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Baustelle Mensch: Der Weg zum Homo Käsehaut
Corbis

Die Sonne ist zurück - und mit ihr das Problem der farblosen Winterblässe. Doch die Tendenz zur hellen Haut haben wir nicht zufällig. Unsere neue Kolumne erklärt, warum den Vorfahren der Europäer die Pigmente flöten gingen.

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specialsymbol 25.03.2014, 20:35
10. Haut zum schämen??

Wer mal Menschen gesehen hat die sich pflegen, etwas sportlich sind und ansonsten einfach nur weiße Haut haben, weiß wie schön das sein kann. Es ist nur etwas anderes wenn man unbedingt auf Standard machen möchte und im Urlaub am Strand brät oder in den Hühnchengrill geht um "schöne" braune Haut zu kriegen. Beides sieht dann eben unschön aus - eben wie gewollt und nicht gekonnt.

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joachim_m. 25.03.2014, 21:05
11.

Zitat von nibal
Die Pigmentdichte ist eine Abwehrreaktion des Körpers auf die schädliche Sonneneinstrahlung. Eine gebräunte Haut ist daher eine beschädigte Haut. Nur unser alberner Kulturkreis glaubt an die "gesunde" Bräune - dabei ist das völliger Humbug. 20 Jahre sommerliche "gesunde" Bräunung und die Haut ist zäh wie gegerbtes Leder, doppelt so alt wie ihr Besitzer und alles andere als schön. Also Kopf nicht hängen lassen oder nach Asien auswandern.

Kann ich auch aus persönlicher Anschauung heraus bestätigen:

Meine Schwester, 1,5 Jahre jünger als ich, absolute Bräunungsfetischistin, sieht heute im Verhältnis zu mir, jemand, der zwar die Sonne nicht scheut, aber Sonnenbaden und irgendwelche Höhensonnen nur langweilig findet, dabei ein alter Bürohengst ist, ungefähr 20 bis 25 Jahre älter aus als ich. Das Hautbild meiner Schwester ist heute erheblich großporiger und ja, sie braucht ein chirurgischen Bügeleisen, ich noch lange nicht, wobei ich hier natürlich gleichberechtigte Kriterien anlege, also nicht so nach dem Motto, Männer sind ewig schön, Frauen müssen regelmäßig unter das Messer, ich halte sowieso nichts von Schönheitschirurgie, weder Frau noch Mann, aber für die Beschreibung hier ist sie so richtig tauglich, da bekommt gleich jeder das richtige Bild vor Augen.

Wir beide gehen langsam aber sicher auf die 60 zu, haben Mitte 50 überschritten.

Und ja, sie musste sich auch schon Hautkarzinome entfernen lassen.

Ist zwar jetzt nur eine Einzelfallstudie, aber soweit ich weiß, dennoch relativ repräsentativ.

Kurz und gut: Menschen mit eher nordeuropäischen Hauttyp können, wenn sie nicht dem Bräunungswahn verfallen, ohne jede Pille oder sonst was für teure Spielchen, die es da gibt, länger gut aussehen und vor allem, da die meisten den Wahn verfallen sind, im fortgeschrittenen Alter die Altersgenossen sehr gut ausstechen, sogar viele, die 10 bis 15 Jahre jünger sind, weil sie schlicht jünger und besser aussehen als die ganzen Bräunungswracks!

