Forum: Wirtschaft
Zwei-Klassen-Medizin in Deutschland: Krankes System
DPA

Die SPD kämpft für ein Ende der Zwei-Klassen-Medizin, aus gutem Grund. Denn das bisherige System ist weder für Kassen- noch Privatpatienten ideal. Wo es ungerecht zugeht - und was man dagegen tun kann.

Seite 28 von 35
Softship 28.01.2018, 13:33
270.

Zitat von Jimmy.B.
...In der PKV ist so gut wie keine "teuren Personen" mit Behinderungen oder chronischen Krankheiten versichert und gutverdienende Menschen die sich in gesunden Jahren günstig in der PKV versichert hatten, versuchen bis 50 (aller spätestens 55) in die GKV zurück zuwechseln, Möglichkeiten gibt es da leider immer noch viel zu viele.
Das stimmt nachweislich nicht. Ich bin behindert, chronisch krank und privat versichert. Und bin 64. Und abgesehen davon, dass ich nicht GKVersichert sein möchte, habe ich auch keine Möglichkeit zur GKV zurückzukehren.

Beitrag melden
Jimmy.B. 28.01.2018, 13:51
271.

Zitat von Softship
Das stimmt nachweislich nicht. Ich bin behindert, chronisch krank und privat versichert. Und bin 64. Und abgesehen davon, dass ich nicht GKVersichert sein möchte, habe ich auch keine Möglichkeit zur GKV zurückzukehren.
Dann sind/waren wie entweder Beamter (und damit neben der staatlichen Beihilfe nur Zusatzversichert in der PKV) oder ihre "Leiden" sind erst eingetreten nachdem sie bereits in der PKV versichert waren.

Für Menschen dieses Personenkreises die sich zum ersten Mal Krankenversichern müssen ist die PKV infolge von hohen Risikoaufschlägen unbezahlbar und landen daher fast ausnahmslos in der GKV.

Beitrag melden
dialogischen 28.01.2018, 13:59
272. Latrinengeschwätz

Es gibt in der GKV keine "kostenlose" Mitversicherung von Kindern oder Ehepartnern.

Man vergleiche doch bitte das pro Kopf - Beitagsaufkommen in GKV und PKV. Es liegt auf vergleichbarem Niveau.

Und übrigens sind deutlich mehr Besserverdiener in der GKV als in der PKV, bzw. Beamtenkrankenversicherung

Beitrag melden
lebowski2 28.01.2018, 14:07
273. Komisch!

"Millionen Kassenpatienten schimpfen über zu lange Wartezeiten beim Arzt,..""
Seltsam, ich habe noch nie einen dieser Millionen getroffen. Nach meinen unmaßgeblichen Beobachtungen daddeln die meisten Patienten in den Wartezimmern auf ihren Smartphones herum und was anderes machen die außerhalb der Wartezimmer auch nicht. Der Anlass der meisten Arztbesuche ist ohnehin nur, sich einen gelben Schein für den Arbeitgeber zu besorgen.

Beitrag melden
Softship 28.01.2018, 14:07
274.

Zitat von Jimmy.B.
Dann sind/waren wie entweder Beamter (und damit neben der staatlichen Beihilfe nur Zusatzversichert in der PKV) oder ihre "Leiden" sind erst eingetreten nachdem sie bereits in der PKV versichert waren. Für Menschen dieses Personenkreises die sich zum ersten Mal Krankenversichern müssen ist die PKV infolge von hohen Risikoaufschlägen unbezahlbar und landen daher fast ausnahmslos in der GKV.
Aber das ist nicht das, was Sie ursprünglich geschrieben haben. Hätten Sie gleich präzise formuliert, hätte ich auch nicht protestiert.
Und nein, ich habe keine "Leiden", sondern bin chronisch krank und behindert.

Beitrag melden
Softship 28.01.2018, 14:12
275.

Zitat von dialogischen
Es gibt in der GKV keine "kostenlose" Mitversicherung von Kindern oder Ehepartnern.
Doch. Wenn die Versicherung einer ganzen Familie genauso viel kostet wie die Versicherung einer einzelnen Person, ist die Versicherung der abhängigen Familienmitglieder "kostenlos".
Zitat von dialogischen
Man vergleiche doch bitte das pro Kopf - Beitagsaufkommen in GKV und PKV. Es liegt auf vergleichbarem Niveau.
Alles ist "vergleichbar", heißt aber noch lange nicht, dass es annäherend gleich ist.
Zitat von dialogischen
Und übrigens sind deutlich mehr Besserverdiener in der GKV als in der PKV, bzw. Beamtenkrankenversicherung
Die Wahrheit dieser Aussage hängt davon ab, wie sie "Besserverdiener" definieren.

Beitrag melden
interessierter Laie 28.01.2018, 14:16
276. das Problem liegt tiefer...

und die Politik weiß das auch. Die KV und PV sind extrem vom demographischen Wandel betroffen. Schon heute werden über 60 Prozent der Leistungen für Rentner ausgegeben. Die steigende Lebenserwartung ist ja eine Folge der besseren (aber auch teureren) medizinischen Versorgung. Und die GKV leistet sich bis heute, das Alte trotz fehlender AG-Beiträge nur den halben Satz bezahlen. In der PKV ist das nicht so und das erklärt, warum PKV-Patienten im Alter verhältnismäßig hohe Beiträge zahlen. Nimmt die Zahl der Steuer- und Beitragszahler ab, kann sich die Gesellschaft in der Breite keine so gute medizinische Versorgung mehr leisten. Rücklagen bildet nur die PKV, auch wenn die längst nicht reichen. Wenn also ein Systemwechsel statt finden soll, dann muss er vor allem dieses Problem lösen. Beispielsweise über eine gemeinsame und hinreichende Altersrücklage für KV und RV. Da sind wir allerdings spät dran. Sprich die Beiträge + Rücklagenbildung wäre sehr teuer. Alternativ wird die Bürgerversicherung in 20 Jahren nur noch eine Minimalversorgung leisten können. Wer mehr will, wird dafür privat zahlen müssen.

