Forum: Wirtschaft
Zwölf Wochen vor Brexit: Britische Handelskammern melden "Wirtschaft in Schockstarre"
AFP

Am 29. März soll Großbritannien die EU verlassen - doch der künftige Status der Handelsbeziehungen ist noch immer ungeklärt. Nun schlägt die Unsicherheit auf die Konjunktur durch.

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rreniar 03.01.2019, 14:16
70. Kein Wunder...

...dass man in GB in Schockstarre verharrt. Für viele Unternehmen gilt eben immer noch das Prinzip Hoffnung, dass doch noch der Austrittsvertrag samt Übergangsfrist geschlossen wird oder noch besser um 5 vor 12 der Brexit noch ganz abgeblasen wird.

So manches Unternehmen kann auch nicht viel mehr als hoffen. Für fast alle Unternehmen, die auf Exporte von Waren oder Dienstleistungen in die EU angewiesen sind, bedeuten die mit einem Hardbrexit einhergehenden Kostensteigerungen dass sie dann nicht mehr konkurrenzfähig sind. Luxuswarenhersteller wie z.B. Rolls-Royce werden es überleben, viele andere werden in die Insolvenz gehen, sollte es bei einem Hardbrexit nicht sehr bald ein Handelsabkommen nach norwegischem Modell geben. All diese Unternnehmen können sich daher nicht wirklich vorbereiten, gerade mal Betriebsferien können sie ab April ansetzen. Aber Investitionen zu tätigen, wenn die Geschäftsgrundlage wegfällt ist nur weiter rausgeschmissenes Geld.

Finanzdienstleister wie Banken haben natürlich längst Niederlassungen im restlichen Europa. Vermögenswerte zwecks Haftung können auf diese auch innerhalb von Tagen übertragen werden. Auch Chefetagen sind recht mobil. Keiner kann derzeit aber sagen, wieviel Backofficeleistung bei einem Hardbrexit noch von London aus erledigt werden darf. Wievile Arbeitsplätze bei einem Hardbrexit da verlagert werden müssen ist ebenfalls völlig unklar, auch weil hier unbekannt ist, ob es nach dem ersten harten Schnitt nicht doch bald Anschlussregelungen gibt.

Ansonsten kann man zwar die Läger auffüllen um Lieferengpässe für die ersten Wochen nach dem Hardbrexit zu vermeiden. Nur mit Frischware geht dies natürlich nicht. Ein volles Lager an Rohstoffen ist für ein in die EU exportierendes Unternehmen aber auch rausgeschmisses Geld, wenn sich der Export nicht mehr lohnt.

Und auch für Retailer in GB ist es risikoreich sich das Lager vollzupacken. Bei einem massiven Absturz des Pfundes werden die Briten nicht mehr in Kauflaune sein. Einfache Lebensmittel und Medikamente werden natürlich weiterhin gebraucht, bei allem darüber ist ein volles Lager eine sehr ungewisse Wette auf die Zukunft.

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statistic-man 03.01.2019, 14:19
71. UK in der EFTA

Zitat von spaceagency
bestimmt wird es zu einer Belebung der EFTA kommen, die mit GB wieder interessant wird und auch ein anderes Europa aufzeigen kann.
Nur sieht es so aus, dass UK nicht der EFTA beitreten will, insbesondere wegen dem Widerstand von Norwegen: https://www.theguardian.com/politics/2018/dec/07/norwegian-politicians-reject-uks-norway-plus-brexit-plan

Man könnte zynisch bemerken, das Benehmen der Politiker aus UK innerhalb der EU ist offenbar nicht die beste Empfehlung für eine Clubmitgliedschaft.

Darüber hinaus würde aber auch bei der EFTA-Mitgliedschaft UK weiter in den EU-Haushalt einzahlen (vielleicht sogar mehr, da kein Briten-Rabatt mehr) und müsste die Freizügigkeit akzeptieren (steht auch im Arktiel).

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spaceagency 03.01.2019, 14:19
72. Pless1 - Minzsauce oder German Food

da muss ich lachen. Gadtronomieempfehlungen aus Deutschland? Das ist etwa so lustig wie wenn Deutsche glauben Briten seien schlechter gekleidet.

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nmare 03.01.2019, 14:22
73.

Zitat von spaceagency
mit der Schweiz hat GB bereits ein nahtloses Freihandelsabkommen unterzeichnet sowohl eine gegenseitige Personenfreizügigkeit. Die drei grössten Finanzplätze Europas befinden sich somit in GB und der EFTA, so wie die besten Unis des Kontinents. Es wird kaum so schlimm kommen wie gerne in Deutschland hysterisch heraufbeschworen
Koennen Sie da bitte mal einen Link zu posten? Ich hoere das hier im Spiegel Forum jetzt schon zum zweiten Mal, finde aber rein gar nichts dazu. Ich lebe ausserdem in GB und wuerde erwarten dass britische Zeitung darueber berichten.

