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Abstürze der Boeing 737 Max: Welche Rolle spielten die Piloten?
REUTERS

Bei der Untersuchung der beiden Abstürze der Boeing 737 Max wird es auch um die Verantwortung der Piloten gehen. Das problematische Assistenzsystem MCAS wäre per Hand auszuschalten gewesen - hätten die Crews das wissen müssen?

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foerster.chriss 20.03.2019, 19:13
60.

Im Artikel steht selbst, ohne MCAS kann ein zu starkes Hochziehen die Strömung abreißen, und zum Absturz führen. Hätten die Piloten das System nun ausgeschaltet, UM DAS FLUGZEUG NACH OBEN ZU ZIEHEN, und vermutlich noch stärker als sonst, weil die Nase nach unten zeigte, wäre in dem Szenario auch ein Absturz möglich gewesen. Insofern sollte man schon um die neuen Flugzeugeigenschaften wissen, und sie trainieren. Oder einen besseren Flieger bauen.

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leftwing 20.03.2019, 19:15
61. ich wiederhole mich gerne.

ja, die piloten hätten es wissen müssen.
die anweisung hierfür ist seit November 2018 bekannt. und diese ganze schreibere hier vonwegen schulung und training etc. es sind 2, ja 2 unterbrecher(circuit breaker=sicherungen) die gedrückt werden müssen. 2 simple knöpfchen die auch hinreichend beschriftet sind. das kann doch jeder normale mensch ohne schulung begreifen, der jeden tag sein cockpit vor augen hat. und software, ja software ist genau das was der namen sagt "weiche ware". würde mal gerne wissen, wieviele der foristen hier ein microsoft betriebssystem im einsatz haben, dass wohl jeden schon das eine oder andere mal, mit tollen fehlermeldungen und abstürzen beglückt hat. wer von ihnen hat sich den bei ms beschwert ob dem ganzen mist der in dieser software ist, schätze mal keiner, das wird hingenommen und auf's nächste, ja was wohl, UPDATE gewartet. herr lass hirn regnen.

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TS_Alien 20.03.2019, 19:16
62.

Bei autonom fahrenden Autos werden auch die absurdesten Unfälle passieren. Die Technik kann nicht denken und auch nicht auf alle denkbaren Situationen vorbereitet sein.

Letztens ist in meinem Auto mein Notbremsassistent aktiv geworden,
d.h. er hat mich gewarnt, weil ich durch eine enge Kurve in einer Häuserschlucht gefahren bin. Wenn ich nicht etwas Gas gegeben hätte, wäre ich vermutlich abgebremst worden.

Ein unterstützendes System wie MCAS sollte so konzipiert sein, dass es sein Eingreifen dem Piloten meldet. Es sollte weiterhin den Befehlen des Piloten nachgeordnet sein, vor allem dann, wenn die Nase des Flugzeugs bereits bedenklich nach unten zeigt oder die Oberfläche der Erde bedrohlich näher kommt.

Da Boeing für MCAS nur einen Sensor abfragt (welchen eigentlich?), der offensichtlich noch nicht einmal redundant ausgelegt ist, muss man von einer lächerlichen Fehlkonstruktion sprechen. So etwas darf Profis nicht passieren. Offensichtlich hat auch niemand der Verantwortlichen gegen MCAS votiert. Menschen mit Rückgrat sucht man in einigen Bereichen vergeblich.

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ollifast 20.03.2019, 19:20
63. Die Diskussion ist voll daneben

Bitte eines vor Augen halten: Zumindest der Lion Air Absturz wäre ohne das schrottige MCAS sicher nicht geschehen. Es gibt keine, aber auch gar keine Rechtfertigung, ein System, das einen Eingriff in die Flugsteuerung tätigen kann, der potenziell sehr gefährlich sein kann, ohne die vorgeschriebene Redundanz in der Sensorik zu konstruieren.

Und dieser Schrott stammt aus US Seattle und nicht von den angeblich so unfähigen Drittweltpiloten.

