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Abschluss der Uno-Naturschutzkonferenz: Die Natur stirbt - und die Welt schaut weg
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Der Planet befinde sich in einem "desaströsen Zustand", stellte das Plenum der Weltnaturschutzkonferenz fest. Obwohl es um den Schutz der Lebensgrundlagen ging, bekam der zweiwöchige Gipfel von 196 Staaten kaum Aufmerksamkeit.

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kepplerd 30.11.2018, 00:53
1. Der Planet geht den Bach runter

aber den Regierungen (besonders der deutschen) ist es ja wichtiger die Wirtschaft zu schützen. Abgasskandal? Keine Strafe für die Hersteller, Kohleausstieg? Immer langsam, man darf ja keine Arbeitsplätze gefährden. Lieber treibt man den Atomausstieg vorran, da man mit diesem Wählerstimmen aquirieren kann. Das die Chance eines GAUs in Deutschland quasi 0 ist und außerhalb der Brennstäbe keine große Umweltbelastung anfällt, wird da gerne ignoriert. Zumindest als Übergangsenergiegewinner wäre Atom wesentlich umweltfreundlicher als Kohle. Leider sehe ich nicht, dass sich die Politik mit den unsäglichen Lobyisten ändern wird. Wahrscheinlich müssen Klimawandel und Umweltverschmutzung erst so stark werden, dass dies auch die Wirtschaftsziele besagter Großkonzerne gefährdet, bis endlich ernsthaft eingegriffen wird. Leider wird es dann wohl zu spät sein um noch groß Einfluss zu nehmen. Momentan sind alle großen Umwelt-und Klimagipfel leider ein schlechter Witz: schön die eigenen Bemühungen preisen und dann Abkommen abschließen, die gut aussehen aber nicht das Papier wert sind auf dem sie stehen. Despoten wie Trump, die den Klimawandel für eine Legende halten, sind nur die Kirsche auf der Torte des Schreckens. So geht die Welt zugrunde und alle sehen zu.

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thapa3 30.11.2018, 05:38
2. Ökomusterland Deutschland?

Soll das ein Witz sein? In Deutschland stehen weniger als 4% der Fläche unter Naturschutz (Quelle: BfN), also nur ein Viertel der geforderten Fläche. Und selbst 15% wären bei weitem nicht genug um die biologische Vielfalt zu schützen. Realistischer wäre da eher 30% oder mehr.
Selbst die Naturschutzgebiete sind ja alles andere als unberührte Natur -- da muss ja nur Ackerland drum rum sein und schon fliegen Pestizide durch die Luft und Nitrate ins Grundwasser.
Allerdings sind wir bei der Flächenversiegelung TOP: mehr als 12% der Gesamtfläche Deutschlands sind mittlerweile "Siedlungs- und Verkehrsfläche", und damit weitgehend versiegelt.

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quatermain4000 30.11.2018, 06:30
3. Und die Welt schaut weg?

Alle fuer gleichermassen schuldig zu erklaeren zu wollen, wie in dem Artikel suggeriert, entschuldigt nur die Schuldigen. Vor dem Hintergrund der Piketty Studien ueber weltweite Ungleichheit, finanziell, wirtschaftlich und politisch, dann sind es vielleicht gerade mal 50.000 Entscheidungstraeger weltweit die die wirtschaftspolitische Entwicklung, und damit die Umweltpolitik lenken. Die umweltzerstoererische Wirtschaftspolitik, bei gleichzeitiger Renaissance des Faschismus und dem Wiederentstehen einer staendig wachsenden Oligarchenschicht haengen ursaechlich zusammen. Und dieser Zusammenhang zeigt sich nicht nur darin wie wirtschafts- sozial und -umweltpolitische Prioritaten und Gesetzgebungen gesetzt werden, sondern auch in der Art und Weise wann und wie ueber darueber berichtet wird. So wird es in den Nachrichten systematisch vermieden das was als Massstab fuer wirtschaftschaftspolitischen Erfolg gilt und in Zusammenhang mit der oekologischen Katastrophe zu setzen. So als haette das Eine mit dem Anderen nichts zu tun. Und damit schafft man den Mythos der schicksalhaften Unausweichlichkeit des menschlichen Versagens, anstatt die Entscheidungen und die Entscheidungstraeger zu hinterfragen und zur politischen und juristischen Verantwortung zu ziehen.

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spon_2999637 30.11.2018, 06:53
4.

Zitat von kepplerd
Abgasskandal? Keine Strafe für die Hersteller, Kohleausstieg? Immer langsam, man darf ja keine Arbeitsplätze gefährden. Lieber treibt man den Atomausstieg vorran, da man mit diesem Wählerstimmen aquirieren kann.
Ähm - der Atomausstieg ist nun nicht gerade "Wirtschaftsförderung", da laufen ja wohl auch noch Klagen von Eon&Co.

Und nicht zu vergessen: Damit werden Arbeitsplätze geschaffen - die KKW müssen schließlich in den nächsten 50-100 Jahren demontiert, zerlegt, zwischen- und endgelagert werden. Das ist aufwändiger und teurer als der gesamte Bau und Betrieb der Anlagen! "Strahlenmüllentsorgungsberater" - schöne Umschulung für Braunkohletagebaukumpel....

