Forum: Wirtschaft
Zuwanderung: Südeuropas Leid, Deutschlands Freud
Ziehl-Abegg / Achim Köpf

Krisengewinnler Deutschland: Die Massenarbeitslosigkeit in Südeuropa treibt tausende hochqualifizierte Arbeitskräfte in die Bundesrepublik. Selbst die, die kein Wort Deutsch sprechen, sind bei den Unternehmen willkommen.

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MünchenerKommentar 15.11.2012, 23:36
1. ist doch cool

Genau für sowas ist doch die EU eigentlich gemacht. Und in Jobs, die einen Hochschulabschluß erfordern, der irgendwas mit Technik zu tun hat, braucht man in Deutschland sowieso schon lange kein Deutsch mehr zu können, Englisch reicht auch. Dann kommt es nur noch darauf an, ob der portugische englische Akzent einigermaßen erträglich ist :-) Und wenn es irgendwann mal in Deutschland nicht mehr so läuft ziehen wir halt in den Süden.

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Broeselbub 15.11.2012, 23:45
2. dafür

stehen die deutschen Arbeitnehmer beim Arbeitsamt an. Auch eine Möglichkeit die Löhne zu drücken. Merkel wirds freuen. Wiedermal ein Beitrag von ihr zur Gewinnsteigerung bei Unternehmen.

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lennybruce 16.11.2012, 05:39
3. Ständig offene Stellen?

Wann hört die Presse endlich auf vom sogenannten Ingenieurmangel zu schreiben? Diesen gibt es nämlich nicht in Deutschland! Und bei den "ständig offenen Stellen", handelt es sich um hochqualifizierte Arbeitsplätze, die ungefähr so gut bezahlt werden, wie eine Stelle als Handwerker oder Briefträger z.B. in der Schweiz. Wenn es in Deutschland angeblich einen solch immensen Fachkräftemangel gibt, warum sind die Gehälter in diesen Branchen nicht schon längst durch die Decke gegangen? Müsste sich das Verhältnis von Angebot und Nachfrage nicht schon längst auf die Löhne ausgewirkt haben? In Wirklichkeit sind diese aber nur minimal gestiegen in den letzten Jahren. Insofern sind die einzigen "Krisengewinnler" die Unternehmen, die auch weiterhin auf billige Arbeitskräfte hoffen dürfen, nicht zuletzt durch das immer wiederkehrende Mantra des angeblichen Fachkräftemangels und dem angeblich kurz bevorstehenden Niedergang der deutschen High-Tech Branchen.

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großwolke 16.11.2012, 06:25
4. optional

Hochqualifiziert? Wirklich? Wenn von dort so unglaublich viele krasse Checker herkommen, wie kommts dann, dass die Südländer als ganzes so gut wie kein innovatives, produzierendes Gewerbe auf die Beine gestellt bekommen haben? Ich hatte das Glück, in den vergangenen paar Jahren mit Menschen aus vielerlei Ländern zu arbeiten, und habe vor allem von Spaniern und Portugiesen unisono erzählt bekommen, dass gute Leute dort nicht wegen, sondern trotz des (vor allem beruflichen!) Bildungssystems vorkommen. Ich würde fast wetten, dass hierzulande vor allem in den techniklastigen Berufen die Vorarbeiter/Meister/etc. mehr wert sind als das meiste, was von dort an sogenannten Ingenieuren und anderen Top-Kräften zu uns kommt.

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Feindbild_Mensch 16.11.2012, 06:48
5. So so ...

