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Atomreaktor in Belgien: 40 Jahre alter Meiler nach Feuer wieder hochgefahren
DPA

Vor einer Woche brannte es im belgischen Kernkraftwerkt Tihange, nun läuft es wieder. Sämtliche Blöcke des umstrittenen Meilers nahe Deutschland erzeugen wieder Strom - trotz deutscher Proteste.

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apfelmännchen 27.12.2015, 15:58
50.

Zitat von Baal
Bei welcher Versicherung sind denn die AKWs versichert und mit welcher maximalen Schadenshöhe? Oder wie hoch sind die Rückstellungen für einen Evtl. Schadensfall? Zahlen dann die Aktionäre, die Aufsichtsräte, Banken oder wer?
Die AKW sind haftpflichtversichert, die Deckungssumme beträgt 2,5 Mrd €. Darüber hinaus haften die AKW-Betreiber mit ihrem gesamten Vermögen.

So ist es im ATG festgeschrieben.

Die Deckungssumme der französischen AKW beträgt übrigens ca. 80 Mio €. Selbst diese Summe ist offensichtlich noch viel zu hoch, da weder in DE noch in FR jemals ein größeres Schadensereignis zu verzeichnen war.

Vielleicht denken die Damen und Herren, die immer wieder behaupten, "die AKW wären völlig unterversichert - oder die Versicherungen würden keine AKW versichern wollen" mal über diese Tatsache nach.

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apfelmännchen 27.12.2015, 16:09
51.

Zitat von Baal
Frage abseits der bestimmt überaus wichtigen Diskussion um Frequenzen, Widerstände, und Spannungsabfälle: Wie haben die Belgier denn das Entsorgungsproblem für den radioaktiven Müll gelöst? Nach über 40 Jahren sorglosem Betrieb ist das sichere Endlager doch gewiss fertig? Oder überlassen sie die Lösung ihren Enkeln?
In Belgien wird ein Endlager im Untertagelabor Mol untersucht.

Endlager für den nuklearen Abfall werden zeitnah benötigt, wenn man aus der Kernenergienutzung aussteigen will - spätestens wenn der letzte Reaktor ausgeknipst wird, sollte man wissen wohin mit dem Abfall.

Die Belgier denken aber nicht im Traum daran, aus der Kernenergienutzung auszusteigen...

Übrigens sieht es so aus, dass wir in DE das "Endlagerproblem" vervielfachen und dann unseren Enkeln überlassen wollen.

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ir² 27.12.2015, 16:11
52.

Zu diesem Reaktor gibt es einen Fachbericht:
http://www.afcn.fgov.be/GED/00000000/3300/3390.pdf
Seltsamerweise diskutiert den niemand in den "Qualitätsmedien". Statt dessen hetzt der WDR die gesamten Deutsche Medien mit Parolen wie "Schrottreaktor" gegen die Nachbaren auf. Man sollte sich schämen....

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ir² 27.12.2015, 16:12
53.

Zu diesem Reaktor gibt es einen Fachbericht:
http://www.fanc.fgov.be/GED/00000000/4000/4025.pdf
Seltsamerweise diskutiert den niemand in den "Qualitätsmedien". Statt dessen hetzt der WDR die gesamten Deutsche Medien mit Parolen wie "Schrottreaktor" gegen die Nachbaren auf. Man sollte sich schämen....

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bernd.stromberg 27.12.2015, 16:17
54.

Zitat von walter_de_chepe
Deutschland lebt und wird regiert, als wäre es allein in Europa. Daran scheitert im Moment die EU. Na ja, Atom ist etwas besonders. Die Deutschen wissen oder fühlen etwas, was der Rest der Welt nicht weiß. Der Rest der Welt ist aber auch ganz schön groß.
Lächerlich, es gibt in Europa und auch weltweit eine Menge Länder die bewusst keinen oder kaum Atomstrom generieren.

Die einzigen denen man "German Angst" zuschreiben muss, sind die Paniker laut denen ohne Atomstrom die Welt untergeht.

Seltsam in den USA statten große Produzenten ihre Industrieanlagen und Serverparks mit Solarparks, Wasserkraftwerken oder Windparks aus, ganz ohne "grüne Ideologie" und obwohl fossile Energieträger in den USA durch Fracking und Co. billig sind wie lange nicht.

Die Deutschen sind einfach fortschrittsfeindliche ideologisch verblendete Hinterwäldler.
Wer EE bevorzugt oder AKWs z.B. aufgrund der Folgekosten für ökonomisch outdated hält *muss* natürlich ein Grüner sein - logisch.

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apfelmännchen 27.12.2015, 16:29
55.

Zitat von florencegrosse
Zitat"Die Belgien sind da eher pragmatisch und denken von Tag zu Tag. So auch bei den Reaktoren. Wenn die nun nochmal für einige Wochen laufen, bevor sie wieder durch ein Problem abgeschaltet werden müssen, ist das in deren Augen völlig in Ordnung." Wenn die ersten radiaktiven Wolken durch Lüttich ziehen (aufgrund der zig-tausend Risse) wird hoffentlich ein Umdenken erfolgen.
Genau so funktioniert die Meinungsmache der Boulevardpresse in DE.

