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Abfallquoten: Deutsches Recyclingsystem versagt beim Plastikmüll
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Die Deutschen gelten als Weltmeister der Wiederverwertung. Tatsächlich tragen wir eine erhebliche Mitschuld daran, dass die Welt am Plastikmüll erstickt - weil viel weniger Plastik recycelt wird, als wir denken.

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hermann_the_german 18.01.2019, 18:56
30. Recycling von Kunststoff ist nur bedingt gut

Recycling macht nur dann Sinn, wenn die Qualität nicht zu sehr leidet. Kunststoff verliert mit jeden Recyceln an Moleküllänge und damit an Qualität.
Ausserdem würde ich meine Lebensmittel oder Kinderschnuller nur ungern in alten Motorölflaschen verpackt bzw. daraus hergestellt wissen.
Thermische Verwertung/Verbrennung ist wunderbar, da aller Hausmüll ja verbrannt werden muss in DE so weit ich weiß, aber kaum noch brennbare Bestandteile enthält. Da nehm ich als Brennstoff doch lieber altes Öl in Form von Kunststoffen als Brennstoff, anstatt frisches Heizöl oder Gas zu verwenden. Genau so was verstehe ich unter Wieder- oder Weiterverwertung. Gilt genauso für das Brennen von Blinker in der Zementherstellung.

Hersteller für Müll haftbar machen, der in der Umwelt landet, ist doch Quatsch. Nach meinem Rechtsverständnis haftet der Verursacher, der Müll illegal entsorgt. Das zu verdrehen hebt das Prinzip von Schuld auf. Muss also der Ladenbesitzer künftig haften wenn er bestohlen wird, da er die Möglichkeit zum Diebstahl bietet?
Ein bisschen Pragmatismus und viel weniger Ideologie täte der Diskussion um Kunststoff im Speziellen und Müll im Allgemeinen sehr gut.

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Little_Nemo 18.01.2019, 18:57
31. Zündlers Universallösung

Zitat von birdseedmusic
Plastikmüll ist wertvoller Brennstoff und ersetzt fossile Rohstoffe wie Öl und Gas. Recycling ist dagegen energieaufwendig und teuer. Würde man die Mülltrennung konsequent daran ausrichten, könnte man sich den ganzen Wahnsinn darum sparen.
Plastikmüll ist aber faktisch, da aus Erdöl hergestellt, auch ein fossiler Brennstoff und seine Verbrennung verursacht Stickoxide und giftige Abfälle.

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curiosus_ 18.01.2019, 18:57
32. So ein Unsinn

Also, von 14 Millionen Tonnen wird wohl der größte Teil verbrannt. Eine sinnvolle Verwertung, denn schließlich wird auch das Öl, aus dem Plastik erzeugt wird, weit überwiegend thermisch verwertet. Und ob man nun Öl direkt verbrennt oder zunächst mal eine Erstnutzung in Form von Plastik macht und dann dieses verbrennt ist aus Umweltgesichtspunkten fast vergleichbar.

Im Gegenteil, beim Umweg über Plastik stellt man zunächst ein nachgefragtes Produkt her, das nach Gebrauch sogar noch höchst sinnvoll verwertet werden kann (eben Öl substituiert). Wenn man z.B. Plastik durch Glas substituiert (oder durch Metall, Keramik etc.) ist die energetische Umweltbilanz inkl. Entsorgung sicher drastisch schlechter. Nur wenn man nachwachsende Rohstoffe (z.B. Holz) nimmt dürfte sie vergleichbar sein.

Der einzige Knackpunkt wäre Export mit anschließendem Freisetzen in die Umwelt. Bzgl. Export werden im Text 168 000 Tonnen pro Jahr (also gerade mal 1,2%) aufgeführt. Und auch das ohne Angabe was damit geschieht.

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GoaSkin 18.01.2019, 18:58
33.

Die Menschen möchten in der Regel verantwortungsbewusst, ökologisch und nachhaltig leben. Jedoch muss man dazu aus jedem Einkauf eine derartige Wissenschaft machen, dass man sonst den ganzen Tag nichts mehr zu tun hat, als Herstellungsvorgänge zu erörtern, deren Umweltrisiken verstehen zu wollen, um sich dann zu überlegen, was man wie in welchem Laden kauft. Faktisch unmöglich. Umweltbewusst leben lässt sich nicht mit einem gesunden Menschenverstand alleine. Das geht nicht ohne gesetzliche Bestimmungen. Das zeigen u.A. die unendlichen Diskussionen darüber, ob Plastiktüten oder Papiertüten für die Umwelt besser sind - für einen Laien ist das überhaupt nicht nachvollziehbar.

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funkstörung 18.01.2019, 18:59
34. erlebnis

mein schlüsselerlebnis :

umzug meiner freundin, hatte ca. 8 alte ölkanister im keller, ich damit zur mülldeponie wegen sondermüll, rettet das weltklima usw.

frage den mann dort wohin damit ?

der sagt zum restmüll, restmüll frage ich ?

ja sagt er.

das heißt also ich hätte die ölkanister auch in die normale mülltonne werfen können ?

schulterzucken.

