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thobie2 14.09.2019, 13:51
30.

Zitat von Ashurnasirapli
Auf den Galapagos-Inseln sind evolutionär mehrere ARTEN entstanden. Es gibt nur eine biologische Art Mensch, Homo sapiens. Punkt.
Naja, nicht ganz. Auch die Evolution hat den Menschen entwickelt. So hat homo sapiens überlebt, homo neanderthalensis nicht. Vermutlich lag es an der besseren Brutpflege von homo sapiens.

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lattenkracher11 14.09.2019, 14:01
31. Alle Menschen sind Afrikaner

Diesen Satz habe ich in einer Unterhaltung schon mal gehört. Die Antwort, die ich sehr schlagfertig fand: dann sind auch alle Menschen Affen!

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rasmus.gerdes 14.09.2019, 14:17
32. Phänotypen

Was mich etwas verwirrt ist die Abgrenzung zur Tierwelt. Kann mir jemand kurz und bündig erklären, wieso man z.B. bei Hunden von Rassen spricht, obwohl bei diesen zum Teil nur über wenige Generationen bestimmte Merkmale zielgerichtet gezüchtet wurden? Eine Dogge könnte doch - soweit ich mich in diesem speziellen Fall nicht irre - z.B. mit einem Chihuahua gekreuzt werden und es kämen dabei ebenso Hundewelpen heraus, teils mit dominat-rezessiv, teils mit intermediär vererbten Merkmalen.

Mir geht es gar nicht darum, den Begriff "Rasse" zu verteidigen, aber z.B. zwischen Koreanern, Nordeuropäern und Westafrikanern, bestehen doch offensichtliche Unterschiede, sowohl im Aussehen, zum Teil sogar in der Physis (z.B. beim Aufbau von Muskelfasern). Was unterscheidet also biologisch den Begriff "Rasse" beim Menschen im Vergleich z.B. bei Hunden? Wäre der Begriff damit in der Zoologie teilweise ebenfalls unpassend und wenn ja, warum bzw. warum nicht?

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rleu 14.09.2019, 14:20
33.

Zitat von mr.anderson
wieso das so ist, dass das Genom des Menschen so unglaublich homogen ist. Es gibt Tiere, bei denen ändert sich das Genom unter den äusseren Einflüssen und man kann nach einigen Generationen Unterschiede finden. Wir Menschen leben seit mehreren tausend Generationen in den unterschiedlichsten Habitaten, und dennoch bleibt das Genom weitgehend gleich. Ich finde das faszinierend. Mr. Anderson
Der Mensch ist ja auch zur Hälfte Banane wenn es nach dem Genom geht. Bei der Betrachtung einzelner Allele werden eben keine signifikant unterschiedlichen Gruppen gefunden. Bei ca. 20 Allelen kann man zu 100% zuordnen (Lewontin's Fehlschluss).

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oriwango 14.09.2019, 14:21
34. Rasse ist nicht gleich Art

Der Unterschied zum Galapagosfinken ist, dass es verschiedene Arten sind ("Origin of the SPECIES"), das, was hier beim Menschen diskutiert wird, wären Rassen. Verschiedene menschliche Arten wären zum Beispiel der Denisova-Mensch vs Homo sapiens. Ersterer ist ausgestorben und die einzige verbliebene Art des Menschen auf der Erde ist Homo sapiens. Jeglichen Erscheinungsbildes, oder auch Phänotyps.
Nun gibt es beim Galapagosfinken keine Rassen. Also dürfte man nicht den Galapagosfinken nehmen sondern zum Beispiel den Kanarienvogel. Dank Wikipedia weiß ich, dass 1) der Kanarienvogel auch zur Gattung der Finken gehört und 2) Rassevertreter des Kanarienvogels zum Beispiel der "Harzer Roller" oder "Gloster Fancy" sind.
Da aber vermutlich die genetische Varianz zwischen Gloster Fancy und Harzer Roller auch nicht größer ist als zwischen mir und Frau Müller oder eben jeglichem Afrikaner oder sonstigem Menschen auf dem Planeten, verstehe ich das Problem des Begriffs "Rasse" tatsächlich nur durch die Wertung, die Menschen dieser andichten. So wie die Nachkommen von Gloster Fancy und Harzer Roller optisch irgendwie zwischendrin anzusiedeln sein werden, wäre das ja auch bei Nachkommen zweier Menschen, welcher "Rasse" auch immer angehörig. Oder auch innerhalb der "Rasse". Fragt auch keiner, ob man zwischen Menschen unter 1,60m und über 1,60m unterscheiden sollte.
Es gibt nun tatsächlich Unterschiede, die in der Medizin bekannt sind. Zum Beispiel eine höhere Inzidenz von Prostatakarzinomen bei Schwarzen, höherer Anteil an Menschen mit Laktoseintoleranz in Asien.
Das ist an sich erstmal keine Wertung und betrifft nur sehr einzelne Merkmale, dessen gemeinsamer Nenner jedoch etwas ist, was man als Rasse bezeichnet hat.
Die Frage, ob es menschliche Rassen gibt, ist also gesellschaftlich ebenso philosophisch wie der Ansatz, dass auch "Gender" nur eine Theorie ist.
Oder sollten wir vielleicht die Menschen einteilen nach ihrer Fähigkeit, als Erwachsene noch Laktose verdauen zu können?

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rleu 14.09.2019, 14:22
35.

