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Artenschutz: Für den Wildlachs wird es eng

Zu Zehntausenden in engen Käfigen gemästet, sollen*Zuchtlachse*die wachsende Weltbevölkerung ernähren. Ihren wilden Verwandten werden die Lebensräume immer mehr vom Menschen eingeengt. Umweltschützer kämpfen für ein Revival des rar gewordenen*Wanderfischs.

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Clawog 27.02.2011, 08:22
1. Artenschutz

Einen Artenschutz wird es unter den gegebenen Umständen nicht geben, auch wenn sehr viel und laut darüber geredet wird. Was es aber bald geben wird, ist eine drastische Umstellung (ein Neuanfang oder so etwas wie einen "reset"). Dem heutigen Menschen sind Konsequenzen auch Höllenszenarien egal, weil er gierig und kurzsichtig ist. Er muß darum "erneuert" werden, damit die Erde nicht verödet und saeine Spezie dabei ausstirbt. Die Natur wird ihren Plan bald umsetzen und damit sämtlichen teuren, hochbesteuerten, wirkungslosen und lächerlichen Naturschutzmaßnahmen ein Ende setzen.

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propagandhi 27.02.2011, 09:15
2. Böswillige Täuschung der Verbraucher

Zitat von sysop
Zu Zehntausenden in engen Käfigen gemästet, .
Dass diese Lüge weiterhin endlos verbreitet und nachgekaut wird, ist entweder schlechte Recherche oder gezielte Propaganda, und der Spiegel tut sich mit beiden keinen Gefallen.

Zuchtfische sind ein Konsumprodukt für westliche Supermärkte, nicht für die hungernden Dritte Welt-Kinder von den Spendenaufruf-Plakaten um die Weihnachtszeit. Denen wäre mehr geholfen, wenn nicht die Schleppnetztrawler v.a. aus Europa und Asien deren Küstengewässer von der Oberfläche bis zum Grund restlos von aller Biomasse leeren würden, unter anderem für das Fischmehl, mit dem die Zuchtlachse in Norwegen gefüttert werden.

Die Zuchtfischindustrie recyclet die 'guten Erfahrungen', die in der Intensivmast von Landtieren gemacht wurden, nämlich möglichst viele Tiere auf möglichst wenig Raum zusammenzuferchen.

Diese Tiere vegetieren in ihren eigenen Exkrementen dahin, dicht besiedelt und infiziert von Viren, Pilzen, Parasiten und Bakterien. Die grosse Herausforderung ist es, die Viecher überhaupt bis zur Schlachtreife am Leben zu halten, weshalb das Wachstum mit Hormonen beschleunigt wird und massenweise Antibiotika und Fungizide ins Wasser/Futter gekippt werden, um wenigstens ein paar noch nicht ganz resistente Keime zumindest zu bremsen.

Dies alles unter Missachtung von Tierschutzbestimmungen, Prinzipien der Lebensmittelsicherheit, Prinzipien der Medizin (Vorbeugung von Resistenzen).

Die Küstenfischerei ernährt Millionen Menschen vollkommen nachhaltig. Die industrielle Fischzucht zerstört die Grundlage dieser jahrtausende alten Berufe und füllt ausnahmslos die Taschen einiger weniger Grossunternehmer.

Alles wie immer also. Und der westeuropäische von Politik und Industriepropaganda dummgehaltene Verbraucher freut sich, wenn der tolle Lachs mit so vielen gesunden Omega-Fettsäuren im Lidl nur zwei Euro kostet.

Wieder mal versucht die Wirtschaft uns Sch**sse als Gold unterzujubeln, und der Spiegel hilft mit. Danke!

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KRabba 27.02.2011, 09:48
3. Wildlachs und die anderen?

Zitat von sysop
Zu Zehntausenden in engen Käfigen gemästet, sollen*Zuchtlachse*die wachsende Weltbevölkerung ernähren. Ihren wilden Verwandten werden die Lebensräume immer mehr vom Menschen eingeengt. Umweltschützer kämpfen für ein Revival des rar gewordenen*Wanderfischs.
Wieso wird es für den Wildlachs?

