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Asteroid Lutetia: Gesteinsbrocken mit Planeten-Ambitionen

Zwei Stunden lang schoss die Raumsonde "Rosetta" Hunderte Fotos vom Asteroiden*Lutetia. Jetzt*haben Forscher die Daten ausgewertet. Der Brocken hat die Astronomen verblüfft: Er ist ungewöhnlich schwer - und könnte ein Überbleibsel aus der frühen Phase des Sonnensystems sein.

Kopflaus 28.10.2011, 10:11
1. Wie fügen sich Kleinteile zu einem Teil zusammen?

Wie entsteht aus Staub, Steinchen, Felsen etc. eine Art großer Felsbrocken? Muss dafür nicht eine Verflüssigung und Erstarrung ähnlich dem Erdinneren stattfinden? Das scheint hier mangels größe kaum möglich.

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BöHsling 28.10.2011, 12:55
2. Durch

Kollisionen von kleineren Planetesimalen u.Ä. und die dadurch freigesetzte Wärmeenergie, sowie durch Zerfall radioaktiver Isotope bilden sich kurz nach Entstehung des Sonnensystems größere Planetesimale, welche irgendwann groß genug sind, um durch Gravitation immer mehr Materie an sich zu binden.

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BöHsling 28.10.2011, 12:58
3. Edit

Zitat von BöHsling
Kollisionen von kleineren Planetesimalen u.Ä. und die dadurch freigesetzte Wärmeenergie, sowie durch Zerfall radioaktiver Isotope bilden sich kurz nach Entstehung des Sonnensystems größere Planetesimale, welche irgendwann groß genug sind, um durch Gravitation immer mehr Materie an sich zu binden.
Edit:
Durch die freigesetzte Wärme (wie beschrieben) schmelzen die Planetesimale auf, sodass sie bei Kollision mit anderen Planetesimalen o.Ä. nichtmehr einfach nur zerbrechen, sondern diese in sich aufnehmen.

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Beteigeuze 29.10.2011, 18:23
4. Ungenau

Zitat von sysop
Zwei Stunden lang schoss die Raumsonde "Rosetta" Hunderte Fotos vom Asteroiden*Lutetia. Jetzt*haben Forscher die Daten ausgewertet. Der Brocken hat die Astronomen verblüfft: Er ist ungewöhnlich schwer - und könnte ein Überbleibsel aus der frühen Phase des Sonnensystems sein.
Im Artikel heißt es in Bezug auf die gegenüber üblichen Meteoriten größere Dichte:

"Forscher um Benjamin Weiss vom Massachusetts Institute of Technology (MIT) halten es daher für möglich, dass Lutetia im Inneren einen geschmolzenen metallischen Kern besitzt, der für die hohe Dichte sorgt."

M.E. Tüch. Eine Metallschmelze sollte in etwa die selbe Dichte haben, wie das gleiche Material im festen Zustand. Abgesehen davon: Wieso soll in einem sehr kleinen Himmelskörper über Milliarden von Jahren die Wärme der Schmelze gehalten worden sein, während man bei sehr viel größeren Planeten ( z.B. Mars ) die Abwesenheit eines Magnetfeldes durch die allmähliche Auskühlung und Verfestigung des metallischen Planetenkerns erklärt?

Auf die Möglichkeit einer metallische Schmelze im Innern kann man m.E. nur durch den Nachweis eines Magnetfeldes zusammen mit einer ausreichend großen Eigenrotation schließen. Von Ersterem ist aber im Artikel nicht die Rede. Ein Magnetfeld allein ist kein sicherer Indikator für eine metallische Schmelze. Es wäre ja möglich, daß der Eisenkern in seiner Vergangenheit magnetisiert wurde und diesen Magnetismus über eine lange Zeit bewahrt hat.

Bleibt also nur, daß Lutetia einem überdimensionierten Eisenmeteoriten entspricht, der eingebacken ist in festem Fels und nicht bloß in Geröll.

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