Zitat von Little_Nemo
[...] Seit Bestehen der Menschheit hat es immer wieder durch Kontakte verschiedener Völker Vermischungen gegeben, die sich genetisch nachweisen lassen. [...] Ein Trennung der Menschheit in Rassen geht daher an den Realitäten vorbei. [...]
Das ist nun wirklich inkonsistent. Entweder gibt es genetische Unterschiede oder nicht.

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permissiveactionlink 14.09.2019, 14:22
36. Geistig sehr überschaubar

gestrickte Menschen wie Kalbitz haben schlicht und einfach noch nie geistig assimiliert, dass Überleben in genetischer Einfalt in einem abgeschlossenen quasiinzestuösen (Verzeihen Sie mir den Ausdruck) Biotop angeblicher "Bio- oder Ethnodeutscher" einfach nicht funktioniert. Um die Vielfalt, Leben und Anpassung überhaupt zu gewährleisten, hat die Natur die einfache Zellteilung hinter sich gelassen, und die sexuelle Fortpflanzung erfunden. Gegensätze ziehen sich an, besonders genetische : Frauen in ihrer fruchtbaren Phase erschnüffeln förmlich Partner, die ihnen genetisch möglichst unähnlich sind. Gut, auf den Hintern schauen sie auch, aber sie entscheiden auch nach speziellen Hormonen und Duftstoffen des Mannes. Unnötig zu sagen, dass auch Männer nur Frauen nehmen, die olfaktorisch zu ihnen passen. Und warum diese Vielfalt ? Um bei wechselnden Umweltbedingungen aus einem riesigen Genpool viele Exemplare zu finden, die überleben und sich weiter fortpflanzen können. Kalbitz und andere verkappte Rassisten wollen die Wiedereinführung der "Ethnodeutschen Pseudoparthonenese", einer Fortpflanzung unter extrem eingeschränktem Genpool. So etwas ist ähnlich unvernünftig wie riesige Bananenplantagen mit nur einer Bananenpflanze. Die Menschheit ist schon immer mit Kooperation und fortwährendem genetischen Austausch besser gefahren als mit Misstrauen und bewusster genetischer Abschottung. Wozu jahrtausendelange Isolation von Populationen führen kann, zeigt die "Entdeckung" Amerikas durch Kolumbus bzw. Vespucci : innerhalb von 100 Jahren starben 90 Millionen Indios, weil ihre Immunsysteme durch tausende Jahre Isolation unseren Krankheitserregern nicht mehr gewachsen waren. Aus den unterschiedlichen Phänotypen innerhalb des Homo sapiens eine Werteskala ableiten zu wollen ist ebenso grenzdebil, wie zu behaupten, die Blutgruppe A sei der Blutgruppe 0 genetisch überlegen, ihre Träger folglich wertvollere Menschen. Genetik bringt gelegentlich auch extreme Verständnisprobleme bei Betroffenen mit sich, man nennt es geringen IQ. Das ist auch der Grund, warum Launen der Natur wie Kalbitz das in meinem Beitrag gesagte nicht verstehen, nicht verstehen können, und auch nie verstehen werden. Eine besondere Rasse des Homo sapiens stellen Rassisten deshalb aber n i c h t dar, allenfalls genetisch abweichende Laborkuriositäten...

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rleu 14.09.2019, 14:25
37.

Zitat von Nubari
[...] peinliche Überbleibsel des Säugetiergehirns, welches der Homo Sapiens mit intelligenten Verhaltensweisen obsolet machen kann [...]
So wie auch z.B. Atmen?

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Saure Gurke 14.09.2019, 14:27
38. Und dann kommt die Sprache ins Spiel ...

Warum braucht man einen Begriff wie Ethnodeutsche? Doch nur um sie von Passdeutschen abzugrenzen, oder? Man denke an Amerikaner, also Euroamerikaner, und Afroamerikaner. Und wenn ein Begriff der Ab- und Ausgrenzung dient, sollte das zu denken geben.
Und Hunderassen: Da wurden Tiere nach bestimmen Merkmalen gezüchtet. Daher tatsächlich Unterschiede. Das mit der Menschenzucht nach gezielten Merkmalen gab es ja schon mal in Ansätzen. Vorsicht, dass einem das eigenständige Denken nicht abgezüchtet wird, wobei das auch abtrainiert werden kann.
Natürlich, ja, die gemeinsame Kultur ... Wann hat denn Heine gelebt? Zugegeben, lieber Lessing als Beispiel, obwohl Toleranzgedanke ...
Danke an die Wissenschaftler.

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kmotion 14.09.2019, 14:37
39. Die Medizin hat da andere Erkenntnisse...

"Erstmals in der Geschichte der Medizin könnte in den USA ein Medikament zugelassen werden, das für eine ethnische Gruppe maßgeschneidert wurde. Das Präparat "BiDil" soll vor allem bei herzkranken Afroamerikanern zur Anwendung gelangen. Eine Studie der Pharmafirma NitroMed legt nämlich nahe, dass vor allem Menschen dieser ethnischen Herkunft von dem neuen Medikament profitieren."
Das spricht doch dafür, dass es eben doch ethnisch bezogen genetische Unterschiede gibt. Was ja toll ist und nicht im Geringsten mit Wertigkeiten zu tun hat. So wie Grün nicht wertvoller ist als Gelb oder Blau.
Daher finde ich die Frage von rasmus.gerdes "Was unterscheidet also biologisch den Begriff "Rasse" beim Menschen im Vergleich z.B. bei Hunden?" berechtigt und würde mich über Klärung freuen. Danke!

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