Forum: Wissenschaft
AKW-Havarie: Strahlung im Meer vor Fukushima steigt auf Rekordwert

Das radioaktive Material aus den havarierten Reaktoren in Fukushima gelangt unaufhörlich in die Umwelt. Im Ozean nahe der Meiler wurde nun eine Belastung von radioaktiven Jod gemessen, die 3355-fach höher ist als erlaubt. Der Chef des AKW-Konzerns Tepco ist in eine Klinik eingeliefert worden.

Seite 24 von 60
ACroonen 30.03.2011, 11:19
230. -

Zitat von moserer
NISA sind das nicht die, die TEPCO gestütz haben nachdem sogar die Atom-Missionare der IAEO Bedenken gegenüber Fukushima geäußert haben. Sie haben recht solange weitergekühlt wird bleibt die Chance einer vollsändigen Kernschmelze niedrig. Allerdings erhöht sich sukzessive die Strahlungsbelastung. - Tendenz steigend Wie geht es also weiter?
Die sind mit ihren Arbeiten in Stunden gerechnet zu geschätzten 0,0001% fertig.
beliben also nur noch 99,9999% Restarbeiten bis Störfallende.

Der ist erst dann erreicht wenn keine radioaktive Brühe mehr Austritt und dass dauert mit Sicherheit noch Jahre
Die können froh sein wenn in drei Monaten die Kühlung wieder läuft.

Ich habe mal ein mögliches sehr grobes BEST-CASE Szenario erstellt.

http://forum.spiegel.de/showpost.php...&postcount=110

http://forum.spiegel.de/showpost.php...&postcount=108

jeder der einen einigermaßen objektiven Blickwinkel hat wird erkennen, dass die anstehenden Arbeiten noch Jahre dauern.
Erst dann wird man sagen können wie ernst der "Störfall" wirklich war. Bis dahin wird aber noch viel Wasser den Rhein, besser den Reaktor, runtergeflossen sein......

Ein Sarkophag ist übrigens auch keine Lösung. Er verschiebt das Problem bestenfalls in die Zukunft.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
lalito 30.03.2011, 11:19
231. Die ganze Asche hängt in welchen Filtern?

Zitat von Hannovergenuss
. . . Und mit dem Filtern, das haben sie bewußt weggelassen: "Katsumata also said his company is preparing to compensate in accordance with the law for damage caused by the radiation leaks."
Tja, wohl alles bereits verfuttert oder warum muss das erst am Kapitalmarkt beschafft werden? Da sollten doch eigentlich Billionen an Rückstellungen vorhanden sein auf die zurückgegriffen werden sollte, in solch einem horrenden, allerdings noch regional begrenzten, atomaren Notfall.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
weiß_nicht 30.03.2011, 11:20
232. Der Betreiber hat ganz andere Sorgen

... ob die Reaktoren 5 und 6 wieder in betrieb genommen werden.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
hman2 30.03.2011, 11:20
233. Kosten

Zitat von Hannovergenuss
Rückbau und Endlagerung bezahlen bei uns die Kraftwerksbetreiber aus ihren Rückstellungen. "Akw-Betreiber sind in Deutschland gesetzlich verpflichtet, Rückstellungen für die Entsorgung der Brennelemente und radioaktiver Abfälle zu bilden."
Und wenn die nicht reichen, zahlt es doch der Steuerzahler. Der Rückbau z.B. des Vorgängers des Kraftwerks Isar I dauerte 22 Jahre, aktiv Strom produziert hat es jedoch nur 18 _Tage_!

Zitat von
Wir decken unseren Strombedarf der Industrie ja nicht nur über Kernenergie sondern überwiegend mit Kohle, wichtig ist nur auch zukünftig konkurenzfähige Energiepreise zu haben denn es macht wenig Sinn wenn wir den Energieverbrauch in Länder wie Frankreich exportieren...
Ich finde 2,70 €/kWh nicht gerade konkurrenzfähig.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
trident 30.03.2011, 11:20
234. ...

Zitat von forist
Ja, aber wenn wir das Schadensausmaß einer atomaren Katastrophe genau ausdefinieren, dann erübrigt sich doch jede weitere Diskussion. Das sage ich als bisheriger, passiver Befürworter der Atomenergie. Wir erleben gerade den dritten oder vierten oder fünften (?) atomaren GAU in vierzig (?) Jahren. Wieviele Meteoriteneinschläge gab es in diesem Zeitraum? Wieviele Menschen wurden in den letzten Jahren von abknickenden Windrädern oder umherwirbelnden Solarpanelen erschlagen? Wieviele Quadratkilometer große Flächen wurden in den letzten Jahrzehnten durch explodierende Wasserkraftwerke verseucht? Lesen Sie bitte dazu auch:
Es starben in den letzten 60 Jahren mehr Personen bei der Kohleförderung/Grubenunglücken als in allen Nuklearunfällen zusammen. Von Oel ganz zu schweigen, für diesen Energieträger werden regelmässig Kriege angezettelt ...

Eine Risikolose Energiegewinnung im grossen Ausmass existiert nicht.

