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Bauernproteste und Politik: Klima-Freunde sind nicht eure Feinde
epd

Manche der protestierenden Bauern und auch Teile der Aktivistenbewegung Extinction Rebellion halten Umweltschutz für ein "linkes" Thema. Doch der Wunsch, den Planeten lebenswert zu erhalten, ist weder rechts noch links.

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didel-m 01.12.2019, 21:02
1. Es geht doch gar nicht um Umweltschutz

Ich hab mit meinen Kinder den Weg hier hoch vom Müll sauber gehalten. Fand viele Anklang in der Nachbarschaft. das ist gelebter Umweltschutz. Außerdem bringe ich die Kleine mit dem Rad zur Kita und nicht, wie die meisten hier, mit dem Auto. Aber das will man alles gar nicht hören, weils unbequem ist und kleinteilig erscheint. Da ist der Gott Klima doch viel bequemer anzubeten. Und man hat ja immer recht in unter sich. Daß man dabei einem riesen Kommerz auf dem Leim geht, merkt man dabei noch nicht mal.

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KR-Spiegel 01.12.2019, 21:05
2. Bauern arbeiten wie früher

Die städtische Gesellschaft hat sich gewandelt. Dort gab es schon vor 50 Jahren keine Biotope für Insekten und die Nitratbelastung der Kanalisation spotet allen Grenzwerten.
Die Bauern wiederum arbeiten wie früher und Glyphosat ist im Unterschied zu DDT wirklich harmlos.
Gülle ist klar ein Nitratproblem, aber die Tiefpreise für Erzeuger machen Vorbehandlung unbezahlbar.
Jüngst sprach BILD von der Preisexplosion beim Schweinefleisch, wobei dort das Kilo unter 2? für den Bauern liegt.
Bauerschutz weltweit ist sogar wichtiger als Klimaschutz, denn nur ernährt überleben wir.

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grandpalais 01.12.2019, 21:15
3. Nein

Umweltschutz ist nicht zwangsläufig links - das sieht man tatsächlich daran, dass rechte Ratten das Thema zum "Heimatschutz" verschwurbeln. Nichtsdestotrotz muss sich auch FFF an die eigene Nase fassen, da sie Umweltschutzprotest entweder selbst oder durch Tolerieren entsprechender Gruppen ("Change the system, not the climate", Anticapitalista etc.pp.) zu einer antikapitalistischen und damit definitionsgemäß linken Bewegung verkommen lässt. In Freiburg wurden letztens zahlreiche SUV mit aufgesprühten "CO2-Sprüchen" demoliert. Obwohl ein VW-Bulli und so gut wie jeder Familienvan genausoviel Dreck in die Umwelt pustet, gehe ich jede Wette ein, dass diese Autos nicht besprüht worden wären. Warum? Weil in das Feindbild des SUV-Fahrers so herrlich gut der Kapitalist passt, den man bekämpfen muss. Wegen dieser Beimischung von Klassenkampf und einer Prise Sozialneid verkommt Umweltschutz zu einem linken Projekt. Leider.

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JueLue 01.12.2019, 21:17
4. Schade, der Autor war nicht vor Ort

Oder hat zumindest mit keinem vor Ort geredet. Es ging bei den Protest nicht darum alles abzulehnen und schon garnicht darum weiterzumachen wie bisher, sondern darum dass die Landwirte mit ins Boot genommen werden bei einem Plan für die Zukunft.
Das Motto war schließlich Land schafft Verbindungen...

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brati87 01.12.2019, 21:18
5.

Evtl. Arbeitet Land schafft ja auch aus Pragmatismus mit dem Bauernverband zusammen.
Denke auch 8.000 Bauern, die bis nach Berlin fahren sind schon ziemlich viel. Für 270.000 Landwirte.
Denen geht es ja auch vor allem um die Sichtweise. Wo lassen Sie Z.B. den Klärschlamm? Richtig auf dem nächsten Feld.
Wie kaufen die Deutschen ein, Bio?! Wie werden die Subventionen vergeben?
Die wenigsten Bauern denken sie vergiftet. Die Landschaft und noch weniger sehen sie als Tierquäler.
Artikel wie dieser treiben aber genau dieses Bild.

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r.payer96 01.12.2019, 21:18
6. Mal wieder ein Autor der nichts verstanden hat

Wenn man mal in Dialog mit den Landwirten treten würde, wäre man um einiges schlauer. Den Landwirten geht es bei den Protesten nicht darum keinen Umweltschutz oder Insektenschutz zu betreiben. Landwirte sorgen tagtäglich sehr für das Wohl der Umwelt und für die Insekten. Für sie ist es das wichtigste die Grundlage für ihre Existenz in gutem Zustand zu erhalten. Jeder von ihnen weis um deren Abhängigkeit. Bei den Protesten geht es den Landwirten darum bei neuen Maßnahmen mitsprechen zu können, da sie auch diejenigen sind die diese umsetzen müssen. Denn die Politik trifft schnell Entscheidungen mit denen sie nichts zu tun haben und deren Umsetzung teilweise kaum möglich ist, bzw. dessen Effekte für den Klimaschutz wirklich lachhaft sind.

