Forum: Wissenschaft
Absturz zweier Boeing 737 Max 8: Boeing hat sich Sicherheitssystem offenbar selbst ge
The Boeing Company

US-Behörden haben die umstrittene Software, die zu zwei Flugzeugabstürzen geführt haben soll, offenbar nur oberflächlich geprüft. Einem Medienbericht zufolge segneten Boeing-Mitarbeiter das MCAS-System ab.

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Bertram Anderer 15.05.2019, 14:33
10. Everlast

Am Ende ist immer der Aufsichtsrat schuld. Dieser versteht es aber auf das beste (schließlich haben die Herren lange Erfahrung aus der Praxis) den Vorstand indirekt zu Maßnahmen zu drängen die hochriskant sind. Geht es gut, wie meistens, klopfen sich alle auf die Schultern. Haut es mal nicht hin dann wird die Schuld nach unten verteilt. Daher gibt es in den Vorständen immer mehr Anwälte und Controller und immer weniger "product guys". Das Ziel ist immer das "minimum viable product" das so billig und so profitabel ist wie es nur irgendwie geht. Gerne auch auf Kosten des (doofen) Kunden und seiner Sicherheit. Muss ja keiner fliegen, oder ? Selbst schuld. Dieser Trend wird weiter gehen und sich verschärfen, allen Gegenmaßnahmen zum Trotz.

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guidomuc 15.05.2019, 14:35
11. Das Problem...

ist nicht nur das MCAS sonderm die durch die großen und weiter vorn angebrachten Triebwerke. Dadurch ändert sich die Aerodynamik in bestimmten Flugzuständen auf fatale Weise. Das MCAS sollte dies abmildern. Aus meiner Sicht ist der Jet eine Fehlkonstruktion, die nicht hätte genehmigt werde dürfen.

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AxelSchudak 15.05.2019, 14:47
12. Das Problem ist die FAA

Das Hauptproblem ist doch, dass die FAA Flugzeuge nicht wirklich prüft, sondern sich auf Treu und Glauben den Herstellerinformationen verschreibt.

Damit ist eigentlich JEDES durch die FAA zugelassene Flugzeug unzuverlässig und ungeprüft - für die Startberechtigung im Ausland sollte man eine FAA-Zulassung zumindest nicht mehr gelten lassen.

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HCG 15.05.2019, 14:49
13. Wie wäre es eigentlich mit....

...1,8 Milliarden Strafe für jeden Toten bei den durch Boeing verursachten Abstürzen? So wie die deutsche Fa Bayer bestraft werden soll für angeblich durch Roundup ausgelöstem Krebs. Bei Boeing ist der Fall ja wohl völlig eindeutig. Aber werden amerikanische Gerichte eine amerikanische Firma abstrafen? Oder muss nur ein kleines Licht aus der unteren Etage bei Boeing in den Knast? Oder wird blos eine Rüge ausgesprochen? Bin mal sehr gespannt!

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a.forrer 15.05.2019, 14:51
14. Endlich Rücktritt?

Warum der CEO von Boeing noch nicht zurückgetreten ist verstehe ich nicht. Das Unternehmen ist schlecht geführt, zuerst die 737 MAX mit vielen toten, dann anscheinend ein sehr mangelhaftes Qualitätsmanagement in einem Werk in den USA. Warum in den Medien und der Politik keine Rücktrittsforderungen erhoben werden ist bedenklich. Nicht einmal von den sonst so mächtigen Aktionärgruppen, die viel Geld durch die Situation verloren haben, kommt so eine solche Forderung. Der Kapitalismus ist ausser Rand und Band. Der normale Bürger zahlt dies wie hier sogar mit dem Tod.

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dat-gibbet-doch-nitt 15.05.2019, 14:54
15. Unbegreiflich!

Spätestens nach dem ersten Absturz hätte bei Boeing alles Alarmglocken klingeln müssen! Der Leiter der Qualitätssicherung ist dem CEO normalerweise direkt unterstellt, damit niemand aus unteren Ebenen etwas zurückhalten kann. Wenn man dann aus Angst vor den Konsequenzen (Grounding der Flotte!) die Analyse der Ursachen auf die lange Bank geschoben hat, ist das mehr als fahrlässig. So ein gravierendes Thema ist Chefsache. Wenn das bei ihm nicht gelandet ist, stimmt was mit der Organisation oder der Kultur nicht!!

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sikasuu 15.05.2019, 14:57
16. Das Vertrauen in die FAA ist im Eimer!

