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Ausgrabung in der Pfalz: Die Menschenschlachter von Herxheim

Ein grausiger Fund gibt Archäologen Rätsel auf. In der Pfalz haben Forscher über 500 Tote gefunden, denen vor 7000 Jahren das Fleisch wie bei Schlachtvieh von den Knochen geschabt wurde. Der Verdacht der Ausgräber: Die Menschen wurden verspeist - und sie haben sich offenbar freiwillig geopfert.

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DerWunderer 07.12.2009, 16:41
1. Eine lustige Theorie zwischendurch

Ein wirklich interessanter Fund!
Ich habe den Artikel verschlungen, gerade auch weil Herxheim nur einen Knochenw... pardon Steinwurf von meinem Wohnort entfernt liegt. Ich bitte, diese Pietätlosigkeit zu entschuldigen- und die folgende, nicht ganz ernst gemeinte.

Bei der Lektüre habe ich mich schon gefragt, wer in diesem kleinen Kaff derart viele Menschen verspeisen sollte oder ob man sie eingepökelt bzw. sonst konserviert hat. Bei der ihm Text anklingenden Babecue-Theorie musste ich ein wenig grinsen.
Wie wäre es denn, wenn ein weithin sichtbarer Eintritt eines außerirdischen Flugobjekts in die Atmosphäre die Menschen wie der Stern zu Betlehem nach Herxheim gelotst hätte. Die damaligen Menschen hätten in Annahme einer Epiphanie ihre dem Artikel nach gut genährten Körper einer oder mehrerer Göttlichkeiten zur Labsal freiwillig oder unfreiwillig dargeboten.
Man sollte in Herxheim nach ungewöhnlichen Mineralien oder Metallen suchen...

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raffjinxx 07.12.2009, 17:00
2. Aliens?

Hi Leute!
Was soll man zu deisem Artikel sagen? Was war das fuer ein "Event", der Feinschmecker und Opferlaemmer aus ganz Europa zusammengebracht hat? Wer hat da wen gefressen und warum? Und wo kommen die ganzen Menschenmassen und die wertvollen Geraetschaften her?

Ich tippe mal ganz frech auf Ausserirdische (-:
Die sind am Ort des Geschehens gelandet, wurden sofort fuer Goetter gehalten und zugleich mit tollen, mastreifen Fans und Fan-Artikeln beehrt. Nach der Fressorgie war der Spuk vorbei und 50 jahre danach alles ver(ge)gessen.

Ich weiss, klingt absurd, aber hat jemand ne bessere idee?

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Extremophile 07.12.2009, 17:02
3. Immer gleich ans essen denken

Ich meine, das ist der große Denkfehler der meisten Anthropologen: Sie denken immer gleich ans Fressen.
Was in der Ausgrabungsstätte wirklich passiert ist, kann keiner sagen. Ganz schnell wird aber angenommen, man hätte die Toten verspeist.
Vielleicht hat man sie den Göttern geopfert? Oder damit die Hunde gefüttert, damit diese besser auf die Vorräte aufpassen?

Auch für das Fehlen von Gewalteinwirkung gibt es viele Erklärungen. Wie wäre es mit Giftmord? Vielleicht hat man auch an einer Seuche verstorbene zerlegt aufbewahrt, in der - wohl vergeblichen - Hoffnung, sich nicht ebenfalls anzustecken?
Es gibt so viele Möglichkeiten, wenn man bereit ist, einmal die Schmalspurdenke zu verlassen.
Das Problem ist ein ganz allgemeines Problem: Aus prähistorischen Waffen - vielleicht zum Raub oder zu Verteidigung getragen - werden Jagdwaffen, verkratzte Knochen werden zu Beweisen für Jagdbeute gemacht, und der Mensch wird vom Primaten zum Raubtier umdefiniert. Und das wird dann als bewiesene Tatsache verkauft.

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DJ Doena 07.12.2009, 17:11
4. 5000bc

Zitat von DerWunderer
Bei der Lektüre habe ich mich schon gefragt, wer in diesem kleinen Kaff derart viele Menschen verspeisen sollte oder ob man sie eingepökelt bzw. sonst konserviert hat. Bei der ihm Text anklingenden Babecue-Theorie musste ich ein wenig grinsen.
Ich glaube nicht, dass das Herxheim 5000BC und das Herxheim 2009AD sehr viel miteinander zu tun haben, von daher ist eine Spekulation über die Größe auch etwas müßig.

Immerhin war das noch Tausend Jahre bevor die Sumerer am Euphrat siedelten.

Vielleicht war hier der große Opferplatz aller Mitteleuropäischen Stämme. ;-)

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Yabanci Unsur 07.12.2009, 17:18
5. Hexenheim?