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shotaro_kaneda 01.12.2019, 21:30
7.

Versucht Herr Stöcker jetzt den FfF-Protest gegen den Bauernprotest auszuspielen? Eine Forderung der Bauern ist ja u.a. ein Verzicht auf das Mercosur-Abkommen. Das dürfte Herr Stöcker wohl auch unterschreiben, denn er sieht den Regenwald bestimmt auch nicht gern brennen. Weiterhin ist man ja nicht gegen Insekten- oder Naturschutz, sondern man möchte nur gern mit in die Diskussion einbezogen werden, was überhaupt umsetzbar ist unter den gegebenen Bedingungen. Landwirte können auch reinen Naturschutz und Landschaftspflege betreiben, wenn man sie denn dafür auch entsprechend bezahlt. Weiterhin hat ein Verzicht auf Pflanzenschutzmittel eben andere negative Umweltauswirkungen wie z.B. erhöhte Bodenerosion, höheren CO2-Ausstoß und Nitratbelastung durch vermehrtes Pflügen. Den Protest wieder in Richtung AfD zu schieben ist ziemlich billig, versucht Herr Stöcker aber schon bei den Bürgerinitiativen gegen Windkraft. Weiterhin brechen die Bauern kein EU-Recht, sondern halten deren Umsetzung im Rahmen deutscher Verordnungen ein. Weiterhin glaube ich nicht, dass Herr Stöcker weiß, ab wann zu viel Stickstoff gedüngt wird. Und was die Nähe zum Bauernverband angeht: Mag sein, dass es vereinzelte Kontakte gibt (gerade was die Organisation betrifft), wenn dann aber Verbindungen von zwei Leute aus einem Landesverband hergestellt werden, ist das etwas wenig. Bei FfF ist das auch nicht anders, nur da nennt sich die Lobbyorganisation halt "Bündnis90/die Grünen" (u.a. Luisa Neubauer). Und Chepau den Fakt, dass es wenig Bauern gibt und es immer weniger werden, worauf der Protest u.a. aufmerksam machen will, zu deren Nachteil auszulegen nach dem Motto "ihr seid zu wenig, uns doch egal", dass bekommt auch nur Herr Sröcker hin. Seines Zeichens übrigens Professor für digitale Kommunikation.

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whitewisent 01.12.2019, 21:38
8.

Die Diskussion ist bigott und verlogen! Was hat Deutschland das Ende des Steinkohlebergbaus gebracht? Die Einfuhren vervielfachten sich von 1991 bis 2018 von 15 auf 38 Mil. Tonnen. Die Umweltprobleme mit dem Bergbau werden heute schlicht in anderen Ländern verursacht.

Genauso ist es mit der Landwirtschaft. Was nützt es, die einheimische Getreidewirtschaft platt zu machen, wenn man dann Getreide aus Australien, Brasilien oder der Ukraine importiert, ohne Einfluss auf die Umweltbedingungen dort?

Ein Großteil der Probleme entsteht durch Monokulturen. Dies wollen weder die Bauern noch die Umweltschützer, aber die Förderung lenkt die Anbaustrategien in diese Richtungen. Keiner isst soviel Rapsöl, wie angebaut wird, also ein typisches Beispiel für die Inkonsequenz des Ganzen. Genauso hat die Marktfreigrabe beim Zucker eine Erhöhung der Anbaumenge verursacht. Ist das schädlich? Wo käme Zucker für die Welt sonst her? Und vor allem in welcher Qualität?

Deutschland exportiert Fleisch und Milchpulver gerade deshalb so gut, weil unserer Standards so hoch sind. Man kann aber nicht preiswert, gut und ständig verfügbar gleichzeitig haben. Man muss zuerst das Verhalten der Verbraucher ändern, denn die sind letztendlich die Versacher. Simple Lösung, wenn man 10% mehr von den sowieso getöteten Schweinen und Rindern verzehren würde, müßte man 10% weniger Tiere zeugen, gebären und aufziehen. Genauso könnte man per Förderung wieder auf Mischrassen setzen, bei denen am Ende nicht Milchkühe zu Hundefutter verarbeitet werden, sondern für den Menschen als Frikadellen und Sauerbraten genießbar wäre. Auch das würde den Nitratgehalt senken.

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krisiba 01.12.2019, 21:46
9. Unbegründete Behauptung

"Landwirte sorgen tagtäglich sehr für das Wohl der Umwelt und für die Insekten." Diese Behauptung wird nicht begründet. Worin soll denn das Sorgen bestehen: in Massentierhaltung? In Glyphosatausbringung? In Überdüngung?

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