Zitat von biesi61
Das Vertrauen in US-Flugzeuge ist damit dahin!Schlimmer können die Zustände auch in einer Bananenrepublik nicht sein. Trump hätte mit dem Aufräumen der extrem lebensgefährlichen Missstände in seiner Heimat mehr als genug zu tun. Seine verlogenen Stänkereien gegen Iran und China sollen vermutlich nur davon ablenken! Wir sollten ihm den Gefallen nicht länger tun und alle seine Provokationen entschieden zurückweisen.
Das Herstellen "krumme Wege" vorziehen, wenn es um Milliarden geht, ist vermutbar.
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Das staatlich Prüfungs- & Kontrollistanzen aber ihren Job nicht solide machen, ist unverzeihbar.
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Die FAA WAR mal eine Ikone der Luftfahrt. Da ist wohl jetzt vorbei.
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Wieder ein Steinchen mehr, das die U-SA deklassiert & den Rest der Welt wohl dahin bringt, viel intensiver Handlungen & Produkte aus diesem Land kritisch zu sehen & zu prüfen.
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Ist schon nachdenkenswert, das Boeing selbst den "dicken Ast" auf dem sie mal saßen durchgesägt hat:-(
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Wird wohl Jahrzehnte dauern, bis das verspielte Vertrauen wieder aufgebaut ist!

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erlachma 15.05.2019, 15:05
17.

Zitat von les2005
Es sollte eigentlich hinreichend bekannt sein, daß die astronomischen Summen, zu denen amerikanische Gerichte in den unteren Instanzen gelangen, regelmäßig in den Folgeinstanzen wieder kassiert werden. So sicherlich auch im Falle Monsanto. Insofern sollte man die ersten Gerichtsurteile zu Monsanto nicht zu ernst nehmen. Allerdings ist davon auszugehen, daß im Falle Monsanto über den Zeitraum von 30 Jahren erheblich mehr Opfer als 300 zu beklagen wären, falls man denn zu dem Schluß gelangt, daß das Mittel krebserregend ist/war. Aber im Umkehrschluß gilt auch, daß sich Boeing sicherlich auch auf astronomische Klagen einstellen kann.
Kassiert ja, aber nicht immer gesenkt. VW hat einen Vergleich über 20 Milliarden abgeschlossen, was sie sicher nicht gemacht hätten, wenn sich nicht abgezeichnet hätte, dass es sonst noch erheblich teurer wird.

Sowohl bei Monsanto als auch bei Boeing steht noch aus, ob das jeweilige Problem die alleinig ausschlaggebende Ursache war. Bei Roundup widersprechen sich die Studien eklatant im Resultat, und bei Boeing gibt es immerhin Vermutungen, dass es wirklich alleinig an der Software gelegen haben könnte.

Das Ausschlaggebende, warum es keine hohen Strafen für Boeing geben wird, ist aber etwas anderes: es waren nur 8 Amerikaner, die ums Leben gekommen sind. Andere Nationalitäten zählen für amerikanische Gerichte nicht, im Gegenteil, da werden eher dann internationale Gerichte nicht anerkannt als eine Strafe gezahlt. Einzige Ausnahme ist die EU, wo Firmen wie Google oder Microsoft tatsächlich mal zahlen mussten.
Hier müsste sich schon die EU einmischen, oder auch China, und ein pauschales Boeing-Flugverbot im jeweiligen Luftraum einführen, bis die Strafen bezahlt sind, wenn es denn mal welche gäbe.

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dachbodenstradivari 15.05.2019, 15:06
18. Normales Prüfverfahren

Dass die Zulassungsbehörden die geforderten Nachweise nicht im Detail prüfen, ist nicht ungewöhnlich. Im Gegenteil: Es wäre der Zulassungsbehörde weder personell noch fachlich möglich, alle Details tatsächlich fachlich zu prüfen oder glaubt hier jemand, dass Mitarbeiter einer Behörde fachlich in der Lage wären, ein modernes Verkehrsflugzeug in seiner gesamten Komplexität prüfen zu können?
Die Vorgehensweise ist daher (in Europa) so, dass Nachweise im Zulassungsprozess von Entwicklungsingenieuren erstellt werden. Die fachliche Prüfung übernehmen die sogenannten Musterprüfingenieure des Entwicklungsbetriebs. Die Musterprüfleitstelle des Entwicklungsbetriebes kontrolliert letztlich, ob die festgeschriebenen Verfahren eingehalten wurden und stimmt sich im Zulassungsprozess diesbezüglich mit der Zulassungsbehörde ab. Die Behörde muss zuvor das vom Entwicklungsbetrieb erstellte Prüfverfahren absegnen und kann einzelne Nachweise stichprobenartig prüfen und darauf bestehen, bei wichtigen Nachweistests anwesend zu sein (z.B. Belastungsversuche).
Sollte ein Luftfahrt-Entwicklungsbetrieb sich nicht an die festgelegten und genehmigten Verfahren halten, riskiert er seine Zulassung.

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hp22 15.05.2019, 15:08
19.

Habe ich das richtig verstanden? Der Hersteller entscheidet selbst für wie sicherheitsrelevant er ein System hält und davon abhängig ist dann, wie streng durch die Behörden geprüft wird? Warum liegt diese Einstufung nicht bei den Behörden?

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