Forum: Wirtschaft
Zweitjobs: "Konsumlust"-Fauxpas von Arbeitsministerium löst Empörung aus

Die Zahl der Bundesbürger, die einen Zweitjob haben, ist so hoch wie nie. Das Arbeitsministerium erklärte das auch mit "gestiegener Konsumlust" - und löste damit einen Proteststurm aus. Die IG Metall spricht von Realitätsverlust.

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Tulek 12.08.2013, 18:24
70.

Zitat von mitchomitch
Bei aller Kritik an dieser Äußerung sollte man aber auch die Kehrseite der Medaille einmal betrachten: Es lastet immer mehr Konsumdruck auf den Menschen, um sich in ihrem sozialen Umfeld ein nach allgemeinen Maßstäben "normales" Leben zu ermöglichen. Smartphone, HD-TV, Internet, Pkw, Markenkleidung usw. gehören inzwischen dank allumfassender Werbung zum allgemeinen Lebensstandard; wer das nicht hat, wird schief angeschaut, gilt im besten Falle als kauzig, im schlimmsten Fall als asozial. Und um das zu vermeiden und weiter am allgemeinen Leben teilzuhaben, nehmen eben viele zwangsläufig die Strapazen eines Zweitjobs auf sich. Das ist aber mitnichten Konsumlust, sondern eher Konsumzwang.

Es ist nicht das umfeld,sondern die gesamte Gesellschaft.Gehen sie mal Jobcenter und fragen nach arbeit. Antwort: Wir schicken ihnen e-mails.Und wer bezalht mir das internet???
Wir haben einen Job für sie,aber 40km entfernt.Was??Kein Auto,wieso das denn??
Woher nehmen wenn nicht stehlen???

Man sollte von diesem "Gruppenzwang" langsam abstand nehmen (solange amn über 20 ist) und realisieren das die Leiharbeiter/zeitarbeiter die Aussätzigen des 21Jahrhunderts sind.

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linus65 12.08.2013, 18:24
71.

Zitat von sysop
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es zeigt in der Tat, was für zynische und arrogante Leute in diesem Ministerium sitzen. Aber wahrscheinlich kam die Direktive für diese Meldung von Fr. von der Leyen selber. Ist ja bestens bekannt für ihre mangelnde Kenntnis der Lebensrealität ...

Diese sieht wohl eher so aus: tats. hat die rot-grüne Regierung diesem "legalen" Steuer- und Sozialhinterziehungs"modell" Tür und Tor geöffnet. Andererseits lassen sich viele halt doch "anfixen", oft mangels Alternative (alles nur 400/450 € Jobs im Angebot), da dieses Geld eben rein NETTO fliesst. Mangelnde oder gar keine RV-Ansprüche werden geistig "verdrängt", da man ja sowieso auf den Tag leben muss (auf der anderen Seite schwelgen gleichzeitig die Politiker vom Riestern, einem Quatsch welcher sich so jemand schon 3 mal nicht leisten kann .. (sind die Politiker echt SO dumm ??)

Oftmals ist das bto für nto dann auch noch "eingepreist", d.h. der Arbeitgeber argumentiert, da es ja netto sei, könne er entspr. weniger bezahlen .... Diese Sichtweise hat sich wohl auf breiter Front durchgesetzt.
Ebenso hat sich durchgesetzt, dass meist Lohnfortzahlung und Urlaub defacto reingearbeitet werden müssen. Hier schaut die Politik zu und

NIX PASSIERT

Wohl wichtigster Faktor für den massiven Einsatz von Minijobs in vielen Branchen ist die damit mögliche Kaschierung von massiver Schwarzarbeit (z.B. Gastronomie). Auf dem Papier stehen dann 15 Wochenstdn, tatsächlich leisten die Beschäftigten oftmals das 3 oder 4-fache ab, werden (wenn überhaupt) nebenher bezahlt. NICHT ZU KONTROLLIEREN ...

Das Problem ist, dass diese Menschen später oftmals minimale RV-Ansprüche haben und so in die Grundsicherung fallen. Hier tickt eine Zeitbombe, gegen die die oftmals zitierten Beamtenpensionen ein Spaziergang sein werden.

