Forum: Wissenschaft
Bedrohte Wildschafe: Das merkwürdige Fluchtverhalten deutscher Mufflons bei Wolfsangr
Frank Rumpenhors/ DPA

Mufflons fallen immer häufiger Wölfen zum Opfer, eine Population im Norden ist komplett verschwunden. Ursache ist vor allem das eigenartige Fluchtverhalten.

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madameping 17.04.2019, 19:35
140. Lieber widower+2,

Zitat von widower+2
Wollen Sie alles ausmerzen, das Ihrer Meinung nach "überflüssig" ist? Davon abgesehen sind Wölfe nicht überflüssig, sondern ein wertvoller Bestandteil des Ökosystems in Regionen, in denen sie natürlich vorkommen oder vorkamen. Dort sorgen sie regelmäßig für eine größere Artenvielfalt, gesündere Populationen anderer Tiere und einen gesunden Wald.
Sie haben recht, aber vergessen Sie bitte nicht, dass Sie hier gegen Emotionen - Ängste - argumentieren. Es ist absolut richtig, dass der Wolf ein Nützling ist, der den Wald gesund hält. Auch unsere Wälder. Ich habe auch Ihre anderen Kommentare gelesen und bin völlig Ihrer Meinung. Es gilt zudem als bewiesen, wenn ich das mal ganz unwissenschaftlich sagen darf, dass der Wolf sich für Menschen nicht interessiert und ihnen aus den Weg geht. Das ist seine Natur.
Das Problem in dem Verhältnis zwischen Wölfen und Menschen ist zumeist dies, dass Menschen sich vor diesem Tier fürchten, weil sie glauben, sich vor ihm fürchten zu müssen, denn es wurde ihnen seit Generationen so eingegeben. Das haben sie gelernt. Und vor was man sich fürchtet, das knallt man eben ab, anstatt zu versuchen, es zu verstehen. Ist doch schön einfach, oder?
Nur wenige können sich vorurteilsfrei mit diesen Tieren beschäftigen. Andere hingegen, die Extremisten der anderen Art, verniedlichen Wölfe.
Das ist das Dilemma - und so stoßen zwei Gegensätze aufeinander, die sich gegenseitig der Borniertheit bezichtigen.
Es wird also wirklich Zeit, dass Biologen, Leute, die sich beruflich mit Wölfen befassen, mehr Öffentlichkeitsarbeit betreiben. Aber - bis dahin gibt es ja auch noch Leute wie uns, (ich z.B. bin Laie, lese aber Berichte von Biologen) die versuchen, den Ängstlichen die Faszination von diesen Tieren zu vermitteln.
Ist aber eine nicht ganz einfache Aufgabe, wie man hier im Forum lesen kann ;-)

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janowitsch 17.04.2019, 19:41
141. Naturromantik pur

Zitat von pirx64
Aber Sie haben den Artikel schon gelesen? Das Mufflon lebt in Brandenburg nicht in seiner natürlichen Umgebung, im Gegensatz zum Wolf.
Der Wolf kehrt auch nicht in seine natürliche Umgebung zurück. Deutschland hat sich zu einer Kultur- und Industrielandschaft entwickelt, in die der Wolf mit wenigen Ausnahmen grundsätzlich auch nicht gehört. Dieses Experiment entspringt einzig der Fantasie von der Natur total entrückten Menschen, die den Wolf romantisieren.

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taglöhner 17.04.2019, 20:22
142. Kathedralen

Zitat von janowitsch
Der Wolf kehrt auch nicht in seine natürliche Umgebung zurück. Deutschland hat sich zu einer Kultur- und Industrielandschaft entwickelt, in die der Wolf mit wenigen Ausnahmen grundsätzlich auch nicht gehört. Dieses Experiment entspringt einzig der Fantasie von der Natur total entrückten Menschen, die den Wolf romantisieren.
Sie haben natürlich recht mit der Kulturlandschaft. Die Frage, ob da Wolf 'rein "gehört" oder nicht unterscheidet sich im Prinzip nicht von der nach der Existenzberechtigung anderer Kulturfolger, von denen viele viele, wenn nicht die allermeisten hier schlicht überhaupt nicht vorkämen. Streichen Sie in Gedanken mal alle Ihnen bekannten Lebewesen, in deren Namen beispielweise Worte wie, Feld, Wiesen, Garten, Acker, Korn oder Haus vorkommen und darüber hinaus den Großteil der Ihnen bekannten Kräuter, bzw. Wildblumen, Stauden und Gräser.

Es ist eine Frage der Kultur, ob wir sie wollen. In der Tat.

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widower+2 17.04.2019, 20:26
143. Yellowstone

Dort waren Wölfe auch ausgerottet und wurden 1995 wieder angesiedelt. Alle entsprechenden Studien zeigen, dass sich das extrem positiv auf die Wälder und das gesamte Ökosystem ausgewirkt hat. Ein Bericht dazu läuft übrigens gerade im NDR-Fernsehen.

