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Astrologie: Warum so viele Menschen an Horoskope glauben
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Die Sterne stehen hoch im Kurs, gerade zum Jahreswechsel. Die Zahl derer, die an Horoskope glauben, nimmt eher zu als ab. Dafür gibt es psychologische Gründe - und vielleicht politische.

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herr wal 02.01.2017, 07:48
130. Die ersten Fake News des neuen Jahres

Was Herr Stöcker hier publiziert, mutet ja schon arg populistisch-vereinfachend an. Den Steinbock mit einem Netz aus Punkte in Bad Nauheim, Oslo, Stockholm und an 23 anderen Orten irgendwo dazwischen zu vergleichen, das ist ja nun schon sehr platt. Der Steinbock ist eine sich permanent wandelnde Struktur des vierdimensionalen Raum-Zeit-Kontinuums, was die alten Sumerer natürlich anno 5500 vor Einstein noch nicht wissen konnten, als sie ihn entdeckten. Aber wir wissen das ja nun.

Ich selbst bin ein Fisch, wie er im Buche steht. Fische wandern zwischen zwei Gefühlswelten hin und her: Einerseits sind Fische gerne allein, andererseits suchen sie aber auch nach Geborgenheit. Mein Element: Wasser, der Urstoff allen Lebens. Es ist zugleich das Symbol des Gefühlshaften, das über der Verstandeskraft steht. Mein Herrscherplanet: Neptun, der Gott der Meere. Meine Stärken: Ich bin geheimnisvoll, mitfühlend, intuitiv, sensibel und verständnisvoll. Eine weitere Domäne fischebetonter Menschen ist die Wissenschaft. Dort, wo es um abstrakteste Zusammenhänge geht, wo man den letzten Geheimnissen der Materie auf der Spur ist, wo das Denken in die Unendlichkeit des Weltraums dringt, greift Fischeenergie.

Insofern wäre dem SPIEGEL und seinem Kind, dem SPON, schon zu raten, Horoskope nicht nur kindisch zu veralbern, sondern auch mal selbst welche erarbeiten zu lassen. Vielleicht von den Medien Jan Fleischhauer und Jakob Augstein im Wechsel. Oder der eine kümmert sich um die Landtiere, und der andere um die des Wassers.

Zu sagen, was ist, so wie es in metallenen Lettern in der Eingangshalle des Hamburger SPIEGEL-Gebäudes steht, das war zu Rudolf Augsteins Zeit gut und ehrenwert. Aber heute wollen wir doch auch wissen, warum es so ist, und wie es später mal sein wird.

So, und jetzt sag ich ohne meinen Adorno gar nix mehr. Es ist auch eine der typischen Sternzeichen-Eigenschaften vom Fisch, dass sie etwas anfangen und nicht zu Ende füh

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Gleichstrom 02.01.2017, 08:03
131.

Oh Mann, das ist ja furchtbar!

Es ist viel viel einfacher als gleich das ganze Universum zu bemühen, einen einzelnen Menschen zu erklären... Ist das nicht reichlich arrogant?

Echte Einflußfaktoren auf Verhalten, Erfolg, Mißerfolg etc eines Menschen sind bekannt, im Wesentlichen prägende Ereignisse, Erziehung, Genetik.

Selbstredend kann man die Spukerei nur erklären, wenn man sie selbst anwendet... Ja, das erzählen Gläubige jeder Glauberei den Ungläubigen schon immer, und Ouija-Brettchen sind mehr als dumm bedruckte Spielbretter, ...

Die Arroganz der Esoterik nimmt schon hin und wieder bizarre Formen an. Die Vernunft, auf die nahe und nächste Umgebung eines Menschen angewandt, sagt uns Einiges über ihn. Sterne, Pendel, beschworene Geister und zerschnittene Ziegeneier sagen uns garnichts, außer im letzten Fall eine arrogante Sichtweise gegenüber Ziegenböcken und ihrem Spaß am Rammeln.

Was da grundsätzlich unverstanden bleibt ist, daß seriöse Wissenschaft exakt weiß, daß ihre Erklärungen irgendwo enden. Da sieht der Esoteriker seine Chance, er greift sich irgendeine Ungenauigkeit, irgendwas, das mit dem betrachteten Zusammenhang garnichts zu tun hat, und erklärt damit die gesamte Wissenschaft in allen Disziplinen für untauglich, auch nur das Geringste zu erklären. Das ist ähnlich den Schöpfungsmärchengläubigen, die die Lücken der Evolution nutzen, und findet man in einer Lücke eine Art, die bisher unbekannt war - zwei Lücken! Wunderbar, die Evolution wird also immer falscher, je präziser sie verstanden wird.

