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Bericht des Umweltbundesamts: Stickoxid-Werte in 57 Städten zu hoch
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Keine gute Nachricht vom Umweltbundesamt: Die Luftverschmutzung ist zwar insgesamt zurückgegangen, lag 2018 aber in Großstädten immer noch zu hoch. Das Amt empfiehlt eine schnelle Kat-Nachrüstung alter Diesel.

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tatsache2011 17.06.2019, 13:51
100. Messwert und Grenzwert

Zitat von Jana Türlich
Schöne Rechnung - aber bevor Sie Anderen "hinkende" Vergleiche vorwerfen, rechnen Sie doch einfach mal fertig: 700800 Stunden Lebenszeit mal 40 μg sind, wenn komplett alles weggeatmet wird, satte 28 Millionen irgendwas Mikrogramm NOX. OK, jetzt zum Arbeitsplatz (Ihre Zahlen): 84480 x 950 = 80'256'000 !!! Das heisst, wenn ein Mensch es fertigbrächte, die kompletten Stickoxide in dem ihn umgebenden Kubikmeter einzuatmen, und zwar in jeder einzelnen Stunde seines Daseins, dann liegt der arbeitende Mensch bei einer knapp dreifachen Menge gegenüber dem konsequent dem Arbeitsplatz fernbleibenden. Wobei noch zu berücksichtigen wäre, dass auch wir Arbeitenden bisweilen frei haben und dann der "alle Menschen"-Wert noch dazukäme. Bleibt also immernoch die Frage: wieso sind die Grenzwerte am Arbeitsplatz höher? Merke: nicht alles was hinkt ist ein Vergleich.
Richtig, "nicht alles was hinkt ist ein Vergleich".
1) Am Arbeitsplatz sind keine Schwangeren und Kinder.
2) Der MAK ist ein maximal zulässiger Messwert und Grenzwert. Der maximal zulässige Messwert liegt nicht dauerhaft vor.
An der Straße 40 μg ist ein Jahresmittelwert und ein Grenzwert, wobei der Messwert zeitweise überschritten werden darf.
usw.

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ardbeg17 17.06.2019, 13:52
101.

Zitat von mhwse
Weil da gemessen wird, wo der Dreck in der Luft ist? Alternativ könnte natürlich im Voralpenland im Luftkurort gemessen werden .. (Wenn Ihnen das besser gefällt) Es gibt private Netzwerke, bei denen "Enthusiasten" überall in der Stadt per WLAN Messstellen betreiben - und diese Daten mit Geoposition + Höhe (denn im 5. Stock ist die Luft dann auch schon besser) - teilen. Da können sie mitwirken. (und auch selbst messen - es gibt auf "Make"/"c't" Bauanleitungen) Ich habe das schon mal mit den offiziellen Daten verglichen - die (offiziellen) waren dann zum Teil sogar eher noch besser ..
Wir diskutieren über einen Grenzwert der DURCHSCHNITTSBELASTUNG. Wussten sie das nicht?! Es geht nicht um den Stunden-Mittel- oder Spitzen-Wert. Nein, um den DURCHSCHNITT. Wenn sie die Hände waschen und dabei kurzfristig hochgerechnet 180l/h Wasser über die Finger laufen lassen, behauptet auch niemand, dass sie täglich über 4000l Wasser nur für´s Händewaschen verplempern. Sie Umweltschwein ;-)

Zu ihren Messstellen: Wo abrufbar, wie dokumentiert?

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ardbeg17 17.06.2019, 13:57
102.

Zitat von fleischwurstfachvorleger
und meinen den Esel! Sorry, wer gefährdet denn den Automobilstandort Deutschland? Betrügende Automobilhersteller oder die DUH? Wer verhindert denn eine kostenlose Hardwarelösung? Die DUH das UBA oder eine sehr, sehr Konzernnaher Verkehrsminister?
Der Schweizer Epidemiologe Künzli meinte in einem Interview mal, dass der durch die Fahrverbote ausgelöste Stress wohl schlimmere Gesundheitsfolgen hätte als die Schadstoffe, die eingespart werden sollten. Sprich: gesundheitlich NULL Verbesserung, eher das Gegenteil. Ausgelöst durch die DUH (sagt ihnen im Zusammenhang mit Herrn Resch der Begriff "honor circle" etwas?).

