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Abwehr von Asteroiden: So soll der Weltuntergang verhindert werden
ESA Science Office / DPA

Millionen Asteroiden rasen durch das All. Irgendwann könnte ein größerer Himmelskörper die Erde treffen. In Washington spielen Forscher die Folgen durch - und erarbeiten, wie ein Einschlag abzuwenden wäre.

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Markstein 03.05.2019, 14:12
60.

Zitat von Beat Adler
Es sollte moeglich sein ein Raketen-Triebwerk am Brocken zu "befestigen" und dann zu zuenden, um ihn aus der Einschlagsbahn zu lenken. Versuche des Anklammerns von Sonden an Brocken im Weltall fanden bereits statt. Das kann noch stark verbessert werden. Es sollte bei Apophis in ein paar Jahren 1:1 geuebt werden. mfg Beat
Von mir auch das. Aber die Masse die da verändert soll wirkt schwer es geht um riesige Energie. Und wenn man mit Triebwerken versuchen will, sollte man es auch können. Dazu gibt es aber bislang nichts. Alles was wir haben sind Atomraketen in Silos für eine schnelle Reaktion, mehr nicht. So sieht das denn auch die deutsche Planet Defense.

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schwerpunkt 03.05.2019, 14:53
61.

Zitat von Beat Adler
Sehr gut, wenn etwas nicht einfach ist: Die Herausforderung anpacken. Schliesslich lassen sich einfache Sachen auch vom Hilfspersonal erledigen;-) Investitionen in die Robotik und Automation in der Raumfahrt sind sehr venuenftig investiertes Geld, Die Sonde kann an Apophis andocken, wenn er noch in moeglichst weiter Entfernung zur Erde ist, was einer realistischen Uebung in der Abwehr von Asteroiden naeher kommt. mfG Beat
Durchschnittlich alle 100.000 Jahre (oder so) wird die Erde von einem Brocken mit etwa 100Meter getroffen. Die Wahrscheinlichkeit, dass er dabei eine Gegend trifft, in welcher Menschen gefährdet werden liegt bei (sagen wir mal) 10%. Somit läge die Wahrscheinlichkeit, dass Menschen innerhalb der nächsten 12 Monate von so einem Ding getroffen werden bei 1 zu 1Mio.

Wer würde diese Herausforderung annehmen und die entsprechen Mittel bereitstellen so eine Mission umzusetzen? Das Geld ggf. von anderen Raumfahrt-Projekten abziehen um so ein massives Programm zu starten, dessen Erfolg aktuell noch mit dem Prädikat "zweifelhaft" geschönt wäre und mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit in den nächsten 100 Jahren niemals Einsatz fände?

Ich glaub von keinem Parlament der Welt würden Sie dafür Geld bekommen, außer es gäbe konkrete Anhaltspunkte, dass so ein fall in den nächsten Jahrzehnten eintritt.
Als Apophis vor ein paar Jahren entdeckt wurde, war die Chance dass er die Erde trifft, bei stattlichen 4%. Mit besserer Kenntnis seiner Flugbahn sank dies wieder auf annähernd 0. Würde man nun aber einen Asteroiden entdecken, welcher mit gleichbleibend hoher Wahrscheinlichkeit (> 10%) innerhalb der nächsten 30 Jahre die erde trifft, wäre das wohl durchaus ein Motivationsverstärker für so ein Projekt.
Das Problem:
Man kennt Flugbahnen nie exakt, so dass es immer eine Wahrscheinlichkeit zwischen 0 und 100% angegeben werden kann. Aber den langen Vorwarnzeiten nie 100%. Insofern kann man auch nicht mit beliebiger Genauigkeit vorhersagen, ob eine Beeinflussung der Flugbahn die Wahrscheinlichkeit einer Kollision nicht noch erhöht anstatt verringert.

Der größte Witz wäre ja, wenn so ein Programm mit Abermilliarden Dollar aufgebaut würde und dann, wenige Jahre nach Fertigstellung der Technologie und Hardware, so ein Ding trotzdem ohne Vorhersage einschlägt.

