Forum: Wissenschaft
AKW Fukushima: Stabil am Abgrund

Können die Einsatzkräfte im AKW*Fukushima eine Nuklearkatastrophe noch größeren Ausmaßes abwenden? Die Internationale Atomenergiebehörde nennt die Lage sehr ernst, die Situation habe sich aber*in den*vergangenen Stunden nicht verschlimmert.*

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7eggert 18.03.2011, 21:31
140. .Rezepte:

Zitat von Nachdenklich
Hm, das hört sich so an, als wären Unfälle nur oberhalb des Reaktors zu erwarten. 'Unterhalb des Reaktors kann gar nichts passieren und deshalb sind dort die Sicherheitssysteme, gut geschützt, untergebracht'. Mit Ihren Ingenieurserfahrungen können Sie mir dann sicherlich erklären, weshalb die Abklingbecken gerade oberhalb der Reaktoren aber innerhab der äusseren Hülle untergebracht wurden. Es würde mich freuen, zu erfahren, wie man auf z.B. eine Kernschmelze, die nach unten losgeht, kontrollieren will, wenn dort doch die Sicherheitssysteme untergebracht sind. Nachdenklich Na ja, die deutschn und die japanischen Ingenieure werden sich so stark nicht untescheiden.
Ich vermute, daß das Abklingbecken im ersten Stock liegt, um Grundfläche zu sparen. Bei neueren AKW können die Brennstäbe AFAIK vollständig unter Wasser bleiben, während sie in das Abklingbecken umgelagert werden, was für eine ebenerdige Bauweise spricht.

Die Kontrollsysteme sind natürlich nicht unter dem Reaktor, sondern in einem gewissen Abstand. So doof ist die Menschheit dann doch nicht.

Unfälle wie die Knallgasexplosion passieren natürlich oberhalb des Reaktors, weil Wasserstoff im Spiel ist.

Unter dem Reaktor kann man auch etwas abbekommen, nämlich schwerere, radioaktive Elemente, Teile vom Dach, Wasser aus dem Abklingbecken ... . Aber das stört einen Fußboden aus Beton recht wenig, und auch die Kabelage darin wird höchstwahrscheinlich heil bleiben.

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gehts_noch123? 18.03.2011, 21:34
141. Ach ja!

Zitat von ACroonen
Im Moment sind das FW Fahrzeuge. Ich weiss genauso wenig wie sie wie es im reaktor aussieht, aber der druck, ein anzeichen für wärmestau oder energiezuhname im gesamtsystem, steigt nicht und dass ist gut, spricht es doch gegen eine kernschmelze.
Und wie soll man sich das so vorstellen, bei mittlerweile sicherlich (zumindest fast) leeren Kühlkreisläufen, nachdem man bekanntermaßen bereits mehrmals den Überdruck abgelassen hat, ohne jegliche Möglichkeit (zumindest sinnvoll) von außen zu wässern bzw. total zerstörte Pumpen, Wärmetauscher etc. (auf Grund der Hitze und Radioaktivität) zu ersetzen bzw. wenn überhaupt vielleicht erst so in ein paar Wochen und dem einen oder anderen Liquidatoren, der sich da dann opfert!

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qoderrat 18.03.2011, 21:35
142. Block2

Zitat von Günter Bodendörfer
Was mich mehr und mehr wundert, am Montag ungefähr um 16 Uhr MEZ, hat Tepco bekannt gegeben, dass die Brennstäbe in Reaktor2 seit 140 Minuten trocken liegen, der Ausdruck war tatsächlich "trocken".
Das ist richtig und auch Bericht zum Verlauf im Block 2 auch so vermerkt. Das fehlende Kühlwasser wurde durch Einspeisung von Meerwasser ersetzt, gegen 20:37Uhr war genug Dampf im RDB daß eine Druckentlastung notwendig wurde.

Seitdem wird fortgesetzt Meerwasser eingespeist und es ist gelungen den Wasserstand im RDB zu erhöhen. Soweit ist das schon stimmig.

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7eggert 18.03.2011, 21:36
143. .

Zitat von gorge11
Oder stellen sie sich ein dicke Kerze vor, die sehr mittig durchbrennt, und sie wollen verhindern, das die Wände zusammenbrechen, und der Wachs überfliesst, die Flamme löschen können sie aber nicht. Sie kühlen die Wände, hilft das was auf Dauer? Der Wachs an der Wand fliest nicht runter, die Kerze brennt weiter runter, und Jo, wenn der Docht abgebrannt ist, ist alles vorüber.
Ich habe das Experiment mit dünnen Kerzen gemacht. Die Wachswand hat gehalten, und irgendwann kam nicht mehr genügend Sauerstoff am Docht an.

