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Zwangswechsel bei Lebensversicherungen: Der Fluch der langen Laufzeiten
DPA

Zwei große deutsche Lebensversicherer wollen ihre Policen verkaufen - den Kunden droht ein Zwangswechsel. Was müssen Betroffene tun? Drei Tipps.

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HasiHase 14.10.2017, 11:37
20.

Ich mache mir da keine Sorgen um meine Lebens- und Rentenversicherung. Im schlimmsten Fall ist eine Rettung durch den Steuerzahler alternativlos.

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hup 14.10.2017, 11:39
21. Die bittere Wahrheit ist dass Vertragstreue nur für eine Seite besteht

Es gibt genug Beispiele in der Wirtschaft, dass die vielgelobte Vertragstreue und Rechtstreue nur auf einer Seite besteht, und zwar auf der des Kunden. Gerade bei langfristigen Versprechen ist im Zweifel das Versprechen des Anbieters das Papier nicht wert auf dem es steht - aber nur bei Anlagen. Geht es um Schulden wird ihr Partner auch in jahrzehnten akribisch auf Vertragserfüllung bestehen. Der Kunde / Steuerzahler ist schlicht gesagt immer der Depp, der Staat räumt ab einer bestimmten Größe dem Unternehmen Möglichkeiten ein sich seiner Verpflichtungen entledigen zu können, ob das Kosten für Endlagerung und Rückbau bei AKWs sind, der Kundenbeschiss in der Dieselkrise oder eben Versicherungen die sich eines nicht mehr lukrativen Klientels entledigen wollen.
Unternehmerisches Risiko ist Bestandteil des Kapitalismus, und realisiert werden kann es nur wenn der Staat als neutraler Treuhänder auf Vertragstreue beider Seiten besteht. Gewinn ist nur gerechtfertigt weil eben auch Verluste möglich sind. Bei uns sind die Karten aber gezinkt, der Staat steht auf Seiten der Unternehmer - das ist nichts anderes als Sozialismus für Unternehmen. Ihr Ertrag und Gewinn ist garantiert, es gibt kein Risiko. Denn kommt es wirklich zur Realisierung des Risikos durch Misswirtschaft, dann dürfen entweder die Kunden oder gleich alle Steuerzahler diese Kosten übernehmen. Das ist der größte Treppenwitz des Kapitalismus - er ist keiner. Er ist inzwischen umgekehrter Sozialismus für Unternehmen - Geld scheffeln ohne Risiko, man muss nur die „systemkritische“ Betriebsgröße überwinden, dann steht man über den Spielregeln und kann sie selbst verfassen. Das sind die Augenblicke in denen sich unsere Gesellschaft enttarnt, wo man plötzlich einen Blick hinter die Kulisse werfen kann - und was man sieht ist nicht demokratisch. Die Fassade bröckelt immer mehr. Wir leben auf der Farm der Tiere - und wir sind nicht die Schweine.

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supergrobi123 14.10.2017, 12:18
22. @northernnative

Zitat von northernnative
... immer schön FDP wählen. Mit ihrem Privatisierungswahn zeigt sie doch, wessen Interessen sie wirklich vertritt. Möchte mal wissen, was sie bei derlei Kritik, wie im Artikel beschrieben, gegen argumentiert. Bisher habe ich nichts gehört, es heisst immer nur "Altersvorsrge privatisieren" und dann ist Sendepause.
Ihnen ist aber schon bewusst, dass wir den aktuellen Riesterirrsin der rot-grünen Regierung unter Gerhard Schröder zu verdanken haben, oder? Kaum sind 15 Jahre vergangen, wollen Sie das der FDP in die Schuhe schieben? Mannometer!
Ich persönlich habe schon von Anfang an verstanden, dass Riester die pure Geldverschwendung und nicht halb so risikolos ist, wie es dargestellt wurde. Da reichten ein Taschenrechner und 5 Minuten nachdenken. Ich nahm meine Altersvorsorge selbst in die Hand und investiere seit Jahren in Aktien. Vom Staat werde ich da nicht großartig unterstützt. Im Gegenteil. Statt einer geschenkten Zulage zu meinen Sparbemühungen werden meine Renditen natürlich besteuert. Zu gern würde ich zumindest einen für den Kleinanleger auf dem Weg zur privaten Absicherung großzügig eingerichteten Steuerfreibetrag sehen. Das wird wohl nie der Fall sein.
Leider sind Menschen wie ich in der Unterzahl. Die meisten kümmern sich nicht um ihre Finanzen, geben jede Verantwortung an den Staat ab und reiben sich am Ende die Augen, wenn es doch nicht klappt, wie versprochen.

