Forum: Wirtschaft
Zwangsabgabe: Elf EU-Länder wollen Finanzsteuer einführen
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Die Finanztransaktionssteuer kann nun doch kommen: Elf EU-Länder haben sich auf die Einführung der Zwangsabgabe geeinigt. Vor allem Deutschland und Frankreich hatten sich dafür eingesetzt.

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mmengi 09.10.2012, 15:08
60. Steuerparadiese

Wenn ich sehe, dass in der Liste Luxemburg fehlt, muß ich wiederholen: als erstes müssen die Steuerparadiese und Sonderwege weg - sonst hat auch eine Teil-Tobin Steuer keinen durchschlagenden Effekt.

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heldenmut 09.10.2012, 15:13
61. Ihre Staatsgläubigkeit in Ehren.

[QUOTE=Klopsdrops;11108416
Der Staat als Vertreter der Bevölkerung rettet hier nicht den Euro, sondern in allererster Linie die Banken, das gesamte darauf aufbauende Finanzsystem und die großen Privatvermögen.[/QUOTE]

Über welche Themen wird heute in Athen gesprochen? Will dort Frau Merkel die Deutsche Bank oder das Vermögen des Aldi-Clans retten? In allererster Linie geht es nicht um das Finanzsystem - ohne ein funktionierendes ist eine prosperierende Wirtschaft allerdings nicht denkbar - sondern um die Eindämmung der Verschuldungsorgie besonders der Südstaaten, die seit Euroeinführung dank der niedrigen Zinsen über ihre Verhältnisse gelebt haben, das Geld verprassten und nicht sinnvoll investierten. Griechenland & Co. sind das Problem, im Grunde bankrott niemand will deren Schrottanleihen kaufen, außer unter Druck die einheimischen Banken und die EZB und der deutsche Steuerzahler haftet - ungefragt- für diesen Mist - einschl. Target II - bald in Billionenhöhe!

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ehf 09.10.2012, 15:13
62.

Zitat von mmengi
Wenn ich sehe, dass in der Liste Luxemburg fehlt, muß ich wiederholen: als erstes müssen die Steuerparadiese und Sonderwege weg - sonst hat auch eine Teil-Tobin Steuer keinen durchschlagenden Effekt.
Da wird aber gerade der Herr Juncker etwas dagegen haben.

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Klopsdrops 09.10.2012, 15:14
63.

Zitat von newliferw
Da muss ich ihnen vollkommen widersprechen, die Finanztransaktionssteuer trifft nur die kleinen Anleger! Jeder Deutsche hat die Möglichkeit mit nur 200€ an der Börse zu handeln, dank Hebel von z.B 1:50 kann man da schon gewinne machen. Mit der Finanztransaktionssteuer auf gehandeltes Volumen, wird das Handel an der Börse nur noch für Menschen möglich die auch das nötige Kleingeld haben. Jemand der das Geld hat braucht den Hebel ja nicht, aber woher soll der Elektriker oder Maler von nebenan 10.000€ nehmen um damit an der Börse zu Handeln? Die brauchen den Hebel. Die Finanztransaktionssteuer ist nur dafür da damit der kleine man nicht mehr die Möglichkeit hat an der Börse zu Handeln, damit also die Besserverdiener unter sich sind.
Erstens handelt kein Elektriker oder Maler an der Börse, weder mit kleinen noch mit großen Beträgen, denn in der Regel haben die meisten Arbeitnehmer nicht genug übrig, um im Notfall (mal wieder Börsencrash alle paar Jahre) auf dieses Geld verzichten und es komplett abschreiben zu können.

Zweitens: Diejenigen mit kleinem Wohlstand, die an der Börse investieren, tun das langfristig. Die kaufen Aktien, von denen sie glauben, dass sie werthaltig sind und behalten die dann auch und geben sich mit den jährlichen Dividenden zufrieden. Bei solchen Anlegern ist eine 0,1%-Steuer noch nicht einmal spürbar im Vergleich zu den anderen Kosten, die der Aktienhandel mit sich bringt. Diese Leute schieben nicht 10 mal am Tag ihr gesamtes Vermögen an der Börse hin und her, um mit minimalen Kursunterschieden Gewinne zu erzielen. Diese Leute wollen am langfristigen Erfolg einer Firma teilhaben und kaufen deswegen Aktien, nicht weil sie an kurzfristigen Kursschwankungen verdienen wollen.
Und wirkliche Daytrader, die jeden Tag 10 Stunden aktiv sind und tatsächlich ihren monatlichen Lebensunterhalt mit dem Hin- und Herschieben von Geldern verdienen und an den Kurschwankungen, also dem eigentlichen Handel, Gewinn erzielen wollen, kann man fast an einer Hand abzählen (im sprichwörtlichen Sinne). Wenn sich das für die dann nicht mehr lohnt, umso besser. Die können auch lieber real arbeiten, statt nur jeden Tag Gelder hin- und herzuschieben, um an dem zu verdienen, was andere in der Realwirtschaft erwirtschaften.

