Forum: Wissenschaft
Antibiotika-Studie: Fast jedes Masthähnchen ist gedopt

Dass Geflügel Antibiotika erhält, ist keine Ausnahme - es ist die Regel, wie eine Untersuchung aus Nordrhein-Westfalen zeigt. Mehr als 96 Prozent aller Tiere bekommen demnach die Medikamente. Der Bauernverband gelobt Besserung.

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B. Wunram 15.11.2011, 17:23
20. Da stimmt evtl. etwas nicht

Vielleicht fragt der Autor nochmal nach. In dem Abschlussbericht wimmelt es von Unschlüssigkeit.

Im Bericht fällt u.a. folgendes auf:

- Es ist von 182 Betrieben die Rede und es wird der Eindruck erweckt, es handele sich mit Ausnahme der 5 genannten Biobetriebe nur um konventionelle Betriebe. In einem Bereich werden die Betriebe sogar allgemein als konventionelle zusammengefasst. Wie wurden hier die Betriebe ausgewählt. Keine Information dazu.

- Es wird nicht geschrieben, wie viele Bio-Betriebe insgesamt dabei waren. Zahlenmäßig wäre eine Größenordnung von 5 % gemäß Anteil zu erwarten, was heißen würde, dass von 9 Bio-Betriebe nach Öko-Verordnung nur 5 ohne Antibiotika arbeiten würden. Das wird dann wohl verschwiegen, oder was?

- Was ist eigentlich mit Legehennen? Wieso wurden die nicht untersucht?

- Es wird natürlich sowieso in der ganzen Diskussion auch nicht erwähnt, dass bisher nur ein einziger antibiotikaresistenter Keim aus der Viehhaltung bekannt ist. Alle anderen (etliche) kommen aus der Humanmedizin. Auch nicht, dass es verhältnismäßig/anteilmäßig ebenfalls viele Großbetriebe mit Bio-Haltung gibt. Wenn sich die Haltungsform z.T. nicht unterscheidet, nur die Fütterung und Rahmenbedingungen, sind die Aufschreie hier im Forum z.Thema Massentierhaltung doch etwas seltsam. Bei Naturland gilt als Beispiel max. 10 Tiere pro m2. Soviel zum Thema DIN A4 Blatt nebenbei.

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Boy_Kott 15.11.2011, 17:46
21. +++ ... gelobt Besserung und macht weiter wie zuvor!

Zitat von sysop
Dass Geflügel Antibiotika erhält, ist keine Ausnahme - es ist die Regel, wie eine Untersuchung aus Nordrhein-Westfalen zeigt. Mehr als 96 Prozent aller Tiere bekommen demnach die Medikamente.
Der Bauernverband gelobt Besserung und macht weiter wie zuvor!
Die Selbstverpflichtung der Industrie ist uns schon so lange als Märchen aufgetischt worden, dass all diese Sprücheklopfer mittlerweile selbst daran glauben. Besser wäre da schon eine freiwillige Verbraucherverpflichtung: "Der Verbraucher gelobt Kaufverzicht".

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lacronna 15.11.2011, 17:48
22. Romantik

Zitat von B. Wunram
Vielleicht fragt der Autor nochmal nach. In dem Abschlussbericht wimmelt es von Unschlüssigkeit.
Vielen Dank für diesen Hinweis, denn es macht sich der Eindruck breit, dass ein Großteil sich über Landwirtschaft und auch Bio-Betriebe vollkommen falsche Vorstellungen macht.

Da wir, und da meine ich die Gesamtheit der Verbraucher, bei landwirtschaftlichen Produkten allgemein und beim Fleisch insbesondere auf den Preis achten, und da in der Republik heute nicht mehr, wie vor hundert Jahren 40% der Beschäftigten, sondern nur noch 2% in der Landwirtschaft arbeiten, sind die Verhältnisse so, wie sie sind: Es geht nicht ohne Massentierhaltung, denn sie ist einzige Konsequenz dieser Strukturen. Und wer das nicht gut findet, der sollte vegan leben und ansonsten den Mund halten.

Und wer glaubt, Bio-Produkte werden vom friedvollen Freak im Norwegerpulli erzeugt, der alle Hühner beim Namen kennt und dessen Mutter jeden Morgen die Eier in der Kittelschürze einsammelt, der ist ein hoffnungsloser Romantiker. Hier gelten ebenso die Gesetze des Marktes wie sonst auch.