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erestor 14.10.2017, 12:20
23. Garantiezins bringt auch nichts...

Die Leute mit hohem Garantiezins sollten mal über Jahre ihre Lebensversicherung beobachten...denn die massiven Kosten blenden viele aus.

Da kamen in den ersten 5 Jahren massive Kosten von mehreren tausend € an die Makler dazu und jedes Jahr Kosten die nicht gerade gering sind...

Ich habe auf meiner Lebensversicherung zwar "nur" 2,75% bin aber mittlerweile trotz des Steuervorteils bei der Auszahlung stark am überlegen diese zu kündigen oder zu verkaufen... denn ich sehe keinerlei Rendite auf dem angelegten Geld trotz der "tollen" 2,75%...

Der Wert der Versicherung sinkt bei mir effektiv jedes Jahr, wenn man die eingezahlten Beiträge abzieht.

Meine 2,75% sollten auf die wenigen tausend € jedes Jahr knapp 100€ Rendite abwerfen, eingezahlt werden etwas über 400€ im Jahr also sollte der Wert des Vertrags jedes Jahr um ca. 500€ steigen nur was macht er? Am Ende sind es 360€ die inklusive Überschuss dazu gekommen sind... sind also Kosten von über 150€ im Jahr... effektiv habe ich über 40€ verloren. Da ist selbst das Kissen eine bessere Wertanlage...

Ob ich noch 13 Jahre warte bis der Rückkaufwert dem eingezahlten Beträgen entspricht? In 13 Jahren könnte man selbst in defensiv angelegten Aktien/ETF Portfolio's relativ problemlos Renditen von >20% einfahren und nicht auf +-0 rauskommen... da wäre der Verlust mehr als wett gemacht...

Einzig die Steuererleichterung jedes Jahr macht das ganze für mich zu einem Plus Geschäft und hält mich vom Kündigen ab bisher...

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DerBlicker 14.10.2017, 12:22
24. ich habe selbst nachgelesen

Zitat von ladida1970
Was aus meiner Sicht noch unbedingt in den ansonsten guten Artikel gehört hätte: Die Versicherungsbranche hat vor einigen Jahren den o.g. Paragraphen durch das Parlament lobbyiert, den JEDER, der eine LV abgeschlossen hat, kennen sollte. Er erlaubt den Versicherern nämlich, dass sie bei wirtschaftlicher Schieflage ihre (an sich vertraglich definierten!) Leistungen herabsetzen- oder gar aussetzen können. Umgekehrt muss der Versicherte aber trotzdem weiterhin seine Beiträge zahlen -selbst dann, wenn der Versicherer überhaupt keine Leistung mehr erbringt! Wer das nicht glaubt, sollte sich mit der Suchmaschine seiner Wahl den Gesetzestext suchen und selber nachlesen.
Im §89 VAG steht etwas ganz anderes, warum verbreiten Sie hier Unfug? Versicherungen müssen immer ihre Verträge erfüllen, da gibt es kein Entkommen, machen sie pleite, springt der Fonds Protektor ein.

Ich würde als Versicherungsnehmer einem Verkauf meiner Versicherung schlicht nicht zustimmen, da verhandle ich auch nicht. Die Versicherung hat den Vertrag zu erfüllen, Ende der Diskussion.