Traurige Alternative, wie man sonst zu 400 € im Monat kommt: Ehefrau sozialversicherungspflichtig, d.h. RENTENBERECHTIGT: in Teilzeit 17 Stunden/Woche zu 12,75 (so sollte es wohl zumindest sein (Einzelhandel, tarflich), macht monatlich ca. 1055 €, macht in SK 5 erstmal 715 € nto, später gehen dann noch 3500,00 € Steuernachzahlung weg, d.h. 423,33 bleiben übrig. D.h.: für statt 7,2 Std wöchentlich nun 17 Std arbeitend, also monatl. ca. 43 Mehrstdn bleiben 23,33 €, d.h., 0,54 € für die zusätzl. Stdn .... (Abgaben 95,7 %, da sind 25 % Abschlagssteuern auf Kapitaleinkünfte einfach nur zu gerecht, entspricht wohl dem Leistungsgedanken der Konservativen ..)

eben ein Chaos... : also: WEG mit den MINIJOBS, Teilzeit/Zeitarbeit nur in begründeten Fällen, Mindestlohn regional zwischen 10,50 und 12,50 (inn. von z.B. 18 Mon., stufenweise) Auf Dumping beruhende Geschäftsmodelle haben keine Berechtigung, u.a. werden Unternehmer, welche ordentlich zahlen, durch die Gauner ruiniert .... ES WÜRDE EIN FRÜHLING DURCHS LAND gehen, der Binnenkonsum würde anspringen, Exporte/Importe-Schere reduziert. Unsinn das neoliberale Gegacker von Herrn Sinn, dann würden hunderttausende Arbeitsplätze vernichtet. "Würden" ... aber auf jeden verlorenen kämen 1,3-1,5 neue durch den erhöhten Konsum. Unternehmensgewinne dagegen sind vergleichsweise irrelevant um Konsum zu generieren.

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felixbonobo 12.08.2013, 18:25
72. kleines missverständnis

Die meisten haben diese meldung wohl so interpretiert, als könne sich dieses ministerium nicht in die realitäten sehr vieler menschen in unserem land versetzen. Hier irrt man allerdings, denn es ist exakt umgekehrt. Die meisten menschen können sich nicht in die alltagsrealität unserer "leistungsträger" versetzen, die zb. trotz chefpostens und sehr guter bezahlung noch in zig vorständen und aufsichtsräten hocken, um mit solchen "nebenjobs" noch zig tausend euro nebenbei zu "verdienen". Nicht weil man es bräuchte, sondern weil es spaß macht das der teufel immer auf den größten haufen scheisst.( Siehe uli hoeneß und dessen kleinen nebenjob) Das solche leute unser marktwirtschaftssystem geradezu fantastisch finden, wen bitte wunderts. Da von purer konsumlust zu sprechen, ist erst mal richtig.

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jaakow 12.08.2013, 18:27
73.

Zitat von mustafa20
Wenn man das Bild sieht - natürlich ... die arme Mutter, die Haferflocken isst, um die Klassenfahrt zu ermöglichen ... Wirklich? Vor dreißig Jahren wurde halt für die Leute, die eine schlechte Ausbildung hatten oder sich den falschen Partner gesucht haben und deswegen Alleinerziehend und zahlend waren, einfach in der Klasse gesammelt ... Heute kann man sich das beantragen. Das lächerliche Bild von der "hungernden" Mutter zeigt den wirklichen Realitätsverlust. Was allerdings stimmt, ist, dass die Idee des Wohlfahrtsstaats wie im Sozialismus genau das Gegenteil produziert - die Abgabenlast steigt, Arbeitsplätze werden eingespart, von der Idee dass 90% für 10% Hilfsbedürftige zahlen, entwickelt sich diese Systeme zum umgekehrten Ratio. Wie viele wohlklingende Sozialistische Systeme, die gescheitert sind, braucht man noch, bis man versteht, dass die Weg zu Hölle mit guten Intentionen gepflastert sind?
Oh, wieder einmal einer derjenigen, welcher auf den Turbokapitalismus und die vollständige Liberalisierung schwört. Wenn man zu den Gewinenrn des Systems gehört, lässt es sich natürlich an jeglichem sozialen System rummeckern.

Gehen Sie doch in die USA mit Ihrer Mentalität und schauen Sie dort mal in die Slums rein. Mal sehen, ob Sie dann noch einmal behaupten, dass jegliche soziale Hilfe "zur Hölle" führt.