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escherischiacoli 03.05.2019, 15:00
62. Korrektur

eine Foristin hat zu Recht angemerkt, dass ein 100m Asteroid auch über Wasser nicht unbemerkt niedergeht. Das war missverständlicha ausgedrückt, sorry! Ich meinte die kleinen Meterbrocken (oder noch kleiner), die schöne Feuerbälle erzeugen aber tatsächlich dann als handliche Steine unten ankommen :-)
Ansonsten sehe ich keinen Gegensatz zu "Klima retten", da gibt es keine Oder- Verknüpfung. Teleskope zur Überwachung des Weltraums sind nicht so teuer, ein automatisiertes Teleskop in der Grössenordnung 0,5 m Spiegel kostet ein paar Zehntausend Euro.

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Markstein 03.05.2019, 15:16
63. Genau so macht man es aber.

Zitat von schwerpunkt
Durchschnittlich alle 100.000 Jahre (oder so) wird die Erde von einem Brocken mit etwa 100Meter getroffen. Die Wahrscheinlichkeit, dass er dabei eine Gegend trifft, in welcher Menschen gefährdet werden liegt bei (sagen wir mal) 10%. Somit läge die Wahrscheinlichkeit, dass Menschen innerhalb der nächsten 12 Monate von so einem Ding getroffen werden bei 1 zu 1Mio. Wer würde diese Herausforderung annehmen und die entsprechen Mittel bereitstellen so eine Mission umzusetzen? Das Geld ggf. von anderen Raumfahrt-Projekten abziehen um so ein massives Programm zu starten, dessen Erfolg aktuell noch mit dem Prädikat "zweifelhaft" geschönt wäre und mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit in den nächsten 100 Jahren niemals Einsatz fände? ... Der größte Witz wäre ja, wenn so ein Programm mit Abermilliarden Dollar aufgebaut würde und dann, wenige Jahre nach Fertigstellung der Technologie und Hardware, so ein Ding trotzdem ohne Vorhersage einschlägt.
Wenn man es geschickt aufzieht, könnte man so durchaus einen weiteren Gott, Asteroiden-Gott, neben dem CO2-Gott erschaffen. Die Zutaten würden passen, namentlich Angst, Weltuntergang, Lösungs-/Erlösungsverkauf. In der Tat geht es genau um solche Töpfe, sich darum bildende daran labende Forschung und Wirtschaft. Genau so macht man das und genau so ist es mit dem CO2 passiert; dort inzwischen bis zu dem Punkt, dass nichts mehr hinterfragt und nur noch gefordert wird bis rein in die Kindergärten und Schulen.

Allerdings halte ich diese Asteroiden tatsächlich für eine konkrete Gefahr, im Gegensatz zum CO2, als lediglich einem möglichen Klimafaktor von sehr vielen ibs. solchen, die überlagernd wirken.

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waldschrat_72 03.05.2019, 18:21
64. Wenn er denn nur rechtzeitig entdeckt wird !

Prinzipiell funktioniert das impact-Szenario sehr wahrscheinlich schon. Wenn der Schlag denn nur energiereich genug geführt wird. Und genügend Vorwarnzeit bleibt. Insbesondere bei der Absicherung entsprechender Vorwarnzeit bin ich aktuell jedoch eher skeptisch. Nur eines ist zu 100% sicher: irgendwann ist wieder ein signifikant gefährlich großer Himmelskörper auf sicherem Kollissionskurs zur Erde. Das kann schon morgen sein. Oder erst in 30 Millionen Jahren.

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Ökofred 03.05.2019, 20:01
65. Experte?

Zitat von Markstein
Wenn man es geschickt aufzieht, könnte man so durchaus einen weiteren Gott, Asteroiden-Gott, neben dem CO2-Gott erschaffen. Die Zutaten würden passen, namentlich Angst, Weltuntergang, Lösungs-/Erlösungsverkauf. In der Tat geht es genau um solche Töpfe, sich darum bildende daran labende Forschung und Wirtschaft. Genau so macht man das und genau so ist es mit dem CO2 passiert; dort inzwischen bis zu dem Punkt, dass nichts mehr hinterfragt und nur noch gefordert wird bis rein in die Kindergärten und Schulen. Allerdings halte ich diese Asteroiden tatsächlich für eine konkrete Gefahr, im Gegensatz zum CO2, als lediglich einem möglichen Klimafaktor von sehr vielen ibs. solchen, die überlagernd wirken.
Sie sind Klimaexperte und Astronom? Gut, dass wir Leute wie Sie haben, die uns sagen was wichtig ist! Wo haben Sie denn in letzter Zeit veröffentlicht? Können Sie die Liste posten?

