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Arachnophobie: Schon Babys regen sich über Spinnen auf
DPA

Die Angst vor Spinnen ist weit verbreitet - ist sie vielleicht sogar angeboren? Ein Experiment mit sechs Monate alten Babys zeigt: Schon sie reagieren speziell auf Fotos von Spinnen oder Schlangen.

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varlex 20.10.2017, 13:01
30.

Zitat von Ossifriese
Was die Evolution des Unterbewussten bzw. des Angeborenen angeht, so sehe ich schon eine Logik in der Sache selbst. Was "nützlich" (zu was auch immer) ist, bleibt, was unnütz oder gar schädlich ist, hat weniger Chancen. Interessant dabei auch die noch nicht verschwundenen, nur stillgelegten Gene, die manchmal ihre Wirkung ganz plötzlich und unerwartet zeigen.
Das stimmt so nicht.
In der Evolution wird nicht nach "nützlich" oder "unnützlich" sondiert.
Es kommt darauf an, ob eine Mutation den Fortpflanzungsfähigkeit erhöht oder senkt und ob das Überleben der Nachkommen weitestgehend bis zur eigenen Fortpflanzung möglich ist.

Beispiel: Aufgrund eines schnelleren Stoffwechsels ist man schneller/stärker in jungen Jahren und man pflanzt sich somit eher fort. Durch die erhöhte Belastung des Herzens stirbt man eher.
Im Endeffekt würde sich für diese Spezies eine kürzere Lebenserwartung durchsetzen, was aber in jungen Jahren das Überleben sichert.

Grundsätzlich vererben sich somit auch "schädliche" Mutationen, wenn diese den Fortpflanzungsprozess nicht behindern.

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schwerpunkt 20.10.2017, 13:11
31.

Zitat von the_tetrarch
Es ist und bleibt ein Grundirrtum der Menschen, sich einzureden, Jahrmillionen der Evolution seien an ihnen vorübergegangen und sie hätten keine angeborenen Instinkte - nur weil ihr Neocortex so groß gewachsen ist.
Das sagt sich pauschal immer so schön und schnell. Und es kling ja auf den ersten Blick tatsächlich plausibel.
Der zweite Blick:
Gab es nicht für die Dauer, in der diese Angst vor Spinnen und Schlangen imprägniert worden sein soll, nicht ebenfalls andere, genauso gefährliche oder sogar noch gefährlichere Tierarten?
Wenn ja, weshalb gibt es davor keine solche Instinkte.
Die weltweit gefährlichste Gifttierart in Relation zur Anzahl der Menschen die dadurch Sterben, ist die Biene (nicht Spinne, Schlange oder Qualle oder anderes). Man möchte diese Viecher zwar nicht unbedingt im Bier schwimmen haben, aber ich kenne kaum Leute, die eine regelrechte Phobie vor Bienen haben.
Weshalb nicht?

Wie käme so eine "Programmierung" des vererbbaren Unterbewusstseins überhaupt zustande? Wenn diese Tiere übe eine lange Dauer die für den Menschen und seine Vorfahren gefährlichen Tierarten waren, wie können dann die, die eben die angenehmen bis tödlichen Begegnungen hatte, diese Ängste begründen, wenn derjenige der dies erlebt kaum Chancen hat DANACH diese Information weiter zu vererben. Allermeist haben ja diejenigen ihr Erbgut verbreitet, die noch keine unheimliche Beengung der ekligen Art hatten. Vor allem dann, wenn Spinnen meist im verborgenen beißen und es meisten einen Zeitverzug bis zu den Symptomen gibt, als annodazumal die meisten wohl gar nicht wussten, woran sie starben.

Weshalb haben Spinnenphobiker gegenüber Ameisen, die Spinnen recht ähnlich sehen, keine solchen Ängste, wo diese doch auf den ersten Blick Spinnen nicht unähnlich sehen?

Ich zweifle nicht diese angeboren Angst an, Ich frage mich nur, wie und wodurch diese zustande kam. Die pauschalen Begründungen dafür (gefährlich) klingen mir auf den zweiten Blick nicht plausibel.

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Little_Nemo 20.10.2017, 13:12
32. Phobien machen mir Angst

Zitat von varlex
Es gibt auch Phobien vor Autos oder Clowns. D.h. aber noch lange nicht, dass diese ein angeborenes Verhalten sind. Und darum geht es hier.
Jein. Die Reaktion der getesteten Kinder ist vermutlich im strengen Sinne nicht auf eine Phobie zurückzuführen. Andererseits allerdings wohl auch nicht durch praktische Erfordernisse zu erklären. Was es ist, wie und warum ist ja eigentlich Gegenstand der Forschungen. Vielleicht also doch eine Art Phobie, in einem größeren Kontext. Ich greife der Wissenschaft da ungern vor.

Und übrigens war nicht ich es, der den Begriff "Phobie", also "Angststörung", hier in die Diskussion einführte. Der steht schon in der Überschrift.

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schwerpunkt 20.10.2017, 13:17
33.

