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Abfallquoten: Deutsches Recyclingsystem versagt beim Plastikmüll
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Die Deutschen gelten als Weltmeister der Wiederverwertung. Tatsächlich tragen wir eine erhebliche Mitschuld daran, dass die Welt am Plastikmüll erstickt - weil viel weniger Plastik recycelt wird, als wir denken.

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candido 19.01.2019, 12:09
190. Gelber Sack

Wie von einigen Foristen bereits dargelegt, ist Plastikabfall im Prinzip nichts anderes als Rohöl das den Umweg einer Verpackung o.ä. gegangen ist. Die thermische Verwertung in modernen Verbrennungsanlagen, wie sie in Deutschland betrieben werden, ist ökologisch und ökonomisch die sinnvollste Lösung. Aus diesem Grund entsorge ich grundsätzlich Kunsstoffabfälle in der Restmülltonne und nicht im gelben Sack. Wäre m.E. für alle die sauberste Lösung. Nun stehen aber hinter dem grünen Punkt gewaltige Wirtschaftsinteressen und eine mächtige Lobby .

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pjotrmorgen 19.01.2019, 12:24
191. Bei welcher Gemeinde haben Sie gefragt?

Zitat von spaceagency
als ich sah dass China keinen Müll mehr abnimmt habe ich gefragt bei der Gemeinde, was denn mit dem Müll passiert, wo das recycliert wird. Sie wussten es nicht. Dann rief ich der Verbrennungsanlage an. Er war sehr diplomatisch, sagte aber, dass die Filter perfekt wären und aus der Verbrennung Strom für 70.000 Personen erzeugt würde. Icg fragte ihn was er damit mache. Er sagte Plastic würde ausser PET in den Restmüll geben, dann wisse er was damit passiere. Das tu ich jetzt auch wieder, habe mir eine manuelle Müllpresse zur Verdichtung gekauft. Hier bezahlt man pro Müllsack. So gibt es 1 mal 35 Liter für 3 Personen pro Woche
Mit wem haben Sie gesprochen? Die Person hat sicher einen Namen, sodass Ihre unglaubwürdigen Angaben auch überprüft werden können.

Ihre unzusammenhängenden Tiraden gegen praktisch alles Deutsche beruhen meist nur auf Erfindungen und merkwürdigsten Vermengungen von Fakten, die oft einer ernsthaften Prüfung nicht standhalten.

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Lion 19.01.2019, 12:26
192. Natürlich "wir"!

Zitat von starsnake
Ich sammle meinen Plastikmüll so gut es geht. Also sind nicht "wir" Schuld, sondern diejenigen, die nicht in der Lage sind, Duroplaste gescheit zu recyclen. Hier von "wir" zu sprechen, ist vollkommen verfehlt. Wie so oft sonst auch.
Wir sind an dem Plastikdebakel Schuld! Wir wählen die Politiker, die die Gesetze erlassen, die es der Industrie erlauben, so zu handeln. Wir wählen Politiker, die sich von Lobbyisten beeinflussen lassen. Wir kaufen alles in Plastik und ignorieren die Alternativen, die es haufenweise gibt. Wir fahren weiter mit unseren immer fetter werdenden Autos um die Ecke zum Supermarkt, um dann unsere Lebensmittel in Plastik zu kaufen. Wenn es ihnen stinkt, dass man von "wir" im Artikel spricht, dann ändern Sie doch bitte ihr Verhalten: wählen Sie andere Politiker, kaufen Sie möglichst plastikfrei. Wenn die Poltiker nicht mehr gewählt werden und die Industrie ihren Schrott nicht mehr massenhaft verkaufen kann, dann wird sich etwas ändern!

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Lion 19.01.2019, 12:37
193. Unerträgliches Selbstmitleid

Zitat von ovestolz
Also sind wir 80Mio aus Deutschland schon wieder daran gescheitert das wir nicht alles gegeben haben um die restlichen Mrd. Menschen zu entlasten. Schämt euch! Aber macht ja nichts. Wir könnten ja noch schnell einige Sachen einschränken/verbieten. Wäre doch gelacht wenn wir unsere Gesellschaft nicht noch näher an den Kollaps rangieren könnten. (Fair Trade Zwangsarbeit für Obdachlose ohne Karton aus Recyclingmaterial)
Ihr Beitrag strotzt nur so vor Selbstmitleid. Nein, wir Deutschen sind nicht die Buhmänner der Welt. Von uns verlangt niemand die Welt zu retten. Wir sind insgesamt aber eine extrem wohlhabende Nation (auch wenn es hier arme Menschen gibt - aber das ist eine andere Baustelle) und mit Reichtum kommt Verantwortung und die muss man übernehmen ohne zu Jammern. Da muss man auch mal harte Selbstkritik üben, ohne gleich am Boden zerstört zu sein, dass alle anderen gegen uns sind. Und dazu gehört, dass wir mit unserem Plastikmüll unverantwortlich umgehen! Erst nach der Analyse und der Kritik ist Veränderung möglich! So ist das halt im Leben!

