Forum: Wissenschaft
Abgelehnte Studie: Macho-Gutachten empört Forscherinnen
Corbis

Zwei Forscherinnen reichen eine Arbeit zur Begutachtung bei einem Fachmagazin ein - und bekommen eine mit frauenfeindlichen Sprüchen garnierte Ablehnung zurück. Inzwischen hat sich der Verlag dafür entschuldigt.

Seite 12 von 16
Das Grauen 01.05.2015, 12:53
110. Der Reviewer wird schon seinen Grund gehabt haben.

Tatsächlich ist ja eine hohe Anzahl dieser Studien wissenschaftlich sehr fragwürdig. Da wird mit haarsträubenden Interpretationen und Zahlentricksereien gearbeitet, um das ideologisch gewünschte Ergebnis zu bekommen. Z.B. bei der inzwischen wissenschaftlich widerlegten Aussage, an US-Unis wäre jede fünfte Studentin schon vergewaltigt worden. Es stellte sich heraus, daß als "Vergewaltigung" jede noch so banale Art von sexueller Belästigung gezählt worden war, die empirische Basis für ein Verallgemeinerung überhaupt nicht ausreichte, die Methodik fragwürdig war, und zudem eine völlig aus der Luft gegriffene Hochrechnung benutzt worden war. Bei der hier duskutierten Arbeit wird es sich wohl um ähnliches handeln, das würde die Reaktion des Gutachters erklären.

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smersh 01.05.2015, 12:57
111.

Zitat von zbv10
Woher wussten die Reviewer, dass beide Autoren weiblich sind? Eigentlich sind die Gutachten doppel-blind, d. h., weder die Autoren kennen die Gutachter, noch kennen die Gutachter die Autoren.
Das hängt sehr vom Gebiet ab. In den Naturwissenschaften sind Doppel-blind-Gutachten eher unüblich. Da Beiträge hier oft auf Ergebnissen aus früheren eigenen Veröffentlichungen aufbauen, können Gutachter selbst anonyme Autoren oft schnell identifizieren - es sei denn, die Autoren "anonymisieren" das Paper auch inhaltlich, worunter dessen Lesbarkeit und Motivation aber schnell leiden. PLOS verwendet offenbar kein doppelblindes Verfahren.

Zitat von
Und überhaupt: jeder halbwegs professionelle Herausgeber eines Fachjournals hätte solch ein Gutachten in den Papierkorb geworfen und einen anderen Gutachter bestellt.
Ohne Manuskript und Gutachten lässt sich das nicht beurteilen. Vielleicht sind die Zitate sexistisch, vielleicht angemessen. Die Autorinnen scheinen ja zu kritisieren, dass Frauen seltener veröffentlicht werden und als Zweitautoren mit dabei sind. Wenn die beiden nun dazu noch etwa eine Behauptung aufgestellt haben sollten in der Art, dass Artikel mit mehrheitlich männlicher Autorenschaft weniger objektiv seien, dann wäre es konsequent und angemessen den Spieß umzudrehen und die Objektivität dieses nur von Frauen verfassten Manuskripts anzuzweifeln. Solange wir aber nur die aus dem Kontext gerissenen Zitate haben, können wir uns kein Bild machen.

Für PLOS ist es aber so oder so schlecht. Dessen Professionalität wird ohnehin immer wieder diskutiert; bei fast 70% Akzeptanzrate und hohen Autorengebühren ist der Vorwurf nicht selten, dass sich hier schlechte Autoren Veröffentlichungen kaufen können. Eine Begutachtung durch nur einen Gutachter scheint auch fragwürdig.

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misterjupiter 01.05.2015, 13:01
112.

Zitat von Vex
Wissen sie was sie da eigentlich schreiben ? Es geht hier um akademische Bildung nicht um körperliche Merkmale. Wollen sie jetzt wirklich sagen das es in der akademischen Bildung biologische Unterscheide zwischen Mann und Frau gibt ? Ich bin ja selbst ein Mann und auch Biologe und wenn sie sich mal anständig informieren würden sie wissen das das weibliche Gehirn dem männlichen nicht nachsteht. Ich kann kaum glauben das man solche Andeutungen noch in der heutigen Zeit lesen muss das ist etwa das Niveau der Rassenlehre vor 75 Jahren.
Danke für den Hinweis, aber ja, ich weiß was ich da schreibe. Als Biologe sollte ihnen eigentlich der Unterschied zwischen Geschlecht und Rasse bekannt sein. Ich gehe einfach mal davon aus.