Soweit das jetzt jüngere Menschen lesen: Von dem Bräunungswahn nicht kirre machen lassen, wenn die anderen schon aussehen wie die eigene Oma seht ihr so aus, als wenn ihr gerade erst einmal dem jugendlichen Alter entwachsen seit. Ich werde inzwischen im Durchschnitt 15 bis 20 Jahre jünger geschätzt als ich bin; okay, dazu trägt natürlich auch die Abwesenheit eines Bierbauchs bei, aber trotzdem, dass Hautbild ist das wichtigste Merkmal, dass diese Fehlschätzungen verursacht. Und ich bin felsenfest davon überzeugt, dass die Ursache vor allem meine Unlust ist, mich in der heißen Sonne zu braten. Da sitze ich lieber vor allem mittags in kühlen Räumen und gehe erst nach dem Kaffee wieder raus: Ich habe es schon bei Spanienurlauben geschafft, relativ weiß wieder zurückzukommen, obwohl ich sogar in Relation zu vielen verhältnismäßig schnell braun werde. Nach Urlauben werde ich relativ oft gefragt, ob ich denn nicht weggefahren sei, und wenn ich dann sage, in den Süden, glaubt mir fast niemand, der mich nicht näher kennt.

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helisara 25.03.2014, 21:14
12. Statussymbol

Die Tönung der Haut war (und ist) oft auch Statussymbol. In früheren Jahrhunderten war

sonnengebräunte Haut ein Zeichen dafür, daß man körperliche Arbeit im Freien verrichtete, also eher der
Unterschicht angehörte. Als zu Beginn des 20. Jahrhunderts Reisen ans Meer oder Gebirge, sowie Sport an frischer Luft in Mode kamen, wurde braungebrannte Haut chic. Damit zeigte man, daß man sich Urlaub und Vergnügungen an der frischen Luft leisten konnte, im Unterschied zum Fabrikarbeiter. Als die Reisewelle begann zeigte der Westdeutsche gern die Sonnenbräune die er sich in Italien oder Spanien erschwitzt hatte, während der eingesperrte DDR-Bürger, wenn er es sich leisten konnte, mit Urlaub am Schwarzen Meer angeben konnte.

In Indien gilt helle Haut als Statussymbol, weil die oberen Kasten hellhäutiger sind als die unteren Kasten.

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joachim_m. 25.03.2014, 21:16
13.

Zitat von korumpe
Ist es doch vielmehr so gewesen, dass der Mensch von seiner Umwelt geprägt wurde und wird! Des Menschen Haut wurde heller, als er sich über Jahrtausende im eher sonnenarmen Europa aufhielt. Stichwort VitD...Evolution bedeutet auch eine Nische zu finden und sich optimal anzupassen... Gewiss gab es in bestimmten Kulturen die Vorliebe zur heller Haut aus diversen Gründen, allerdings denke ich NICHT, dass die reproduktionsmäßige Selektion dermaßen relevant war um damit unsere heutige Blässe zu begründen. Zudem ist der "helle" Typ in der Vererbung rezessiv, was ebenso gegen die Verbreitung über Selektion spricht. Ich will es gewiss nicht komplett ausschliessen, aber diese Artikel in denen Evolutionsfragen mit sexueller Selektion begründet werden stoßen mir i.d.R. übel auf. Vllt. will man auch nur den frustrierten, die sich dieses Jahr noch nicht in den Park getraut haben etwas Mut geben. Das ist sehr nett, aber bitte dieses altmodische "Selektions-Wunschdenken" weglassen. Was die Natur aus uns macht ergibt in der Regel Sinn, alles ist wie es sein soll!
Es war wohl so, dass die Menschen ein helleres Hautbild entwickelt haben,

Zitat von stephan87
So ein Unsinn. In Japan ist blaße Haut nunmal das Schönheitsideal, so wie bei uns eine gewisse Sonnenbräune ien Schönheitsideal ist. Im Westen ist Sonnebräune gleichbedeutend mit vital und sportlich (=sitzt nicht nur zuhause vor der Glotze). Im asiatischen Raum ist Sonnenbräune hingegen ein Indiz für die Zugehörigkeit zur Unterschicht (=arbeitet in der Sonne, ist also Bauer o.ä. und gehört zur Unterschicht). Niemand behauptet dass diese Denkmuster streng logisch wären, aber so ist es nunmal.
aber bis vor relativ kurzer Zeit war es in Europa wie in Japan: Helle Haut galt als chic, das wurde erst nach dem II. Weltkrieg anders.

