Forum: Wirtschaft
Zwölf Wochen vor Brexit: Britische Handelskammern melden "Wirtschaft in Schockstarre"
AFP

Am 29. März soll Großbritannien die EU verlassen - doch der künftige Status der Handelsbeziehungen ist noch immer ungeklärt. Nun schlägt die Unsicherheit auf die Konjunktur durch.

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nmare 03.01.2019, 15:59
130.

Zitat von spaceagency
"letzte Woche hat der Bundesrat den Vertragstext eines Handelsabkommens mit Grossbritannien genehmigt. Dieser soll nach Konsultation der zuständigen Parlamentskommissionen und nach Unterzeichnung durch Bern und London vorläufig in Kraft treten. Das Parlament wird wegen der Dringlichkeit erst im Nachhinein über die Ratifizierung entscheiden. Handelsvolumen von 17,5 Milliarden Franken pro Jahr Insbesondere für die Schweizer Wirtschaft geht es um viel: Das Vereinigte Königreich ist der sechstgrösste Handelspartner der Schweiz ? hinter Deutschland, den USA, China, Frankreich und Italien, aber noch vor Österreich. Insgesamt beläuft sich das Handelsvolumen auf 17,5 Milliarden Franken pro Jahr". Diese Vereinbarung tritt in Kraft, falls ein harter Brexit stattfindet. Findet ein geordneter Brexit statt ist sie nicht nötig. Ist eigentlich nicht soooooo schwierig zu verstehn....
In dem von Ihnen zitierten Absatz steht "Bundesrat den Vertragstext eines Handelsabkommens mit Grossbritannien GENEHMIGT. Dieser SOLL nach Konsultation der zuständigen Parlamentskommissionen und nach Unterzeichnung durch Bern und London VORLAEUFIG IN KRAFT TRETEN".
Das steht nichts von einem Freihandelsabkommen dass bereits unterzeichnet ist noch dass die Personenfreizuegigkeit zwischen UK und Schweiz wie vorher weitergeht.

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Pless1 03.01.2019, 16:00
131.

Zitat von cobaea
Das sollte sich niemand wünschen. Was glauben Sie, was in Nordirland los wäre, wollte jemand ein Referendum für einen Austritt aus dem UK ansetzen? Dagegen wären die "Troubles" vermutlich ein laues Lüftchen gewesen. Protestanten und Katholiken sind in Nordirland etwa gleich stark und mit den Unionists als Pro-UK und militante Vertreter des wirtschaftlich besser gestellten protestantischen Bevölkerungsteils, war noch nie zu spassen. In einem solchen Fall könnte niemand garantieren, dass die nächste IRA-Generation und die Unionist nicht aufeinander losgingen. Genau deshalb ist ja die Frage des Grenzmanagements zwischen Nordirland und Irland d a s entscheidende Problem.
Ein unregulierter Wechsel wird das UK hart treffen, sehr hart. Am härtesten von allen Briten aber wohl die Nordiren. Das Land prosperierte seit dem Karfreitagsabkommen, auch durch massive Hilfen aus Brüssel. Die fallen dann weg und London wird das nicht alles kompensieren können. Gerade die Protestanten haben, wie Sie ja richtig festgestellt haben, am meisten zu verlieren. Die jüngeren haben jetzt, nach 20 Jahren Frieden, kaum noch Verständnis für die Sichtweise der verbohrten Alten, die geprägt wurden durch Konfrontation und Terror. Werden die wirklich trotzig den Oraniern folgen? Manche vielleicht, aber ich glaube eher wenige. Andere werden wegziehen nach England, und wieder andere werden ganz opportunistisch nach Möglichkeiten suchen, die Situation zu verbessern. Und eine davon kann auch sein, dass Nordirland das sinkende Schiff verlässt, um als Teil Irlands mit massiver Hilfe aus Brüssel neue Wege zu gehen. Ich will das nicht ausschließen.

Wichtig ist bei allen Lösungsansätzen, dass keine Seite unter die Räder kommt, weder die irisch-katholische noch die protestantisch-unionistische.

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jotha58 03.01.2019, 16:01
132. anscheinend

Zitat von spaceagency
"letzte Woche hat der Bundesrat den Vertragstext eines Handelsabkommens mit Grossbritannien genehmigt. Dieser soll nach Konsultation der zuständigen Parlamentskommissionen und nach Unterzeichnung durch Bern und London vorläufig in Kraft treten. Das Parlament wird wegen der Dringlichkeit erst im Nachhinein über die Ratifizierung entscheiden. Handelsvolumen von 17,5 Milliarden Franken pro Jahr Insbesondere für die Schweizer Wirtschaft geht es um viel: Das Vereinigte Königreich ist der sechstgrösste Handelspartner der Schweiz ? hinter Deutschland, den USA, China, Frankreich und Italien, aber noch vor Österreich. Insgesamt beläuft sich das Handelsvolumen auf 17,5 Milliarden Franken pro Jahr". Diese Vereinbarung tritt in Kraft, falls ein harter Brexit stattfindet. Findet ein geordneter Brexit statt ist sie nicht nötig. Ist eigentlich nicht soooooo schwierig zu verstehn....
doch etwas schwieriger.
Lt. NZZ 20.12.2018, 13:08 Uhr; Zitatanfang:"Nach dem Brexit sollen Schweizer Staatsangehörige in Grossbritannien und britische Staatsangehörige in der Schweiz ihre bisherigen Rechte behalten." geht es um ein Freizügigkeitsabkommen, welches aber nur für den Staus Quo und nicht für Bürger gilt, die nach dem Brexit im jeweils anderen Land leben wollen.
Die Abstimmung über das Handelsabkommen, bezog sich auf den Text, nicht auf das Abkommen selbst.