Man berichtet "von gefährlichen Rissen in gefährlichen Schrottreatoren."

Und beim technisch völlig unbedarften deutschen Michel ziehen schon radioaktive Schwaden durch diese "Zig-Tausend Risse".

Die tatsächlichen Fakten dazu schweigt man tot: es handelt sich bei den Reaktoren um Behälter mit Wanddicken >10cm und bei austenitischen Stählen sind Oberflächenrisse häufig bis unvermeidbar - und bis zu einer bestimmten Tiefe völlig unproblematisch.

Die Reaktoren wurden vor Inbetriebnahme mit einem Vielfachen des Betriebsdrucks geprüft - eine Gefahr des Berstens besteht durch die Oberflächenrisse defintiv nicht.

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x+n 27.12.2015, 16:33
56.

Zitat von TheBlind
Sollten nichts behaupten was sie nie beweisen können. Deutsche Firmen stehen genauso unter den globalen Finanzdruck wie alle anderen und werden auch wie all die anderen handeln, d.h. sparen, sparen, sparen. Auch gabs es immer wieder ähnliche Ereignisse in deutschen AKWs. Und preiswert waren die nie und umweltverträglich schon gar nicht. Weiß nicht warum IMMER WIEDER dieser Atomiker Blödsinn hochgekocht wird. Desweiteren ist es Blödsinn mit Atomen rumzuspielen um damit Wasser heiß zu machen. Man könnte sehr wohl andere Kopplungen und Speichermethoden ausbauen, aber das will man nicht, lieber an der Leipziger Börse die Preise und Politik steuern.
Der beweis sind die gesetzlichen anforderungen an deutsche akw und die zeigen tatsächlich, dass reaktoren wie in Fukushima hier nicht hätten betrieben werden dürfen. Überwacht wird die Einhaltung vom Staat. Ähnliche Ereignisse wie was?
Preiswerter als Atomkraft war immer die Kohle, in der Umweltverträglichkeit kommt nur die Wasserkraft an die Kernenergie ran, da sind sich auch alle wissenschaftlichen lca einig.

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apfelmännchen 27.12.2015, 16:39
57.

Zitat von bernd.stromberg
Lächerlich, es gibt in Europa und auch weltweit eine Menge Länder die bewusst keinen oder kaum Atomstrom generieren. Die einzigen denen man "German Angst" zuschreiben muss, sind die Paniker laut denen ohne Atomstrom die Welt untergeht. Seltsam in den USA statten große Produzenten ihre Industrieanlagen und Serverparks mit Solarparks, Wasserkraftwerken oder Windparks aus, ganz ohne "grüne Ideologie" und obwohl fossile Energieträger in den USA durch Fracking und Co. billig sind wie lange nicht. Die Deutschen sind einfach fortschrittsfeindliche ideologisch verblendete Hinterwäldler. Wer EE bevorzugt oder AKWs z.B. aufgrund der Folgekosten für ökonomisch outdated hält *muss* natürlich ein Grüner sein - logisch.
Fakten: Länder mit viel AKW-Anteil haben die niedrigsten Strompreise, Länder mit viel EE-Anteil die Höchsten.

Wer diese ökonomische Tatsache für "outdatet" hält...

Auch für amerikansche Wind- oder Solarparks würde ich gerne mal Betriebsergebnisse zu lesen bekommen.

Und ohne Fracking wären in den USA längst wieder neue AKW im Bau.

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x+n 27.12.2015, 16:42
58.

Zitat von Baal
Bei welcher Versicherung sind denn die AKWs versichert und mit welcher maximalen Schadenshöhe? Oder wie hoch sind die Rückstellungen für einen Evtl. Schadensfall? Zahlen dann die Aktionäre, die Aufsichtsräte, Banken oder wer?
Schon mal von Google gehört? Da finden Sie auch das Atomgesetz (AtG). Kurz: Versichert bis 2.5 mrd, ein großer Teil davon Beistande der Betreiber untereinander. Haftung summenmäßig unbegrenzt (im Gegensatz zu 80 mio beim umweltHG), d.h. Mit gesamten konzernvermogen. Somit haften Aktionäre (wie immer) mit ihrer Einlage.

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apfelmännchen 27.12.2015, 16:46
59.

Zitat von x+n
Der beweis sind die gesetzlichen anforderungen an deutsche akw und die zeigen tatsächlich, dass reaktoren wie in Fukushima hier nicht hätten betrieben werden dürfen. Überwacht wird die Einhaltung vom Staat. Ähnliche Ereignisse wie was? Preiswerter als Atomkraft war immer die Kohle, in der Umweltverträglichkeit kommt nur die Wasserkraft an die Kernenergie ran, da sind sich auch alle wissenschaftlichen lca einig.
Die Wasserkraft ist bei genauer Betrachtung auch nicht besonders umweltfreundlich: der Drei-Schluchten-Damm hat 6Mio Menschen die Heimat gekostet, der Bruch des Banqio-Staudamms 85.000 Menschen das Leben.

Durch Talsperren werden meist bewaldete Gebiete überflutet, so dass damit eine CO2-Senke vernichtet wird.

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