Forum: Wissenschaft
Beinahe-Crash in Köln: Frischluft gegen das Nervengift
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Beide Piloten kurz vor dem Kollaps: Ein Germanwings-Flugzeug entging nur knapp dem Absturz - Ursache waren offenbar giftige Dämpfe im Cockpit. Piloten fordern neue Belüftungsanlagen. Doch die Airlines haben das Problem an die Wissenschaft abgeschoben.

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keksguru 29.09.2012, 09:59
30. die Physik

Zitat von Stelzi
Nein, denn Airbus stellt keine Triebwerke her. Boeing auch nicht. Die Zapfluft ist daher eine Sache der Triebwerkshersteller.
und man braucht schon etwas davon.... der einfachste WEg, davon genug und mit einem Druck wie in 3000 Meter Höhe ist es nun mal, aus dem Verdichterraum der Turbine etwas Luft zu entnehmen. Da kriegt man die mechanische Energie für die Verdichtung "umsonst".

Denn ganz dicht dürfte der Flieger ohnehin nicht sein, aber solange man mehr Luft hineinpumpt wie entweicht, ist ja alles in Butter.

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Hans58 29.09.2012, 10:04
31.

Zitat von Growling Mad Scientist
.... Und wenn die Dichtungen undicht werden oder sind, dann gibt es diesen Cocktail UNGEFILTERT im Flugzeug als Atemluft....
Genau das ist das Thema, das bei dem Vorfall von Interesse ist.
Warum wurde es nur der Cockpitbesatzung "kotzübel", nicht aber der Kabinencrew bzw. denn Passagieren, die von dem Vorfall nichts mitbekamen?
EIN Flugzeug, EINE Atemluft.

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Hans58 29.09.2012, 10:07
32.

Zitat von juliandeutgen
Jaja, das gute/böse alte aerotoxische Syndrom, wird wohl so lange totgeschwiegen, bis sich Medien wie der Spiegel hinreichend damit beschäftigen, dass die Airlines genötigt sind, endlich mal zu reagieren!
Nein, es wird demnächst im Bundestag behandelt werden.

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atheist 29.09.2012, 10:39
33. Echt teurer Preis

Zitat von chb_74
Ob man nun germanwings oder Lufthansa fliegt ist in der Economy eigentlich kein wirklich großer Unterschied - beides ist 'zigmal unbequemer als ICE/TGV/Thalys 2. Klasse, von 1. Klasse gar nicht zu reden. Da können auch die "Best Seats" bei germanwings nicht wirklich mithalten, wie ich letzte Woche bei meinem ersten Flug mit denen von Stuttgart nach Brüssel und zurück feststellen durfte. Pro Richtung habe ich zwar ca. 1,5 Stunden Reisezeit in der Summe gespart, aber dafür war es ziemlich genau doppelt so teuer wie ICE+Thalys gewesen wäre (450 EUR vs. 220 EUR für kurzfristig gebuchte Verbindungen). Privat würde ich mir das nicht zumuten wollen und auch dienstlich würde ich mich beim nächstenmal auf der Route wahrscheinlich anders entscheiden.
Also ich fliege mit Germanwings häufig in Stoßzeiten von Stuttgart nach Berlin und zahle eigentlich nie mehr als 200 Euro. Dafür spare ich aber fast 3 Stunden pro Strecke.

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drmtiede 29.09.2012, 11:15
34.

Bei einm Tauchgang in den neunziger Jahren hatte ich einmal die selben Symptome, der Tauchgang war wie ein surrealistischer Traum. Danach haben wir festgestellt, dass der Kompressor die Taucherflaschen mit nach Öl stinkender Luft gefüllt hatte; da man aber mit dem Mund atmet, war es mir nicht aufgefallen. da es einem aber erst im Nachhinein auffällt, dass man nicht ganz normal war, kann ich mir schon vorstellen, dass die nicht zur O2-Maske gegriffen haben.

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gucky2009 29.09.2012, 13:24
35.

Zitat von laller
Ich verstehe nicht, warum man die Frischluft aus der Turbine abzweigt und nicht z.B durch ein Loch neben der Turbine.
Was würde wohl mit dem Kabinendruck passieren wenn das Flugzeug in 11 km Höhe fliegt wenn man so ein einfaches "Loch" hat?
Und wie groß müsste diese "Loch" sein um genügend Frischluft zu haben um bis zu 800 Passagiere (in 11 km Höhe) damit zu versorgen?

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kwh2 29.09.2012, 14:17
36.

Zitat von Hans58
Warum wurde es nur der Cockpitbesatzung "kotzübel", nicht aber der Kabinencrew bzw. denn Passagieren, die von dem Vorfall nichts mitbekamen? EIN Flugzeug, EINE Atemluft.
Eben nicht. Ein Flugzeug, zwei Atemlüfte. Die Luft für das Cockpit wird aus Triebwerk 1 angesaugt, die für die Kabine aus Triebwerk 2.

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brasilpe 29.09.2012, 14:41
37. Auf den Punkt gebracht.

Zitat von steelman
Vielleicht ist es einfach billiger, die Versicherungsprämien für den Fall eines Absturzes zu zahlen, als mehr für die Sicherheit zu tun.
Oder?
Die Stellungnahme der Flugaufsichtsbehörde wird erwartet. (Aber bitte nicht erst in sechs Jahren.)

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brasilpe 29.09.2012, 14:48
38. Die übliche Vertuscherei.

Zitat von burner010
2008 waren wir mit Germanwings in Dublin. Auf dem Rückflug musste der Airbus kurz nach dem Start wieder umkehren, weil einigen Passagieren schwindelig war und eine Stewardess sogar kollabierte. Auf dem Flughafen hat der Zwischenfall einen Großeinsatz der Feuerwehr ausgelöst. Erfahren haben wir über den Zwischenfall auch auf Nachfragen nichts. Als Entschädigung gab es von Germanwings einen Gutschein über 30 EUR.
Es ist gut, daß das breite Publikum - wenn auch mit erheblicher Verzögerung - im vorliegenden Fall endlich einmal erfährt, was passiert ist und wie die betroffene Fluggesellschaft darauf (nicht) reagiert hat.
Da werden offensichtliche schwerwiegende Sicherheitsmängel harmlos geredet oder am liebsten ganz mit dem Mantel des Schweigens zugedeckt.
Die Öffentlichkeit darf sich das nicht bieten lassen.

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Hans58 29.09.2012, 14:50
39.

Zitat von kwh2
Eben nicht. Ein Flugzeug, zwei Atemlüfte. Die Luft für das Cockpit wird aus Triebwerk 1 angesaugt, die für die Kabine aus Triebwerk 2.
Die A 319/320/321 Reihe hat zwar "2 packs", die aber beide durch einen Mixer laufen: http://www.avdyne.com/airbus_training/21zAircond.pdf Schaudiagramm auf Seite 15
Für die genannte Baureihe halte ich daher meine Aussage vorerst aufrecht: ein Flugzeug, eine Atemluft.

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