Der Yellowstone ist natürlich nicht mit der niedersächsischen Tiefebene zu vergleichen, aber auch unsere Wälder und Ökosysteme brauchen Räuber wie den Wolf, um gedeihen zu können. Die schlappe Jägerschaft, die diese Rolle exklusiv einnehmen will und den Wolf als Konkurrent sieht, schafft es einfach nicht, ihrer eigentlichen Aufgabe nachzukommen (oder will das auch gar nicht, lieber Mufflons schießen).

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cave68 17.04.2019, 20:29
144.

Zitat von janowitsch
Der Wolf kehrt auch nicht in seine natürliche Umgebung zurück. Deutschland hat sich zu einer Kultur- und Industrielandschaft entwickelt, in die der Wolf mit wenigen Ausnahmen grundsätzlich auch nicht gehört. Dieses Experiment entspringt einzig der Fantasie von der Natur total entrückten Menschen, die den Wolf romantisieren.
es gibt mehr Ausnahmen als sie denken....dünn besiedelte Mittelgebirgsräume beispielsweise.
Sehr viele Regionen dürften in den nächsten Jahrzehnten noch massiv Einwohner verlieren...warum soll der Wolf sich dieses Terrain nicht einverleiben...
In grösseren Städten werden sich Wölfe wohl kaum etablieren...alleine der Strassenverkehr wird die Population klein halten.

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larsi79 17.04.2019, 20:59
145. @taglöhner#88

Ich kann Ihnen ehrlich gesagt nicht ganz folgen. Ich habe nicht behauptet, dass es den Menschen schlechter geht, von daher ist mir rätselhaft was Sie mir mit diesem Link mitteilen wollen. Mir ist bewusst dass die Lebenserwartung in allen Teilen der Welt steigt und dass wahrscheinlich noch nie so wenige Menschen an Krankheit und Hunger wie heute gestorben sind. Aber wie Sie richtig anmerken, gelingt das dadurch indem wir andere Arten verdrängen. Meine Kritik galt Ihrer polemischen Attitüde auf den Post eines Foristen, der ja eben dies in der Sache auch anmerkte nur eben im Duktus wohl etwas über‘s Ziel hinausschoss.

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herrschläfer 17.04.2019, 21:08
146. Wölfe

Wer war zuerst da!? Wolf, Mufflon, Mensch?? Die Zuletztkommenden sollten sich einen anderen Lebensraum suchen oder miteinander auskommen. Wär doch mal ne Überlegung. Völlig unreflektierte Sichtweisen von der Großfresse Mensch

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quark2@mailinator.com 17.04.2019, 21:16
147.

Tja, die Wiederansiedelung der Wölfe offenbart teilweise schon ein bischen Irrationalität. Nicht nur, daß wir die Mufflons wieder ausrotten. Da mag mancher sagen, die wären ja eh nicht von hier, auch wenn ich das für kein gutes Argument halte. Nein, die Präsenz der Wölfe macht das Leben für eine Millionen Tiere in unseren Wäldern zur täglichen Hölle. Denn nach Jahrzehnten der Ruhe müssen nun wieder all die Rehe etc. ständig damit rechnen, zerfleischt zu werden. Ich wette, ein plötzlicher Schuß ist wesentlich weniger bedrohlich. Hinzu kommt, daß wir nun viele Tiere in Ställe verbannen, die früher auf die Weide gekommen wären. Rumziehende Schafherden werden auch zunehmend unrealistisch. Wo wir doch sonst immer so für den Erhalt unserer Traditionen sind. Und wenn man der Logik bei den Wölfen folgt, muß man natürlich B sagen und auch den Braunbären wieder ansiedeln. Ist dann echt cool beim Pilzesammeln. Nun hätte ich deutlich mehr Verständnis für all das, wenn der Wolf irgendwie vom Aussterben bedroht wäre. Ist er aber gar nicht. Für mich stimmt hier Auswand und Nutzen nicht überein. Dabei stimme ich voll zu, daß Wölfe schöne Tiere sind, gegen die ich per se gar nichts habe. Nur die Konsequenzen sind halt nicht so toll.

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widower+2 17.04.2019, 21:39
148. Wiederansiedlung?

Zitat von quark2@mailinator.com
Tja, die Wiederansiedelung der Wölfe offenbart teilweise schon ein bischen Irrationalität.
Von einer "Wiederansiedlung" der Wölfe zu sprechen, offenbart ein hohes Maß an Unkenntnis oder zumindest sprachlicher Unkorrektheit.

Bisher wurde jedenfalls noch kein einziger Wolf in Deutschland offiziell in die freie Wildbahn entlassen (also "wiederangesiedelt").

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schramkl 17.04.2019, 21:41
149. An die Bio-Rassisten

Das Mufflon hat in Brandenburg soviel verloren wie Hunde in der Grossstadt und Wölfe im dichtbesiedelten Deutschland.

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