Zitat von sysop
Krisengewinnler Deutschland: Die Massenarbeitslosigkeit in Südeuropa treibt tausende hochqualifizierte Arbeitskräfte in die Bundesrepublik. Selbst die, die kein Wort Deutsch sprechen, sind bei den Unternehmen willkommen.
Ja, Gewinner Deutschland - kurzfristig gesehen, freut das die Manager deutscher Unternehmen wieder. Aber langfristig wird sich das rächen. Wir haben keinen Fachkräftemangeln, sondern die Bereitschaft fachgerecht auszubilden. So kann man die Lohnkosten nur noch weiter drücken. Ingenieure und Informatiker auf 30 000 EUR Basis in 50 h Stundenwoche.
Wo gibt es denn die vielen naturwissenschaftlichen Stellen, bei der man keinerlei Deutschkenntnisse vorweisen muss? In Vertrieb und Entwicklung mit Südamerika/Spanien. Sehr gute Englischkenntnisse mögen ja auf internationaler Managementebene genügen, aber bei der täglichen Arbeit im Büro und kleineren Teams?
Und wenn hier deutsche Hochschulabsolventen mit Dr. und 1-er Schnitt über 50 Bewerbungen benötigen, um eine passende Stelle zu finden, die dann eigentlich auch nur über Kontakte zustandekam ... frage mich gerade, wie das mit nicht-deutschsprechenden Spanier und Portugiesen sein soll?
In den Medien wird uns, Deutschen, zwar immer eine geringe Kulturoffenheit und schlechte sprachliche Bedingungen attestiert - gegenüber asiatischen Facharbeitern mag das gelten, aber Spanier und Portugiesen - habe ich jetzt da was nicht mitbekommen, meine Erfahrungen sagen da was ganz klar anderes.
Übrigens allein die Klischees, die hier aufgetischt werden:
-"Krankenpflege aus Rumänien und Bulgarien"
(da gibt es ja keine Hochschulfachkräfte, denkt der Journalist)
- "Top-Ingenieure und sonstige aus Spanien und Portugal"
(wo bekanntlich die hohe Arbeitslosigkeit aufgrund fehlender Berufsqualifikationen erfolgte, weiß der Journalist nicht).

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E_SE 16.11.2012, 06:55
6. Freud und Leid...

... liegen sehr eng beieinander.
Gute Fachkräfte aus Südeuropa sind sicherlich ein Gewinn für Deutschland und sehr willkommen. Die Integration dürfte aus meiner Sicht recht unproblematisch sein. Die sehr hohe Jugendarbeitslosigkeit in Südeuropa könnte so zumindest ein wenig abgefedert werden.
Jedoch bleiben zwei Befürchtungen. Werden diese nur zu Dumpinglöhnen auf dem letztlich verbliebenen Arbeitsmarkt benutzt wird die Freude bald sinken. Zum anderen kann man davon ausgehen, dass das kommende Jahr wirtschaftlich kein Zuckerschlecken wird und der Arbeitsmarkt auf der Insel der Glückseligen sehr viel enger wird.

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condor99 16.11.2012, 07:29
7. Sicher, sicher ....

Zitat von sysop
Krisengewinnler Deutschland: Die Massenarbeitslosigkeit in Südeuropa treibt tausende hochqualifizierte Arbeitskräfte in die Bundesrepublik. Selbst die, die kein Wort Deutsch sprechen, sind bei den Unternehmen willkommen.
das hat ja sicher nichts mit Fremdenfeindlichkeit zu tun aber wir haben hier nach offizieller Statistik schon 3 Millionen Arbeitslose. Und wofür brauchen wir dann noch mehr Leute? Welche Lücke sollen die schließen? Oder geht es hier nur darum den Druck auf jene die noch Arbeit haben zu erhöhen. Die Löhne weiter abzusenken. Das löst die Probleme in deren Herkunftsland auch nicht und schafft hier nur neue. Aber das ist es ja was wir brauchen. Neue Nebenschauplätze die vom Kasperletheater in Berlin ablenken und die Herrschaften dort munter weiter ihr Lobbygesteuerte Politik machen können.
Immer weiter so ….

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betaknight 16.11.2012, 07:33
8.

Zitat von sysop
Krisengewinnler Deutschland: Die Massenarbeitslosigkeit in Südeuropa treibt tausende hochqualifizierte Arbeitskräfte in die Bundesrepublik. Selbst die, die kein Wort Deutsch sprechen, sind bei den Unternehmen willkommen.
Möchte nun wirklich nicht schwarzmalerisch klingen, aber ist dies nicht vor allem die Freude des Arbeitsgeber , wenn er plötzlich eine Menge eher verzweifelte Menschen zusätzlich zur Verfügung hat. Andererseits wenn man bei uns die Lohnentwicklungd er letzten Jahre betrachtet sind dann viele Hochqualifizierte Mitarbeiter eventuell teurer als bei uns.

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humnuk 16.11.2012, 07:54
9. Willigere und billigere

Arbeitskräfte. Nun bekommt die Industrie doch was will. Ausgetragen wird dies dann auf dem Rücken der Arbeitnehmer, denen zukünftig noch deutlicher gesagt werden kann, das ja genügend andere da seien wenn man sich beim Einkommen nicht anpassen will.

Da bin ich froh das ich vor kurzem nach Skandinavien ausgewandert bin und nun gut und gerne 30% netto mehr verdiene.

Und nein, das Leben *insgesamt* ist hier nicht teurer, allerdings auch nicht viel günstiger, jedoch bekommt man für seine Steuern viel mehr zurück und Arbeitnehmerrechte gelten hier noch etwas.

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