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heiko90 03.05.2019, 22:12
66. Große Sorgen, kleine Sorgen

Denkt man darüber nach wieviele Zufälle über einen enorm langen Zeitraum zu unserer Lebensform erst geführt haben, macht es einen traurig, wenn man begreift wie schnell hier auf der Erde wortwörtlich das Licht ausgehen könnte. Wir hauen uns hier Gegenseitig die Köpfe ein, Religiöse und Extremistische Fanatiker töten Unschuldige, wir saugen das letzte bisschen Ressourcen aus dem "Pale Blue Dot", verschmutzen die Welt mit Plastik, Chemie und Atommüll. Dabei ist unserer Aufgabe zu überleben, dazu gehört es zum Einen verantwortungsvoll mit der Erde umzugehen. Zum anderen jedoch auch in die Zukunft zu schauen, d.h. in den Weltraum zu schauen. Denn die Menscheit wird irgendwann den Schritt wagen müssen, um sich weiter zu verbreiten. Man kann nur hoffen, dass wir (und hunderte Generationen nach uns) uns nicht selbst den Boden unter den Füßen wegziehen.

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Peer Pfeffer 04.05.2019, 14:46
67. What abour ... Whataboutism?

Zitat von burgundy
Kann denn dieses Thema noch von Bedeutung sein angesichts des bevorstehenden Klimatodes? Sollte man sich nicht lieber intensiver damit beschäftigen?
Nehmen wir an, es regnet bei Ihnen zu Haus rein UND Sie haben Kakerlaken im Haus. Wurden Sie sich dann nur einem der Probleme widmen?

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jamguy 05.05.2019, 20:30
68.

Zitat von rainerwäscher
Tatsächlich besteht zu unseren Lebzeiten die reale Gefahr eines Einschlags. Die kommt dann zustande, wenn der 2029 mit nur 38000 km Entfernung an der Erde vorbeifliegende ca. 300 m große Asteroid durch das Schwerefeld der Erde so weit abgelenkt wird, dass er bei der nächsten Begegnung 2036 die Erde trifft. Da sich entsprechende Aktivitäten der Weltraumbehörden nicht verheimlichen lassen, sprich man von Simulation und Planspielen.
Der schlägt im Bogen ein wegen der Gravitation und 38000 tausend Kilometer is nix je größer die Masseist.

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Phi-Kappa 26.06.2019, 21:00
69. Hilflos

Es geht nicht nur um die Vorwarnzeit, die viele Jahre wenn nicht Jahrzehnte betragen müsste, sondern auch um die Zeit, die es braucht, einen geeigneten Abwehrkörper zu entwickeln, zu bauen und auf den Weg zu bringen. Viel zeitaufwändiger aber wäre noch die Reise zum Ziel: Wie lange war z. B. Rosetta unterwegs? Über 10 Jahre! Das heißt, wir müssten die Bedrohung mindesten 20 Jahre vor dem zu erwartenden Einschlag feststellen! Das ist so gut wie unmöglich, soferne es sich um ein noch nicht bekanntes Objekt handelt. Was diesen berühmten "Schwerkraft-Traktor" betrifft, der allenthalben als das Gelbe vom Ei präsentiert wird! Man kann nicht einfach ein Raumschiff neben einem Asteroiden parken und die Schwerkraft tut das ihre. Das Fahrzeug würde von der viel größeren Schwerkraft des Asteroiden laufend zu ihm hingezogen werden und müsste dieses durch Zünden seiner Triebwerke immer wieder ausgleichen. Da ein solches Raumfahrzeug aber bekanntlich nur sehr begrenzte Mengen an Treibstoff mitführen kann, wäre dieses Spiel rasch vorbei. Man bedenke auch die Größenverhältnisse: Ein 300-Meter-Brocken hätte eine Masse von etwa 50 Milliarden kg, der Abwehrkörper hätte ein Zehnmillionstel dieser Masse! Nee, so wird das nix! In Wahrheit stünden wir einer solchen Bedrohung völlig hilflos gegenüber!

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