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Asteroid schrammt an Erde vorbei: Das wird knapp
DPA/ NASA/ JPL-Caltech

Der Abstand entspricht nur gut dreimal dem Durchmesser der Erde: Ein hausgroßer Steinbrocken saust nächste Woche knapp vorbei - für Forscher ein Warnschuss.

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Sissy.Voss 06.10.2017, 18:23
1. Guter Plan?

„Jehn verfolgt als Forschungsansatz einen sogenannten Gravity Tractor, wobei ein Raumschiff neben dem Asteroiden herfliegt und ihn über die gegenseitig ausgeübte Anziehungskraft von seinem Kurs abbringt“. Wird sicher hoch spannend, zu beobachten, wie sich ein Asteroid mit ca. 1,5 km Durchmesser (wie der beim Ries-Ereignis) von einem Raumschiff aufgrund gegenseitiger Anziehungskraft ablenken lässt, wenn das Kerlchen mir 20 m/s unterwegs ist. Neben der dafür erforderlichen Masse sollte ja wohl auch eine passende Geschwindigkeit zum Nebenherfliegen verfügbar sein. Selbst bei kleineren Objekten dürfte das schwierig sein. Ich persönlich kann mir das überhaupt nicht vorstellen: ein Raumschiff von der Größe eines Hauses mit einer entsprechenden Trägerrakete in den Weltraum zu bringen und dann entsprechend zu beschleunigen, dass es schön parallel zu unserem Besucher fliegt und ihn millimeterweise aus der Bahn lockt.

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willibaldus 06.10.2017, 18:43
2.

Dazu braucht es eine Vorwarnzeit von Jahren und auch jahrelange Einwirkung. Bei plötzlich auftretenden Kometen wird das nicht funktionieren, denke ich.
Weiss anpinseln, oder mittels Spiegeln Punkte auf der Oberfläche aufheizen um für eine Gasentwicklung zu sorgen und damit Rückstoss, wären andere Möglichkeiten um die Bahn eines Asteroiden zu ändern.

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liquimoly 06.10.2017, 19:08
3. Wir sind ja sowas von schutzlos

Ein Gravity Tractor müsste über eine ausreichende Masse verfügen. Doch wie sollen diese Massen ins All befördert werden, wenn bei schon bei Satelliten um jedes Gramm geschachert wird. Geschweige denn der Brennstoff, der für den Hinflug, eine Kehrtwende und anschließende Wiederbeschleunigung erforderlich wäre. Eine Atombombe? Klar! Mal überlegt, daß deren Energie im luftleeren Raum verpufft, wenn sie nicht eingebohrt wird wie bei Armageddon? In den Keller gehen? Auch gut. Um nach ein bis zwei Jahren wieder an die pulveraschenbedeckte Oberfläche zu kommen und im postapokalyptischen Winter zu erfrieren.
Es gibt viele Phantasien, die Realität ist leider hoffnungslos.

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brotherandrew 06.10.2017, 19:31
4. Also, ...

... ein hausgroßes Teil kann zwar beträchtlichen Schaden auslösen, aber keinen apokalyptischen. Denn beim Eintritt in die Erdatmosphäre würde er in mehrere Teile zerbrechen.

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Schnapi 06.10.2017, 20:51
5. der Ami wirds also wieder richten müssen

"Im Notfall wäre auch ein nuklearer Einschlag denkbar. Aber das müssen wir wohl den Amerikanern überlassen. In Europa gibt es keine Bereitschaft, das zu testen", sagt Jehn.
Na das haben unsere amerikanischen Kollegen doch bestimmt längst ausprobiert!?

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Bueckstueck 06.10.2017, 21:10
6.

Zitat von liquimoly
Ein Gravity Tractor müsste über eine ausreichende Masse verfügen. Doch wie sollen diese Massen ins All befördert werden, wenn bei schon bei Satelliten um jedes Gramm geschachert wird. Geschweige denn der Brennstoff, der für den Hinflug, eine Kehrtwende und anschließende Wiederbeschleunigung erforderlich wäre. Eine Atombombe? Klar! Mal überlegt, daß deren Energie im luftleeren Raum verpufft, wenn sie nicht eingebohrt wird wie bei Armageddon? In den Keller gehen? Auch gut. Um nach ein bis zwei Jahren wieder an die pulveraschenbedeckte Oberfläche zu kommen und im postapokalyptischen Winter zu erfrieren. Es gibt viele Phantasien, die Realität ist leider hoffnungslos.
Wenn es schon an Fachwissen mangelt, dann sollte wenigstens etwas Fantasie vorhanden sein.