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review 15.11.2011, 18:09
23. Kk

Zitat von Alfons 11:45
Zwar steht dieser Artikel derzeit so oder ähnlich in diversen Ausführungen im Netz, aber besagtes Bundesamt ist unter diesem Namen im Netz ansonsten völlig unbekannt. Die Schönrednerei bezüglich des Risikos durch exzessiven Einsatz von Antibiotika in der Massentierhaltung stammt aus den Federn des Deutschen Bauernverbandes und des Zentralverbandes der Deutschen Geflügelwirtschaft. Speziell die niedersächsische Landwirtschaft einschließlich abhängiger Ministerien sollte unter dem Gesichtspunkt des Verbraucherschutzes mal radikal ausgemistet werden.
Dann nehmen Sie doch dieses Amt

http://www.bfr.bund.de/de/start.html

Bewertung oder Kontrolle ist in diesem Zusammenhang doch nebensächlich

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GerhardFeder 15.11.2011, 18:12
24. Sie hat die Lösung

Zitat von Bre-Men
Aigner übernehmen sie nicht. Dann wirds noch schlimmer.
Alle Hühner werden einfach verpixelt!

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Skarrin 15.11.2011, 18:13
25. Am besten Wild

Zitat von lacronna
Hier gelten ebenso die Gesetze des Marktes wie sonst auch.
Nur mit dem Unterschied, dass der Markt ein anderer ist.
Nämlich nicht die Viel-und-billig-Fresser, sondern die die preis-werte Qualität wollen und dafür auch mehr ausgeben.

http://www.ecoinform.de/Fleisch,-Gef...ld.1519.0.html
Zitat von
Bei der ökologischen Tierhaltung dürfen Medikamente und Hormone nicht vorbeugend ins Futter gemischt werden. Man behandelt kranke Tiere nur dann mit synthetischen Arzneimitteln, wenn pflanzliche Mittel nichts bewirken. [...] - verboten sind: und wachstumsfördernde Futterzusätze, Fertigfuttermischungen, Tierkörpermehle und Dritte-Welt-Futtermittel, chemische/synthetische Dünger und Pflanzenschutzmittel, gentechnologisch manipulierte Produkte
Wer nicht auf Fleisch verzichten will, sollte Wild essen.
Das wächst immer "öko" und freilaufend auf.

Gruß Skarrin

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leoundlili 15.11.2011, 18:18
26. Mir wird übel

Wer Fleisch aus konventionellen Tier KZs ißt, ist selbst schuld. Am besten, man ist wenig oder kein Fleisch.

Die Produzenten sind eine Verbrecherbande. Ich kann mich nicht erinnern, in den letzten Jahren etwas Positives aus der Fleischindustrie gehört zu haben. Salmonellen, Ekelfleisch, Tiermehl, Dioxineier, Transformatorenöl in Tierfutter, etc. Die Liste ist fast endlos. Von der Qual der Geschöpfe ganz abgesehen. Und die Verwaltung und Politik läßt sich von den Lobbyisten einlullen.

Im Mittelalter wurden Lebensmittelpanscher und Betrüger ersäuft, an den Pranger gestellt oder aufgeknüpft. Heute hätten die Scharfrichter einen 365 Tagejob, um all die Verbrecher in Sachen Lebensmittel zu peinigen. Heute kämen noch Funktionäre und Verwaltungsmitarbeiter hinzu.

Konsequent kein Fleisch mehr essen wäre ein erster Schritt in die bessere Welt. Aber leider erkennt das Durchschnittshin die Zusammenhänge nicht und futtert munter weiter Ekellebensmittel.

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B. Wunram 15.11.2011, 18:38
27. .

Zitat von Skarrin
... Gruß Skarrin
Zu Ihrem Zitat:

Es darf aber je nach Standard geimpft werden und im Anbau z.T. sogar mit Kupfersulfat behandelt werden (sowie etliche andere chemische Verbindungen). Selbstverständlich düngen Bio-Bauern auch, nach Möglichkeit mit den Exkrementen der Tiere. Wäre der Dünger nicht da, würden sie oftmals sicher nicht auf die Hälfte des Ertrags der konventionellen LW kommen. Es würde deutlich noch mehr Fläche verloren gehen.

Ich habe mal gehört, mag stimmen oder nicht, Sie sagen es mir, dass auch Erreger gegen Impfstoffe resistent werden können, wenn die Krankheit nicht ausgerottet wurde.

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Coldfinger 15.11.2011, 18:43
28. Hähnchen auf Rezept

Hähnchen und Hühnerprodukte ab sofort nur noch auf Rezept aus der Apotheke, der Verzehr am Imbiss oder in der Gastronomie nur noch unter ärztlicher Aufsicht.

Alles andere wäre grob fahrlässig!

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join3 15.11.2011, 18:54
29. Gülle

etwa 1 Kubikmeter Gülle pro Schwein pro Monat. Kostenlose Verklappung auf der Wiese. 12,5 Mio. Mastschweine pro Jahr in Deutschland. 12,5 Mio. Liter Exkremente mit Antibiotikabeimischung (u.a.) subventioniert in den Boden hinein. Schweinerei . Zitat von sysop
Dass Geflügel Antibiotika erhält, ist keine Ausnahme - es ist die Regel, wie eine Untersuchung aus Nordrhein-Westfalen zeigt. Mehr als 96 Prozent aller Tiere bekommen demnach die Medikamente. Der Bauernverband gelobt Besserung.

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