Preise verlangt. Nur ein paar wenige Beispiele: Diesen Montag ging mein Flieger vom FMO nach FRA nicht. Grund war nicht der Streik, sondern die verspätete Ankunft am Vortag. Und die Crew braucht ihren Schlaf. Früher gab es in so einem Fall eine Ersatzcrew. Zunächst dachte ich, dass die zweistündige Verspätung nicht so schlimm ist, da ich dann ja den späteren Flug von FRA nach CDG nehmen könnte. Tja, der war wegen Streiks bereits gestrichen. Also, ab ins Taxi nach DUS, um von dort mit Germanwings weiter zu fliegen. Eigentlich wäre nach EU-Richtlinien eine Entschädigung fällig. Die zahlt LH aber schon lange nicht mehr, wenn man sie nicht vors Gericht zerrt. Die LH ignoriert eben nicht nur Vereinbarungen mit Piloten, sondern Gesetze im Allgemeinen. Im Sommer landete ich außerplanmäßig in Köln-Bonn (ist halt der billigste Ausweichflughafen). Es kam wieder die übliche Lüge an Bord: "Das Bodenpersonal wird sich um sie kümmern!". Tja, es gab nur kein Bodenpersonal. Es gab keine Möglichkeit mehr, dort weg zu kommen. Die Taxi-Fahrt nach Hause hat die LH auch nicht erstattet. Früher hat sich die LH um gestrandete Passagiere gekümmert. Heute eben nicht mehr. Über die Erlebnisse mit der LH könnte ich ein Buch schreiben. Früher war die Airline wirklich mal premium, was man insbes. in Ausnahmesituationen merkte. Heutzutage ist da so manche Billig-Airline einfach besser. Die LH profitiert eingentlich nur noch vom Streckennetz. Würden die nicht von so vielen Provinzflughäfen wie z. B. FMO die Hubs bedienen, könnten sie vermutlich bald dicht machen. Leider wird die LH derzeit ja auch noch durch protektionistische Maßnahmen des Luftfahrbundesamtes unterstützt. Da kann man sich bei der Dauerstreikerei nur wünschen, dass zumindest dies bald aufhört und der Konkurrenz mehr Flugrechte und die interessanten Slot-Zeiten zu den Tagesrandzeiten zugebilligt werden.
Ach ja, ich habe noch Glück. Im Streikfall kann ich i. d. R. auf Air France ausweichen. Meine Kollegen aus MUC, die nicht umsteigen müssen, haben der LH inzwischen dauerhaft den Rücken gekehrt.

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mocodelpavo 03.12.2014, 09:51
4. Wirtschaftskenntnisse = null

"Das kann nicht funktionieren, weil wir unsere eigenen Preise kannibalisieren", sagte Cockpit-Sprecher Jörg Handwerg.

Vielleicht hat Herr Handwerg noch nicht mitbekommen, dass die Lufthansa privatisiert und der Markt geöffnet ist. Die "eigenen Preise" sind natürlich nicht mehr durchsetzbar wie zu Zeiten des Staatsmonopols. Jetzt muss man erstmal so dumm sein zu glauben, dass wenn es kein Lufthansa Angebot in dem Sektor gibt, dass es dann gar keins gibt.

Die Frage bei Billigkonzept ist nicht, ob es jemand anbietet oder nicht, sondern ob es die Lufthansa oder ein anderes Unternehmen anbietet. Aber als Pilot ist man wohl gewohnt, Recht zu haben, auch wenn alle Fakten dagegen sprechen. Der Markt ist nun mal ein anderer, als damals in den guten alten Zeiten. Dann liegt auf der Hand, dass sich das Unternehmen und hier die Herstellkosten den anpassen müssen. Oder untergehen.

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Dosenpirat 03.12.2014, 09:53
5. Es gibt Alternative zum Fliegen

Man könnte die Strategie ändern und die bestehenden Fläche am Flughafen mit stehenden Flugzeugen, die als 5 Stern Hotels umgebaut werden, umrüsten. So spart man teures Kerosin und Piloten!

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chjuma 03.12.2014, 09:53
6. Reformer

gegen Bewahrer...dass ich nicht lache. Wenn es ans sparen geht fällt allen nix besseres ein als sofort den Lohn der Arbeit zu senken. Egal wo man hin sieht. Dafür gehört jedem Arbeitgeber richtig auf für Finger gehauen. Profite ohne Ende machen und der Angestellte muss aufstocken. So hätten sie es gern. wenn irgendwann keiner mehr das ganze Zeug, was produziert wird kaufen kann bricht die ganze Scheisse eh in sich zusammen. Weil die Geizhälse dann auf ihre Kohle sitzen. Am besten Geld abschaffen. Dann hätte man die ganze Finanzmischpoke ausgeknockt.

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kdshp 03.12.2014, 09:55
7.

Zukunftsstreit bei der Lufthansa: Bewahrer gegen Reformer

So ist es! Es war klar das mit der Agenda2010 erst ein anfang gemacht wurde. Auch die löhne/gehälter im mittleren bereich sind noch viel zu hoch im internationalen vergleich UND wir stehen nun mal im internationalen wettbewerb auch die lufthansa.

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kdshp 03.12.2014, 09:58
8.

Zitat von Zaphod
Wieder einmal scheint die Vernunft umgekehrt proportional zur Macht verteilt zu sein. Natürlich haben die Piloten recht, wenn sie vor der Einführung einer Billig-Marke warnen. Anstatt zu versuchen, weiterhin ein Premium-Produkt zu verkaufen, will die Lufthansa bei dem tödlichen Rennen um die günstigsten Preise gewinnen. Das kann nicht gut gehen. Ebenfalls darf nicht gutgehen, wenn den Piloten langjährige erworbene Ansprüche einfach gekürzt werden. Die Piloten dürfen und müssen weiter streiken, damit die Vorstände endlich einsehen, dass ein Unternehmen auch und vor allen Dingen aus Mitarbeitern besteht und nicht nur für die Aktionäre da zu sein hat!
Ich meine das stimmt so nicht. Gerade was das fliegen angeht ist es mehr ein massenmarkt und kein premium geprägter markt. Und die paar premium kunden nimmt jede gesellschaft mit also kann sich hier einer der sich nur darauf einrichtet nur verlieren.

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DMenakker 03.12.2014, 09:59
9.

Man kann im Sinne des Unternehmens nur hoffen, dass die Piloten sich durchsetzen.

Gehälter und Frührenten sind das eine. Da sollte es aber Kompromissmöglichkeiten geben. Die gesamte "Wings" Strategie führt jedoch dazu, dass der Markenkern als solches immer mehr beschädigt wird. Da die Lufthansa aber eben nicht vom Produkt, sondern stärker als die meisten anderen noch von der Marke lebt, wird dies im finanziellen Desaster enden.

Was passiert, wenn man eine gut eingeführte Marke den frisch gekürten BWL Studis überlässt, die eben nur die Theorie per Formel kennen, sollte die LH aus dem eigenen Konzern doch noch von Condor kennen. Das war damals schon eine mittlere Katastrophe und würde bei LH noch viel schlimmer werden.

Wenn sie erfolgreich sind, wird man Cockpit eines Tages dankbar dafür sein, diesen Unsinn gestoppt zu haben.

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