Sagt Ihnen der Begriff "Nature vs Nurture" etwas? Kurz gesagt: Genetik (als Teilgebiet der Biologie) sowie Erziehung und Umwelt beeinflussen unser Verhalten. Daher ist es sehr wohl angemessen zu argumentieren das das Geschlecht (ein biologischer Einfluss) das Verhalten einer Person beeinflusst, ebenso wie die Erziehung.

Ich denke mal das hier weder Mann noch Frau bezweifeln würden, dass ihr Verhalten jemals durch einen geschlechtsspezifischen Vorgang beeinflusst wurde. Beispiele welche das Verhalten einer Person beeinflussen sind zum Beispiel die Erektion eines Mannes in der Öffentlichkeit, die Menstruationskrämpfe bei Frauen - auch wenn das stark vereinfacht.

Ich denke es gilt heute als erwiesen, das biologische Vorgänge im Körper das Verhalten beeinflussen. Erhöte oder verminderte Serotonin-Aufnahme ist ein offensichtliches Beispiel. Es steht ihnen frei sich hier selbst zu informieren. Ich hoffe doch, sie können dem folgen.

Die rein biologische Entwicklung des Gehirns hat damit gar nicht zu tun. Es geht hier um Verhalten einer Person auf Grund des Geschlechts, nicht um deren akademische Bildung.

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Vaen 01.05.2015, 14:10
113.

Zitat von Vex
Wissen sie was sie da eigentlich schreiben ? Es geht hier um akademische Bildung nicht um körperliche Merkmale. Wollen sie jetzt wirklich sagen das es in der akademischen Bildung biologische Unterscheide zwischen Mann und Frau gibt ? Ich bin ja selbst ein Mann und auch Biologe und wenn sie sich mal anständig informieren würden sie wissen das das weibliche Gehirn dem männlichen nicht nachsteht. Ich kann kaum glauben das man solche Andeutungen noch in der heutigen Zeit lesen muss das ist etwa das Niveau der Rassenlehre vor 75 Jahren.
Was für ein Unsinn. Hier spricht niemand von Nachstehen, sondern von Unterschieden, die so oder so geartet sein können. Um wissenschaftlich genau arbeiten zu können, muss man diese in seine Analyse eben miteinbeziehen, fertig aus. Wissenschaftlichkeit darf nicht hinter der Empörung von Menschen zurückstehen, bei denen reflexartig Nazi-Vergleiche aus den Fingern springen - so wie bei Ihnen.

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blauervogel 01.05.2015, 14:13
114. @Mertrager #81

Zitat von Mertrager
Genau dieser verkrampfte Mist mit Verständnisproblemen bei der schreibenden Zunft verleidet mir den Spiegel und SPON. Das wird ja permanet ressortübergreifend abgeleiert. Erinnert an Gehirnwäsche wie bei Scientology. Peinlich ist besonders, dasz die Leserbriefe oft mehr Gribs haben, als die Artikel. Mit solcher Hartnäckigkeit kann man auch ein Blatt ruinieren.
Sie Recht, anderseits ist dieser leidige Genderkampf eben nicht nur ein Verständisproblem sondern Realität, den Frau umso mehr spürt, je weiter Sie sich im Beruf entwickeln und Karriere machen will. Es ist dabei aber nicht so, dass die Geschlechtsbenachteiligung so grobschlächtig und offen erfolgt, wie im Artikel beschrieben. Da gibt es sehr viel feinere Möglichkeiten! Aus Versehen! wird Frau im Verteiler für wichtige Memos vergessen, werden Absprachen beim Sport, in der Sauna, auf der Toilette oder wo Männer sonst noch so unter sich sind besprochen. Es ist manchmal so trivial, dass frau sich in einem schlechten Film wähnt. Ich arbeite zum Glück in einem internationalem Konzern der nicht nach deutschen Büroregeln funktioniert und bei uns wird streng auf Gleichstellung geachtet. Aber ich weiß von Freundinnen und hab e es in der vorherigen Firma selbst erlebt, wie unglaublich nervend und demütigend männlicher Selbstherrlichkeit sein kann.
Wenn Sie also dieses Themas hier überdrüssig sind, was ich aus der Sicht eines Nichtbetroffenen und erst Recht aus der Sicht der männlichen Profiteure verstehen, aber niemals akzeptieren werde, so lesen und kommentieren sie solche Artikel doch einfach nicht. Besser wäre es allerdings, wenn Sie selbst etwas zur Gleichstellung in Ihrem Rahmen beitragen würden, falls Sie dies nicht schon tun. Was ich Ihnen gerne unterstelle.