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appenzella 12.08.2013, 18:27
74. optional

Warum nicht gelegentlich der Konsumbrunst nachgeben? Im Zustand der Brunst geht bekanntlich das rationale Denken gelegentlich verloren, früher hieß es SSV oder Weihnachtseinkäufe.
Und bald können wir die Lust noch vergrößern, indem wir nach dem Zweitjob den Drittjob in Angriff nehmen.
Dann arbeiten wir 24 Stunden am Tag, und nachts frönen wir unserer Konsumlust.
Nur mal so ganz nebenbei: Wie weit ist Ursula Leihen eigentlich mit der Mütterrente gekommen?
Wie, kein Geld da?
Verstehe, die nächste Rate für Hellas ist fällig, nach der Wahl natürlich.
Und in Spanien wird eisern gespart. Ab dem 20ten Stockwerk werden keine Aufzüge mehr genehmigt weil zu teuer. Jaja, so leistet jeder seinen Beitrag zum Gelingen der Europäischen Union.

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atech 12.08.2013, 18:29
75.

Zitat von mitchomitch
Smartphone, HD-TV, Internet, Pkw, Markenkleidung usw. gehören inzwischen dank allumfassender Werbung zum allgemeinen Lebensstandard; wer das nicht hat, wird schief angeschaut...
ist das so?
Ich kenne niemanden, der für ein Smartphone oder die anderen von Ihnen genannten Luxusgüter einen Minijob annehmen würde. Ausser vielleicht Studenten aus gutem Hause, die in den Semesterferien nichts besseres zu tun haben.

Die Mehrheit der Bürger, die einen Zweitjob haben, haben diesen weil das erste Gehalt für Miete, Essen, die Nachhilfe für den Nachwuchs oder eine neue Waschmaschine nicht reicht. Sagen Sie jetzt nicht, dann sollen die sich vom Amt aufstocken lassen. Manche verdienen dafür gerade zu viel. Aber für diese wirklich essentiellen Dinge leider zu wenig...nein, das ist dann keine "Konsumlust". Wenn man für das Lebensnotwendige arbeiten geht.

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-marion- 12.08.2013, 18:30
76. her mit der kohle!!!

ich bin bereit, auch einen zweitjob zu machen aber nur, wenn es einen lukativen aufsichtratposten o.ä. ist. Ich bin auch gerne bereit, hin und wieder mal ne rede bei den bochumer stadtwerken (ich machs auch schon für 10000€ netto!!) . Ansonsten bin ich heilfroh, dass ich bisher noch von nur einem job leben kann. für viele bürgerIinnen ist das leider nicht (mehr) drin und daher müssen sie sich mit 2 und mehr jobs abrackern, um einigermaßen über die rundenzu kommen.

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m.schrader 12.08.2013, 18:30
77.

Zitat von hman2
Bitte was? Als Schröder Kanzler war, forderte Steinbrück wesentlich drastischere Einschnitte als Schröder sie mittragen wollte, schon vergessen?
Genau das habe ich geschrieben. Lesen sie bitte noch einmal nach. Steinbrück würde als Kanzler niemals einen weiteren Ausbau des Sozialstaates mitmachen.

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paperbag 12.08.2013, 18:30
78. .

Zitat von sysop
Die Zahl der Bundesbürger, die einen Zweitjob haben, ist so hoch wie nie. Das Arbeitsministerium erklärte das auch mit "gestiegener Konsumlust" - und löste damit einen Proteststurm aus. Die IG Metall spricht von Realitätsverlust.
Da passt etwas nicht in das Weltbild des Spiegel und schon wird aus einer Mücke ein Elefant.

Fakt ist, dass meine Freundin seit über einem Jahr einen Zweitjob hat einfach um das Geld daraus zu verprassen. In der Regel nimmt Sie das Geld zum shoppen oder als extra Taschengeld für den Urlaub. Weder Sie noch ich sind auf dieses Geld angewiesen, aber wenn der Job Spaß macht kann durchaus auch Konsumlust zu einem Zweitjob führen.

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garfield 12.08.2013, 18:31
79.

Zitat von Zaunsfeld
Wählt ruhig weiter CDU und FDP. Dann werdet Ihr bald noch einen Drittjob brauchen, um über die Runden zu kommen. Und die Rente wird dann dennoch nicht über Hartz4-Niveau liegen.
Selbst wenn zwei Jobs nicht mehr ausreichen, werden hier immer noch welche was von Konsumlust faseln.
Das Schöne an Sprache ist jedoch, dass sie so verräterisch ist und die Denke offenbart.
Zitat von Zaunsfeld
Das ist von der Wählerschaft so gewollt. Denn würden es die Wähler nicht wollen, würden sie ja mal ihr Wahlverhalten ändern, statt weiter die olle Mutti bei der Stange zu halten.
So wie Merkel das Land sediert hat und die Schizophrenie grassiert ("Die Regierung macht nur Mist, aber Merkel ist toll.") braucht der schlafmützige Michel noch eine Weile, bis er aufwacht.

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