Forum: Wissenschaft
Ausstellung über NS-Forscher: In den Händen des SS-Obersturmführers
Institut für Ethik und Geschichte der Medizin/ Universität Tübingen

An der Uni Tübingen wurden Handabdrücke von 309 Juden entdeckt. Der Anthropologe und SS-Obersturmführer Hans Fleischhacker wollte damit die krude Rassentheorie der Nazis beweisen.

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ratxi 22.05.2015, 08:54
1. Erstaunlich....ja.....nein....

Es ist wirklich erstaunlich, wieviele Täter und Mittäter in den 70er- und 80er-Jahren noch völlig problemlos ungeschoren davonkamen.

Obwohl, eigentlich ist es auch überhaupt nicht erstaunlich, wenn man bedenkt, dass der gesamte deutsche Apparat ja zwangsläufig noch mit Leuten durchzogen war, die selbst noch "Leichen im Keller" hatten; insofern also Andere doch gerne als unschuldig stehen ließen, um sich selbst etwas "unschuldiger" fühlen zu können.

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kneppe 22.05.2015, 09:03
2. Und er lebte...

...froh und zufrieden bis an sein Lebensende 1992.
Hat von nichts gewusst, war nur ein Mitläufer und durfte als Dozent und Professor nach dem Krieg nahtlos weitermachen.
Der Ärmste hätte bei mir bis '92 gesiebte Luft geschnuppert

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schgucke 22.05.2015, 09:38
3.

Zitat von ratxi
Es ist wirklich erstaunlich, wieviele Täter und Mittäter in den 70er- und 80er-Jahren noch völlig problemlos ungeschoren davonkamen. Obwohl, eigentlich ist es auch überhaupt nicht erstaunlich, wenn man bedenkt, dass der gesamte deutsche Apparat ja zwangsläufig noch mit Leuten durchzogen war, die selbst noch "Leichen im Keller" hatten; insofern also Andere doch gerne als unschuldig stehen ließen, um sich selbst etwas "unschuldiger" fühlen zu können.
sehe ich auch so, sowohl das mit dem Davonkommen als auch mit den vollbesetzten Glashäusern.

schade auch, dass erst jetzt umfassende Aufbereitung der immer schon vorhandenen Fakten und Dokumente stattfindet. all das hätte man früher wissen und verwenden können und müsste jetzt nicht, als Feigenblatt, Nazigreise der hinteren Ränge in die Gerichtssäle fahren.

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Aloysius Pankburn 22.05.2015, 09:44
4. Vom kleinsten Amtsdiener bis in

Zitat von ratxi
Es ist wirklich erstaunlich, wieviele Täter und Mittäter in den 70er- und 80er-Jahren noch völlig problemlos ungeschoren davonkamen. Obwohl, eigentlich ist es auch überhaupt nicht erstaunlich, wenn man bedenkt, dass der gesamte deutsche Apparat ja zwangsläufig noch mit Leuten durchzogen war, die selbst noch "Leichen im Keller" hatten; insofern also Andere doch gerne als unschuldig stehen ließen, um sich selbst etwas "unschuldiger" fühlen zu können.
Regierungskreise war da alles mit Ex-Nazis besetzt. Konrad Adenauer selbst war mit Nazis in seiner engsten Umgebung sehr flexibel eingestellt.

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schgucke 22.05.2015, 10:05
5. Ralph Giordano

hat sich in seinem Buch "Die zweite Schuld" mit dem 'großen Frieden', der wissend mit den Tätern gemacht wurde, auseinandergesetzt. Auch er leider jüngst verstorben und damit für immer schweigend.

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darthmax 22.05.2015, 11:08
6. Die Bundesrepublik

war natürlich auch nach 1945 mit Nazis vollgestopft, die nach wie vor an wichtigen Schaltstellen sassen, Richter, Angestellte des öffentlichen Dienstes, Polizei, Universitäten, Wirtschaftsbosse, Offiziere der BW, überall tauchten diese wieder auf und auch wenn sie offiziell sich anders verhielten, wir Jüngeren wussten, dass sie Ihrer Überzeugung immer noch treu waren und wir nur auf ihr biologisches Ende warten konnten.
Das ist endlich eingetreten.
Da den Siegermächten der Rassismus und zugehöriges Gedankengut auch nicht fremd war, war es ganz normal weiterzumachen. Sie waren sogar stolz auf den Wiederaufbau, der ohne Ihr Tun nicht nötig gewesen wäre.