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FocusTurnier 01.05.2015, 14:23
115. Passt wie Faust aufs Auge

Zitat von Vaen
Wissenschaftlichkeit darf nicht hinter der Empörung von Menschen zurückstehen, bei denen reflexartig Nazi-Vergleiche aus den Fingern springen - so wie bei Ihnen.
Genau das stellt nämlich ein Denkverbot dar. Als politisch nicht korrekt definierte Hürden (wie zB die Betiligung von Genen an der Bildung der Geschlechter) dürfen nicht überschritten werden. Woher kommt das? Was bedeutet es, wenn Universitäten Studiengänge anbieten, die weder zu Fremd- noch zu Eigenkritik fähig sind?
Als in Norwegen die Fernsehserie "Brainwash" von Harald Eia ausgestrahlt wurde, fragte man sich das auch:

"Ich habe die Tendenz beobachtet, dass man nicht über Gene sprechen konnte, ohne als konservativ, altmodisch oder gar politisch rechts stigmatisiert zu werden. Die Leute verbinden Gene mit Rassismus."


http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/harald-eia-gegen-den-gender-mainstream-das-wurde-haesslicher-als-ich-gedacht-habe-11899907.html

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chrima 01.05.2015, 14:51
116.

Zitat von AlexB1985
wie in den Kommentaren hier habe ich lange nicht gelesen. das zeigt wie wichtig der Feminismus nach wie vor ist.. unqualifizierte Kommentare meist von Männern, die einzig und allein darauf abzielen, die gesellschaftlichen Unterschiede (gender pay gap,...) zu rechtfertigen. Frauen verdienen bei gleicher Ausbildung und gleicher Leistung weniger als Männer, bleiben für Kinder und Pflege der Angehörigen im Beruf zurück und werde dafür mit einer mickrigen Rente belohnt. da könnte ich kotzen. die Antwort auf den Artikel sind wenig wissenschaftlich..
Aber weniger unwissenschaftlich als Ihre Lüge Frauen verdienten "bei gleicher Ausbildung und gleicher Leistung weniger als Männer".
Okay, man kann darüber diskutieren, ob sie tatsächlich den Lohn erhalten den sie verdienten...

Siehe hierzu die Studie der Böckler-Stiftung nach der Frauen 30% weniger arbeiten als Männer.
Und nein, die Böckler-Stiftung ist kein pöhser Masku-Verein.

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petrapanther 01.05.2015, 15:00
117.

Zitat von brooklyner
So sehr ich dem Sexismus Vorwurf zustimme, ist Ihr Kommentar sehr einseitig. Sie glauben wohl auch noch an das Märchen, dass kleine Mädchen die Farbe Rosa nur wegen der Anerziehung bevorzugen?
Selbstverständlich ist diese Vorliebe anerzogen - vor hundert Jahren war die Farbzuweisung genau umgekehrt:

http://www.smithsonianmag.com/arts-culture/when-did-girls-start-wearing-pink-1370097/?all&no-ist

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petrapanther 01.05.2015, 15:09
118.