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7eggert 19.01.2019, 12:38
194.

Zitat von candido
Wie von einigen Foristen bereits dargelegt, ist Plastikabfall im Prinzip nichts anderes als Rohöl das den Umweg einer Verpackung o.ä. gegangen ist. Die thermische Verwertung in modernen Verbrennungsanlagen, wie sie in Deutschland betrieben werden, ist ökologisch und ökonomisch die sinnvollste Lösung. Aus diesem Grund entsorge ich grundsätzlich Kunsstoffabfälle in der Restmülltonne und nicht im gelben Sack. Wäre m.E. für alle die sauberste Lösung. Nun stehen aber hinter dem grünen Punkt gewaltige Wirtschaftsinteressen und eine mächtige Lobby .
"Aus diesem Grund entsorge ich grundsätzlich Kunsstoffabfälle in der Restmülltonne" - damit der Brennwert durch die Matsche, die auch noch dazwischen ist, gemindert wird? Oder damit das reine Plastik, was man als Grundstoff wiederverwenden kann, aufwendig neu hergestellt werden muß?

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s.p.igel 19.01.2019, 12:45
195. Auf der einen Seite werden Nahrungsmittel ...

...hoch subventioniert für die Energiegewinnung angebaut, weil das ja sooo umweltfreundlich ist, aber verdreckter Müll ist angeblich zu schade, um ihn für die Energiegewinnung zu nutzen.

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7eggert 19.01.2019, 12:48
196.

Zitat von Hajojunge
Die 0,5-Literwinzflasche vom Mineralwasser brachte wie immer 25 ct Pfand. OK. Dann versuchte ich, die leere Literflasche vom Sonderangebot des Orangensaftes zurückzugeben, ohne Erfolg. An der Kasse klärte man mich dann auf. Die Flasche ist vom Material her mindestens 4x so groß. Sollte sie etwa aus umweltverträglicherem Plastik sein? Wohl kaum. - Hier zeigt sich der ganze Schwachsinn des Pfandsystems. - Bei der Verwertung geht es dann weiter. Es gibt wohl einige Hundert verschiedene Plastiksorten. Diese lassen sich mit vertretbarem Aufwand nicht voneinander unterscheiden, zumal es da noch Verbundmaterialien gibt. Die versifften Verpackungsreste müssen dann auch noch gespült werden. Das Endprodukt ist minderwertig und nur für einfachste Anwendungen zu gebrauchen. - Die einzig vertretbare Lösung ist und bleibt die Verbrennung. Kunststoff ist de facto geronnenes Erdöl, und so wird viel Energie, z.B. für die Fernwärme hier in Berlin zurückgewonnen. Es gibt kein Hygieneproblem, Bakterien und Schimmel überleben die 1000°C nicht, und die Abgasreinigung ist längst kein Problem mehr. Es entsteht kein Mikroplastik, und das Restprodukt Schlacke kann im Straßenbau verwendet werden. - Höchste Zeit, das Thema endlich zu ent-ideologisieren und das Reizwort "Müllverbrennung" zu entschärfen.
Gespühlt wird AFAIK ohnehin, unterscheiden lassen sich die Plastiksorten einfach per IR-Spektrometer, automatisiert wird das dann per Luftdruckstoß in die richtige Kiste geleitet.

Verbundmaterialien sind sch~, aber Sch~ zu machen ist keine Entschuldigung, noch mehr Sch~ zu machen.

Kunststoff wird bei ca. 190-270 °C verarbeitet.

