Forum: Wissenschaft
Afrikanische Schweinepest: Hunderttausende Wildschweine sollen sterben - wofür?
REUTERS

Erschießen, vergiften, aushungern: Jäger sollen großflächig Wildschweine töten, damit sich die Afrikanische Schweinepest nicht nach Deutschland ausbreitet. Tierschützer haben Zweifel, ob das hilft.

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geri&freki 17.01.2018, 21:19
40. Hauptsache - draufhauen!

Zitat von hermannbote
Na, endlich haben Tierschützer wieder etwas zu beanstanden! Ich frage mich, ob es überhaupt noch etwas gibt, das Tierschützer, BUND und vergleichbare Institutionen nicht bemeckern! Selbstverständlich ist die Wildschwein-Population viel zu groß: Also reduzieren! Bei nicht heimischen Tierarten ist es besonders schlimm: Weltweit gibt es Erfahrungen, welchen Schaden eingeschleppte Flora und Fauna anrichten kann: Die sogenannten Natur- und Tierschützer sind immer gegen Bekämpfung. Irgendwann ist der Schaden dann so groß, dass man die Verursacher nicht mehr eindämmen kann.
Wenn Sie nur den Hauch einer Ahnung hätten, dann wüssten Sie, dass Naturschutzarbeit heute zu einem erheblichen Teil darin besteht, die Ausbreitung invasiver Arten zu verhindern oder zumindest einzudämmen. Allerdings nicht alleine mit jagdlichen Mitteln - was namentlich bei eingeschleppten Pflanzen - etwa der Herkulesstaude - auch wenig brächte.
Aber um Differenzierung und die Unterscheidung von Grautönen geht es Ihnen bei Ihren pauschalen Schüssen aus der Hüfte ja ohnehin nicht. Sondern vielmehr darum, sich mal wieder nach Herzenslust auskotzen zu können...!

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Licht aus ! 17.01.2018, 21:20
41. Es ist wie immer bei Tierseuchen ...

... solange der Mensch nicht infiziert werden kann, sind Impfstoffe unwirtschaftlich. Das massenhafte Töten von Tieren, die betroffen sein könnten, ist deshalb schlicht eine Marktbereinigungsmaßnahme, denn die Seuchenkassen ersetzen ja den entstandenen Schaden. So werden die Marktpreise halbwegs gehalten.
70% Abschussquote von Sauen, wie von Landwirtschaftsfunktionären gefordert, sind völlig illusorisch, wie jeder verständige Jäger weiß - und in der Jagdpraxis völlig unvereinbar mit der deutschen Waidgerechtigkeit (auf die wir ja zu Recht sehr stolz sind). Wenn Jäger so zu Schädlingsbekämpfern verkommen, ist es bald generell vorbei mit der Jagd, wie wir sie kennen und schätzen.
Was die ASP betrifft, so sind die Verbreitungsursachen nicht monokausal: Auch Wölfe schlagen wehrloses, weil krankes Wild, und können es durch ihre weiträumigen Wanderungsbewegungen den Virus erheblich schneller verbreiten als die relativ standorttreuen Schweine.
Und für die massenhaft explosionsartige Vermehrung der Sauen sind nicht die Jäger verantwortlich sondern die großagrarriellen Strukturen mit z.B. Energiemaisanbauflächen, die die Lebensbedingungen der Wildschweine massiv progressiv befördern.
Und zu guter Letzt: Wildhändler nehmen, wenn überhaupt, Wildschweine z.Zt. zu einem Kilopreis von ca. 0,30€ an. Wer will da noch Schweine jagen, zumal die grobe (rote) Arbeit dabei noch am Jäger hängen bleibt?

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HH1960 17.01.2018, 21:40
42. Überreaktion aus rein wirtschaftlichem

Interesse.

Die Schweinebauern wird es früher oder später sowieso erwischen. Durch die Massentierhaltung und den Einsatz von Antibiotika werden die Bestände immer anfälliger für Viren denen dann nichts mehr entgegengesetzt werden kann. Ich habe für diese Art des Geschäfts kein Verständnis und sollten die Betriebe pleitegehen auch keinerlei Mitleid. Wer so verantwortungslos handelt wie die Agrarindustrie sollte pleitegehen.

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Aberlour A ' Bunadh 17.01.2018, 21:46
43. Industrielösung

Warum nicht einfach den Vireneintrag in der industriellen Massenproduktion verhindern? Fabrikzutritt nur im Ganzkörperkondom nach Durchlauf einer Dekontaminierungsschleuse. Und das Problem ist gelöst. Vor einigen Tagen gab's mal ein Fernsehbericht diesbezüglich und der verantwortliche Schweineproduzent hatte das Fernsehteam nur nach dieser Prozedur in die Stallungen gelassen. Als Vorbeugemaßnahme. In der pharmazeutischen Industrie oder der Mikrochip-Produktion müssen auch strenge Hygienevorschriften beachtet werden. Warum nicht auch hier?

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duplomat 17.01.2018, 22:07
44. diese nonchalance der bauern(interessen)vertreter regt

zu einer anderen Idee an: einfach 95% des für heimischen Verbrauch überflüssigen Masttierbestandes keulen. Damit hat man auch sofort eine Risikominimierung erzielt. Brilliant.
Mit dieser Idee habe ich kein bisschen mehr einen an der Waffel, als der DBV Lautsprecher.