Und das es eine sexuelle Evolution gibt, beweisen viele Tierarten, davon auszugehen, dass das bei Menschen anders ist, ist nicht sehr logisch. Es gibt auch im pazifischen Raum ein Volk mit dunkler Haut und roten Haaren, die da als schön empfunden werden. Das kann auch nur eine sexuelle Evolution sein, und das selbe gilt wohl in Europa für die relativ helle Haut, aber nicht nur, sondern auch für blonde Haare und blaue Augen, wobei die letzten beiden Merkmale nun überhaupt keinen Sinn in Bezug auf die Sonneneinstrahlung machen, auch wenn dies teilweise vertreten wird, aber bisher konnte noch niemand einen biologischen Vorteil nachweisen, obwohl das schon viele Jahrzehnte versucht wurde. Auch bei den dunkelhäutigen machen die roten Haare biologisch ebenso wenig Sinn wie rote Haare in Irland oder Pfauenschwänze oder überhaupt bunte männliche und sehr schlichte weibliche Vögel, es sei denn, die potentiellen Geschlechtspartner haben da eine kleine Vorliebe. Übrigens, sexuelle Vorlieben sind auch die einzige gute Erklärung für den Steiß der Hottentotinnen. Oder was soll ein Riesenarsch nützen, wenn es da einen biologischen Vorteil gäbe, gäbe es das Phänomen noch bei mehr Völkern als nur dort, oder?

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demeter86 25.03.2014, 21:42
14. Jenseits der Sonnenanbeter

Es gibt durchaus ganze Subkulturen in Deutschland, in denen ein diametrales Schönheitsideal gilt, sodass hier die "edle Blässe" als erstrebenswert gehandelt wird. Darüber hinaus sieht Porzellanhaut nicht zwangsläufig fahl und kränkelnd aus - es sei denn, sie hat einen grau-blauen oder gelblichen Unterton. In diesem Fall wäre der Gang zum Arzt aber auch nicht die schlechteste Idee.
Persönlich habe ich noch nie die Erfahrung gemacht, dass sich jemand sorgenvoll hinsichtlich meiner Hautfarbe geäußert hätte. So streng scheint es also in unserer Kultur doch nicht zuzugehen.

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wasisthierlos 25.03.2014, 22:22
15.

Früher aber auch heute in manchen Regionen (z.B. in Japan) war Bräune wie in mehreren Beiträgen bereits erwähnt ein Symbol für Zugehörigkeit zu niedrigeren Ständen. Heute sehe ich darin ein Symbol für Menschen, deren geistige Erfüllung darin liegt, sich in der Sonne oder im Solarium zu braten - und das nur, um Schönheitsidealen der Medien nachzueifern, die sie selbst niemals in Frage gestellt haben. Dazu gehört allerdings auch dieser Artikel, worin der einzige heutige Vorteil heller Haut die gute Vitamin-D Produktion sein soll - so ein Quatsch! Vielleicht ist es für die meisten (wie auch für den Autor) ein Geheimnis, aber es gibt immer noch viele Menschen, die helle Haut als Schönheitsideal betrachten und die unterstellten Komplexe überhaut nicht haben. Im Übrigen ist es eigentlich paradox: man bräunt sich um schön zu sein und nimmt in kauf, dass die Haut erheblich schneller altert. Bereits mit 40 Jahren kann man 10 Jahre älter oder jünger wirken, je nach erhaltener Lebens-UV-Dosis - das ist aber nun wirklich nichts neues mehr.

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iDadu 25.03.2014, 23:05
16. An alle Käseheuter

Lasst euch nicht von dem Pseudo Mainstream der sonnenstudios irritieren. Es gibt auch heute noch Länder die helle Haut schön finden. Meist die, in denen das Gegenteil Standard ist. Südchina, Afrika Indien ...