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Freund_Fettsack 17.06.2019, 14:07
103. Fällt mir grad noch ein:

1. Feinstaub - da sind selbst ältere Euro IV Diesel fein raus - Partikelfilter sei Dank! Betroffen wären die direkteinspritzenden, downgesizedten und relativ neuen Turbo-Benziner. Im Gegensatz zu einem himmelsschreiend dämlichen Aufruf zum Verkauf alter (Diesel-)Autos (durch ein von mir nur wenig geschätztes Konkurrenzmagazin, äh, das mit dem Brennpunkt einer Linse oder das Ford Automodell) möchte ich einen anderen Aufruf starten: Behaltet Eure Euro IV Diesel, kauft KEINE neuen Autos! So ist es am besten fürs Klima und die CO2-Bilanz! Lasst Euch nicht einreden, E-Autos wären umweltfreundlich! Dass das nicht der Fall ist, darauf sind sogar ARD und Harald Lesch und Konsorten gekommen. Wartet auf die Brennstoffzelle - und legt den Weg dorthin mit sparsamen Dieselkleinwagen zurück! Ergebt Euch keiner Massenhysterie, die die Umwelt nur noch mehr belastet. Behaltet auch Eure alten Saugbenziner, die haben nämlich kein Feinstaubproblem!
2. An die Grünen und das UBA: Wann, bitte, kommt das Verbot der idiotischen Inlandsflüge z B. von Dortmund nach Frankfurt?
3. AN die DUH: Wann reicht Ihr die Klage gegen die Sahara ein - mit ihren abertausend Tonnen von Feinstaub?

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blabla55 17.06.2019, 14:59
104.

Zitat von herm16
lese ich in der lokalen Presse dass Verkehrsminister Hermann, BAWUE, überwiegend Entwarnung beim Fahrverbot für Euro5 Diesel in Stuttgart gibt. Die Grenzwerte werden eingehalten. Zu Ulm, Ulm ist
"Nach neuen Simulationsberechnungen kommen wir bei den Stickoxid-Emissionen flächendeckend in Stuttgart so weit runter, dass wir ein Verbot für Diesel der Euronorm 5 in der gesamten Umweltzone vermutlich nicht mehr brauchen",
Quelle,https://www.swr.de/swraktuell/baden-wuerttemberg/stuttgart/Diesel-Fahrverbote-Hermann-Hoechstens-kleinflaechige-Diesel-5-Verbote-in-Stuttgart,hermann-diesel-5-fahrverbote-100.html
Alles ganz einfach um Fahrverbote umgehen,könnte ja die Wähler verschrecken.

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apfelmännchen 17.06.2019, 15:11
105.

Zitat von ardbeg17
...und wie ist denn nun die reale Gesamtbelastung? Welcher Greis und welcher Allergiker hält sich wie lange am hot-spot auf? Wo sind die Messungen an den Fenstern, die mobilen Erfassungsgeräte, die exemplarisch die NO2-Belastung der Menschen erfassen könnten? Haben sie eine Ahnung, was die Nutzung einer Gastherme oder gar Gasherdes im Vergleich zum Verkehrs-NO2 ausmacht?
Eine Gastherme belastet die Raumluft nicht, da sie am Schornstein angeschlossen ist.

Am Gasherd, der tatsächlich zu hohen NOx-Werten führen kann wird man aber keine 24/7 Stunden stehen...

Fakt ist auch, dass die MAK-Grenzwerte höher sind, als die NOx-Grenzwerte an den Straßen - aber auch hier gibt es zB. für Büros längst Empfehlungen für niedrigere Grenzwerte. Und auch hier hält man sich nicht 24/7 Stunden auf.