Es ist schon für alle Fische in allen Meeren "eng" geworden.

Der Mensch führt gerade einen Vernichtungskrieg gegen die Meeresfauna, den er gewinnen wird.

Mit allen modernem Fischfanggerät und Kapazitäten haben die Tiere keine Chance.

Der Wildlachs ist nur ein Teilerfolg in der Vernichtungsschlacht.

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taxidriver 27.02.2011, 09:56
4. Das geht höchstens noch wenige Jahrzehnte

Man hätte in dem Artikel noch erwähnen sollen, dass z.Z. in den USA ein Verfahren zur Freigabe eines gentechnisch optimierten Salmo Salar läuft. Die dortige Nahrungsbehörde hat schon zugestimmt. Der neue Superfisch hat Gensequenzen der Aalmutter, quasi als Frostschutz, damit er das ganze Jahr über wachsen kann und welche aus dem Königslachs, damit er noch schneller groß wird. Der Mensch macht schon große Fortschritte.

In Norwegen (dem absoluten Vorreiterstaat der Salmo Salar Zucht) brechen die Bestände des (genetisch eigentlich nicht mehr wirklich vorhandenen) Wildlachses seit ein paar Jahren weg. Dort ist auch das erste mal die (influenza-ähnliche) ISA-Seuche aufgefallen, später ist sie in u.a. Schottland und Chile aufgetaucht. (In Chile mussten deswegen schon mal zigtausende Arbeiter entlassen werden). Und in Ostkanada wurde in den Farmen sogar eine völlig neue ISA-Variante entdeckt. Außerdem haben sich von den Farmen aus die Fischläuse weltweit massiv ausgebreitet und befallen auch verschiedenste Nichtsalmoniden.

Na ja, ich paddel öfters mal an solchen Anlagen vorbei. Das stinkt ekelhaft und man hört schon von weitem die Fische. Die springen aus dem Wasser um nicht immer nur ständig eng gedrängt im Kreis schwimmen zu müssen. Der Mensch ist völlig pervers, an der Entwicklung rund um den Salmo Salar kann man gut sehen dass das ganze höchstens noch ein paar Jahrzehnte so weiter geht. Dann kommt der Zusammenbruch.

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akrisios 27.02.2011, 10:35
5. Wem machen wir eigentlich was vor?

Ob Wildlachs oder andere Ressourcen für die globale Krebszelle Mensch mit tödlichem Wachstum - es wird nicht reichen.

Selbst wenn Europäer & USA sowie Russland & die ehem. Ostblockländer Einsicht bekämen. China, Indien & Afrika, Brasilien u.v.a. werden alles verbrennen, verzehren & aufbrauchen was diese Erde bietet.

So einfach ist das.

Der Zug ist mit 350 Km/h noch 800m vor dem Brückenpfeiler und in den Waggons klirren die Sektgläser zur Partytime.

Falls uns nicht vorher Verteilungskämpfe in einen hochtechnisierten Atomkrieg führen ist ohnehin in einigen Jahren Schluss mit dem was wir bislang kannten und liebten.
Wer Anschauungsmaterial benötigt darf sich diese Filme ansehen: "The Road" oder "Flucht ins 23. Jahrhundert".

Zur Aufklärung: Ich bin -leider- kein Defätist, sondern Realist.

Wie heißt es doch: "Der schlimmste Betrug ist der Selbstbetrug". Hier trifft es auf eine ganze Rasse zu.