Beitrag melden
dunkelpeter 28.01.2018, 14:18
277. Bürgerversicherung ganz einfach:

Es gibt ein Bundesgesetz, dass der Dienstherr seiner Fürsorge-Pflicht bezüglich der Gesundheit durch Übernahme der halben Beträge zur Gesetzlichen Krankenkasse nachkommt.

Wobei Beamte, sofern über der Beitragsbemessungsgrenze, das Recht haben, weiterhin in der Privaten Krankenversicherung zu bleiben, aber dann zu den gleichen Konditionen wie ein "gewöhnlicher" Privat-Versicherter, also der Steigerung der Beiträge ins unbezahlbare im Alter.

Sollten Beamte der Meinung sein, sie hätte ja "Altersrückstellungen" gebildet, ein Selbständiger in der Gesetzlichen Rentenversicherung zahlt in der Regel gute 500,- pro Monat mehr ein, im Vergleich zu einer privaten Krankenversicherung. Diese gut 200.000,- EUR brauchen die Beamten natürlich nicht nachzuzahlen.

Bei Beamten ist die Private Krankenversicherung nur deshalb "bezahlbar", weil 80% der Kosten, die ein Versicherter verursacht, in den letzten beiden Jahren vor seinem Tod entstehen und hier auch die Fürsorge des Dienstherrn die besonders hohen Kosten direkt übernimmt.

Bei der gesetzlichen Krankenkasse sollte natürlich die heutige Beitragsbemessungsgrenze bestehen bleiben und für Selbständige, die regelmäßig unter der Hälfte der Beitragsbemessungsgrenze verdienen, sich der Beitrag am tatsächlichen Verdienst bemessen.

Was in der Gesetzlichen Krankenkasse passieren sollte ist die Abrechnung des Arztes an den Patienten, Übermittlung der Abrechnung auch an die Krankenkasse, ... Damit fällt der Verdacht weg, dass die "nicht heiligen" Ärzte (sicher eine Minderheit) bei der Abrechnung sich gerne mal ...

Beitrag melden
Jimmy.B. 28.01.2018, 14:30
278.

Zitat von interessierter Laie
und die Politik weiß das auch. Die KV und PV sind extrem vom demographischen Wandel betroffen. Schon heute werden über 60 Prozent der Leistungen für Rentner ausgegeben. Die steigende Lebenserwartung ist ja eine Folge der besseren (aber auch teureren) medizinischen Versorgung. Und die GKV leistet sich bis heute, das Alte trotz fehlender AG-Beiträge nur den halben Satz bezahlen. In der PKV ist das nicht so und das erklärt, warum PKV-Patienten im Alter verhältnismäßig hohe Beiträge zahlen. Nimmt die Zahl der Steuer- und Beitragszahler ab, kann sich die Gesellschaft in der Breite keine so gute medizinische Versorgung mehr leisten. Rücklagen bildet nur die PKV, auch wenn die längst nicht reichen. Wenn also ein Systemwechsel statt finden soll, dann muss er vor allem dieses Problem lösen. Beispielsweise über eine gemeinsame und hinreichende Altersrücklage für KV und RV. Da sind wir allerdings spät dran. Sprich die Beiträge + Rücklagenbildung wäre sehr teuer. Alternativ wird die Bürgerversicherung in 20 Jahren nur noch eine Minimalversorgung leisten können. Wer mehr will, wird dafür privat zahlen müssen.
gesetzliche Kranken- und Rentenversicherungen sind Umlagesysteme, d.h. die Beiträge die eingezahlt werden, werden auch wieder ausgezahlt, eine Ansparung/Rücklagenbildung findet nur in engen Grenzen statt.

Aber glauben sie mir, diese Systeme sind trotz Demografiewandel wesentlich stabiler und verlässlicher als kapitalgedeckte Systeme die über mehrere Jahrzehnte Millarden- und Billionensummen am Kapitalmarkt bunkern müssen. Ein Crash, eine Platzen der Immobilienblase und weg ist ein großer Teil dieser Rücklagen.

Beitrag melden
karljosef 28.01.2018, 14:36
279. Lassen wir die Beamten mal außen vor...

Wer darf in die PKV?
Derjenige, der mehr als die Beitragsbemessungsgrenze verdient bzw. einnimmt, also alternativ den maximalen Beitrag in die GKV bezahlen müsste.

Wer geht typischerweise in die PKV?
Einige werden sagen, die Leistungsträger,
ich meine, gesunde, junge, nichtverheiratete Gut- und Bestverdienende, die meinen, nicht in die Sozialkassen bezahlen zu müssen.

Und er könnte die GKV-Beträge aus der Portokasse bezahlen und locker eine zusätzlich Versicherung abschließen!

Nein, ich spreche jetzt nicht von sozialer Verantwortung, nicht von den "ach so sehr beanspruchten" starken Schultern, nicht von dem (noch existierenden) sozialen Frieden, nein, das wäre die Aufgabe der Politiker

Beitrag melden
Seite 28 von 35
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!