Zitat von varlex
Das stimmt so nicht. In der Evolution wird nicht nach "nützlich" oder "unnützlich" sondiert. Es kommt darauf an, ob eine Mutation den Fortpflanzungsfähigkeit erhöht oder senkt und ob das Überleben der Nachkommen weitestgehend bis zur eigenen Fortpflanzung möglich ist. Beispiel: Aufgrund eines schnelleren Stoffwechsels ist man schneller/stärker in jungen Jahren und man pflanzt sich somit eher fort. Durch die erhöhte Belastung des Herzens stirbt man eher. Im Endeffekt würde sich für diese Spezies eine kürzere Lebenserwartung durchsetzen, was aber in jungen Jahren das Überleben sichert. Grundsätzlich vererben sich somit auch "schädliche" Mutationen, wenn diese den Fortpflanzungsprozess nicht behindern.
Wenn man der Evolution überhaupt so etwas wie einen Plan (den sie nicht hat) unterstellen möchte, ist das Überleben der Spezies priorisiert gegenüber dem Überleben des Individuums.
Diese Priorisierung gibt es immer. Wenn es Spitz auf Knopf im Überlebenskampf für eine werdende Mutter steht, wird im Zweifel immer die Mutter bevorzugt im Überlebenskampf. Eine Mutter ohne Kind kann eher überleben als ein Kind ohne Mutter. Und die Mutter nach der lebensbedrohlichen Situation ggf. wieder Nachkommen bekommen. Das mag man als menschliche Mutter oder werdende Mutter eventuell anders sehen und empfinden, macht aber im Überlebenskampf der Spezies Sinn.

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cindy2009 20.10.2017, 15:02
34. @h-vollmilch

"----
H-Vollmilch heute, 10:52 Uhr
20.
[Zitat von Nonvaio01anzeigen...] Sehr ineffizient! Da lohnt es sich wenn man Katzen hat, zuerst wird mit den 8-Beinern ein wenig gespielt und dann dient es als kleiner leckerer Snack für zwischendurch! :)----"
Katzen zahlen mal nicht meine Rente. Daher habe ich mir drei kinder angeschafft. Die können beides - Spinnen Terminierung durch snack-einlage und Rente bedienen. Ok, das mit den nachtfaltern musste ich Ihnen noch austreiben.

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eo no 22.10.2017, 14:19
35. Spinnen Archetypus - Geister in den nordischen Ländern, Bergwelten ...

Viele hundert Millionen Jahre alt. Sehr Erderfahren.
Zu den kleinsten Spinnentieren gehört unser Haustier die Milbe -
gern in Matratzen, dem Bettzeug zu finden. > Hausstauballergie >
das kann man austesten und sich ggf dagegen impfen lassen. > oder komplett neu bauen, sich neu u anders - sehr steril/sauber einrichten.
Skorpione sind giftig u.a. es gibt auch giftige Worte.
"Worte können Knochen brechen!" Bibel.
Unsichtbare Spinnenfäden im Wald die unser Gesicht berühren -
und uns einspinnen wollen - was wir unbewusst wissen, aber sofort
verdrängen - finden wir unangenehm. > Waldgeister
Überall wo es für den Menschen gefährlich werden kann, gibt es Geister. Je "moderner" der Mensch wird, desto lieber rationalisiert
der Mensch und sagt: Spinnerei.
Seit es Menschen gibt, scheinen wir einen ununterbrochenen Kampf
mit den Spinnen > Geistern > oder uns selber zu führen.

Spinnen sind auch nützlich - gegen viele Fliegen u.a. kleine Insekten.

Ob Babies sich wirklich von Bildern, Fotos beeindrucken lassen ...
erkennen im Alter von 5-9 Monaten wirklich Unbekannte Formen?
Aber wie reagieren sie, wenn sie in der Wirklichkeit - wollen sie sich
die Umgebung da nicht lieber ansehen? ggf in den Mund stecken?
damit spielen?

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Neandiausdemtal 26.10.2017, 00:36
36. Liegt tiefer

Zitat von schwerpunkt
Das sagt sich pauschal immer so schön und schnell. Und es kling ja auf den ersten Blick tatsächlich plausibel. Der zweite Blick: ... Ich zweifle nicht diese angeboren Angst an, Ich frage mich nur, wie und wodurch diese zustande kam. Die pauschalen Begründungen dafür (gefährlich) klingen mir auf den zweiten Blick nicht plausibel.
Viele unserer instinktiven Reaktionen, Verhaltensweisen oder wie immer man es nennen mag, sind älter.
Kleine nagerähnliche Säugetiere haben zu allen Zeiten Grund gehabt vor großen Spinnen zu türmen und gleiches gilt natürlich auch in Bezug auf Schlangen. Allerdings existierten die frühen Säuger bereits vor dem Auftauchen der ersten Schlangen. Warane und große Hundertfüßer mögen viele Menschen übrigens auch nicht. Ebenfalls Freßfeinde kleiner Säuger. Warum Menschen allerdings vor anderen damals schon gefährlichen Viechern scheinbar weniger Angst haben oder gar Abscheu empfinden.....wer weiß?

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