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echnaton12 25.03.2014, 23:11
17. freut euch drauf? Auf Leute in Flip Fopps, die dritthässlichste...

Erfindung des Menschen hinter Birkenstocklatschen und Turnschuhen! Mir graut schon davor, die "Generation Übergewicht" wieder betrachten zu müssen, diese Produkte von Sahnejoghurts, Schokoriegeln,Tiefkühlpizzen und Mc Donalds gepaart mit Bewegungsmangel. Hier im Ruhrgebiet ist der Winter eine Gnade, weil er die Hässlichkeit der Körper hinter Jacken und Dunkelheit verbirgt. Nichteinmal 3% der Bevölkerung erfüllen die ästhetischen Voraussetzungen, um sich in der beschriebenen Weise kleiden zu dürfen. Aber da hier spätestens seit dem Privatfernsehen JEGLICHE Scham- und Geschmacksgrenze gefallen ist, kann man sich dem nurnoch durch Wegschauen entziehen, soweit das möglich ist.

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Alfons Emsig 25.03.2014, 23:17
18. @stephan87

Zitat von stephan87
So ein Unsinn. In Japan ist blaße Haut nunmal das Schönheitsideal, so wie bei uns eine gewisse Sonnenbräune ien Schönheitsideal ist. Im Westen ist Sonnebräune gleichbedeutend mit vital und sportlich (=sitzt nicht nur zuhause vor der Glotze). Im asiatischen Raum ist Sonnenbräune hingegen ein Indiz für die Zugehörigkeit zur Unterschicht (=arbeitet in der Sonne, ist also Bauer o.ä. und gehört zur Unterschicht).
Gerade hier in Japan gehören Bauern eben nicht zur Unterschicht, und Bräune steht durchaus auch für so "Unterschichten"-Sportarten wie Surfen, Skifahren oder Golfen. Nur eben hält man Sonnenlicht für sehr ungesund auf Dauer, und Bräune für die Vorstufe von Hautkrebs - ein Aspekt, über den man zumindest in Deutschland leider viel zu selten etwas liest. Schönheit mag eine Rolle spielen, aber dahinter steckt eben weit mehr als eine Denke nach Art von "Braun - Bauer - Unterschicht".

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pixie48 25.03.2014, 23:18
19. Gesunde Hautfarbe - Unsinn???

Zitat von nibal
Die Pigmentdichte ist eine Abwehrreaktion des Körpers auf die schädliche Sonneneinstrahlung. Eine gebräunte Haut ist daher eine beschädigte Haut. Nur unser alberner Kulturkreis glaubt an die "gesunde" Bräune - dabei ist das völliger Humbug. 20 Jahre sommerliche "gesunde" Bräunung und die Haut ist zäh wie gegerbtes Leder, doppelt so alt wie ihr Besitzer und alles andere als schön. Also Kopf nicht hängen lassen oder nach Asien auswandern.
Warum soll eine gesunde Hautfarbe Unsinn sein? Viele der Foristen scheinen ein Mittelmass abzulehnen. Eine gebraeunte Haut muss nicht beschaedigt sein, beim Sonnenbraten findet eh keine Braeunung statt. Allerdings, kann sich bei regelmaessigem maessigem Aufenthalt in der Sonne eine gesunde Hautfarbe entwickeln. Als Beispiel, mit knapp siebzig lebe ich seit Jahrzehnten in den Subtropen, mache taeglich zwei Stunden Morgensport im Freien, in der Sonne - ohne sunblocker. Ich habe noch nie einen Sonnenbrand gehabt. Jaehrliche Voruntersuchungen haben bisher keinerlei Anzeichen auf Hautkrebs gezeigt. Meine Haut ist weder grossporig, noch ist sie zaeh wie gegerbtes Leber; ganz im Gegenteil.
Es ist doch eine Frage des Mass haltens.

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