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Zwei-Klassen-Medizin in Deutschland: Krankes System
DPA

Die SPD kämpft für ein Ende der Zwei-Klassen-Medizin, aus gutem Grund. Denn das bisherige System ist weder für Kassen- noch Privatpatienten ideal. Wo es ungerecht zugeht - und was man dagegen tun kann.

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bakiri 27.01.2018, 13:24
1.

hmm...die armen privatversicherten denen das hals bis zum wasser steht, die haben irgendwie das system nicht begriffen. jahrelang den vorzug genießen und wenn es unbequem wird jammern und in die gesetzliche versicherung wollen. das wäre ja toll.....hilf mir über das wasser aber mach mich nicht nass. da hätte man damals mehr über pro und contra nachdenken müssen. sorry, da fehlt mir gerade das mitleid. ich bin freiwillig gesetzlich versichert, eben aus diesem grund. wer es anders gewählt hat sollte sich daran gewöhnen eine falsche entscheidung getroffen zu haben.

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womo88 27.01.2018, 13:29
2. Ich verstehe nicht so ganz ...

Nur weil Frau Nahles behauptet, dass der Arzt für die Behandlung eines Privatpatienten das Zweieinhalbfache dessen bekommt, wie für einen Kassenpatienten, muss das ja nicht wahr sein. Der Arzt erhält für seine ärztliche Leistung das 2,3 fache und für nichtärztliche Leistungen das 1,8 fache, aber nicht das 2,5 fache.
Tarifwechsel sind innerhalb der PKV möglich. Meine Frau, die nicht arbeitet, zahlt in ihrem Normaltarif 560 €. Natürlich könnte sie in den sog. Basistarif wechseln und dort nur die Leistungen der gesetzlichen Kassen erhalten. Dummerweise würde der Basistarif in 2018 690,31 € kosten.
In diesem Artikel ist einiges unausgegoren.

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evastastna 27.01.2018, 13:33
3. wenn ein Arzt 30 Euro für zig Besuche im Quartal bekommt

ist es ungerecht und dass sie Privatpatienten bevorzugen verstehe ich.Vielelicht solltem an Ärzte viel besser bezahlen. DAnn werden die Patienten auch besser behandelt

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schwarzeliste 27.01.2018, 13:37
4. Gleiche Wartezeit

Das Problem bei der ganzen Sache ist: die Ungerechtigkeit würde vielleicht beseitigt und die Privatpatienten würden nicht mehr bevorzugt. Aber an der Wartezeit und am Budget für die Kassenpatienten würde sich rein gar nichts ändern. Der einzige Unterschied wäre, dass die Ex-Privatpatienten dann genau solange warten müssten, wie die Kassenpatienten. Deshalb fürchte ich, dass mit dem Thema kein Blumentopf zu holen ist.

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Spaßvogel 27.01.2018, 13:40
5. Mail an Karl.Lauterbach@bundestag.de

Guten Tag, Herr Dr. Lauterbach,
bitte eine Frage: Wo im Internet kann ich mich über die Bürgerversicherung, wie Sie sich diese vorstellen, informieren ?
Besonders interessieren mich:
Beitragsstruktur
Beitragsbemessungsgrundlagen
Planen Sie Zuschläge für gefährliche Sportarten, Hobbies und/oder Berufe ?
Planen Sie Zuschläge für ungesunde Lebensweise (Alkohol, Nikotin, Fast Food,..)?
Planen Sie Möglichkeiten ein für Beitragssenkung bei Selbstbeteiligung (am besten frei wählbar, z.B. 1.200 EUR p.a.)?
Wie ist Leistungsspektrum im Krankheitsfall ?
Bleibt uns die freie Arztwahl erhalten ?
Was wird aus meiner PKV?
Was wird bei Kündigung aus den Rücklagen meiner PKV?
Da meine PKV im Alter immer teurer wird: wird die Bürgerversicherung konkurenzfähig sein ?
Wenn Sie mir aussagefähige Infos benennen könnten, wäre ich Ihnen sehr dankbar.

Herr Lauterbach hat noch nicht mal geantwortet...

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The dark side 27.01.2018, 13:47
6.