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supergrobi123 14.10.2017, 12:48
25. Kündigen Sie!

Zitat von erestor
Die Leute mit hohem Garantiezins sollten mal über Jahre ihre Lebensversicherung beobachten...denn die massiven Kosten blenden viele aus. Da kamen in den ersten 5 Jahren massive Kosten von mehreren tausend € an die Makler dazu und jedes Jahr Kosten die nicht gerade gering sind... Ich habe auf meiner Lebensversicherung zwar "nur" 2,75% bin aber mittlerweile trotz des Steuervorteils bei der Auszahlung stark am überlegen diese zu kündigen oder zu verkaufen... denn ich sehe keinerlei Rendite auf dem angelegten Geld trotz der "tollen" 2,75%... Der Wert der Versicherung sinkt bei mir effektiv jedes Jahr, wenn man die eingezahlten Beiträge abzieht. Meine 2,75% sollten auf die wenigen tausend € jedes Jahr knapp 100€ Rendite abwerfen, eingezahlt werden etwas über 400€ im Jahr also sollte der Wert des Vertrags jedes Jahr um ca. 500€ steigen nur was macht er? Am Ende sind es 360€ die inklusive Überschuss dazu gekommen sind... sind also Kosten von über 150€ im Jahr... effektiv habe ich über 40€ verloren. Da ist selbst das Kissen eine bessere Wertanlage... Ob ich noch 13 Jahre warte bis der Rückkaufwert dem eingezahlten Beträgen entspricht? In 13 Jahren könnte man selbst in defensiv angelegten Aktien/ETF Portfolio's relativ problemlos Renditen von >20% einfahren und nicht auf +-0 rauskommen... da wäre der Verlust mehr als wett gemacht... Einzig die Steuererleichterung jedes Jahr macht das ganze für mich zu einem Plus Geschäft und hält mich vom Kündigen ab bisher...
Kündigen Sie!
Sie machen Verlust!
Welche Steuererleichterung meinen Sie denn da?
Kaufen Sie Aktien! Dort zahlen Sie rund 25% Steuern auf Ihre (realisierte) Rendite. Heißt: Selbst bei langfristg eher mageren 4% Rendite liegen Sie nach Steuern noch bei 3%, bei den realistischer mindestens zu erwartenden 8% bleiben entsprechend 6% netto übrig!
Und das Beste: Sie haben alles selbst in der Hand, das angelegte Geld gehört nur Ihnen. Sie müssen keine Verträge, Verpflichtungen oder Beschränkungen einhalten.
Wussten Sie beispielsweise, dass Ihnen rückwirkend alle staatlichen Zulagen wieder gestrichen werden, wenn Sie Ihre (Riester)rente im nicht-europäischen Ausland verbringen möchten?

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schmollewitz 14.10.2017, 13:01
26. Sind freiwillige Beiträge in die GRV eine Alternative?

Zitat: „Sie tun dies mittlerweile gerne, weil die Renditen besser sind als bei allen anderen mündelsicheren Anlagen…“ Dazu mal einige Zahlen.

Wie wird die Altersrente der GRV berechnet? Richtig, ich muss Entgeltpunkte sammeln. Wann erhalte ich einen Entgeltpunkt auf meinem Rentenkonto gutgeschrieben?

Um eine Entgeltpunkt zu erhalten muss ich entsprechend der Bezugsgröße verdienen. Die Bezugsgröße für das Jahr 2017 sind 35.700 €. Um als Versicherter einen Entgeltpunkt zu erhalten, sind somit 35.700 € x 18,7% = 6.675,90 € im Jahr (mtl. 556,33 €) aufzuwenden. Der Arbeitnehmer „teilt“ sich diesen Beitrag mit seinem Arbeitgeber. Und der freiwillig Versicherte?

Und was bringt das in harten Euros? Die gesammelten Entgeltpunkte werden mit dem aktuellen Rentenwert (2017 = 31,03 €) multipliziert.

