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Abfallquoten: Deutsches Recyclingsystem versagt beim Plastikmüll
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Die Deutschen gelten als Weltmeister der Wiederverwertung. Tatsächlich tragen wir eine erhebliche Mitschuld daran, dass die Welt am Plastikmüll erstickt - weil viel weniger Plastik recycelt wird, als wir denken.

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ulrics 19.01.2019, 05:58
140. Entstehung

Bei der Entstehung muss man ansetzen.

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thequickeningishappening 19.01.2019, 06:24
141. Ohne Zwang kein Drang

Bei vielen Produkten ist Die Verpackung teurer als Der Inhalt. Rechnet man Die Entsorgung mit ein, unproduktiver Wahnsinn. Nur Verbrennung bei ueber 1000 Grad in Heizkraftwerken mit Filtern ist geeignet CO2 ist Das kleinere Uebel gegenüber Dioxin. Recycling ist oekonomischer Bullshit!

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Häkelmütze 19.01.2019, 06:40
142.

Was kann der Hersteller dafür, dass der Endverbraucher irgendwo auf der Welt aus welchen Gründen auch immer nicht in er Lage ist, seine Plastikprüttel (etc) korrekt zu entsorgen?! Humbug, Herr Wilts.

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schmuella 19.01.2019, 06:51
143. An der richtigen Stelle ansetzen

Ähnlich wie beim Dieselfahrverbot, wird beim Plastikmüll "am Ende der Nahrungskette", nämlich beim Verbraucher angesetzt. Das ist falsch.

Zuerst sollte die Verpackungsindustrie in die Pflicht genommen werden. Kunststoff, der nicht hergestellt wird, muss auch nicht entsorgt werden. Man kann heutzutage von einer regelrechten Verpackungswut sprechen. Beispiel: Viele Säfte werden in Karton abgefüllt statt in Kunststoffflaschen. Der Staat könnte hier mit Gesetzen und Anreizen (Pfand auf alle Kunststoffflaschen) positiv Einfluss nehmen.

Zudem sollte man stärker in die Erforschung biologisch abbaubarer Verpackungen investieren, ähnlich wie es BASF mit dem Produkt ecovio getan hat.

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der_sinnlose 19.01.2019, 06:54
144. Mülltrennen mit Hirn und ansonsten bleiben lassen

ich trenne Glas und Papier. Ansonsten verweigere ich mich dem Unsinn in meinem 1-Personen Haushalt seit 20 Jahren. Ich muss sonst 4 oder 5 Tüten in die Wohnung stellen die ich nie voll bekomme. Entweder sie fangen nach 1 Woche an zu stinken oder die Tüten haben mehr Volumen als der Inhalt. neue Verordnungen machen nur EU-weit Sinn. Die Einwegplastiktüten sind im Süden Europas immer noch eine echte Plage. Und die Bevölkerung weiss das selbst und es nervt sie auch aber sie machen weiter. Jedes Brötchen kommt in eine Plastiktüte. Man könnte EU-weit Pfand auf alle Plastikflaschen und Dosen einführen. Man könnte Firmen zwingen keine nutzlosen Luftverpackungen merh zu kreiren um mehr Inhalt vorzutäuschen. Man könnte Firmen zwingen das die Verpackung ein bestimmtes Verhältnis im Bezug auf den Inhalt nicht überschreiten darf. Gemüse im Supermarkt ohne Plastik ist übrigens hochgradig ekelig. Das lose Obst und Gemüse das mit Schale gegessen wird haben gefühlt 300 Leute in der Hand geabt bevor man reinbeisst. Sowas kann man nicht mehr essen! Wenn man in den Supermärkten unverpaktes Obst will muss man Gemüsestände mit Personal einrichten wie an den Fleisch- und Käsetheken. Das muss man dann aber auch bezahlen wollen!

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Felix HAW 19.01.2019, 07:22
145. Absolut

Zitat von Sleeper_in_Metropolis
Das halte ich für eine ziemlich gewagte Behauptung. Selbst wenn beim Kunststoffrecycling noch deutlich Luft nach oben ist, so dürfte das deutsche Recyclingsystem insgesamt sehr gut aufgestellt sein. Papier&Pappe, Glas, Metall - überall erreicht man sehr gute Quoten. Aber vielleicht kann Herr Wilst ja mal das ein oder andere Land als gutes Beispiel benennen, wo es deutlich besser läuft als in D ? Auch wenn es bei vielen immer noch nicht angekommen ist : Die Problemverursacher von Kunststoffmüll in den Meeren sind nicht die Hersteller in den westlichen Ländern, sondern die Mentalitäten der Menschen sowie unzureichendes Bewußtsein für Müllsammlung in vielen Entwicklungsländern. In Slums in Afrika und Asien Beispielsweise stapelt sich der mit Kunststoffmüll durchsetzte Dreck meterhoch, und gelangt von da in's Meer - zum einen, weil jeder seinen Müll einfach da fallen lässt, wo er gerade geht und steht, zum anderen, weil die Menschen dort meist andere Sorgen haben.
Ich stimme ihnen da voll zu. Unser Abfallentsorgungssystem in Deutschland halt ich für vorbildlich, zugegebenermaßen hinkt es beim Kunststoffrecycling. Massenmäßig spielen aber auch Papier und Glas eine große Rolle und hier funktioniert es sehr gut!