So oder so, eine sachliche Diskussion ist nötig um den (mehr oder weniger) beschlossenen Atomausstieg auch durchführen zu können.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
ONI 30.03.2011, 11:21
235. Papiertiger IAEA

Zitat von siedler09
Bisher hatte ich Hochachtung vor der Technik der Japaner aber wenn ich mir das Krisenmanagement betrachte, werde ich langsam ärgerlich. Was ist mit dem Meer das verstrahlt wird - die Fische bekommen wir dann wieder auf den Teller. Ist die Welt nicht in der Lage denen mal zu zeigen was zu tun ist. Wo ist die IAEA??
Sie haben vollkommen Recht, allerdings ist die IAEA eine Organisation, die sich, wenn man vom Iran und Nordkorea absieht, eher auf die weltweite kontrollierte Verbreitung von ziviler Kernenergie konzentriert hat. Sie ist wahrscheinlich gar nicht wirklich in der Lage, in Katastrophenfällen einzuschreiten oder zu helfen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
hman2 30.03.2011, 11:21
236. Jod

Zitat von Olaf
Tut mir ja leid, dass Ihnen die Wahrheit nicht so wirklich in Ihr Konzept passt, aber Jod 131 hat nun mal eine Halbwertszeit von 8 Tagen und das Jod im Meer wird nicht durch den Wind in Ballungsgebiete getragen.
Nö, das passiert aber mit dem Jod in der Luft, das durch Aerosolbildung, die Explosionen und Brände nach oben transportiert wurde.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
agrajag2 30.03.2011, 11:21
237. Risiko minimieren oder vermeiden?

Zitat von Nr82136
Es kann in Europa einen Meteoriteneinschlag geben. Nur ist die Wahrscheinlichkeit dafür äußerst gering. Risiko ist Schadensausmaß mal Eintrittswahrscheinlichkeit. Mit dieser Formel bitte auch die Alternativen anschauen. Keine Technologie ist ohne Risiko. Und das die Kernspaltungstechnologie absolut das höhere Risiko hat, sehe ich nicht als erwiesen an.
Tja - die Frage ist nur - können wir das Risiko abschätzen? Das Schadensausmaß vielleicht, aber bei der Eintrittswahrscheinlichkeit habe ich da erhebliche Zweifel. Die Berechnung derselben beruht auf Annahmen, die im Bereich von geologischen Betrachtungen, aber auch in anderen Bereichen mit saftigen Unsicherheiten behaftet sind.

[/QUOTE]
Natürlich kann man Messwerte veröffentlichen und Vergleiche zur Normalität ziehen. Die Frage ist, welches Schadensausmaß bedeutet das ganz nüchtern betrachtet?
[/QUOTE]

Die Vergleiche zur Normalität ( durchschnittliche jährliche Jahresdosis in Deutschland ) kann ich auch kaum noch hören. Die Aussagekraft ist doch sehr begrenzt, da in diesem Vergleich keine Informationen enthalten sind, was für ein Gefährdungspotential enthalten ist.

Zu Ihrer Frage: Man kann natürlich das Schadensausmaß nüchtern betrachten. Vielleicht sterben im Straßenverkehr mehr Leute als durch Atomkraft. Mag richtig sein. Die Frage ist allerdings vielmehr - unabhängig vom Risiko nach Ihrer Definition - Mit welcher Art von Schadensfällen kann die Gesellschaft besser umgehen, welche (vermeidbaren) Schadensfälle ist sie gewillt zu akzeptieren?

[/QUOTE]
Ein Beispiel aus einem anderen Bereich: Öl in Wasser wird allgemein als umweltschädlich angesehen.
Einige gehen jedoch so weit, dass sie durch einen einzigen Tropfen Tausende Liter Wasser als vergiftet ansehen, nur weil das Öl in Spuren (ppm oder noch geringer) nachweisbar ist.[/QUOTE]

Mag sein, dass bei genauer Betrachtung einiger der in den Medien genannten Partikelfreisetzungen die Folgen deutlich geringer sind, als dargestellt. Angesichts der miserablen Verfügbarkeit zuverlässiger Informationen, wir haben hier ja nur einen Flickenteppich von Informationen von definitiv nicht neutraler Quelle, denke ich allerdings, dass die Katastrophe bei weitergehender Betrachtung auch berechtigt noch ihre Bedeutung in den Geschichtsbüchern erlangen wird.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Xenier 30.03.2011, 11:21
238. tschernobyl

Zitat von kr-invest
Kann das Uran bzw. Plutonium in dem Reaktor kritisch werden? Und wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass dies eintritt. Die vorliegenden Mengen (in Kilogramm) scheinen ja recht hoch zu sein. Oder muss dazu ein besonders hoher Reinheitsgrad eingehalten sein, der in der relativ unkontrollierten Schmelze dann nicht gegeben wäre.
Bin kein Experte, aber in Reaktoren wird nur mit wenigen Prozent an Uran 235 gearbeitet. Für eine Atombombe braucht man wohl mindestens 80 Prozent und die kritische Masse liegt bei 50 kg.
Zitat von kr-invest
War Chernobyl eigentlich eine Atomexplosion, oder war dass "nur" ein relativ großes Feuer und eine "dirty bomb"?
In Tschernobyl ist damals die tonnenschwere obere Abdeckung des Reaktorbehälters einfach weggesprengt worden. Im Inneren hatte das Graphit (Moderator) Feuer gefangen und es kam zur Explosion.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
hman2 30.03.2011, 11:22
239. Lager

Zitat von Meerkönig
Ich kann mich erinnern, nach der radioaktiven Verstrahlung Deutschlands durch den Hochtemperaturreaktor in Hamm Üntrop, löffelte ein bayrischer Minister vor laufender Kamera für eine Nachrichtensendung....
Das Milchpulver aus der Tschernobyl-Zeit wird heute noch eingelagert in einem Raiffeisen-Depot...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 24 von 60