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Daniel Hoogland 27.02.2011, 10:56
6. von wegen propaganda

"Diese Tiere vegetieren in ihren eigenen Exkrementen dahin, dicht besiedelt und infiziert von Viren, Pilzen, Parasiten und Bakterien. Die grosse Herausforderung ist es, die Viecher überhaupt bis zur Schlachtreife am Leben zu halten, weshalb das Wachstum mit Hormonen beschleunigt wird und massenweise Antibiotika und Fungizide ins Wasser/Futter gekippt werden, um wenigstens ein paar noch nicht ganz resistente Keime zumindest zu bremsen."
Na jetzt mal langsam. Zu viele Horrorfilme gesehen?
Erstmal die dichte, also die anzahl (kilo) Lachs per kubikmeter : Im gegensatz zu dem Viehstall ist das Wasser in den Fjorden Norwegens fast als "gratis" zu betrachten. Die Gesetzgebung hat ein Maximum per Kubikmeter vorgeschrieben.
Diese werden nur in den allerseltensten Fällen überschritten:
Der Zuchtlachs hat in Praxis viel mehr Platz als er nach dem Gesetz zusteht. Und Wunder : Er mag sich mit seinen Artgenossen zusammentun, statt diesen Freiraum auszunutzen!
Es ist hier, wie in vielen anderen Fällen wieder die typische kleinkarierte Form der Projektion. Der Mensch braucht Platz also der Lachs auch.
Antikiotika : in den 80'er Jahren war der Gebrauch von Antibiotika relativ hoch. Seit man aber die Zucht weiter entwickelt hat ist der Verbrauch an Antibiotika so hoch wie etwa 50-60 Kilogramm für 300.000 Fischen à 3 kilo !Und natürlich werden diese Stoffe nur an iFischen in isolierten
Fällen gegeben. Die Quarantainezeit und die Kontrolle enorm!
Was man kritieren sollte ist das Faktum daß die Chilenische Produktion zum größten Teil in Händen ist von...Norwegische Produzenten ! Sie hantieren in Norwegen gezwungenermaßen die gute Norwegische Gesetzgeben, und mißachten diese gute Praxis total in Chile. Ich schlage vor : da angreifen wo es etwas hilft.

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eknoes 27.02.2011, 11:04
7. "homo phlegmaris"

Zitat von propagandhi
Dass diese Lüge weiterhin endlos verbreitet und nachgekaut wird, ist entweder schlechte Recherche oder gezielte Propaganda, und der Spiegel tut sich mit beiden keinen Gefallen. Zuchtfische sind ein Konsumprodukt für westliche Supermärkte, nicht für die hungernden Dritte Welt-Kinder von den Spendenaufruf-Plakaten um die Weihnachtszeit. Denen wäre mehr geholfen, wenn nicht die Schleppnetztrawler v.a. aus Europa und Asien deren Küstengewässer von der Oberfläche bis zum Grund restlos von aller Biomasse leeren würden, unter anderem für das Fischmehl, mit dem die Zuchtlachse in Norwegen gefüttert werden. Die Zuchtfischindustrie recyclet die 'guten Erfahrungen', die in der Intensivmast von Landtieren gemacht wurden, nämlich möglichst viele Tiere auf möglichst wenig Raum zusammenzuferchen. Diese Tiere vegetieren in ihren eigenen Exkrementen dahin, dicht besiedelt und infiziert von Viren, Pilzen, Parasiten und Bakterien. Die grosse Herausforderung ist es, die Viecher überhaupt bis zur Schlachtreife am Leben zu halten, weshalb das Wachstum mit Hormonen beschleunigt wird und massenweise Antibiotika und Fungizide ins Wasser/Futter gekippt werden, um wenigstens ein paar noch nicht ganz resistente Keime zumindest zu bremsen. Dies alles unter Missachtung von Tierschutzbestimmungen, Prinzipien der Lebensmittelsicherheit, Prinzipien der Medizin (Vorbeugung von Resistenzen). Die Küstenfischerei ernährt Millionen Menschen vollkommen nachhaltig. Die industrielle Fischzucht die Grundlage dieser jahrtausende alten Berufe und füllt ausnahmslos die Taschen einiger weniger Grossunternehmer. Alles wie immer also. Und der westeuropäische von Politik und Industriepropaganda dummgehaltene Verbraucher freut sich, wenn der tolle Lachs mit so vielen gesunden Omega-Fettsäuren im Lidl nur zwei Euro kostet. Wieder mal versucht die Wirtschaft uns Sch**sse als Gold unterzujubeln, und der Spiegel hilft mit. Danke!
Ihrem sehr guten Beitrag ist im Prinzip nichts hinzu zu fügen. Gratulation dazu, propaghandi!
Vielleicht noch soviel -
Was mir völlig unbegreiflich ist, ist die unbestreitbare Tatsache, dass das Aufklären der Konsumenten über solche und ähnliche katastrophale Mißstände in der Lebensmittelindustrie ihn nachweislich dennoch nicht vom massenhaften Verzehr socher Produkte abhält. Wenn heute vom sog. "aufgeklärten Verbraucher" die Rede ist, dann ist daran sicher viel Wahres. Aber was nützt alle Aufklärung, wenn sie lediglich "zur Kenntnis" genommen wird?
Er liest es, ekelt sich eine "angemessene" Schamfrist lang, um danach ganz normal "business as usual" zu praktizieren.
Darin scheint mir das eigentliche Problem zu liegen.
Es scheint sich schon lange eine unheilvolle symbionte Wechselwirkung zwischen Produzenten und Verbraucher entwickelt zu haben, jenseits jeder vernünftigen Einsicht.