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ociv 17.01.2018, 22:22
45. Jäger sind ebenfalls besorgt

Interessant ist, dass Bauernverbände und Politik die Reduzierung von 70% der Bestände fordert... Vorab gesagt, dies ist schlicht nicht möglich! Durch die extreme Nutzung von Mais für Biogasanlagen wurde eine derartige Vermehrung der Schwarzkittel erst möglich. Dieses Problem ist zum größten Teil ein hausgemachtes Problem der Landwirte. Nun sollen wir Jäger dafür Sorge tragen, dass es auf der anderen Seite kein wirtschaftlicher Schaden entsteht? Ich und der Großteil der Jägerschaft in Deutschland sehen sich nicht als ,,Schädlingsbekämpfer“ für den Bauernverband oder die Politik. Ich befürworte eine waidgerechte Jagd auf Schwarzwild um den Bestand zu regulieren und die Schäden in Grenzen zu halten. Einen Abschuss auf dem Rücken der Jägerschaft, wie hier gefordert lehne ich jedoch ab!

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Überfünfzig 17.01.2018, 22:34
46. Was sich schon heute.....

....abzeichnet und die Lage der Wildbestände noch weiter verschärfen wird, das es heute bzw. in der Zukunft nicht mehr die Anzahl an Jäger geben wird, um den ständig weiter wachsenden Bestand noch regulativ unter Kontrolle bringen zu können. Grund ist einmal die Altersstruktur der Jäger, dann die teure und zeitaufwendige Pacht und das Jagdscheinrecht, sowie naja das Image der Jagd durch die moralische Überhöhung in Sachen Tierschutz und -recht. Wie auf anderen Felder, wo mit jungen Nachwuchs die ehrenamtliche Dienste geleistet werden, sieht es bei der Jagd in der Zukunft nicht besser aus. Es wird wohl darauf hinauslaufen, das die Gemeinden dann hauptberufliche Jäger beschäftigen müssen und die Bejagungszeit weiter ausgedehnt werden muß.

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thoms1957 17.01.2018, 22:47
47. Blanker Aktionismus

Letzten Winter war es die Vogelgrippe - nein das klang unseren Lobbyisten in Politik und Landwirtschaft zu harmlos : Es war DIE GEFLÜGELPEST. Und alle Hobbygeflügelhalter mussten ihre paar Hennen halten wie in den Hochsicherheitstrakten der Batterieanlagen. Sicherheitsschleusen, Einmalkleidung, Desinfektion. Trotzdem hats einige Großbetriebe erwischt. Eintragsquelle Mensch. Mittlerweile ist der Wildvogelbestand weitgehend immun. Und so ist es jetzt wie ein Dejavu. Jetzt kommt die Schweinegrippe pardon: SCHWEINEPEST! Nicht die absurd hohen Schweinebestände in absurd großen Anlagen mit keimfreiem Milieu dürfen als Pronlem benannt werden. Nein, es sind die Wildschweine. Wie immer in der Vergangenheit wird der Bestand sich an das Virus anpassen und weitgehend immun werden. Durch massenhaften Abschuss wird das Virus allenfalls verlangsamt. Im Gegensatz zu Batterieschweinen ist das Fleisch von Wildschweinen im übrigen weitgehend frei von Medikamenten und anderen MasthilferückständeDn. Die eigentliche Verbreitung dürfte durch mitgebrachte Wurstwaren entlang der Autobahnen erfolgen. Die ist nicht aufzuhalten. Risiko Mensch. Die Wildschweine können nichts dafür.

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walter_de_chepe 17.01.2018, 22:52
48. Der Schalenwildbestand hat eine historisch einmalige Höhe erreicht

Es hat noch nie so viel Schalenwild gegeben. Eine verstärkte Bejagung ist sowieso das Gebot der Stunde. Auf jeden Fall ist es besser jetzt mit der intensiveren Bejagung zu beginnen und das Wild zu nutzen, als später in der Natur die Pesttoten einzusammeln und zur Verbrennung zu fahren. Wer wird denn das überhaupt machen? Am Ende wird jedenfalls der Steuerzahler die Entsorgung bezahlen müssen. Außerdem liegt eine intensivere Bejagung voll auf Linie der jüngsten ökologischen Jagdgesetzänderungen. Die vielen Tierschützer im Forum sollten sich einmal über die Politik der meist grünen Minister in den letzten Jahren informieren. Die angeblich schießwütigen Bambimörder wehren sich seit Jahen gegen das von der grünen Politik geforderte "Abknallen". Ja, auch wenn es für einen Tierschützer höheres Latein ist: Es soll nicht aus Mordlust sondern aus ökologischen Gründen mehr Wild geschossen werden. Das sagen eure Politiker, ihr müsst nur einmal zuhören.

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bauerbernd 17.01.2018, 22:53
49. Liebe Verbraucher

Liebe Verbraucher,

ihr seid es, die billiges Schweinefleisch haben wollen, jeden Tag zu minimalsten Preis. Es sind nicht die Bauern, die Ihre Gewinne maximieren wollen, es sind die Verbraucher, die Ihre Ausgaben minimieren wollen.

Hört auf, jeden Tag nach Fleisch zu verlangen, dann werden sich die Mastbedingungen von alleine anpassen. Liebe Verbraucher, ihr habt die Macht - nutzt sie und sucht nicht nach Schuldigen für euer Verhalten. Ihr selbst seid Schuld.

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