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krautrockfreak 03.01.2019, 14:23
74. Gut so! Perfekt als abschreckendes Beispiel, was unkooridiniert

durchgeführte Abstimmungen bewirken können. Auch Trup kam nur so an die Macht. Die, die gegen was sind, gehen alle zur Wahl und die anderen sitzen daheim auf dem Sofa und denken, dass das ja nieeeeemals passieren kann, was nicht sein darf.
Also, hoffentlich merken sie die Konsequenzen und machen dann das Ganze rückgängig. Das muss deswegen nicht im Chaos enden, wenn man jetzt schon die Weichen stellt.

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radlrambo 03.01.2019, 14:26
75. Richtig

Zitat von isi-dor
Die Welt wird für die EU nicht untergehen. Neue Märkte ersetzen die alten.
Genauso wie der Neue Markt die Old-Econnomy in D abgelöst hat. Da brauchen sie nur an die Börse kucken:

alle Old-econnomy Firmen, wie etwa die Automobilindustrie, sind am Ende

wohin gegen die Aktien des Neuen-Marktes durch die Decke schießen: Comroad, EM-TV, SolarWorld.

Auch sind wir doch alle doof, das wir deren Aktien nicht gekauft haben und das gleiche wie dem Neuen-Markt blüht jetzt GB, dank des Brexits (irony off)

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spaceagency 03.01.2019, 14:27
76. isi-dor - das sind keine Verträge mit der EFTA

sondern bilaterale Verträge. Vielleicht meinen Sie den EWR. Das ist nicht alles ein Topf. Norwegen beispielsweise ist im EWR und in der EFTA, die Schweiz hat Verträge mit der EU, ist aber nicht im EWR aber ein EFTA Mitglied.

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noch_ein_forenposter 03.01.2019, 14:29
77.

Zitat von isi-dor
Mag sein, dass Sie Recht haben mit Ihrer harten Meinung, aber ich persönlich bin eher nicht dafür, dass man die Belogenen auch noch bestrafen sollte. Die Belogenen sollten die Lügner bestrafen und das geht am Besten mit einer ehrlichen und fairen Abstimmung. Genau deshalb wollen die Lügner das ja nicht.
Es geht doch hier nicht um Bestrafung durch die EU. Die UK-Regierung ist es, die ihre eigenen Bürger dadurch bestraft, dass sie unfähig ist, ein vernünftiges Brexit-Abkommen mit der EU zu schließen. Es kann eben nicht sein, dass man die Vorteile (Binnenmarkt) behält und die scheinbaren Nachteile (Personenfreizügigkeit) wegwirft. So ein Abkommen würde die EU zerstören, und das ist mir das UK - sorry - nicht wert.

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statistic-man 03.01.2019, 14:29
78.

Zitat von spaceagency
die gibt es schon in GB. Ob Pharma, Lebensmittel, Triebwerke. London wird auch nach dem Brexit jedem europ. Finanzplatz überlegen sein, Frankfurt sowieso. Der Wegzug aus London nach Frankfurt hält sich sehr in Grenzen...wer will da schon hin
Die britischen Produkte sind so konkurrenzfähig, dass UK ein Handelsbilanz-Defizit von 150 Milliarden EUR hat? Wow. Insbesondere Pharma ist so stark, dass die Briten für Milliarden jedes Jahr Medikamente importieren?

Das einzige, wo UK richtig stark ist, sind Finanzdienstleistungen und davon profitiert ganz massiv London. Und London war, o Wunder, sehr deutlich für den EU-Verbleib.
Wie gesagt, Zürich, Frankfurt und Luxemburg werden weiterhin ihre Dienstleistungen im Binnenmarkt anbieten können und für London steht das leider im Moment in den Sternen...

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haresu 03.01.2019, 14:32
79.

Zitat von spaceagency
mit der Schweiz hat GB bereits ein nahtloses Freihandelsabkommen unterzeichnet sowohl eine gegenseitige Personenfreizügigkeit. Die drei grössten Finanzplätze Europas befinden sich somit in GB und der EFTA, so wie die besten Unis des Kontinents. Es wird kaum so schlimm kommen wie gerne in Deutschland hysterisch heraufbeschworen
Ein Freihandelsabkommen? Ist das so? Wundert mich. Ich finde auch nichts drüber. Großbritannien darf auch gar keine Abkommen schließen, so lange es Mitglied der EU ist. Dieses Recht liegt bei der Gemeinschaft im Ganzen. Kann es sein, dass Ihr Wunschdenken ein bisschen vorgeprescht ist?

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