Daß man irrelevante Dinge in die Waagschale wirft, nur weil sie nicht exakt bekannt sind, wie nennt man das... Strohmannargument? Richtig?

Rationalismus, den der Autor dieser Kolumne für sich reklamiert (und ich tue das ebenfalls) hat nicht den Anspruch, immer und überall alles zu erklären. Es ist ein ergebnisorientiertes Wertesystem, das verfügbare Kenntnis über Fakten und Zusammenhänge, also die Gesamtheit des Beweisbaren, zur Grundlage von Entscheidungen heranzieht. Für Esoteriker an sich ein riesiges Einfallstor: Beweisen sie irgendwas des Behaupteten und Sie sind SOFORT Teil der Entscheidungsgrundlage jedes Rationalisten, der davon Kenntnis erlangt und dazu Stand der Kenntnis jeder seriösen Wissenschaft - anders als in den Hasstiraden der Esoteriker ist diese nämlich ergebnisoffen und erkennt jedes Faktum, das beweisbar und bewiesen ist, vollumfänglich an.

Wäre ich so sehr vom Besitz eines Teils der Wahrheit überzeugt, würd ich aufhören mit dem wehleidigen Lamentieren. Beweisen sie was, ohne verbleibende Zweifel! Es wird Gegenstand der betroffenen Wissenschaft werden, sofort! Statt zu jammern, die Gelegenheit ergreifen!

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dirk.resuehr 02.01.2017, 08:42
132. Glaube und Aberglaube

Letzteres gilt als Quatsch, aber, mal offen, wer kann das katholische Glaubensbekenntnis glauben? Wer die jungfräuliche Geburt? Wer . w den Koran? Wer dieAuferstehung? Wer das Buch Mormon?
Da schwimmen die Grenzen. Nur das Eine ist erlaubt, das Andere wird belächelt.Lächeln kann man über alle Beiden, oder lächelnd alles zulassen. Wichtiger scheint mir zu fragen, wieso glauben so viele Menschen den nachweisbaren Lügen von Farage, Johnson, Trump, AfD, le Pen? Da wirds haarig, auch nicht zu verstehen, aber vorhanden, deshslb müssen wir uns darum kümmern.

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markustermin 02.01.2017, 08:43
133.

Zitat von Gleichstrom
Oh Mann, das ist ja furchtbar! (...) Die Arroganz der Esoterik nimmt schon hin und wieder bizarre Formen an. Die Vernunft, auf die nahe und nächste Umgebung eines Menschen angewandt, sagt uns Einiges über ihn. Sterne, Pendel, beschworene Geister und zerschnittene Ziegeneier sagen uns garnichts, außer im letzten Fall eine arrogante Sichtweise gegenüber Ziegenböcken und ihrem Spaß am Rammeln. Was da grundsätzlich unverstanden bleibt ist, daß seriöse Wissenschaft exakt weiß, daß ihre Erklärungen irgendwo enden. (...) Daß man irrelevante Dinge in die Waagschale wirft, nur weil sie nicht exakt bekannt sind, wie nennt man das... Strohmannargument? Richtig? Rationalismus, den der Autor dieser Kolumne für sich reklamiert (und ich tue das ebenfalls) hat nicht den Anspruch, immer und überall alles zu erklären. Es ist ein ergebnisorientiertes Wertesystem, das verfügbare Kenntnis über Fakten und Zusammenhänge, also die Gesamtheit des Beweisbaren, zur Grundlage von Entscheidungen heranzieht. Für Esoteriker an sich ein riesiges Einfallstor: Beweisen sie irgendwas des Behaupteten und Sie sind SOFORT Teil der Entscheidungsgrundlage jedes Rationalisten, der davon Kenntnis erlangt und dazu Stand der Kenntnis jeder seriösen Wissenschaft - anders als in den Hasstiraden der Esoteriker ist diese nämlich ergebnisoffen und erkennt jedes Faktum, das beweisbar und bewiesen ist, vollumfänglich an. Wäre ich so sehr vom Besitz eines Teils der Wahrheit überzeugt, würd ich aufhören mit dem wehleidigen Lamentieren. Beweisen sie was, ohne verbleibende Zweifel! Es wird Gegenstand der betroffenen Wissenschaft werden, sofort! Statt zu jammern, die Gelegenheit ergreifen!
"Seriöse Wissenschaft" weiß offenbar nicht, "daß ihre Erklärungen irgendwo enden," sonst würde man ja nicht - wie in dieser Kolumne, ein Beispiel davon geben, wie man völlig an der Sache vorbei ein Urteil fällt. Wie seriös sind denn Urknall, Singularitäten, Dunkle Materie und Relativitätstheorien, die angeblich so wunderbar bewiesenen?