Nochmal: Ohne diese Fehlkonstruktion wären sicher (!) ganz viele Menschen noch lebend.

Und ich halte es für völlig daneben, wenn klar feststeht, und das dürfte im Fall Lion Air der Fall sein, dass bedingt durch einen schweren Konstruktionsfehler das MCAS einen Eingriff getätigt hat, den es niemals hätte tätigen dürfen, das wegzuspielen und das angeblich nicht schnelle Reagieren der Piloten als Fehler hervorzuheben. Vielleicht hätte Mr. Superman das hingebracht. Aber ich möchte mal den schlauen Spiegel Redakteur sehen, wenn er am Steuer ist und so ein System verrückt spielt, wie der reagiert.

Nur mal so: Die mechanische Trimmung dürfte von Ende zu Ende rund 250 Umdrehungen brauchen, davon unterhalten wir uns hier von sicherlich 100 nötigen. Einfach mal selber bitte an einem kleine Rad mit Widerstand probieren, wie lange das braucht.

Klar ist: Es werden jetzt ganz viele PR Agenturen beauftragt, weil das womöglich billiger ist, als den Fehler einzugestehen. Übliche US Methode. Aber der Spiegel sollte sich auf dieses Spiel nicht einlassen, das ist völlig unwürdig.

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wassolldasdenn52 20.03.2019, 19:24
64. Training am iPad? Was ist das denn?

"In manchen Fällen wurden die Piloten lediglich mit einer Stunde Trainingsprogramm am iPad geschult."

Wenn man um die Situation, warum das MCAS integriert ist, weiß, dann hätte es auch in den Flugsimulatoren aufgenommen werden müssen und alle Piloten ausgiebig damit schulen müssen. Da ist die grobe Fahrlässigkeit, die Boeing zur Last gelegt werden muss und weshalb die Ursache und damit Schuld einzig und allein bei Boeing liegt! Hier nicht ausreichend geschulte Piloten in die Verantwortung drücken zu wollen, das geht ins Kriminelle, denn die werden durch Verlust ihres Lebens mehr als genug gestraft! Ganz zu schweigen von den Hinterbliebenen! Hinzu kommen die Einträge der Piloten, die von Boeing offensichtlich nicht ernst genommen wurden. Ein weiterer Punkt, der Boeing in der Verantwortung dieser beiden Unglücke bestätigte. Da gibt es nichts dran zu deuten.

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willibaldus 20.03.2019, 19:25
65.

Zitat von Besserwissser
Ob ein Pilot das Verhalten, daß die Maschine gezeigt hat , eindeutig auf den Eingriff des MCAS zurückfuhren kann und somit zu dem Schluss kommen kann das man es auschalten muss. Und wenn das MCAS dann aus ist , wie hat man dann weiterzufliegen ?, da müste es ja andere Flugregeln geben, sonst bräuchte es da MCAS gar nicht.
Bei dem ersten Absturz wussten die Piloten nichts von dem MCAS System. Sie haben offenbar mit dem System gekämpft ohne zu wissen was nicht stimmt.
Der Autopilot war natürlich aus, wenn der Pilot am Steuerhorn arbeitet, geht der automatisch aus.
Das automatische Trimmsystem bleibt online. Daß das selbstständig solche Eingriffe macht, wußten die Piloten nicht.
Auch die zweite Crew war sich offenbar nur der Alarmmeldungen über Höhe und Geschwindigkeit bewußt.

Wenn man an den Copiloten übergibt, dann bekommt das MCAS offenbar das Signal von dem AoA Sensor auf der Copilotenseite, was wahrscheinlich in Ordnung war. Dann hätten die Piloten aber immer noch den Trimm von Hand auf neutral kurbeln müssen, denke ich.
Das gleiche bei Abschalten des Autotrimmsystems. Da werden die Piloten ebenfalls den Trimm von Hand auf neutral drehen müssen.

Genausogut kann es sein, daß die Piloten von all den Alarmmeldungen überfordert sind und nicht auf den richtigen Gedanken kommen. Die Tagesform entscheidet manchmal.