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spaceagency 03.01.2019, 16:03
133. cobaea - Worte verdrehen

mit keinem Wort habe ich die Wichtigkeit der CH im Vergleich zur EU für GB auf die Waage gelegt oder dieses überbewertet. Ich habe nur auf die Vereinbarung hingewiesen und dass es wichtige Handelspartner sind, wie auch die CH einer der grössten Handelspartner der EU ist. Das ist alles. Dass dieser Hinweis ein hysterisches Wespennest ausgelöst hat ist nicht mein Problem. Diese Vereinbarung aber zeigt interessante Wege auf des Brexits und auch wie schlecht Deutsche informiert sind

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interessierter Laie 03.01.2019, 16:11
134. @aggelbagg

die Beitritte waren politisch gewollt - auch bspw. der von Griechenland zur Euro-Zone. Liberale Politiker und Ökonomen haben eher davor gewarnt und auf genau jene Probleme hingewiesen, die wir nun in Europa haben. UK aber ist einem Trend zur Kleinstaaterei anheim gefallen, dem leider sehr viele anhängen.
EU-Bashing war für deren nationale Politiker eine willkommene Ausrede für eigenes Versagen. Zudem möchten sich viele Briten immernoch als Bürger einer Weltmacht fühlen, die aber längst nicht mehr existiert. Genau das haben die Brexiteers genutzt und zwei Lügen erzählt: Erstens - der Austritt wird kein Problem. Zweitens - wir bekommen wunderbare neue Handelsabkommen. Die ist bereits geplatzt. Die zweite platzt erst nach dem Brexit. Die EU könnte und kann mit China und den USA auf Augenhöhe verhandeln. Ein britischer Gesandter bekommt einen Mitleidstermin und jedem Partner ist klar, dass sein Gegenüber jeden Deal annehmen muss. Das Ergebnis wird dem entsprechend ausfallen.

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statistic-man 03.01.2019, 16:13
135.

Zitat von spaceagency
"letzte Woche hat der Bundesrat den Vertragstext eines Handelsabkommens mit Grossbritannien genehmigt. Dieser soll nach Konsultation der zuständigen Parlamentskommissionen und nach Unterzeichnung durch Bern und London vorläufig in Kraft treten. Das Parlament wird wegen der Dringlichkeit erst im Nachhinein über die Ratifizierung entscheiden. Handelsvolumen von 17,5 Milliarden Franken pro Jahr Insbesondere für die Schweizer Wirtschaft geht es um viel: Das Vereinigte Königreich ist der sechstgrösste Handelspartner der Schweiz ? hinter Deutschland, den USA, China, Frankreich und Italien, aber noch vor Österreich. Insgesamt beläuft sich das Handelsvolumen auf 17,5 Milliarden Franken pro Jahr". Diese Vereinbarung tritt in Kraft, falls ein harter Brexit stattfindet. Findet ein geordneter Brexit statt ist sie nicht nötig. Ist eigentlich nicht soooooo schwierig zu verstehn....
Danke, dass Sie die Wiederlegung ihres Posts gleich selbst übernehmen. Bevor diese Vereinbarung in Kraft tritt, werden Schritte benötigt, die sie dankenswerter bereits zitiert haben:

- es wird Konsultationen in Parlamentskomissionen auf beiden Seiten geben
- der Vertrag müsste von beiden Regierungen unterzeichnet werden
- dann könnte er auch nur vorläufig in Kraft treten, wenn UK keine Übergangsfrist in der EU erhält
- das Parlament müsste danach noch darüber abstimmen

Die Freizügigkeit ist ein separater Fall, nicht wie Sie impliziert haben, Teil dieses Abkommens.

Somit haben Sie aber auf jeden Fall belegt, geben also auch offen zu, dass ihre anfänglichen Aussagen in Post 42
"mit der Schweiz hat GB bereits ein nahtloses Freihandelsabkommen unterzeichnet"
und
"sowohl eine gegenseitige Personenfreizügigkeit"
sachlich falsch sind.

VIelen Dank für soviel Offenheit.

Bitte korrigieren Sie der Vollständig noch die Unwahrheit mit den vermeintlich drei größten Finanzplätzen außerhalb der EU aus dem selben Post, die sie später auch noch in Post 94 wiederholt haben.
Gerne auch wieder durch einen eigenen Link.

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noch_ein_forenposter 03.01.2019, 16:18
136.

