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Abfallquoten: Deutsches Recyclingsystem versagt beim Plastikmüll
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Die Deutschen gelten als Weltmeister der Wiederverwertung. Tatsächlich tragen wir eine erhebliche Mitschuld daran, dass die Welt am Plastikmüll erstickt - weil viel weniger Plastik recycelt wird, als wir denken.

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birdseedmusic 18.01.2019, 18:12
1. falsch!

Plastikmüll ist wertvoller Brennstoff und ersetzt fossile Rohstoffe wie Öl und Gas. Recycling ist dagegen energieaufwendig und teuer. Würde man die Mülltrennung konsequent daran ausrichten, könnte man sich den ganzen Wahnsinn darum sparen.

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starsnake 18.01.2019, 18:13
2. nicht "wir"

Ich sammle meinen Plastikmüll so gut es geht. Also sind nicht "wir" Schuld, sondern diejenigen, die nicht in der Lage sind, Duroplaste gescheit zu recyclen. Hier von "wir" zu sprechen, ist vollkommen verfehlt. Wie so oft sonst auch.

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floydpink 18.01.2019, 18:14
3.

"Tatsächlich tragen wir eine erhebliche Mitschuld daran, dass die Welt am Plastikmüll erstickt"
Tun wir nicht!
DER DEUTSCHE kann nämlich nichts dafür, dass Konzerne z.B. 5 Scheiben Käse in so Quadratmeterverpackungen
verkaufen.
Die Verursacher müssten eine hohe Verpackungssteuer berappen müssen.
Sonst ändert sich gar nix...

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Sleeper_in_Metropolis 18.01.2019, 18:20
4.

Zitat : "Hennig Wilts hält das deutsche Recyclingsystem dennoch für gescheitert. Wilts ist Abfallexperte am Wuppertal Institut für Klima, Umwelt und Energie und dort für den Bereich Kreislaufwirtschaft zuständig."

Das halte ich für eine ziemlich gewagte Behauptung. Selbst wenn beim Kunststoffrecycling noch deutlich Luft nach oben ist, so dürfte das deutsche Recyclingsystem insgesamt sehr gut aufgestellt sein. Papier&Pappe, Glas, Metall - überall erreicht man sehr gute Quoten. Aber vielleicht kann Herr Wilst ja mal das ein oder andere Land als gutes Beispiel benennen, wo es deutlich besser läuft als in D ?

Zitat : "Unternehmen müssten zudem für die Verschmutzung der Umwelt verantwortlich gemacht werden können. "Für eine leere Flasche am Strand von Myanmar muss ich denen eine Rechnung schicken können", sagt Wilts."

Und warum ? Wenn die Menschen in (in diesem Beispiel) Myanmar ihren Müll nicht vernünftig entsorgen, ist das doch nicht das Problem des (möglicherweise deutschen) Herstellers. Oder ist die Flasche in D in's Wasser geworfen und in Myanmar an Land gespült worden ? Wohl kaum.

Auch wenn es bei vielen immer noch nicht angekommen ist : Die Problemverursacher von Kunststoffmüll in den Meeren sind nicht die Hersteller in den westlichen Ländern, sondern die Mentalitäten der Menschen sowie unzureichendes Bewußtsein für Müllsammlung in vielen Entwicklungsländern. In Slums in Afrika und Asien Beispielsweise stapelt sich der mit Kunststoffmüll durchsetzte Dreck meterhoch, und gelangt von da in's Meer - zum einen, weil jeder seinen Müll einfach da fallen lässt, wo er gerade geht und steht, zum anderen, weil die Menschen dort meist andere Sorgen haben.

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senapis 18.01.2019, 18:24
5. Fehlkonstruktion

Die gesetzliche Grundlage zur Mülltrennung/ Vermeidung und Pfand-/Recyclingsysteme ist (nett gesagt) schlampig konstruiert. Warum kann ich die leere Apfelschorleflasche im Leergutautomaten los werden, aber nicht die leere Orangensaftflasche? Und wieso gibt es keine Automaten, die mir eine mitgebrachte Leer-Flasche mit z.B. Apfelsaft befüllen. Als Kind bin ich auch mit der Milchkanne beim Milchmann aufgetaucht und habe diese dort befüllen lassen. Die Hygiene ist dann eben das Nutzerproblem.

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maric001 18.01.2019, 18:25
6. Das Problem....

wird also ausnahmsweise nicht beim Verbraucher festgestellt. Das Sammeln funktioniert ja. Dass Rohöl bei der Plastikproduktion nicht besteuert wird, war mir neu. Stellt sich aber die Frage, ob eine nationale Besteuerung das Problem wie so häufig nur ins Ausland verschiebt.

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schwarzeliste 18.01.2019, 18:26
7. Click-Baiting

Reißerische Überschrift mal wieder. Wenn der größte Teil verbrannt wird, dann bedeutet das nicht, dass die Welt daran erstickt. Die Kraftwerke haben Filter und sind vorbildlich sauber. Es heißt auch nicht, dass der Plastikmüll in der Umwelt landet. Bei uns landet sehr wenig Plastikmüll in der Umwelt, im Gegensatz z.B. zu Südostasien. Der dortige Plastikmüll wird zu 99 Prozent dort lokal produziert. Wenn Plastikmüll dorthin exportiert wird, kann es sich durchaus um einen Rohstoff handeln. Da werden z.B. Pullis draus hergestellt

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joe_ 18.01.2019, 18:32
8.

Auch wenn 100% recycelt werden, soviel Parkbänke aus altem Kunststoff können wir garnicht aufstellen. Der einzig sinnvolle Weg ist, weniger zu produzieren. Aber die Industrie wirft täglich neue, überflüssige Produkte auf den Markt.

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pierrotlalune 18.01.2019, 18:35
9.

Deutschland lebt unter einer Nebelglocke durch die Politik und Wirtschaft installiert. Funktioniert wunderbar, die meisten Leute wissen ja gar nicht was sie mit ihrem Einkauf täglich an Müll mit einkaufen. Habe letztens einen Menschen getroffen, der gar Bananen in die von den Supemärkten leider immer noch angebotenen Platiksäckchen, einpacken wollte. Ich habe ihn gefragt, ob er das für nötig halten würde, da er die Schale aller Wahrscheinlichkeit nach nicht essen würde, diese würde ja schon die Banane verpacken, warum 2x. Er schaute erst etwas verwundert, holte jedoch die Bananen wieder heraus.
Es ist grausig einzukaufen, in den letzen Monaten meine ich die Ware noch mehr in Plastik eingepackt zu sein, insbesondere beim Gemüse. Das für mich unverständlichste, sog. Biogemüse ist meist in Plastik verpackt, konventionelles manchmal weniger. Allein mit der Verpackung, diese millionenfach alleine in Deutschland, macht den Biosiegel zunichte, lächerlich.

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