Gibt es tatsächlich Rituale mit tieferer Bedeutung, bei der alles einfach in eine Abfallgrube geschmissen wird, ausgeweidete Menschen ebenso wie nützliches Geschirr? War der Ort vielleicht nahe an einer Handelsstraße, eine Raststätte, deren Gäste vergiftet oder erwürgt und anschließend verspeist wurden. Wurden die Schädel vielleicht nur aufgeschlagen, um an das Gehirn zu kommen und die Keramik zerschlagen, um die Spuren zu beseitigen? Lässt sich eine Schichtung zwischen den Knochen- und Keramikresten feststellen? Würde man bei einem Pilgerort nicht ein Wachstum der Siedlung beobachten?
Vielleicht finden sich ja doch einige Erschlagene in dem Ort - die Täter, nachdem ihr Treiben aufgeflogen war.

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wolfgang bruchhagen 07.12.2009, 17:22
6. Freiwillige Opfer?

Mmmhh...,
die These, dass sich die Opfer freiwillig haben schlachten lassen, scheint mir doch ein wenig unglaubwürdig zu sein. Immerhin muss man bedenken, dass sich die Tötungen über einen Zeitraum von 50 Jahren hinweg gezogen haben könnten.
Es wäre durchaus möglich, dass irgendwann eine kleinere Handelsroute zwischen dem Elbetal und dem Gebiet um das heutige Paris an dem kleinen Ort vorbei lief.
Wenn die Bewohner des kleinen Ortes pro Monat nur zwei Handelsreisende "abgefangen" und geschlachtet hätten, kämen im Laufe von 50 Jahren durchaus mehr als 1000 Menschen zu Tode.
Durchaus möglich, dass sie verspeist wurden und ihre Handelsware teils verbraucht, teils weiter gehandelt wurde und ansonsten die "Überschüsse" in die Grube mit den Gebeinen geworfen wurden.
Bekanntlich geht der Krug so lange zum Brunnen, bis er bricht.
Falls die Handelsreisenden verspeist wurden, wären Krankheiten, wie sie bei Kannibalismus üblich sind, ein Grund, warum die Siedlung irgendwann aufgegeben wurde.
Aber auch für den Fall, dass die Reisenden nicht verspeist wurden, könnten deren "Verbrechen" irgendwann aufgeflogen sein. Damit wäre es durchaus denkbar, dass ein lokales Oberhaupt einer größeren Siedlung oder einer größeren Gruppe, die Menschen des kleines Ortes an einem noch nicht gefundenen "Richtplatz" hat töten lassen.

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mavoe 07.12.2009, 17:28
7. Oje

Zitat von sysop
Ein grausiger Fund gibt Archäologen Rätsel auf. In der Pfalz haben Forscher über 500 Tote gefunden, denen vor 7000 Jahren das Fleisch wie bei Schlachtvieh von den Knochen geschabt wurde. Der Verdacht der Ausgräber: Die Menschen wurden verspeist - und sie haben sich offenbar freiwillig geopfert.
gut, dass seitdem jemand den Saumagen erfunden hat. Mit Sauerkraut und einem Schoppen Rieslingschorle (Pfälzer Maß!)
ist die Pfalz heute ja richtig zivilisiert. lol.
Gruß aus Berlin von einem gebürtigen Badener, nicht weit weg von Herxheim.
Hmm, gibts in Berlin eigentlich Saumagen? Muss ich mal googeln...

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hansi99 07.12.2009, 17:33
8. Das waren außerirdische

Zitat von sysop
Ein grausiger Fund gibt Archäologen Rätsel auf. In der Pfalz haben Forscher über 500 Tote gefunden, denen vor 7000 Jahren das Fleisch wie bei Schlachtvieh von den Knochen geschabt wurde. Der Verdacht der Ausgräber: Die Menschen wurden verspeist - und sie haben sich offenbar freiwillig geopfert.
Die Außerirdischen sind hier gelandet, haben eine riesige Party gemacht und sind dann nach Ägypten weiter geflogen. Dort ist es wärmer. Dann haben sie das Wissen an die Ägypter übertragen, dass letztlich zur Hochkultur wurde. Zeitlich kein Problem. Logisch oder?

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Delphi10 07.12.2009, 17:45
9. From Dusk till Dawn?

Zitat von wolfgang bruchhagen
Mmmhh..., die These, dass sich die Opfer freiwillig haben schlachten lassen, scheint mir doch ein wenig unglaubwürdig zu sein. Immerhin muss man bedenken, dass sich die Tötungen über einen Zeitraum von 50 Jahren hinweg gezogen haben könnten. Es wäre durchaus möglich, dass .....
Gasthaus, Abfallgrube dahinter. Die Idee ist also nicht neu - mal die Vampire weg gedacht (oder doch mit?). Die Erklärung scheint schlüssig zu sein. Auf jeden Fall logischer als Alienbesuch. Könnte man glatt verfilmen, so als From Dusk till Dawn 2.

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