Denk mal nach über welche Distanzen wir hier sprechen und wie wenig man ein Objekt relativ zur Erde ablenken muss damit es eben nicht trifft. Man benötigt hier kein unfassbar massereiches Raumschiff, man benötigt nur genug Zeit. Egal wie klein die Masse ist, sie zieht an einem massereicheren Objekt - verhindert man den Absturz auf den Asteroiden, verändert man über die Zeit auch seine Flugbahn.
Und wenn man von der Gravitationskonstellation der Himmelskörper im Sonnensystem begünstigt wird, wird das Objekt womöglich durch diese frühzeitige minimale Abweichung ganz woanders lang fliegen, weil es in den Einflussbereich einer anderen Masse gelenkt wird. Das könnte sogar schon unser Mond sein wenn es sich richtig timen lässt.

Über sowas brüten die schlausten Köpfe weil es richtig kompliziert ist, die würden das sicher nicht tun wenn es keine Chance auf Erfolg gäbe, auch wenn dafür einige Voraussetzungen stimmen müssen. Es lohnt sich immer mehr als nur einen Plan in der Schublase zu haben.

Eine Kernwaffenexplosion verpufft auch nicht, sie erzeugt erstens einen enormen Strahlungsdruck im sichtbaren und unsichtbaren Spekturm, was wiederum einen Effekt auf die Bahn des Objekts haben kann. Andererseits hat auch eine Detonation direkt auf der Oberfläche einen enormen Masseauswurf zur folge, da grosse Mengen des Asteroiden an der Oberfläche schlagartig verdampfen und sicher nicht unerhebliche Anteile davon gen All beschleunigt werden: Aktion und Reaktion.

Daher sollte man sowas ja auch mal testen um herauszufinden welcher Ansatz der effektivste ist.

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Bueckstueck 06.10.2017, 21:12
7.

Zitat von Schnapi
"Im Notfall wäre auch ein nuklearer Einschlag denkbar. Aber das müssen wir wohl den Amerikanern überlassen. In Europa gibt es keine Bereitschaft, das zu testen", sagt Jehn. Na das haben unsere amerikanischen Kollegen doch bestimmt längst ausprobiert!?
Bestimmt nicht in den letzten 40 oder 50 Jahren, sonst wüssten wir das. Oder glaubst du sowas lässt sich wie hinter einem grossen dunklen Schleier vor hundertausenden kleinen und grossen Teleskopen verbergen?

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lupenreinerdemokrat 06.10.2017, 21:13
8.

Zitat von Schnapi
"Im Notfall wäre auch ein nuklearer Einschlag denkbar. Aber das müssen wir wohl den Amerikanern überlassen. In Europa gibt es keine Bereitschaft, das zu testen", sagt Jehn. Na das haben unsere amerikanischen Kollegen doch bestimmt längst ausprobiert!?
Klar, hierfür gibt es entsprechende Computersimulationen beim LLNL, wo die leistungsstärksten Hochleistungsrechner stehen und extra nur für die Simulation von Nuklearexplosionen angeschafft wurden. Somit ersparen sich die Amis seit Jahren Atombombentests in der Realität ;-)
Die Raketen die nötig sind, die Sprengköpfe zum Ziel im Weltraum zu befördern würde ich dann aber lieber den Russen oder Chinesen überlassen. Da gibt's einfach weniger Pannen...

Andererseits wäre es Ironie des Schicksals, hätten die ICAN-Nobelpreisträger mit ihrem Anliegen einer atomwaffenfreien Welt Erfolg und im Fall eines bevorstehenden Impacts stünden keine Atomsprengköpfe mehr zur Verfügung und eine Herstellung würde länger dauern als bis zum Impact....

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Bueckstueck 06.10.2017, 21:13
9.

Zitat von brotherandrew
... ein hausgroßes Teil kann zwar beträchtlichen Schaden auslösen, aber keinen apokalyptischen. Denn beim Eintritt in die Erdatmosphäre würde er in mehrere Teile zerbrechen.
Nur wenn er aus Stein besteht. Man kann nie wissen wieviel davon metallisch ist...

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