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eurorider 09.10.2012, 15:21
64. Früher eingeführt wäre besser

Zitat von sysop
Die Finanztransaktionssteuer kann nun doch kommen: Elf EU-Länder haben sich auf die Einführung der Zwangsabgabe geeinigt. Vor allem Deutschland und Frankreich hatten sich dafür eingesetzt.
Wie hat Herr Schäuble es gestern so schön in den Tagesthemen gesagt, was wir alle eigentlich schon immer wussten? Irren ist menschlich und der Herdentrieb macht auch gerade vor so manchem Politiker nicht halt.
Er sprach davon dass die massive Deregulierung seit Mitte der 90er falsch war. Einige haben dies schon früh erkannt. Als sie Ende der 90er eine Finanztransaktionssteuer einführen wollten um die schlimmsten Exzesse zu verhindern, wurden sie diesseits und jenseits der Nordsee als gefährlichste Menschen Europas und Populisten beschimpft.

Nach 14 Jahren wäre mal Zeit für eine Rehabilitation von O.Lafontaine und H.Flassbeck.. Auch und gerade in den Mainstreammedien.

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spon-facebook-10000251614 09.10.2012, 15:28
65. Depot dicht machen und in GB neu anlegen

Als Banker in Frankfurt sollte man schon mal nach nem neuen Job sichen, wenn die Zwangsabgabe kommt. Die lässt sich völlig legal umgehen, niemand ist gezwungen in Deutschland zu handeln - besser wäre man würde die 190 milliarden Euro deurscher Steuergelder für Griechenland sparen als hier die Steuerzahler schon wieder abzukassieren!

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ehf 09.10.2012, 15:29
66.

Zitat von Berliner42
...und dann kommt raus, daß es der Bürger selber ist, weil er jeden Mist auf den Staat ablädt und der sich damit finanziell übernimmt.
Blödsinn. Kein Bürger wurde gefragt wegen der Einführung des Euro, denn dann hätten wir den nicht. Es wurde auch keine Wahl veranstaltet wegen der EU-Entwicklung, denn da hätte es ähnlich ausgesehen. Die Politiker arbeiten lange nicht mehr zum Wohle des Volkes, nur ist es jetzt drastisch klar geworden.

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wb99 09.10.2012, 15:32
67.

Offenbar stufen die Staaten den Kauf ihrer eigenen Staatsanleihen als bestrafungswürdigen Tatbestand ein.

Daran kann man eigentlich die ganze Idiotie dieses Vorhabens bemessen.

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wb99 09.10.2012, 15:37
68.

Zitat von Klopsdrops
Es gibt weltweit geschätzt 50 mal mehr Geld als reale Werte, d.h. nur ein Fünfzigstel des Geldes ist auch real im Umlauf
Äh, nein, das heißt es nicht. Das haben Sie einfach frei erfunden.

Das ist zumeist das Problem mit Leuten wie Ihnen: Schon der erste Halbsatz ist ein kapitaler Unsinn und dann werden 30 Seiten Thesen darauf aufgebaut.

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zyim 09.10.2012, 15:44
69. Danke

Zitat von Mahatschmanladen
Die Transaktionssteuer betrachte ich als eine in Gesetzesform gegossene Dummheit, die vor allem von den wirklichen Problemen ablenkt. Zur Wirkung dieser Steuer gibt es mehr als eine Studie am Beispiel Schweden. Fazit: Weniger Liquidität im Markt, deswegen mehr Volatilität und höhere Kosten für Unternehmen, die sich über Aktien mit neuen Kapital versorgen wollen. - Echte Probleme wären hingegen die Spekulation von Banken mit Kundengeldern. - Dies scheint aber die Mehrheit in diesem Land (auch in diesem Forum) nicht zu interessieren, da es einfach viel mehr Spaß macht gemeinsam gegen die "bösen Spekulaten" und was weiß ich zu hetzen. Die Konsquenzen aus fortgesetzt dummen Entscheidungen werdet ihr mit eurem Wohlstand bezahlen. Kein Problem, Armut wird den Lerneifer wieder etwas anregen. MfG
Zum Glück gibt es noch Leute wie Sie, die die wahren Probleme an dieser dummen Abgabe erkennen. Aber leider reicht es, wenn man den Uninformierten einen Schuldigen präsentieren kann. Die Masse folgt, die Politik klopft sich auf die Schulter ob der großartigen Idee und prasst im Hintergrund fleißig weiter mit den Steuergeldern und setzt alle Finanzmarktregelungen zur Kreditaufnahme ausser Kraft.

Interessiert aber gerade niemanden, denn die Bösen "Zocker" kriegen jetzt eins auf die Nase. Ob diese Steuer irgendwas an den Problemen des Finanzmarktsystems ändert (an dem unsere Politiker 100 % Schuld haben), wage ich stark zu bezweifeln.

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