Ein globaler Ansatz muss natürlich auf Müllentsorgung UND Müllvermeidung basieren. Die Müllvermeidung hingegen ist eine der großen Herausforderungen der Zukunft und in allen Belangen nicht so einfach umzusetzen. Für die Entsorgung gibt es schon viele erprobte Systeme und deswegen habe ich auch keine Verständnis, warum unter dem Aspekt "Entwicklungshilfe" nicht überall auf der Welt Systeme installiert sind. Die Müllverbrennung ist hier, auch wenns komisch klingt, die einfachste, effizienteste und umweltfreundlichste Entsorgungsform und sollte überall funktionieren. Dezentrale, kleine Müllverbrennungskraftwerke sind hier meine Idee, die die Menschen in strukturschwachen Regionen auch noch mit Energie versorgen.

Trotzdem dürfen wir uns als einer der größten Rohstoffverbraucher der Welt nicht für alles selbst geißeln. Ich halte mich und uns NICHT dafür verantwortlich dafür, dass die Meere voll mit Müll sind. Wie ein Experte neulich in NDR Info mitteilte:

90% des Mülls in den Weltmeeren gelangen über die großen Flüsse Asiens dorthin.

Und genau hier muss man als erstes ansetzen!

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Noch einmal 19.01.2019, 07:26
146. Ende mit fossilen Rohstoffen

Wir wollen keine Verpackungen aus fossilen Rohstoffen. Eine Verordnung muss her, das nur noch natürlich nachwachsende Rohstoffe bei Verpackungen Anwendung finden.
Schluss mit Plastic aus Öl.

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captain_subtext 19.01.2019, 07:26
147. Das böse Plastik

Die Hetzjagt gegen Plastik ist für den Umweltschutz in etwa so sinnvoll wie die Beimischung von Ethanol beim Ottokraftstoff. Das ist auf den ersten Blick eine ganz tolle Sache aber spätestens wenn der brasilianische Regenwald für Zuckerrohrplantagen gerodet wird, ist Schluss mit lustig. Der Einsatz von Kunststoff als Verpackung ist oft energiesparender und ressourcenschonender als die (mehrmalige) Verwendung von Glas, Papier, Holz oder Stoff. Wer mag, kann das am Beispiel Plastiktüte vs Stoffbeutel gerne googeln.

Die Rechnung von Herrn Wilt ist schlicht falsch, weil bei weitem nicht alles an Kunststoff in die Herstellung von Verpackung geht und nach Verwendung schnell entsorgt wird. Sehr viel wird auch für die Herstellung von Rohrleitungsystemen oder im Fahrzeugbau verwendet.

Zum Thema Export: was sehr gerne und viel exportiert wird sind Pfandflaschen weil hier zu 99% PET anfällt und das auch noch fast sortenrein sortiert. Daraus werden dann z.b. Kleidungsstücke gemacht. Der berühmte Gelbe Sack eignet sich leider fast immer nur zum Verbrennen.

Wer der Umwelt wirklich helfen will entwickelt kompostierbare Kunststoffe auf Rohölbasis.

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lazarus.beutelmoser 19.01.2019, 07:35
148. Komische Rechtsauffassung

Zitat:
"Für eine leere Flasche am Strand von Myanmar muss ich denen eine Rechnung schicken können"
Aha, und wenn ein Opel schuldhaft an einem Unfall beteiligt ist, muß auch der Hersteller bezahlen; vielleicht noch in Abhängigkeit von Schadstoffausstoß oder Hubraum?
So ein gequirlter Quark!!!!

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Felix HAW 19.01.2019, 07:36
149.

Zitat von hermann_the_german
Recycling macht nur dann Sinn, wenn die Qualität nicht zu sehr leidet. Kunststoff verliert mit jeden Recyceln an Moleküllänge und damit an Qualität. Ausserdem würde ich meine Lebensmittel oder Kinderschnuller nur ungern in alten Motorölflaschen verpackt bzw. daraus hergestellt wissen. Thermische Verwertung/Verbrennung ist wunderbar, da aller Hausmüll ja verbrannt werden muss in DE so weit ich weiß, aber kaum noch brennbare Bestandteile enthält. Da nehm ich als Brennstoff doch lieber altes Öl in Form von Kunststoffen als Brennstoff, anstatt frisches Heizöl oder Gas zu verwenden. Genau so was verstehe ich unter Wieder- oder Weiterverwertung. Gilt genauso für das Brennen von Blinker in der Zementherstellung. Hersteller für Müll haftbar machen, der in der Umwelt landet, ist doch Quatsch. Nach meinem Rechtsverständnis haftet der Verursacher, der Müll illegal entsorgt. Das zu verdrehen hebt das Prinzip von Schuld auf. Muss also der Ladenbesitzer künftig haften wenn er bestohlen wird, da er die Möglichkeit zum Diebstahl bietet? Ein bisschen Pragmatismus und viel weniger Ideologie täte der Diskussion um Kunststoff im Speziellen und Müll im Allgemeinen sehr gut.
Teile ihre Meinung kritiklos.
Es herrscht einfach wahnsinnig viel Unwissenheit zu dem Thema.
Mit einer sehr reisserischen Schlagzeile trägt der Spiegel nicht zur Lösung bei. Immerhin zur Diskussion.

Die vor Jahrzehnten stark kritisierte Müllverbrennung ist m.E. der wichtigste Ansatz zur globalen Lösung der Müllproblematik.

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