Ich drücke mich mal etwas "robust" aus: Die Gier so manches Arztes ist das Problem so manches Patienten.
(Vor allem) Privatpatienten werden mitunter - medizinisch - nicht indizierten Untersuchungen und Behandlungen unterzogen. Damit diese zustande kommen, wird der Patient mitunter nicht korrekt aufgeklärt, nämlich dann, wenn der Arzt fürchten muss, dass der ordnungsgemäß aufgeklärte Patient nicht in die Behandlung einwilligen würde. Wer sich jetzt empört über meine Darstellung, dem entgegne ich, dass mir ein Aufsatz einer BGH-Richterin vorliegt, in dem genau das drinsteht. Dem entgegne ich auch, dass ich selbst als Privatpatient eben das erfahren habe, nämlich bei einem Zahnarzt mit eigenem zahntechnischen Labor: Innerhalb nur zweier Termine (inkl. Erstbesuch) wurde ich als Neupatient überstürzt behandelt und bekam Prothetik aus dem Praxislabor. Der gerichtliche Sachverständige kam zu dem Schluss, dass die in Frage stehende Behandlung nicht indiziert war. Ich erhielt einige Tausend Euro Schmerzensgeld. Die Behandlung war nur dadurch zustande gekommen, dass ich über ihren tatsächlichen Umfang nicht und über viel weniger invasive Maßnahmen nicht korrekt aufgeklärt worden war. Die Rechnung enthielt > 1.700 € für nachweislich (!) nicht erbrachte Leistungen, hinzu kommen weitere Hunderte Euro, denn die hochgoldhaltige Legierung (87,4 % Gold) hatte er/sein eigenes Labor gar nicht verwendet, sondern nur abgerechnet. Zudem war die abgerechnete Goldmenge drastisch überhöht gewesen. Ich weiß, dass sowas bei diesem Zahnarzt kein Einzelfall war.
Wie verhielt sich die Hamburger Staatsanwaltschaft dazu? Sie hat das Verfahren eingestellt mangels öffentlichen Interesses. Das ermuntert solche "Ärzte" geradezu dazu, so weiterzumachen.
Abgesehen davon enthalten 80 % der Rechnungen, die ich bekomme, Leistungen, die ich nie erhalten, geschweige denn gewünscht habe. (Ja, das kann ich beurteilen.) Alle Privatpatienten aus meinem Umfeld berichten davon, die meisten nehmen das jedoch so hon, wollen keinen Ärger - und die Kasse zahlt ja.

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Ehemann7o 27.01.2018, 13:49
7.

Ich bin selbst privat versichert, der größte Teil meines Umfeldes gesetzlich, so dass ich die Ungerechtigkeit sehr deutlich mitbekomme. Ein Freund, auf einem Auge ohnehin blind, hat auf dem anderen Auge, das etwa 25% Prozent Sehkraft besitzt, jetzt grauen Star bekommen, der sich merkbar verschlimmert. Er wartet Wochen auf einen Augenarzttermin.
Andererseits sagte mir meine Hautärztin, die ich auch privat flüchtig kenne, dass sie ihre Praxis schließen kann, wenn die SPD-Bürgerversicherung kommt, weil sich dann (bei aktuell etwa 20% Privatpatienten) ihre Praxis nicht mehr rechnet...

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grommeck 27.01.2018, 13:50
8. Eher eine kranke Lobbyregierung!

Und eine kranke Gesellschaft, die sich ausbeuten läßt. Die Unternehmer und Konzerne stopfen sich natürlich die Taschen voll wo sie können, mit Hilfe des Lobbyismus klappt es bestens. Es zahlt der dumme Bürger.

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elCaputo 27.01.2018, 13:56
9. Warum aber?

Leidet bleibt der Artikel wieder einmal die Erklärung dafür schuldig, weshalb die PKV so viel mehr zahlen können als ihre gedetzlichen Mitbewerber. Und bzgl. der Leistungen der GKV führt der Artikel sogar gänzlich in die Irre, wenn er behauptet, es würde für gesetzlich Versicherte nach Ausschöpfung des Budgets im Quartal WENIGER gezahlt. Vielmehr wird gar nichts mehr bezahlt und die Ärzte arbeiten nur noch auf eigene Kosten. Ehrlicherweise müssten die meisten Praxen für die letzten vier Wochen des Quartals für gesetzlich Versicherte die Pforzen schließen. Die Ärzte müssten keine Heiligen sein, sondern betriebswirtschaftlich völlig wahnsinnig, wenn sie privat Versixherte nicht bevorzugten. Bei jeder Behandlung gibt es Geld, mindestens den zweieinhalbfachen Satz und ohnr große Diskussionen mit dem Versicherer. So sieht es aus.

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