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gedankensucher 18.01.2019, 19:01
35. Merkwürdige Mülltrennung

Beim Mülltrennen habe ich immer ein komisches Gefühl: die Kleinteile, die zusammengeklebten Verpackungen... Es ist kaum vorstellbar, dass das richtig wiederverwertet werden kann. Es müsste von Anfang an klare wiederverwertbare Packungen geben und andere (die dann teurer werden). Der grüne Punkt macht hier kaum Vorgaben. Plastikverpackungen sind mit Aufklebern verbunden, sicher schwer zu recyceln.Gerade habe ich Möbel ausgepackt. Styropor als Füllmaterial. Das ginge auch auf Papierbasis. Anscheinend ist das System nach den oben beschriebenen Infos dann ein teurer Witz!

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alt-nassauer 18.01.2019, 19:04
36. Mehr als nur falsch...

Zitat von birdseedmusic
Plastikmüll ist wertvoller Brennstoff und ersetzt fossile Rohstoffe wie Öl und Gas. Recycling ist dagegen energieaufwendig und teuer. Würde man die Mülltrennung konsequent daran ausrichten, könnte man sich den ganzen Wahnsinn darum sparen.
Plastikmüll wird aus Wertvollen Rohstoff Erdöl hergestellt!

Allein die Energetische Umsetzung Erdöl zu sinnloser Wegwerfware herzustellen. Erdölprodukte sollten und haben tw. bessere Funktion als "Wegwerfmaterial"

Man steckt zu dem ja noch weitere Energie herein um Erdöl zu dem zu machen was hinterher so bunt überall herum fliegt oder schwimmt.

Dann sollte man Erdöl lieber gleich verbrennen und Energie herstellen. Da aber der Abfall billiger ist, nimmt man eben diesen.

Was nicht vorhanden, kann auch kein "billiger" Ersatzstoff sein!

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ovestolz 18.01.2019, 19:04
37. Schade..

Also sind wir 80Mio aus Deutschland schon wieder daran gescheitert das wir nicht alles gegeben haben um die restlichen Mrd. Menschen zu entlasten.
Schämt euch!
Aber macht ja nichts. Wir könnten ja noch schnell einige Sachen einschränken/verbieten. Wäre doch gelacht wenn wir unsere Gesellschaft nicht noch näher an den Kollaps rangieren könnten. (Fair Trade Zwangsarbeit für Obdachlose ohne Karton aus Recyclingmaterial)

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schallmauer 18.01.2019, 19:12
38. Ja, wieder mal Ex-Weltmeister.

Langfristig bleibt nur die Mehrwegverpackung und Müllreduktion übrig.
Der Rest sollte sowieso verbrannt werden. Dazu bieten sich spezielle umweltfreundliche Plastikverbrennungsanlagen mit Strom- und Wärmeerzeugung an.
Bei einer geschätzten Restplastikmenge von 6-8 Mio. To pro Jahr lohnt sich das.
Alternativ sollten wir unsere bestehenden Müllverbrennungsanlagen so ertüchtigen, dass diese die zusätzliche Menge an Plastikmüll umweltfreundlich entsorgen und dabei weniger Brennstoff verbrauchen.
Der praktizierte Export ist so nicht mehr haltbar.

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alt-nassauer 18.01.2019, 19:12
39. Klar immer wieder das Gleiche..

Zitat von Sleeper_in_Metropolis
Auch wenn es bei vielen immer noch nicht angekommen ist : Die Problemverursacher von Kunststoffmüll in den Meeren sind nicht die Hersteller in den westlichen Ländern, sondern die Mentalitäten der Menschen sowie unzureichendes Bewußtsein für Müllsammlung in vielen Entwicklungsländern. In Slums in Afrika und Asien Beispielsweise stapelt sich der mit Kunststoffmüll durchsetzte Dreck meterhoch, und gelangt von da in's Meer - zum einen, weil jeder seinen Müll einfach da fallen lässt, wo er gerade geht und steht, zum anderen, weil die Menschen dort meist andere Sorgen haben.
Klar immer wieder das Gleiche, die anderen sind Schuld.

Nein und wenn sie es noch nicht gesehen haben. Dann machen sie mal einen Spaziergang oder eine Radtour und schauen sich Deutsche Flüsse und sogar Bachläufe an.

Was liegt darin? Deutscher Plastikmüll!!!


Was meinen sie was im Frühjahr an "Dreck weg Tagen oder Umwelttagen" an einem Tag aus solchen Bachläufen kommt oder was Stadtreinigungen wenn zuständig in Fluss nähe so einsammeln.

Mir genügt schon was am Straßenrand so liegt und was dort liegt liegt auch in UNSERN Flüssen!

Sofern haben sie Recht die Mentalität der Menschheit auf der Welt ist unermesslich dumm - überall! Nicht nur woanders, wie sie es versuchen zu erklären.

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