In Wahrheit sieht es heute so aus: wir haben ein irrationales Wissenschaftssystem, das sich in allen Fragen für zuständig hält, obwohl es gar nicht denken kann, sondern nur messen, während die Messung zu offensichtlichen Paradoxien führt, die eigenartigerweise ("Zwillings-Paradoxon" z.B.) nicht als Beleg für den Unsinn der Theorie, sondern als Beleg gerade für deren Richtigkeit herangezogen wird.

Einem solchen System gegenüber kann man - obwohl das möglich ist - nichts "ohne verbleibenden Zweifel" beweisen, gerade weil es alles andere als "rational" ist. Demgegenüber hat die Wahrheit der Astrologie keine Chance - es gibt, anders, als sie behaupten, nicht die geringste Bereitschaft, sie nach ihren eigenen Kriterien objektiv zu prüfen, was auch niemals bislang erfolgte. Schon lange hat man sich hinter einem Wald aus Zahlen verbarrikadiert, in dem man die Quantengravitation sucht, ohne sie zu finden. Und je länger das dauert, um so wütender wird man auf die angeblich irrationale Astrologie. Wer etwas über den wahren zustand der Wissenschaft wissen will, lese Lee Smolin, "Trouble with Physics".

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ometepe 02.01.2017, 08:58
134. Religionsersatz

Der Versuch, dem eigenen Leben Bedeutung zu geben, in dem man es mit gewaltigen Sternkonstellationen verknüpft, ist doch offenbar sehr menschlich. Mich trägt mein christlicher Glaube und die Orientierung an Jesu Worten und Handeln gibt meinem Leben eine (für mich) gute Richtung. Wem dieses religiöse Grundvertrauen fremd ist, mag sein Glück oder Unglück im Spiegel der Sterne erkennen.
Wer hingegen alle anderen menschlichen Erkenntnismöglichkeiten ausschliesst und versucht, sein Leben und die Welt mit reiner Vernunft zu erklären, wird wohl scheitern. Die Hure Vernunft, wie M. Luther sagte, macht es jedem recht. Und sie schwindet schon bei jedem Schnupfen, bei jeder Verliebtheit und in jeder anderen Leidenschaft. Adorno fand ich als Student beeindruckend, denn er war so klug und vieles klang so vernünftig. Aber zum Glück und zum Lebenssinn reicht die Vernunft lange nicht.

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kasalla.kalla 02.01.2017, 09:12
135. so ist er, der mensch...

ich wette 80 % der kommentatoren, die hier die astrologie kritisieren, haben kein problem damit an gott zu glauben. der mensch ist ein widersprüchliches wesen. das grundproblem ist, dass das leben keinen sinn hat. wer glaubt versucht dem entgegenzuwirken und produziert dabei allerlei unsinn.

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jhea 02.01.2017, 09:15
136. Wer an Astrologie glaubt...

Das tut noch einer?
andererseits gibt es auch ganze Fernsehsender die nichts anderes machen als Kartenlegen, Sterne deuten und was weiß ich alles.
Wer an so etwas glaubt, der hat seinen Energieausgleich mit 10 Euro / Minute vollkommen zurecht verdient.

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kapnix 02.01.2017, 09:16
137.