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norgejenta 30.11.2018, 06:53
5. Die Hälfte der Erde

als Schutzgebiete? Das ist sportlich.. Im übrigen denke ich können wir uns sämtliche Konferenzen sparen, wenn nicht endlich einmal das Grundübel all dieser Zerstörung angepackt wird. Die Überbevölkerung dieses Planten. Konrad Lorenz hat das schon in seinem bekannten Buch "Die Totsünden der Menschheit" beschrieben. Solange dieses Problem nicht einmal angesprochen wird, geschweige den versucht wird es zu lösen, können wir uns den Rest sparen, siehe Mülleinsammeln, weniger Autofahren, keine Flüge und so weiter. Da ist unser "Abgasskandal" so was von unwichtig... Die Musik spielt in China, Indien, Nigeria, Philippinen, Brasilien..

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traumglauben 30.11.2018, 07:03
6. Es ist nach Zwölf...

und nicht 5 vor. Mikroplastik im Fisch, Pestizide und Herbizide im Gemüse und Obst. Insektensterben in riesigem Ausmaß. Schadstoffe in der Atemluft im steigen begriffen, Niedrigwasser und ausgedörrte Felder. Politiker, die das alles leugnen. Hinzu kommt, Kinder glauben an die lila Kuh und haben von Flora und Fauna keine Ahnung mehr. Vielleicht sollten die Fernsehanstalten auf dämliche Realityshows verzichten und die Natursendungen von Jaques Cousteau, Grzimek und anderen wiederholen, damit alle endlich mitkriegen, was hier alles verloren ging und geht - am besten Aufnahmen von heute zum Vergleich zeigen. Mögicherweise kann man so zumindest das Bewußtsein schärfen. Ansonsten jedem bewusst machen, dass so die nächste noch größere Flüchtlingswelle auf uns zu rollt. Die Hoffnung stirbt zuletzt.

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dirkcoe 30.11.2018, 07:12
7. Natur- und Klimaschutz

haben das gleiche Problem. Sie sind für Politiker wichtig für Sonntagsreden, für Wahlkämpfe und für Interviews. Aber damit endet auch das Interesse - passieren tut nichts. Wir geben uns der Illusion hin, irgendwie wird es schon gehen, aber das bleibt eine Illusion. Ein bis zwei Generationen lassen sich die Folgen vielleicht noch halbwegs verdrängen - aber dann ist Schluss. Nein wir haben keine Ersatzerde. Folgende Generationen werden voll betroffen sein - aber bis dahin sind unsere Politiker von heute ja längst Geschichte.

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noch_ein_forenposter 30.11.2018, 07:47
8. Bei einigen Aussagen bin ich ja bei Ihnen

Zitat von kepplerd
aber den Regierungen (besonders der deutschen) ist es ja wichtiger die Wirtschaft zu schützen. Abgasskandal? Keine Strafe für die Hersteller, Kohleausstieg? Immer langsam, man darf ja keine Arbeitsplätze gefährden. Lieber treibt man den Atomausstieg vorran, da man mit diesem Wählerstimmen aquirieren kann. Das die Chance eines GAUs in Deutschland quasi 0 ist und außerhalb der Brennstäbe keine große Umweltbelastung anfällt, wird da gerne ignoriert. Zumindest als Übergangsenergiegewinner wäre Atom wesentlich umweltfreundlicher als Kohle. Leider sehe ich nicht, dass sich die Politik mit den unsäglichen Lobyisten ändern wird. Wahrscheinlich müssen Klimawandel und Umweltverschmutzung erst so stark werden, dass dies auch die Wirtschaftsziele besagter Großkonzerne gefährdet, bis endlich ernsthaft eingegriffen wird. Leider wird es dann wohl zu spät sein um noch groß Einfluss zu nehmen. Momentan sind alle großen Umwelt-und Klimagipfel leider ein schlechter Witz: schön die eigenen Bemühungen preisen und dann Abkommen abschließen, die gut aussehen aber nicht das Papier wert sind auf dem sie stehen. Despoten wie Trump, die den Klimawandel für eine Legende halten, sind nur die Kirsche auf der Torte des Schreckens. So geht die Welt zugrunde und alle sehen zu.
aber Kernkraft als umweltfreundlicher als Kohle zu bezeichnen ist - sorry - völliger Unfug. Mag sein, dass die Chance für einen GAU in Deutschland quasi 0 ist. Gleichzeitig wäre der Schaden aber auch quasi unendlich. Und jetzt?

Abgesehen davon muss der Dreck später auch ewig gelagert werden. Wo? Weiß bis heute kein Mensch.

Nö, der Atomausstieg war sinnvoll und bitter notwendig und hat mit der Klimaerwärmung erst einmal gar nichts zu tun.

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niroclean 30.11.2018, 07:56
9. ...leider...

...hat sich die Welt auf Bevölkerungswachstum, steigenden Konsum und darauf basierendes Wirtschaftswachstum eingestellt. Das bedeutet in gleichem Maße Verlust an Natur und natürlichen Ressourcen sowie Verschmutzung der Umwelt. Was nützt die Wiederansiedlung vom Wolf wenn ein Großteil der Insekten mittlerweile verschwunden ist? Symbolische Augenwischerei!

Profiteure des Wahnsinns sind dabei in der Hauptsache multinationale Großkonzerne und die reichsten der Welt. Denen ist es offensichtlich egal das sie damit die Lebensgrundlage der Menschen auf Dauer vernichten werden. Tröstlich ist nur, das die Erde den Menschen abschütteln wird und sich in entsprechend langen Zeiträumen mit einer Regeneration andere Spezies diese Erde wohl zurück erobern werden.

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