Mit einem monatlichen Aufwand von 556,33 € erhalte ich 31,03 € Rente im Monat. Unterstellt man eine freiwillige Beitragszahlung von 30 Jahren, sind das 6.675,90 x 30 = 200.277,00 € Gesamtaufwand. Die monatliche Rente beträgt dann 31,03 € x 30 = 930,90 €. Diese Berechnung ist allerdings etwas vereinfacht, denn die Bezugsgröße und der aktuelle Rentenwert ändern sich jedes Jahr.

Wenn ich aber vorzeitig von meinem sozialverträglichen Ableben Gebrauch mache, und keine Angehörigen mit Anspruch auf Hinterbliebenenrente habe, ist das Geld weg. Einen Anspruch auf Erwerbsminderungsrente erwirbt (mit Ausnahmen) der freiwillige Beitragszahler übrigens nicht.

Diese Fakten sollten, bei der Berechnung der Rendite der GRV, berücksichtigt werden.

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Nocheinaufmerker 14.10.2017, 13:01
27. Alter Wein in neuen Schläuchen

Lieber Herr Tenhagen, das soll wieder mal ein Aufreger sein. Eher nicht, da dies von allen Versicheren seit Jahren praktiziert wurde. Keiner hat sich beschwert. Ihr Tip auf Widerruf für laufende Altverträge wegen falscher Widerrufsbelehrung (damals richtig - aus heutiger Sicht auf damals falsch) ist ganz heiß: Bei Widerruf erhalten Sie Ihr Geld zurück. Bei Abschluss einer neuen Altersvorsorge erhalten Sie dann: Die richtige Widerrufsbelehrung. Super. Sie verzichten auf die damalig höheren Garantiezinsen und auf die steuerfreie Auszahlung für Verträge vor 2005. Und die Ablaufleistung wird auch weniger, da die Laufzeit kürzer ist. Verzicht also auf richtig viel Geld. Blöde. Aber - Sie haben ja die richtige Widerrufsbelehrung. Macht brutal viel Sinn.

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sale2 14.10.2017, 13:26
28. Und das Beste:

Zitat von supergrobi123
``Und das Beste: Sie haben alles selbst in der Hand, das angelegte Geld gehört nur Ihnen. Sie müssen keine Verträge, Verpflichtungen oder Beschränkungen einhalten.``
Das ist so weit richtig.
Und das Beste: auch alle nicht realisierten Gewinne und Verluste gehören auch nur Ihnen.Nicht erst einmal erlebt.
mfg

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sale2 14.10.2017, 13:39
29. Ergo.

Zitat von schmiddischmitt
Die Ausübung des Widerspruchsrechts hat grundsätzlich zur Folge, dass der Versicherer die gezahlten Prämien zurückerstatten muss." Ich habe vor zwei Wochen meiner LV von 1995 (Ergo) ebenfalls widersprochen - man machte mir binnen 3 Tagen ein Rückkaufsangebot inkl. aller meiner gezahlten Beiträge, Überschussbeteiligung und Verzinsung on top. Da hab ich nicht schlecht geguckt. Da bin ich mit einem echten Gewinn aus der Sache gegangen. Das BGH Urteil ist einfach ein Traum. Sollte jeder sofort angehen der eine LV oder RV im Zeitraum von 1995-2007 abeschlossen hat. Das ist wahrlich eine Revolution gg die Versicherer. Wer Infos benötigt, ich helfe gern.
Ich habe ebenfalls so einen Vertrag bei ERGO aus 95.
Wenn die Versicherung Ihnen innerhalb 3 Tagen ein Rückkaufangebot unterbreitet hat,bin ich mir allerdings nicht sicher ob in diesem Fall nicht die Versicherung das große Geschäft gemacht hat.Ich glaube ich lass meinen Vertrag laufen und setzte auf die im Artikel genannten Sicherungsmechanismen.
mfg

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