Zitat von spaceagency
mit keinem Wort habe ich die Wichtigkeit der CH im Vergleich zur EU für GB auf die Waage gelegt oder dieses überbewertet. Ich habe nur auf die Vereinbarung hingewiesen und dass es wichtige Handelspartner sind, wie auch die CH einer der grössten Handelspartner der EU ist. Das ist alles. Dass dieser Hinweis ein hysterisches Wespennest ausgelöst hat ist nicht mein Problem. Diese Vereinbarung aber zeigt interessante Wege auf des Brexits und auch wie schlecht Deutsche informiert sind
OK, UK kann Abkommen mit einzelnen Nicht-EU-Staaten abschließen. Vom großen Binnenmarkt bleiben sie nach einem harten Brexit aber immer noch ausgeschlossen. Das wird UK auf die Schnelle nicht viel bringen und ist auch nur ein Tropfen auf dem heißen Stein.

Klar, UK kann mit vielen Staaten einzelne Abkommen schließen, ist dabei aber ein viel kleinerer Partner als die EU. Das hat nur Nachteile.

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radlrambo 03.01.2019, 16:18
137. Mir kommen die Tränen

Zitat von aggelbagg
Der Brexit wäre meiner Ansicht nach ohne 2015 und die lange geduldete schlimme Situation in Calais nicht so passiert.
ich habe zwar nicht die geringste Ahnung, was denn "lange geduldete schlimme Situation" die da in Calais so passiert ist, war, vermute aber das es sich dabei um was wirklich, wirklich ganz Schlimmes und Böses gehandelt hat.

Andernfalls kann man ja sonst nicht rechtfertigen, dass man deswegen den Wohlstand einer ganzen Nation die Toilette runterspült.

Lassen Sie mich mal raten: Was könnte so böse, böse sein, um lieber den Untergang GBs freiwillig zu bevorzugen?

Atombombentests? Hungersnot? Seuchen? Kinderlosigkeit und Impotenz? Ein Kinderbuch von D. Trump?

Verraten Sie uns bitte, bitte, welche Katastrophe sich zu jener Zeit zugetragen hat...

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statistic-man 03.01.2019, 16:24
138.

Zitat von spaceagency
mit keinem Wort habe ich die Wichtigkeit der CH im Vergleich zur EU für GB auf die Waage gelegt oder dieses überbewertet. Ich habe nur auf die Vereinbarung hingewiesen und dass es wichtige Handelspartner sind, wie auch die CH einer der grössten Handelspartner der EU ist. Das ist alles. Dass dieser Hinweis ein hysterisches Wespennest ausgelöst hat ist nicht mein Problem. Diese Vereinbarung aber zeigt interessante Wege auf des Brexits und auch wie schlecht Deutsche informiert sind
Naja, Sie haben auch noch ein paar andere Aussagen getroffen, unter anderem, das Abkommen wäre unterzeichnet und es gäbe ein Freizügigkeitsabkommen zwischen UK und CH.
Aber ist ja kein Problem, durch Ihre Quellen habe Sie das widerlegt und ich finde, dazu gehört auch eine gewisse Größe, so etwas zuzugeben und zeigt, dass eine vernünftige Diskussion mit Ihnen möglich ist.

Wie gesagt, die Liste der Unwahrheiten ist noch nicht ganz komplett, wenn Sie noch die Unwahrheit mit den drei veremeintlich größten Finanzplätzen des europäischen Kontinents ausräumen könnten, wären wir dankbar.

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statistic-man 03.01.2019, 16:29
139.

Zitat von radlrambo
ich habe zwar nicht die geringste Ahnung, was denn "lange geduldete schlimme Situation" die da in Calais so passiert ist, war, vermute aber das es sich dabei um was wirklich, wirklich ganz Schlimmes und Böses gehandelt hat. Andernfalls kann man ja sonst nicht rechtfertigen, dass man deswegen den Wohlstand einer ganzen Nation die Toilette runterspült. Lassen Sie mich mal raten: Was könnte so böse, böse sein, um lieber den Untergang GBs freiwillig zu bevorzugen? Atombombentests? Hungersnot? Seuchen? Kinderlosigkeit und Impotenz? Ein Kinderbuch von D. Trump? Verraten Sie uns bitte, bitte, welche Katastrophe sich zu jener Zeit zugetragen hat...
Der Forist bezieht sich natürlich auf das Flüchtlingsdrama und ehrlich gesagt, könnte er damit recht behalten.

Vielleicht hätten 2% der Briten ihre Xenophobie unter Kontrolle gehalten und gegen den Austritt gestimmt, aber die Fernsehbilder mit Flüchtlingsmengen, die es nach UK schaffen wollten, haben dann doch dafür gesorgt, dass alles andere ausgeblendet wurde, auch den Aspekt, dass man risikiert, den Wohlstand der Nation die Toilette runterzuspülen.

Ob man das jetzt vernünftig oder unvernünftig findet, sei dahingestellt, aber natürlich KANN das diese extrem knappe Wahl beeinflusst haben ...

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