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praetor300 22.05.2015, 11:10
7. Den Fehler,

Mittäter und andere schwer belastete "Mitläufer" nicht gänzlich aus der staatlichen Verwaltung einschließlich der staatlich bezahlten Wissenschaft auszuschließen, hat man dann ja nach 1989 wiederholt. So beschämend das ist, so typisch ist das eben für Deutschland. Wichtiger finde ich allerdings darauf hinzuweisen, dass man mit den Argumenten des Artikels jetzt nicht hergehen darf, und jede Art der Forschung, deren Ergebnisse bei "Spinnern" zur Rechtfertigung von Verbrechen oder auch nur kruden Ideen führen könnte, als per se anrüchig oder moralisch minderwertig zu betrachten. Beispielsweise kann die Evolutionspsychologie durchaus Erkenntnisse liefern, die nicht jedem "Political-Correctness-Fanatiker" lieb sein dürften, trotzdem sollte man sich nicht auf Grund irgendwelcher ideologischer Überzeugungen halber wissenschaftlicher Erkenntnis verschließen. Die (objektiven) Forschungsergebnisse der SS-"Wissenschaftler", nicht die von diesen daraus fehlerhaft gezogenen Schlußfolgerungen, zeigen ja gerade bei nüchterner Betrachtung, dass es die von diesen propagierten Unterschiede nicht gibt.

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el al 22.05.2015, 11:23
8. Meiner

Meinung nach, gehören diese Dokumente, die vielleicht das Letzte Zeugnis dieser Menschen sind, nach Israel (Yad Vashem z.B.) und nicht in ein deutsches Museum.

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mr.andersson 22.05.2015, 12:13
9.

Zitat von darthmax
war natürlich auch nach 1945 mit Nazis vollgestopft, die nach wie vor an wichtigen Schaltstellen sassen, Richter, Angestellte des öffentlichen Dienstes, Polizei, Universitäten, Wirtschaftsbosse, Offiziere der BW, überall tauchten diese wieder auf und auch wenn sie offiziell sich anders verhielten, wir Jüngeren wussten, dass sie Ihrer Überzeugung immer noch treu waren und wir nur auf ihr biologisches Ende warten konnten. Das ist endlich eingetreten. Da den Siegermächten der Rassismus und zugehöriges Gedankengut auch nicht fremd war, war es ganz normal weiterzumachen. Sie waren sogar stolz auf den Wiederaufbau, der ohne Ihr Tun nicht nötig gewesen wäre.
Nuja, natürlich gönne auch ich den Nazis nicht, dass Sie sich im Gegensatz zu ihren Opfern nach dem Ende des dritten Reiches ein Leben haben aufbauen können.

Allerdings stellt sich, so schlimm dies auch ist, die Frage der Alternative. Man darf wohl davon ausgehen, dass ein Großteil der gebildeten und arbeitsseitig qualifizierten Menschen sich aktiv oder mindestens durch Duldung mitschuldig gemacht haben. Wenn man die samt und sonders aussortiert hätte, wie hätte ein Wiederaufbau aussehen können? Es wäre schlicht und ergreifend niemand übriggeblieben.

Also stellt sich ja nur die Frage: Erhalt von Deutschland durch Wiederaufbau und damit leben, dass Täter dann in Verantwortung kommen oder Deutschland unter den Siegern aufteilen und alle Stellen mit exteren Kräften besetzen. Letztere sind dann nicht der Landessprache mächtig und haben auch wenig Rückhalt in der Bevölkerung.

Es ist ja nicht so, als hätte es nach WII in Deutschland eine umfangreiche unbelastete "Elite" gegeben, die Forschung und Verwaltung hätte aufrecht erhalten können.

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