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Loewe_78 18.03.2011, 21:37
144. .

Zitat von reactor
[...] Manche Katastrophen sind aber fuer kleine Laender halt zu gross. [...]
In Japan leben 130 Millionen Menschen. Das Land ist eine technikversessene Nation. Und bestens ausgerüstet (d.h. auf dem Stand der Technik).
Ein KKW kann man nicht so einfach ausblasen wie eine brennende Ölquelle.
Also, braucht es doch Superman...

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Nachdenklich 18.03.2011, 21:41
145. Auf Thema geantwortet

Zitat von 7eggert
Sie können sich das so vorstellen: Bei einem stramm gewickelten Silvesterböller gibt es einen lauten Knall. Wenn Sie den Böller zerbrechen, dann sprüht nur der Funkenregen hinaus. Ähnlich sind die Hallen gebaut: Die Außenhaut ist stabil wie eine chinesische Papierwand, und so geht die Kraft der Explosion hauptsächlich durch die Wand ins Freie. ... Und natürlich sollte der Reaktor so ausgelegt sein, daß er keinen Schaden nimmt. Eigentlich.
Na ja, ich bin Physiker und Ihr Beispiel mag Kinder überzeugen, mich nicht. Es ist auch falsch. Es beantwortet keine einzige meiner Fragen bezüglich der Zuverlässigkeit der AKW-Konstruktion!

1) Weshalb befinden sich Abklingbecken, die über längere Zeiträume zuverlässig gekühlt werden müssen in einem Bereich oberhalb des Reaktors in dem Wasserstoffexplosionen stattfinden können.

2) Weshalb sind Sicherheitssysteme unterhalb des Reaktor verbaut (wie durch den Forist behauptet wurde, auf den ich geantwortet hatte), wenn diese bei einer Kernschmelze dann zerstört werden können.

Sie sollten Sich etwas mehr mühe geben, das von anderen Geschriebene erst zu verstehen und dann zu antworten. Sorry.

Nachdenklich

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IchOnline 18.03.2011, 21:43
146. Die allmächtigen USA

Im Grunde haben Sie schon voellig recht. Es geht hier fast ausschliesslich um die Kuehlung. Die Japaner haetten mal nicht so lange warten sollen und die Amerikaner sofort am Samstag um technische Hilfe bitten sollen. Das US Militaer hat riesige Ressourcen die mit Katastrophen dieser Art fertig werden.
Meiner Meinung nach, hat Japan aus falschem Nationalstolz, 5 Tage voellig verplaempert. @ sachmagehtsnoch: Ferngesteuerte Löschroboter, die ins Obergeschoss explodierter Gebäude klettern? Da Sie schon die Raumfahrt ansprechen, sind Ihnen mal die Schwierigkeiten z.B. mit den Marsbuggys aufgefallen? Und man muss auch die Wassermengen bedenken - 2000 Tonnen fasst so ein Abklingbecken, die Hubschrauber haben unter größten Schwierigkeiten 30 Tonnen zerstäubt, die Wasserwerfer melden stolz die Zerstäubung von 50 Tonnen. Normalerweise erledigen das fest verbaute Rohre, in die ein Kind hineinkrabbeln könnte.

@ rector: Angesichts dieser Maßstäbe ist mir völlig unklar, was das US-Militär da groß hätte ausrichten sollen - Soldaten, die in einem ihnen unbekannten zerstörten Kernkraftwerk herumtappen. Allerdings waren die (im Gegensatz zu Ihrer Darstellung) tatsächlich vor Ort und haben sich sogar nützlich gemacht, sie haben zumindest das erste Feuer in Block 4 gelöscht. Leider wird behauptet, sie hätten das verbockt, weil das Feuer später ja wieder aufgeflammt ist.

Irgendwie habe ich den Eindruck, dass Sie - reactor - gern ein katastrophales Versagen des japanischen Krisenmanagements herbeireden möchten, um vom katastrophalen Versagen Ihrer geliebten Kernkraftwerkstechnik abzulenken. Ich für meinen Teil werde so vernichtende Urteile über die Belegschaft von Fukushima erst fällen, wenn ich verdammt viel mehr weiß.

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derivo 18.03.2011, 21:44
147.