Fahrlässig von Boeing ist es, daß das System sich auf einen Sensor verläßt und das Flugzeug in den Boden rammt, während es die Info bekommt, daß es stallt (zu steil angestellt ist, wobei die Strömung abreisst mit folgendem Absturz).
Wenn der Sensor richtig anzeigt, dann kommt die Meldung "Flugzeug zu steil angestellt, Strömung reißt ab". Die Gegenmaßnahme dafür ist, die Nase zu senken und mehr Schub geben, was in dem Fall das Flugzeug rettet. Wenn der Sensor in der falschen Stellung festgefroren ist, rammt der Flieger in den Boden.

Das Flugzeug hat zwei dieser Sensoren, einen auf Pilotenseite, einen auf Copilotenseite und das MCAS nimmt immer nur einen davon. Warum macht die Software keinen Plausibilitätscheck, also vergleicht die Anzeigen beider Sensoren? Wenn da eine Differenz sein sollte, weiß das System nicht mehr, was richtig ist und übergibt an den Piloten, der vielleicht mehr Infos hat. So wird das üblicherweise gehandhabt, warum hier nicht?

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willibaldus 20.03.2019, 19:28
66.

Zitat von mullertomas989
Man stelle sich vor, die Maschine ist im Landeanflug und nur noch 50 Meter über der Landebahn. In diesem Moment macht ein Sensor plötzlich eine fehlerhafte Meldung und das MCAS zieht die Nase runter....... Dann bleibt den Piloten vielleicht noch eine (!) Sekunde, um das Problem zu erkennen und dann die Trimmung auszuschalten. Das ist unmöglich!
Das System ist für den Start nicht die LAndung. Bei einer Landung besteht nicht die Gefahr das Flugzeug zu überziehen.

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flow-tschi 20.03.2019, 19:32
67. Durchschaubar

diese Taktik. So ein Flugzeug darf nicht in dieser Form auf den Markt! Des Weiteren hat Boeing offensiv damit geworben, dass die Piloten für diesen Flugzeugtyp keine zusätzliche Schulung brauchen!

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willibaldus 20.03.2019, 19:35
68.

Zitat von novasun
Sorry aber genau das kann zu solchen Tragödien führen. Mal davon ab - kann man denn zentral die unterstützenden Systeme abschalten - oder muss man das im Zweifel je System machen? Falls letzteres müssen die Piloten jedes System kennen....
Das sollten die Piloten. Wenn sie nicht wissen was los ist, sollten sie auf komplette Handsteuerung umstellen. Es ist ein Passagierflugzeug und hat damit stabile Flugeigenschaften, auch die 737 Max 8. Der nutzbare Korridor beim Start ist vielleicht etwas schmaler als bei der alten 737, aber bei Tageslicht und normalem Wetter muss das für einen Piloten ein Klacks sein.

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snoxx 20.03.2019, 19:40
69. Natürlich ist nicht NUR Boeing schuld.

Für den Lion Air Absturz gilt natürlich eine 100% Verantwortung bei Boeing - insbesondere auch weilSie das System ja wohl selbst zertifiziert haben.
Aber beim zweiten Absturz muss analysiert werden wie Ethiopian die Informationen aus dem Lion Air Absturz verarbeitet hat. Ich würde erwarten das der Typverantwortliche bei Ethiopian die Informationen zum Lion Air Absturz genau analysiert hat und entsprechende Informationen an die Crews weitergegeben hat. Nur wirkt es dann sehr verstörend wenn die Crew bei ganz ähnlichem Verhalten nicht handeln kann.
Das ist kein Freispruch für Boeing nur muss in Sicherheitskritischen Umfeld immer mehrgleisig gefahren werden und JEDER Mus seinen Beitrag zur Sicherheit leisten.

Was das Ethiopian ist eine sichere Airline angeht. Ethiopian stand im Jahre 2018 auf Platz 97 von 100 im Jacdec Sicherheitsranking. Sprich es gab nur 3 - darunter Lion Air auf 99 - unsicherer "große" Fluggesellschaften.

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