Sie kennen ja die Geschichte der Festlegung der "zu niedrigen" Grenzwerte - sie könnten locker eingehalten werden - wenn die Dieselhersteller ihre Versprechungen eingehalten hätten, die Diesel-PKW sauber zu machen - und nicht nur auf dem Prüfstand.

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burgundy 17.06.2019, 15:40
106.

Zitat von tatsache2011
Richtig, "nicht alles was hinkt ist ein Vergleich". 1) Am Arbeitsplatz sind keine Schwangeren und Kinder. 2) Der MAK ist ein maximal zulässiger Messwert und Grenzwert. Der maximal zulässige Messwert liegt nicht dauerhaft vor. An der Straße 40 μg ist ein Jahresmittelwert und ein Grenzwert, wobei der Messwert zeitweise überschritten werden darf. usw.
Zu 1) Schwangere könnten da schon sehr wohl sein, Kinder eher weniger. Besser als theatralisch Schwangere und Kinder zu erwähnen, wäre es gewesen, die chronischen Lungenerkrankungen zu thematisieren, die sowohl am Arbeitsplatz als auch im Alltag Folgen davontragen könnten.
Zu 2) Dass der MAK nicht dauerhaft vorliegt, ist eine reine Behauptung (wenngleich auch realistisch). Andererseits läge die Belastung nach der Rechnung des Foristen 32 auch bei wesentlich geringeren MAK - Werten auf die Dauer der Einwirkung bezogen immer noch höher als die Belastung der Stadtbevölkerung.

Aber was soll´s, über Glaubensfragen ist es müßig zu streiten. Es gewinnt der, der am lautesten brüllt.

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dissi_dent 17.06.2019, 15:44
107.

Zitat von lalito
Das Ergebnis der Runden mit den dollen CSU-Verkehrsministern hat zumindest beim Gewinn der Autoindustrie keinen Rückgang bewirkt. Beruhigend, jedoch Pech für die an den Hotspots Lebenden. Aussitzen und wechatmen, fertig.
Haben Sie sich mal die Aktienkurse von BMW, Daimler und Volkswagen angesehen? Das KGV 2018/2019 (e) liegt zwischen 5,3 und 7,25. Das ist nur eine Handbreit über Ramschniveau

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von_oz 17.06.2019, 15:52
108.

Zitat von Hajojunge
...die mit der tatsächlichen Gesundheitsgefährdung nichts zu tun haben. So ist die zulässige NOx-Konzentration am Arbeitsplatz 23 mal so hoch wie die im Straßenverkehr. Dazu noch eine oft falsche Plazierung der Meßstellen gleich neben der Fahrbahn mit ihren Spitzenwerten. Maßgebend ist jedoch der Mischwert in einiger Entfernung. Hier macht jede Stadt, was sie will. Merke: Wer falsch mißt, mißt Mist.
Es wurde (auch in diesem Leserforum) schon x-Mal bschrieben, weshalb der Grenzwert am Arbeitsplatz zurecht höher liegt als an der Straße.
Dass der Mischwert in einiger Entfernung maßgeblich sein sollte, das erklären Sie mal dem Anwohner, der in der Straße mit der Messstelle lebt.

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dagmar1308 17.06.2019, 15:52
109. Einfach mal

einige Behörden, Institute und auch Kliniken in die 20 km entfernten Vorstädte verlegen, inclusive ÖPNV Anbindung und das Problem ist gelöst. Dann hat auch der Mensch, der die gleiche Einkommenssteuer zahlt wie der entsprechende Städter die gleiche Grundversorgung wie dieser.
Merke: Das erste Anrecht innerhalb der
Grundversorgung ist das des Menschen auf angemessene medizinische Versorgung, auch in Notfällen. Das gilt weit vor einer geringeren Bereitschaftsbefriedigung bei den Miete. Hier hat jeder individuellen Ermessensspielraum und unterschiedliche Prioritäten, auf die die Politik nicht eingehen muss. Letztlich wohnt jeder irgendwo oder habe ich die Massenlager in den Grünanlagen Berlins übersehen. Höhere Miete bedeutet auch weniger Schnaps. Das ist doch o.k.?

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