Zitat von gehts_noch123?
Sie scheinen ja offensichtlich Ahnung zu haben, daher bitte meine kleineren "Ungenauigkeiten" zu entschuldigen. 10 t Wasser pro Stunden schaffen die neuen Feuerwehrfahrzeuge, das vielleicht pro Stunde für einen Reaktorblock ausreicht - und das haben die jetzt nach ca. 6 Tagen auch erkannt (?) - und das wohlgemerkt wenigstens mal 6 (Blöcken). Dazu noch die zusätzliche Energie aus der zumindest (massiv) einsetzenden Kernschmelze. - Davor hat man mit Vorbeiflügen ein paar mal am Tag 30 t Wasser abgesetzt, das sicherlich eher den Grund hatte, die radioaktiven Abfälle gleich wieder abregnen zu lassen als eine ausreichende Kühlung sicherzustellen! Ich bin dennoch weiter - wie stehts denn jenseits der Abklingbecken, die vielleicht, weil auf den oberen Stockwerken gelegen, von außen gewässert werden können mit den Reaktoren in den halb zerstörten Gebäuden. - Meinen Sie, dass die auch von außen gekühlt werden können? Hier würde man doch wohl wesentlich mehr Wasser benötigen, da dies gar nicht an die "eigentlich" vorgesehene Stelle gelangen kann. Dass man irgendwelche zerstörten Kühlkreisläufe, Pumpen, Wärmeaustauscher etc. wieder in Gang bringt ist doch wohl eher unwahrscheinlich?
ob ein kern geschmolzen ist, oder nicht - die heizleistung bleibt gleich, zumindest solange keine neue kettenreaktion einsetzt.
inwieweit man die kerne von aussen sinnvoll kuehlen kann und wieviel wasser man dazu braucht, kann ich nicht beurteilen. zum teil ist es sicher moeglich, sonst wuerden die japaner es nicht versuchen.
wasserwerfer schafen wesentlich mehr als 10t pro stunde (ca 20mal mehr http://auto.t-online.de/wawe-10000-k...3575116/index).

bei dauerhafter kuehlung durch mehrere wasserwerfer *koennte* das also durchaus reichen.

es koennte aber auch nicht reichen. eine neue kettenreaktion koennte einsetzen. die zirkoniumhuellen der brennstaebe koennten sich entzuenden und mit einem hoellenfeuer plutonium um den ganzen erdball verteilen.

ich (und dasselbe gilt aufgrund der informationslage fuer *alle* foristen) kann nicht abschaetzen wie die verteilung der wahrscheinlichkeiten zwischen happy-end und tschernobyl+ ist.

es gibt weder einen grund zu schreien 'die apokalypse ist da' noch 'atomkraft ist sicher'

es bleibt nur abwarten und hoffen.
(und dieses forum als blitzableiter zu benutzen...)

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reactor 18.03.2011, 21:45
148. Genau.....

Zitat von Loewe_78
In Japan leben 130 Millionen Menschen. Das Land ist eine technikversessene Nation. Und bestens ausgerüstet (d.h. auf dem Stand der Technik). Ein KKW kann man nicht so einfach ausblasen wie eine brennende Ölquelle. Also, braucht es doch Superman...
...und den haben die Japaner jetzt auch um technische Hilfe gebeten. ;-)
Sie werden's sehen.

http://online.wsj.com/article/SB1000...552565440.html

Thank you Superman ;-)

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Loewe_78 18.03.2011, 21:48
149. -

Zitat von 7eggert
S[...] Daß die Hallen keine massiven Stahlbetonbunker, sondern eher leicht gebaut waren, meine ich, auf den Bildern erkannt zu haben. Und natürlich sollte der Reaktor so ausgelegt sein, daß er keinen Schaden nimmt. Eigentlich.
Naja... das KKW ist schon aus Stahlbeton, die Wände sind dies auch. Man sieht auf einigen Bildern sogar die Baustahlmatten.Dennoch sind Stahlbetonbauwerke immer so konstruiert, dass Explosionen nach allen Seiten entweichen können, ohne die tragende Struktur zu schädigen. Einige Wände sind komplett rausgeflogen, bei anderen hat die Wucht der Explosion den Beton in quadratischen Blöcken dort rausgedrückt, wo kein Stahl war.

Die Reaktordruckbehälter sind sehr wohl für diese Explosionen ausgelegt- wenn sich nicht jemand verrechnet hat oder alles anders kam als geplant.
Allerdings verändert Stahl seine Eigenschaften, wenn er warm wird. Hinzu kommt, dass Stahl unter Einwirkung von großen Mengen Wasserstoff auskohlt - der Kohlenstoff wird herausreduziert, der Stahl verwandelt sich in Weicheisen.
Von daher - könnte es spannend sein. Wenn die ganze Anlage nicht schon längstens explodiert ist und nur niemand wagt das der Bevölkerung mitzuteilen.

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