Zitat von chrima
Aber weniger unwissenschaftlich als Ihre Lüge Frauen verdienten "bei gleicher Ausbildung und gleicher Leistung weniger als Männer". Okay, man kann darüber diskutieren, ob sie tatsächlich den Lohn erhalten den sie verdienten... Siehe hierzu die Studie der Böckler-Stiftung nach der Frauen 30% weniger arbeiten als Männer. Und nein, die Böckler-Stiftung ist kein pöhser Masku-Verein.
Auch bei gleicher Ausbildung, gleicher Erfahrung, gleicher Branche usw. verdienen Frauen ca. 7% weniger als Männer. Das ist keine "Lüge", sondern schlicht eine Tatsache.

http://www.spiegel.de/unispiegel/jobundberuf/gender-pay-gap-warum-bekommen-frauen-weniger-lohn-a-1024229.html

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blauervogel 01.05.2015, 15:10
119. Das wahre starke Geschlecht

Zitat von edelrost
Kaum jemand wird bestreiten, daß Männer im Schnitt schneller laufen können als Frauen, und auch die jeweiligen Bestleistungen zeigen eindeutig, daß stets ein Mann den jeweiligen Rekord innehält. Es kann also vermutet werden, daß es einen Konsens darüber gibt, daß es körperliche Unterschiede zwischen Männern und Frauen gibt, die erstere tendenziell eindeutig bevorteilen. Möglicherweise gibt es ein paar Genferinnen, die anderer Ansicht sind, aber inwieweit diese ernstzunehmen sind, möge jedeR selbst entscheiden. Wenn man also annimmt, daß Unterschiede zwischen Männern und Frauen grundsätzlich nicht nur denkbar, sondern ganz real vorhanden sind, dann mag die Frage erlaubt sein, ob es nicht auch intellektuelle Unterschiede gibt. Die Antwort auf diese Frage kann zunächst nur "ja" oder "nein" lauten, wobei sich natürlich im Falle eines "ja" sofort weitere Fragen stellen, z. B. nach den Ursachen (liegt das an der Sozialisation, am Umfeld, an biologischen Gründen), doch erstmal geht es nur um einen (möglichen) Unterschied an sich. Ich vermisse bei der offensichtlich im Paper angesprochenen These, daß als Zweitautoren mehr Männer als Frauen genannt werden, die Untersuchung, ob das relativ zur jeweiligen Anzahl der aktiven Männer und Frauen betrachtet wurde. Solche Petitessen werden nämlich gerne mal unter den Tisch fallen gelassen. Ich bin Physiker, arbeite aber in einem Ingenieursfeld, und da überrascht es mich nicht, daß ich in Fachpublikation viel häufiger Männer als Frauen unter den Autoren finde. Kein Wunder, wenn man bedenkt, daß der Frauenanteil während meines Studiums vor etwa einem Vierteljahrhundert bei ziemlich genau 10% lag, bei angehenden Ingenieuren des Maschinesbaus oder erst recht der Elektrotechnik sogar noch deutlich darunter.
Ich darf Sie korrigieren: Beim Deca Ultratriathlon hält die Deutsche Astrid Benöhr den Weltrekord mit fast fünf Stunden Vorsprung vor dem Franzosen Fabrice Lucas.
Aber keine Sorge! Ich bestreite nicht dass Männer in der Regel größer und stärker als Frauen sind nur nicht schöner und klüger! Wodurch Männer aber durch ihrer stärkere Kraft tendenziell eindeutig bevorteilt seinen sollen, erschließt sich mir nicht? Außer natürlich in Situationen der körperlichen Auseinandersetzung oder wenn tatsächlich Kraft in Berufen wie Möbelpacker und ähnlichen von Vorteil ist. Also grundsätzlich eher in Situationen einer vormodernen Welt, sicher jedoch nicht in der Wissenschaft.
Auch was den Frauenanteil im Studium betrifft scheinen Sie noch in Ihren Anschauungen vor 25J? stehen geblieben zu sein. Aktuell sind 40% der Studienanfänger im Fach Physik an der Uni Oldenburg Frauen, das betrifft natürlich noch nicht alle Unis oder MINT-Fächer, aber das wird schon! In der Medizin überwiegen längst die Frauen mit ca. 70%. Woran liegt das? Frauen machen im Schnitt ein deutlich besseres Abi weil sie mindestens so intelligent wie Männer, aber deutlich zielstrebiger und sozialer sind! Wir sind tatsächlich das starke Geschlecht!

Da wir aber eben auch soziale Kompetenzen haben, werden wir in Zukunft den weniger entwickelten Männern selbstverständlich und ohne Genderdiskussion eine Männerquote einräumen.

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