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Tom Malone 19.01.2019, 12:52
197. Mit den Füßen abstimmen

...genau das sollten die Menschen wieder lernen. Wenn ich in meinem Haushalt schaue, fällt auf nicht recycelbarem Müll ein derart geringer Anteil an, dass ich ihn vielleicht auf 10% schätzen würde. Wurst und Käse wird an der Frischetheke gekauft. Viele Supermärkte sind nämlich mittlerweile dazu übergangen, keine Plastikverpackung mehr dafür zu nehmen sondern Papier. So gut wie nie etwas wird bei Lidl, Penny, Aldi und Co gekauft, die bekanntermaßen keine Frischetheke haben (zumindest ist mir keine bekannt). Verpackungen für Klopapier und z.B. Spülmittelflaschen sind aus recycelbarem Material. Zahnpastatuben sind natürlich weiterhin ein Problem - zugegeben. Getränke werden, sofern möglich, in Glasflaschen gekauft (Coca Cola z.B. fängt damit wieder an. Schmeckt sowieso besser). Einwegflaschen werden gemieden wie die Pest und Dosen habe ich seit bestimmt mehr als 20 Jahren nicht mehr gekauft.
Der Verbraucher hat es in der Hand. Meidet Einweg, kauft Mehrweg wo es nur geht. Ja dann ist das Wasser eben schwerer. Es gibt ja auch Sodastream (aber da hat man sicherlich auch wieder das Problem mit den Kapseln. Da bin ich jetzt nicht so firm drin). Schmeißt eure Kaffeepad- bzw. Kaffeekapselmaschine weg und steigt um auf einen gescheiten Kaffeeautomaten. Ja die Dinger sind teuer (die guten) aber seit 2 Jahren kommen nur noch die Kaffeereste in den Müll und die recycelbaren Flaschen für den Entkalker. Ich hatte mir neulich ein Fischprodukt gekauft, was mir zukünftig nie wieder in den Haushalt kommt – Plastikverpackung in Plastikverpackung in Plastikverpackung und darum noch eine bedruckte Hochglanzpappe. Wenn „die“ (damit sind die Hersteller gemeint) merken, dass die Leute nur noch Sachen kaufen, die vernünftig verpackt sind in Materialien, die sich abbauen bzw. recyceln lassen, dann müssen „die“ sich etwas neues überlegen.
Also nicht immer die Schuld auf andere schieben, sondern bei sich anfangen.

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7eggert 19.01.2019, 12:57
198.

Zitat von hastdunichtgesehen
Seitdem der grüne Minister Trettin das Dosenpfand eingeführt hat, weil ja überall Büchsen rumlagen, mit der Auflage alles zu recyceln (dafür bezahlt der Deutsche den grünen Punkt) ist alles schlimmer geworden, wie immer bei grüne Erfindungen. Die Mehrwegquote ist drastisch gesunken und es fällt massenhatf Plastik an, der mit dem Hausmüll verbrannt wird. Totale Verarschung- nichts wird recycelt!
"Grüne" Erfindung? Fragen Sie doch mal Umweltminister Klaus Töpfer (CDU), was der von Ihrer Aussage hält, und Angela Merkel (CDU), die das Dosenpfandgesetz bestätigt hat.

Im Übrigen hatte der Michel es in der Hand, die Dosen und Flaschen wenigstens in den Müll zu werfen, und die Getränkehersteller selbst, eben mehr Mehrweg anzubieten. Man wollte aber lieber, daß die Allgemeinheit die Kosten für die Entsorgung und Reinigung trägt.

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Einhorn 19.01.2019, 12:58
199.

Zitat von candido
Wie von einigen Foristen bereits dargelegt, ist Plastikabfall im Prinzip nichts anderes als Rohöl das den Umweg einer Verpackung o.ä. gegangen ist. Die thermische Verwertung in modernen Verbrennungsanlagen, wie sie in Deutschland betrieben werden, ist ökologisch und ökonomisch die sinnvollste Lösung. Aus diesem Grund entsorge ich grundsätzlich Kunsstoffabfälle in der Restmülltonne und nicht im gelben Sack. Wäre m.E. für alle die sauberste Lösung. Nun stehen aber hinter dem grünen Punkt gewaltige Wirtschaftsinteressen und eine mächtige Lobby .
Wie man hier schön sieht gehen "gut gemeint" und "gut gemacht" oft diametral auseinander.

Richtig ist: Plastikmüll wird teilweise als Brennstoff in der Müllverbrennung eingesetzt, weil der Restmüll heute nicht mehr gut brennt, für eine hygienische Verbrennung aber eine Mindesttemperatur erreicht werden muss.
Falsch ist: Der angelieferte Restmüll wird sicher nicht tütenweise auf seinen Brennwert geprüft. Es wird Brennstoff nach Formel X (ich tippe auf Gewicht - vielleicht ist es Volumen) zugeführt und dann verbrannt. Ihr Plastikmüll versteckt im Restmüll verbrennt also unter völlig sinnfreier zusätzlicher Umwelbelastung mit.

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