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man_vs_ape 27.02.2011, 11:21
8. Ach...

Zitat von akrisios
Ob Wildlachs oder andere Ressourcen für die globale Krebszelle Mensch mit tödlichem Wachstum - es wird nicht reichen. Selbst wenn Europäer & USA sowie Russland & die ehem. Ostblockländer Einsicht bekämen. China, Indien & Afrika, Brasilien u.v.a. werden alles verbrennen, verzehren & aufbrauchen was diese Erde bietet. So einfach ist das.
das ist immer die billigste Ausrede. Wenn nicht wir, dann tun es die Andern.
So werden jetzt wohl viele Leute sagen dass sie nicht so viel Lachs (von Thunfisch nicht zu reden) essen und es wird weitergehen bis nichts mehr da ist.
Leider werden die die gegen die Missstände protestieren als Ökoterroristen und Panikmacher bezeichnet. Und Politiker sind wie immer viel zu spät hier Maßnahmen zu treffen. Die profitieren ja auch noch wenn sie die Fischindustrie fördern. Verzichte selbst freiwillig auf Essen aus dem Meer aber die Wenigsten sind dazu bereit wenn nicht gezwungen.

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akrisios 27.02.2011, 11:29
9. Stimmig

Zitat von eknoes
Er liest es, ekelt sich eine "angemessene" Schamfrist lang, um danach ganz normal "business as usual" zu praktizieren. Darin scheint mir das eigentliche Problem zu liegen. Es scheint sich schon lange eine unheilvolle symbionte Wechselwirkung zwischen Produzenten und Verbraucher entwickelt zu haben, jenseits jeder vernünftigen Einsicht.
http://forum.spiegel.de/showpost.php...15&postcount=6

Ob Schweinepest, Gammelfleisch oder Fischskandale. Der Deutsche (u.a. anderen) wirds schon wieder fressen.

So das Kalkül der Industrie (Tier = Produkt).

Wie heißt es doch: "Den Grad einer Kultur kann man am Umgang mit den Tieren messen". Wir reden hier nicht über Haustiere, sondern Nutztiere (welch eine pathologische Unterscheidung).

So gesehen dürften wir im tiefsten Barbarentum des Tier-Holocausts angekommen sein.

PS: Und nein, ich bin kein weltfremder Öko-Inri oder Verschwörungsanhänger usw. Nein, ich stehe voll in dieser Gesellschaft, fühle mich mitschuldig und verstehe diese Welt nicht mehr.

Warum? Lesen Sie meinen ersten Beitrag:

http://forum.spiegel.de/showpost.php...15&postcount=6

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