Zitat von markustermin
"Seriöse Wissenschaft" weiß offenbar nicht, "daß ihre Erklärungen irgendwo enden," sonst würde man ja nicht - wie in dieser Kolumne, ein Beispiel davon geben, wie man völlig an der Sache vorbei ein Urteil fällt. Wie seriös sind denn Urknall, Singularitäten, Dunkle Materie und Relativitätstheorien, die angeblich so wunderbar bewiesenen? In Wahrheit sieht es heute so aus: wir haben ein irrationales Wissenschaftssystem, das sich in allen Fragen für zuständig hält, obwohl es gar nicht denken kann, sondern nur messen, während die Messung zu offensichtlichen Paradoxien führt, die eigenartigerweise ("Zwillings-Paradoxon" z.B.) nicht als Beleg für den Unsinn der Theorie, sondern als Beleg gerade für deren Richtigkeit herangezogen wird. Einem solchen System gegenüber kann man - obwohl das möglich ist - nichts "ohne verbleibenden Zweifel" beweisen, gerade weil es alles andere als "rational" ist. Demgegenüber hat die Wahrheit der Astrologie keine Chance - es gibt, anders, als sie behaupten, nicht die geringste Bereitschaft, sie nach ihren eigenen Kriterien objektiv zu prüfen, was auch niemals bislang erfolgte. Schon lange hat man sich hinter einem Wald aus Zahlen verbarrikadiert, in dem man die Quantengravitation sucht, ohne sie zu finden. Und je länger das dauert, um so wütender wird man auf die angeblich irrationale Astrologie. Wer etwas über den wahren zustand der Wissenschaft wissen will, lese Lee Smolin, "Trouble with Physics".
Nur ganz kurz. Wahrheiten gibt es im Glauben und der Astrologie, Beweise in der Mathematik und in der Rechtsprechung, Beides gibt es aber nicht in den Naturwissenschaften. Erkenntnisse aus den Naturwissenschaften führten zB zu dem Gerät das sie gerade genutzt haben. Erkenntnisse der Astrologie führten zu was?

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granathos 02.01.2017, 09:32
138.

Zitat von ed_tom_bell
Puh, die Beweiskraft Ihrer ...äh... Argumente ist ja erdrückend. Können Sie auch auf seriöse Quellen verweisen, was Ihre "Wissenschaftlichen Untersuchungen" anbelangt? Oder haben Sie nur Verschwörungstheorien über verdorbene Karrieren?
Die Forschung der intrauterinen Verhältnisse sind noch am Anfang und schwierig, da die Fruchtwasserentnahme auch nicht unproblematisch ist. Aber:
http://www.daserste.de/information/wissen-kultur/w-wie-wissen/sendung/2010/testosteron-im-mutterleib-100.html
und
http://www.pharmacon.net/2009/09/testosteron-2/
die Liste ist endlos und wir haben heute erst Ergebnisse über Testosteron. Das Fruchtwasser ist aber der reinste Hormoncocktail.

Verschwörungstheorie? Fragen sie doch mal ihren besten Bekannten, den Knaben im Spiegelbild. 2 Kandidaten, 1 wichtiger zu besetzender lukrativer Posten und einer der beiden hat gerade eine wissenschaftliche testreihe mit positiven Belegen zum Thema Astrologie veröffentlicht, wen würden sie nehmen (bzw. auf keinen Fall nehmen)?

Ein Missverständnis bei dem Thema ist, dass zu sehr auf dem Blödsinn der Scharlatane rumgeritten wird. Ich verurteile ja auch nicht die Medizin weil es Qaucksalber gibt.

Ob es ein Zufall ist, dass es 12 Sonnenzeichen (müssten eigentlich Mondzeichen heissen) und 12 Monate (früher Monde genannt) gibt? Die gesamte Natur wird vom Takt es Mondes geleitet. Wir verstehen davn nicht mal die Spitze des Eisberges. Es ist das ImmerWiederkehrende das sich Wiederholende, das sogar auch Verhersagen möglich macht.

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ruhepuls 02.01.2017, 09:43
139. Prognosen...

Seit es Menschen gibt, versuchen sie, "irgendwie" die Zukunft oder das Schicksal zu erkennen - und dann entsprechend zu handeln. Nachdem man es mit Kristallkugel, Eingeweiden oder den Sternen versucht hat, übernahm in den letzten Hundert Jahren "die" Wissenschaft das Vorhersagen. Leider auch nicht erfolgreicher. Schaut man sich die ständigen Vorhersagen über politische, technologische oder finanzielle Entwicklungen an, dann schneidet die Wissenschaft nicht besser ab, als die Kristallkugel. Wen wundert es, dass da viele denken: "Na, dann können wir auch wieder pendeln oder in die Sterne schauen..."

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